Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1803 (12.8.1960)
- Date
- 1960-08-12
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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JÜDISCHE mOCHERSCill PUEYRREDON 2190 — I9 i*q- Año XXI. Jb,JentXíKaJsAjG&¿UcL BUENOS AIRES. VIERNES 12 DE AGOSTO DE 1960 T. E. 8 3 2 6 1 » No. 1803 Als Freunde Israels bekannt Die beiden Kandidaten der Demokraten für die Präsidentschaft und Vizepräsidentschaft in USA sind als proisraelisch bekannt. Senator Lyndon B. Jones, der als Kandidat für die Vizepräsidentschaft aufgestellt wurde, bat seinen Einfluss als Führer der Majorität im Senat Sn verschiedenen kritischen Situationen zugunsten Israels geltend gemacht. Dies tat er nicht aus „Sympathie”, eondern weil Israel im Recht ■war. Als Johnson im Jahre 3957 erfuhr, dass das Weisse Haus Israel durch Verhängung von Sanktionen zum Rückzug aus der Sinai-Halbinsel zwingen wollte, erschien er dort und informierte Präsident Eisenhower rundweg, dass der Senat derartige Sanktionen nicht billigen werde. Zu dem verstorbenen Staatssekretär John Foster Dulles äusserte er, er halte Sanktionen gegen Israel für „unklug” und müsse gegen „einen einseivon MILTON FRIEDMAN tigen Druck in einem zweiseitigen Konflikt” energisch protestieren. Senator Johnson beschuldigte das State Department, die grundlegenden Faktoren im israelisch-arabischen Disput aus den Augen verloren zu haben. Er stellte im Senat fest, dass „entgegen der weitverbreiteten Annahme in den UN und in Washington der Zusammenstoss nicht auf Israels Invasion in Sinai zurückzuführen sei, sondern dass er durch Aegyptens eigensinnige Behauptung, sich mit Israel im Kriegszustand zu befinden, durch die fortgesetzten Einfälle in israelisches Territorium und die zweifache Blockade im i?uezkanal und der Enge von Tiran ausgelöst wurde, die den Anlass zu Israels militärischer Reaktion lieferten. Als Führer der Majorität im Senat vertrat Johnson das Programm der Auslands. hilfe der Regierung, und er sorgte dafür, dass Israel seinen angemessenen Anteil bekam. Der Präsident des Sénatscomités für auswärtige Angelegenheiten, Senator J. W. Fulbright, brachte am vergangenen 2. Mai einen Zusatz zum Gesetz über „die Freiheit der Meere” in Vorschlag, der die arabische Blockade begünstigt und Israels Schiffahrtsrechte beeinträchtigt haben würde. Hierauf stellte Johnson einen Gegenantrag, der dann auch mit 45 gegen -39 Stimmen über Fulbrights Zusatz den Sieg davontrug. Unter Johnsons Führerschaft bekannte sich der Senat zum ersten Mal zur Verantwortlichkeit für die Bürgerrechte und schritt zu ihrer Gewährleistung. Kürzlich kam Johnson die Mitgliedschaft von Angehörigen der USA-Streitkräfte WIE ICH ES SEHE Spiel hinter den Kulissen von JEHUDA GOTTHEIMER Die auch im Ausland sehr angesehene Zeitung „La Prensa”, die in Buenos Aires erscheint und zu den grössten Blättern Argentiniens zählt, hat im Laufe der Affäre Eichmann eine unklare und wechselnde Position bezogen. Nachdem der Zwischenfall zwischen Argentinien und Israel durch eine gemeinsame Erklärung der beiden Regierungen auf friedlichem Wege beigelegt worden ist, veröffentlichte „La Prensa” zwei Artikel, in denen sie die argentinische Regierung angreift, weil diese keine entsprechenden Reparationen verlangt und erhalten habe. Die Stellungnahme post festum musste bei der Bedeutung der Zeitung Aufsehen erregen und jenen dunklen Elementen neue Hoffnung verlernen, die aus dem Konflikt zwiechen zwei befreundeten Ländern ihren eigenen Vorteil ziehen wollten. Mit sehr vielen Worten versuchte der Leitartikler — ein wenig weltfremd —, die gemeinsame Erklärung der ,beiden Länder zu zerpfliikken, indem