Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1803 (12.8.1960)
- Date
- 1960-08-12
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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I p v ■ .r* of ” ’; u?- i t," t* : v V 3 -’ *T . : ¿ V ’:'v I i- « t t - 8“ N' C 3 FRANQUEO PACADO Concesión 908 H o *• ,9 tu e O»« < O TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Año XXI. BUENOS AIRES. VIERNES 12 DE AGOSTO DE 1960 No. 1803 ANA ISRAELITA EL EJEMPLAR« en toda la República J - Buenos Aires PUEYRREDON 2190 1« izq. T. E. 83 . 2613 Nasser gibt sich als Sozialist ■on N ACHUM W1LENSKY Washington ist befriedigt i Washington. — ..Die Vereinigten Staaten begrüssen \ niH lebhafter Genugtuung die Wiederaufnahme der i traditionell freundschaftlichen Beziehungen zwischen israei unsj Argentinien’, erklärter, Beamte des State Department nach der Veröffentlichung des gemeinsamer, Communiques der Regierungen Israels und Argen. , tiniens, die in der vergangenen Woche erfolgte. Die nordamerikanischen Funktionäre zeigten sieh besonders befriedigt, dass ein Abschnitt der Resolution des Sicherheitsrats, auf den in der gemeinsamen Erklärung Bezug genommen wird, als Zusatz zum Resoi lutionsvorschlag von dem Repräsentanten der USA, i Henry Cabot Lodge, vorgeschlagen worden ist. Beide Länder unterhalten ausgesprochen freundschaftliche Beziehungen mit den Vereinigten Staaten Die Lösung der Streitfrage stellt daher ein begrüssens" ‘ wertes Ereignis für Washington dar. Die Vereinigten Staaten hatten erwartet, so bemerkten die Beamten, dass die Affäre Eichmann, was die Beziehungen zwischen Israel und Argentinien betrifft, mit der Debatte . im Sicherheitsrat abgeschlossen sei. Deshalb sei in Washington ein Unbehagen fühlbar gewesen, als dem nicht so war. Man erwartet nunmehr, dass in allernächster Zukunft der Austausch von Botschaftern stattfinden und der Zwischenfall völlig überwunden wird. Dies, so wurde, versichert, werde als höchst befriedigend von allen Freunden der beiden Länder betrachtet werden (ITA) Es ist lehrreich, den kairocr Sendungen m arabischer Sprache ziizuhnren. Aber nur in arabischer Sprache, Die '-on Ausländern in anderen Sprachen geleiteten Sendurger. sind so frisiert, dass sie über die internen Vorgänge in Aegypten nur wenig Aufschluss geben. Dafür aber tobt sich Nassers Propaganda in arabischer Sprache ungehemmt »us. Die Militär-Junta wendet sich hier mit voller Wucht an die Aegypter und die Araber in den benachbarten Ländern. Der Inhalt ist von einer ■«nglaub-ic.-en Primitivität voll Lügen. Drohungen und Versprechungen. Aber sie scheint zu wirken. Hat denn nicht d.e primitive und lügnerische Propaganda Hitlers das deutsche Volk erobert? W aium sollen die arabischen I Analphabeten in dieser Bezit1 ung weniger empfindlich als die gebildeten Deutschen sein? ARBEITF1' MUESSEN BESCHEIDEN SEIN Vor kurzem empfing Nasser eine Delegation der sogenannten „inierhalionalen Gewerkschaft der arabischen Seeleute.” Hier müssen zunächst ei. «ige Bemerkungen gemacht werden. Schon zu Fuads und Faruks Zeiten standen die ägyptischen Gewerkschaften unter Regierungskontrolle. Sie arbeiteten meistens mit Unterstützung der politischen Abteilung der kairoer Polizei. Ihre Führer bekamen ein monatliches Gehalt aus der Polizeikasse.Sie hatten die Aulgabe, die Arbeiter zu beschwichtige«. Selbst der erste Sozialistenführer Aegyptens, Dr. Mahgoub Al Sabet, unterlag schliesslich dem Druck und Eindringling erschossen Tel Aviv. — Eine Grenzstreife der israelischen Armee überraschte kürzlich eine Gruppe von Arabern auf israelischen Feldern in der Nähe des Gazastreifens beim Abbruch und Abtransport von Wasserrohren. Die Araber entkamen bis auf einen. der von de. Patrouille erschossen wurde, über die Grenze nach Gaza. (JTA) den finanziellen Off eiten der Regierung und verriet die Arbeiter m schändlicher Weise. Unter Nasser hat sich diese Lage nicht geändert. Die wenigen ehrlichen Arbeiterführer — von organisierten Gewerkschaften kann überhaupt keine Rede sein — sitzen im Gefängnis oder in Konzentrationslagern. Wie das in London tätige „arabische Comité zurr. Schutz der politischen Gefangenen in Aegypten“ küzlich meldete, sind einige von ihnen den Folterungsmethoden Nassers in den Konzentrationslagern erlegen. Namen und Einzelheiten wurden geliefert, aber die Presse sowohl in den kommunistischen Ländern wie in denen des Westens hat von dieser Mitteilung keine Notiz genommen. Sowohl Krutschew wie Senator Fulbright müssen ihren Schützling Nasser schonen... Die von Nasser empfangene Delegation bestand aus Leuten, die in der ägyptischen Arbeiterbewegung vollständig unbekannt sind. Der nach dem syrischen Anschluss nach Prag geflüchtete syrische Kommunistenführer Bakdasch wird schon wissen, warum er die von Nasser ernannten Gewerkschaftssekretäre mit dem Worte „Polizei-Spitzel“ bezeichnet. .. In seiner Ansprache gratulierte der Diktator den Seeleuten zu ihrem „glänzenden Sieg“ über den Kapitalismus in der Angelegenheit des Boykotts gegen die „Kleopatra“. Er sagte dabei zusammenfassend folgendes: „Aegypten ist heute ein sozialistischer Staat, der für alle seine Bürger in gleichem Masse sorgt. Dank der Opferwilligkeit, dem Patriotismus und der sozialistischen Einstellung der Seeleute, ist der Angriff des amerikanischen Kapitalismus gegen die arabische Natibn zusammengebrochen. In einem sozialistischen Staat müssen die Arbeiter bescheiden sein. Sie müssen sich auf die fürsorgliche Behandlung seitens der Regierung verlassen. Die Bedingungen, unter denen heute die arabischen Arbeiter leben, sind gewiss nicht leicht, aber glänzende Perspektiven, sind für die nächste Zukunft vorhanden. Projekte werden jetzt ausgearbeitet. deren Verwirklichung den Arbeitern eine ehrenhafte Existenz in unserem sozialistischen Staat verschaffen wird.“ Die Verstaatlichung der zwei letzten Zeitungen, die noch in privatem Besitz waren — „Al Ahram“ und „Al Achbar“ — gab Nassers Propaganda wiederum Gelegenheit vom ..sozialistischen Staat Aegypten“ zu sprechen. Wie erklären kairoer Sendungen diese Massnahme? Sie sagen ungefähr folgendes: „In einem sozialistischen Staat muss die Presse der Regierung gehören. Zeitungen in privatem Besitz können nur in kapitalistischen Ländern existieren, wo sie die Geldinteressen der verschiedenen kapitalistischen Gruppen vertreten. Die Regierung muss die Presse kontrollieren, um Missbrauch zu verhindern. Es ist also im Intéressé des arbeitenden Volkes, dass die Verstaatlichung beider Zeitungen beschlossen wurde.