er schliesslich zu dem Ergebnis gelangty dass die als Reparationen zur Genugtuung Argentiniens geleisteten Wiedergutmachungen im Grunde genommen keine wären. Denn die Zurückziehung des argentinischen Botschafters aus Israel und die Bezeichnung des israelischen Botschafters in Argentinien als persona no grata seien einseitige argentinische Massnahmen, aber keine Reparationen Israels gewesen. Auch habe Israel nicht eindeutig seine Verantwortlichkeit für die Verletzung der argentinischen Souveränität übernommen, sodass also die gemeinsame Erklärung nur einen schwachen Inhalt habe, der unzureichend sei, um den Fall zu beenden. Was die Zeitung „La Pren. sa” eigentlich will, sagt sie nicht, obwohl es doch zweckmassiger gewesen wäre, anstelle einer destruktiven Kritik einen Vorschlag zu bringen, der sicherlich heute zu spät käme, aber doch für Freilassung von Zionisten Genf. — Eine Nichte Dr, Theodor Herzls, die in Rumänien zusammen mit anderen Zionisten im Gefängnis sitzt, wird in Kürze freigelassen werden, Avie aus Bukarest eingetroffene Pressemeldungen besagen. Herzls Nichte ist Frau Butza Weiss, die rumänische Staatsangehörigkeit besitzt und bei ihrer Verhaftung vor ungefähr einem halben Jahr in der israelischen Legation tätig war. Ihr Gatte, der jahrelang im Gefängnis gehalten wurde, ist nach Festnahme seiner Frau aus der Haft entlassen worden und inzwischen “'eh Israel gereist. Folgende Zionisten werden ferner am 23. August, dem rumänischen Nationalfeiertag, ihre Freiheit erlangen: der alte Zionisteni'iihrer M. Credler. Miriam Zilberman, Israel Hart. Janen Grinberg, Paul Blumenthal und Zoltan Wurzel. HTA) die gegenseitigen Standpunk, te interessant sein würde. So spielt die Prensa nur mit einem Streitfall, der — von allen demokratischen und friedliebenden Menschen nicht nur in Argentinien und Israel begrüsst, — einen offenen Konfliktsstoff in einer würdigen Form aus der Welt geschafft hat. Man hat die Frage aufgeworfen, was die Zeitung „La Prensa” eigentlich bezwekke? Aus welchem Grunde hat sie eine Frage noch einmal aufgeworfen, die gerade abgeschlossen war? Sicherlich hat diese Lösung vielen nicht gefallen, bei der z. B. der israelische Botschafter Dr. Arie Levavi das Land verlassen musste, — was ganz gewiss keine persönliche Massnahme gegen einen Diplomaten war —, trotz aller Kritik aber als ein Schritt zur definiiven Lösung des Streites hingenommen werden musste. Nicht nur Israel hat bedauert, dass ein einzelner Diplomat sozusagen als Sündenbock eine Verantwortung tragen musste, die ihm in dieser Form und unter solchen Umständen gamicht zukam. Aber wichtiger als eine solche Aktion, die sich gegen ein unterstelltes israelisches Vorgehen richtete, ist das erreichte Ergebnis, die Wiederherstellung der alten, freundschaftlichen Verbindung. Auch „La Prensa” hat in keinem Augenblick des Disputs gefordert, dass die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern unterbrochen werden müssten. W'cnn die Zeitung jetzt mit ihrer Unzufriedenheit an die ©Öffentlichkeit tritt, so muss dieses Vorgehen auf allen Seiten, und in Lincoln Rockwells. „Nazipartei” zur Kenntnis. In seiner Eigenschaft als Präsident der Senatskommission zur Wahrung der innenpolitischen Sicherheit wandte sich Johnson unverzüglich um Aufklärung an das Verteidigungs-Ministerium, das innerhalb weniger Tage das Marinekorps anwies, einen Marineoffizier wegen seiner Zugehörigkeit zur nordamerikanischen Nazibewegung zu entlassen. Der Präsidentschafts-Kandidat Senator John F. Kennedy, hat sieh klar für die Unterstützung Israels ausgesprochen; er äusserte: „Wir werden-niemals unsere treuen Freunde in Israel verraten, deren unwandelbare Liebe zur Demokratie bei allen Freunden der Freiheit Bewunderung erregen muss.” Bei einer anderen Gelegenheit sagte er: „Die USA haben Israel geholfen, aber wir haben auch davon profitiert, denn die stärkste Armee im Mittelosten ist kein Pfand, das man leichthin beiseite schieben darf.” Nach Ansicht Kennedys ist es eine „Verdrehung” der Wahrheit, Israel für die Unruhe im Mittelosten verantwortlich zu machen. Hierzu erklärte er: „Selbst nach den kältesten Schätzungen würde die Ausschaltung Israels die bestehende Krisis in Mittelost nicht ändern. Obwohl» die arabischen Staaten im allgemeinen in ihrer Opposition gegen Israel einig sind, so haben sich ihre Regierungen doch nicht über diese negative Position erhoben, denn die Rivalitäten und Intrigen würden mit dem Verschwinden Israels nicht aus der WTelt geschafft sein.” Kennedy verwies darauf, dass „selbst die USA von den Errungenschaften Israels auf den Gebieten der keineswegs nur in Israel, eil tiefes Befremden auslösen. Man müsste auch die Ge genfrage stellen, welche Re parationen „La Prensa” ei gentlic-h fordern wollte' Dass der Kriegsverbreche: Eichmann nicht ausgeliefer werden solle, hat der Si cherheitsrat der Vereinte) Nationen ZAvar nicht aus drücklich gesagt, aber ii seinen Verhandlungen zun Ausdruck gebracht. Die bi teiligten Länder, insbeson dere alle Grossmächte ohn jede Ausnahme, die be kanntlich als ständige Mit glieder dem Sicherheitsra angehören, während dieresl liehen Mitglieder gewäh] werden und wechseln, habe: deutlich zu erkennen geg( ben, dass diese Form de Wiedergutmachung uner wünscht sei. Man hat diese) Punkt in den Verliandiungei wenig beachtet, damit vei schwindet er aber noch nich aus der Debatte. Somit stan es nach dem Beschluss de Sicherheitsrates in diese Angelegenheit fest, dass ein Auslieferung Eichmann nicht in Betracht gezoge: werden solle. Hieran nach i träg'lich etwas ändern z J wollen, bedeutet aber, sic 1 einer Entscheidung de* »i Las Exportaciones de Israel Tel Aviv. — La constitución de dos bloques económicos en Europa, el Mercado Común y la Zona de Libre Comercio, tiene preocupadas a las autoridades de Israel, según lo informa el diario “Davar". Los patses del Mercado Común de Europa (Francia, Alemania, Italia y el Benelux) ya han comenzado a disminuir los impuestos de importación sobre las propias mercaderías y levantar barreras sobre las mercaderías que proceden de países del exterior de la zona del Mercado Común. Esto, se cree, podría perjudicar en el futuro las exportaciones israelíes. Según la misma fuente. Se están realizando también gestiones para que Israel pueda participar en el nuevo organismo económico a crearse bajo el patrocinio de los Estados Unidos, que incluiría a las 16 naciones de Europa Occidental, los Estados Unidos y el Canadá y que tendría por objeto de servir de puente entre los dos organismos económicos europeos. Por otra parte, en la última reunión de la Organización del Acuerdo de Comercio y Tarifas, al tratarse las tarifas de impuestos, la delegación israelí exigió la eliminación de las medidas restrictivas sobre la exportación de Israel a una serie de países europeos, que no tienen, en su opinión, justificación alguna. SCHLOMO S. TANGER Um den Export aus Israel Tel Aviv. — Die Bildung zweier Wirtschaftsbiocks in Europa, der Gemeinsame Markt und die Freihandelszone, erfüllt die Behörden Israels mit Besorgnis, wie die Zeitung „Dawar" mitteilt. Die Länder des europäischen Gemeinsamen Marktes 'Frankreich, Deutschland, Italien und Benelux) haben schon begonnen, die Ausfuhrzölle auf ihre eigenen Produkte zu senken und die Abgaben auf Artikel zu erhöhen, die aus Ländern stammen, welche ausserhalb der