“ Besteht denn nicht die Ge. Im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Prozess gegen den millionenfachen Mörder Adolf Eichmann ist folgender Bericht interessant, den wir in der tschechoslowakischen Zeitung „Rüde Prävo” fanden: Die Untaten des faschistischen Inquisitors Eichmann stehen in engem Zusammenhang mit dem Wüten der Hitlerfaschisten in der CSR. Bereits im Juni 1939 richtete der SS-Mann Eichmann in Prag ein sogenanntes Umsiedlerzentrum ein. Hier wurden Bürger jüdischer Abstammung von der Gestapo terrorisiert, um ihr Eigentum betrogen und gezwungen, „freiwillig” ihr Heimatland zu verlassen. Die ersten Deportationen organisierte Eichmann im Winter 1939. Ein Transport von 1219 jungen Männern aus Ostrava wurde nach Nis. ka an der San geschickt, um dort „Siedlungen für ihre Familienangehören zu bauen”. Von dem Transport blieben nur 130 Menschen am Leben. Im November 1941 wurden 1.000 Menschen deportiert, und im Januar 1942 wurden 2.000 jüdische Männer, Fra*>,en und Kinder nach Minsk und Riga gebracht, wo man die ersten Gaskammern erichtet hatte. Bis auf 133 Personen kamen dort alle Deportierten um. Zur gleichen Zeit wurden über 5.000 jüdische Bürger aus Prag nach Lodz und Luid in deportiert. Mit ungewöhnlichem Zy. Inismus ordnete Eichmann schon im Oktober 1941 die Errichtung des Ghetto von ifahi, dass die Rcgierungs- Ikontrolle alle Zeitungen in langweilige amtliche Mitteilungsblätter umwandeln wird? Der kairoer Sender bestreitet dies, indem er sagt: „Es gibt Tausende von Möglichkeiten, interessant zu sein. Muss man denn immer die Regierung kritisieren? Kann man denn nicht über die grandiosen Aufgaben schreiben, vor welchen die arabische Nation steht?“ Und die Sendung schloss mit einer eher kuriosen Mitteilung: „Was die materielle Seite der Angelegenheit anbelangt, so werden die ehemaligen Besitzer der Zeitungen der Redaktion zugeteilt und monatliche Gehälter bekommen.“ DEN ARBEITERN WIRD VERSPROCHEN Die ständigen und zahlreichen Versprechungen an die Arbeiter lassen auf eine gewisse Gärung in Aegypten schliessen. Bakdasch genTesst in allen Ländern des Orients eine grosse Popularität, besonders in Arbeiterkreisen und seine Prager Sendungen in arabischer Theresienstadt an, das als Zentrum und Durchgangslager für die Häftlinge bis zu ihrem Abstansport nach dem Osten dienen sollte. Hier trafen Transporte jüdischer „Umsiedler” nicht nur aus Böhmen und Mähren, sondern auch aus Deutschland, Oesterreich, Dänemark, Holland und Ungarn ein. In diesen Ländern propagierten die Faschisten Theresienstadt als „Kurort für alte Leute”. i Die Agenten Eichmanns ¡verkauften wohlhabenden Menschen sogar Häuser in Theresienstadt, sie versprachen ihnen für riesige Summen ein sorgenfreies Leben und „Heilbehandlung”. Tatsächlich war Theresienstadt ein Durchgangszentrum für den Abtransport in die Vernichtungslager. Aus sieben europäischen Ländern wurden über 152.000 Personen hierher gebracht, von denen 34.000 dort umkamen. 87.000 Männer, Frauen und Kinder schickte Eichmann im Verlauf von drei Jahren aus Theresienstadt nach dem Osten. Nur 3./30 entgingen den „Todesfabriken”. Am 10. April 1942 verhandelte Eichmann mit Vertre. tern der katholischen Volkspartei, Regierungsmitgliedern des sogenannten slawischen Staates, und forderte, dass die SS für jeden ausgesiedelten jüdischen Bürge* 500 DM erhalten solle. Er versicherte, dass die Juden in besonderen Lagern untergebracht würden und dass keiner von ihnen ir, die Slowakei zurückkehren würde. Mit der ersten Deporta- Spraehe werden jetzt in Aegypten wie in allen anderen arabischen Ländern mit Sympathie und Interesse aufmerksam verfolgt. Die immerfort wiederkehrende Behauptung Kairos, Aegypten sei ein sozialistischer Staat dürfte somit als eine Gegenaktion gegen Baktionswelle vom April bis