Zone des Gemeinsamen Marktes liegen. Diese Massnahme, so glaubt man, könnte in Zukunft schädlich für die israelischen Exporte sein. Wie aus der gleichen Quelle verlautet, werde» auch Schritte unternommen, um Israels Eintritt in den neuen Wirtschaftsorganismus zu ermöglichen, der unter dem Protektorat der Vereinigten Staaten geschaffen werden soll. Diesem Verband werden 16 Nationen aus Westeuropa, USA und Kanada angehören. Sein Ziel wird es sein, als Brücke arischen den beiden europäischen Wirtschaftsorganismen zu dienen. Andererseits verlangte bei der letzten Sitzung der Organisation des Handels, und Tarifabkommens die israelische Delegation, als die Zolltarife behandelt wurden, die Aufhebung der beschränkenden Massnahmen, die auf der Ausfuhr Israels nach einer Reihe von europäischen Ländern lasten, da diese Massnahmen nach Israels Ansicht keine irgendwie geartete Berech. tigung besitzen. SCHLOMO S. TANGER Erziehung und Wissenschaft etwas lernen können.” Der Senator charakterisierte Israel in einer Gegenüberstellung zur Dekadenz der Araber als ein Land mit den Kennzeichen westlicher Demokratie, das mit den westlichen Ländern die Tradition der Bürgerrechte, der Kulturfreiheit, der parlamentarischen Demokratie und sozialer Gesetze teilt. Er empfahl eine neue Politik für den Mittelosten, di© die Schaffung eines Entwick. lungsfonds für die Wiederansiedlung der Flüchtlinge, die Durchführung des Plans zur Ausnutzung der Jordanwasser, die Belieferung mit aus nordamerikanischen Ue. berschüssen stammenden Lebensmitteln und einer Kcordinierungsbehörde für die Verteilung von Kapitalien und technischer Hilfe für diese Region vorsieht. gerufenen internationalen Gremiums nicht zu fügen. Wenn man diese Umstände berücksichtigt, wird die Haltung der Prensa nur noch unverständlicher. > Es ist kein Geheimnis, dass verschiedene Mächte den Rat gegeben haben, der Streit zwischen Argentinien und Israel solle so schnell, wie es nur möglich ist, abgeschlossen werden. Dass beide beteiligten Länder sich dem Wunsch gefügt haben, beweist ihre grosse moralische und politische Reife. Hiergegen zu protestieren, dürfte „La Prensa” wohl Itei. nen stichhaltigen Grund haben. Dass sie es dennoch tat, wirft kein erfreuliches Licht auf die Haltung des Blattes. Man kann nicht annehmen, dass eine Zeitung wie „La Prensa” daran interessiert sei, einem Kriegsverbrecher Vorschub zu leisten, was sie aber ungewollt mit ihren Publikationen getan hat. Wenn „La Prensa” den Wunsch hegt, über Kriegsverbrecher zu disponieren, so dürfte hierzu noch reichlich Gelegenheit im Lande sein. „La Prensa” hat viele bssere Möglichkeiten, sich für das Recht einzusetzen; in früheren Jahren haben des öfteren derartige Notwendigkeiten bestanden, ohne dass „'La Prensa” von ihnen Gebrauch gemacht hat. Wir haben hierauf schon einmal in den letzten Wow chen aufmerksam machen müssen, weil sich gerade diese Zeitung als eine Bastion der Freiheit und des Rechtes aufspielt. Niemand kann im Leben auf seinen Lorbeeren ausruhen. In der Politik ist eine solche Position völlig unangebracht und gehört eher in ein Museum, als ein für alle Zeiten geltender Faktor zu bleiben. Es ist wahr, dass „La Prensa” gegen die argentinische Diktatur gekämpft hat. Dank der grow ssen Möglichkeiten, die diese Zeitung besitzt, konnte sie sich auch erlauben, weiter zu gehen, als manche anderen Blätter, die dem Di Jetator Konzessionen machen mussten. Dieses Verdienst wird hierdurch nicht gemindert, es soll aueh aus keinen anderen Gründen ge. schmälert und voll aner* kannt werden. Aber daraus nun für alle Zeiten irgendwelche Rechte herzuleife«, geht viel zu weit. „La Prensa” nimmt »ti* (Schluss auf Seite 2)