zum August 1942 wurden aus der Slowakei 65.000 Personen in die Vernichtungslager von Auschwitz, Treblinka und Maidanek gebracht. Dann stellte sein Vertreter, Baron Dieter von Wisliceny, für di« Summe von 2 Millionen Dollar die Abtransporte zeitweilig ein. Im Mai 1944 kam eine neue Welle Deportierter aus Kosice, Dunajske, Stredy, Komärno und der Transkarpaten-Ukraine. In sechs Wochen trafen aus Ungarn in der Slowakei 147 Züge mit mehr als 400.000 ungarischen und slowakischen Bürgern ein, die spurlos in Auschwitz verschwanden. Noch im April 1945, als das Vernichtungslager von Auschwitz nicht mehr existierte, beschloss Eichmann, neue Gaskammern direkt im Ghetto von Theresienstadt zu errichten. Eine der Kasematten von Theresiensadt sollte auf seinen Befehl hin zu einer Gaskammer für 4.000 Personen umgebaut werden. 5.000 Kilogramm Zyklon B standen auch schon zur Verfügung. Ein Häftling aus Theresienstadt, Ing. Kohn, dar an j der Einrichtung der Gaskammern arbeitete, verriet jedoch die Absichten Eichmanns. Durch die Intervention des Internationalen Roten Kreuzes und vor allem durch den raschen Ablauf der Krisgscreignisse wurde Eichmann gezwungen, seine Pläne aufzugeben. daschs Propaganda betrachtet werden. Kairos Sender verspricht den Arbeitern eine gewalti. ge Besserung ihrer materiellen Lage. Wann soll dieses Wunder geschehen? Der Sender antwortet: „Nach der Verwirklichung der gro. ssea Projekte der Industrialisierung Aegyptens“. Nassers Propaganda erzählt darüber: f,Aegypten wird in Bälde ein mächtiger Indu. strie-Staat werden. Dank den neuen Fabriken wird die Arbeitslosigkeit vollständig verschwinden und unsere Wirtschaft wird imstande sein, den. Zuwachs an neuen. Arbeitskräften aufzunehmen Die Arbeiter werden für ihre patriotische Haltung belohnt und angemessene Gehälter bekommen.“ Den Arbeitern wird nicht erzählt, wann ungefähr diese idealen Zustände eintre. ten sollen. Inzwischen stellen sie aber fest, dass die Kaufkraft ihrer Gehälter immer mehr zusammen, schrumpft und die Leute der neuen Oberschicht immer reicher und mächtiger werden. Und da sie schweigen, kann nicht gesagt werden, ob sie den Versprechungen Nassers oder der Kritik Bakdaschs glauben.! I 5 Nazi in Oester, j reich verhaftet J Wien. — Der Polizeichef von Steyr, Franz Razesberger, wurde unter der Beschuldigung, im Jahre 1942 in Polen die Ermordung von 300 jüdischen Männern, Frauen und Kindern befohlen zu haben, jetzt verhaftet. Razesberger wurde dieses Verbrechens in einem Prozess in Westberlin angeklagt, in dem zwei ehemalige Nazi-Polizeioffiziere sich wegen Kriegsverbrecher! zu verantworten haben. ’ITA) Kongo-Flüchtlinge nach Israel? Jerusalem. — In einer Sitzung der Exekutive der Jewish Agency erstattete Dr. Arie Levavi, acr israelische Botschafter, der wählend des Konfliktes um Eichmann Argentinien verlassen musste, Belicht über die Lage der Juden in Argentinien. Hierauf wurde ein Bericht über die Situation der Juden in Katanga und an. deren Teilen des Kongo verlesen. Dieses Memorandum unterbreitete Rabbiner Levi aus Elizabethville. der kürzlich in Israel eintraf, um über die Mittel und Wege zu beraten, wie man den geflüchteten Juden helfen könnte. Wie verlautet, wurde darüber beraten, ob man den JuA n im Knrjo dn Möglichkeit bieten könne, in Is- ■n. UTA) Registro de la Propiedad Intelectual No. 656.635 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Corrientes 3114 Hinter allem stand Eiciunann <>