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Jüdische Wochenschau · 1960-07-22 · 1797 (22.7.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1797 (22.7.1960)
Date
1960-07-22
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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FRANQUEO PAGADO 9 8“ 8«-a Concesión SOS g S u Ä 0> g TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Año XXI. BUENOS AIRES. VIERNES 22 DE JULIO DE 1960 No. 1797 ISRAELITA EL EJEMPLAR» en toda la República j «• Buenos Aires PUEYRREDON 2190 19 i*q. T. E. 83 . 2613 Krise im Erziehungswesen von MEIR FAERBER, Tel Aviv i Schüler, die Vorbereitungsklassen für das Lehrersemi- Argentinien nicht zufriedengestellt Die argentinische Regierung übergab durch den Aussenminister Diogenes Taboada eine neue Note. Im einzelnen informierte der Aussenminister die Pressever. treter über diesen Schritt. Die neue Note ist ausserordentlich umfangreich und behandelt den Disput mit Israel in allen seinen Einzelheiten, wobei auf ein besonderes Gesuch der israelischen Botschaft zugunsten einiger Passagiere hingewiesen wird, die mit dem El Al-Flug. zeug nach Israel zurückfahren sollten. Die argentinische Note fasst noch einmal mit ausführlichen Begründungen den von Argentinien einge» nomir/nen Standpunkt zusammen und enthält auch einen Auszug der im Sicherheitsrat geäusserten Auffassungen, wie sie von den Vertretern der ’'erschiedenen Ländern vor diesem Forum dargestellt wurden. Die Meinung des Vertreters der Sowjetunion, sowie die Stellungnahmen der Delegierten Grossbritanniens, Italiens, Ekuadors und Ceylons werden im einzelnen aufgeführt. Die argentinische Note kommt zu dem Ergebnis, dass die von Israel angebotene Wiedergutmachung nicht ausreich* so dass sie sich die Entscheidung über die weite, ren Schritte ausdrücklich Vorbehalten müsse. Offenbar wird erwartet, dass Israel noch einmal zu dieser Erklärung Stellung nimmt. Zu dem Hinweis des Aussenministeriums auf das Gesuch, einigen Personen aus humanitären Gründen die Reise nach Israel mit dem El Al-Flugzeug zu gestatten, welches die israelische Delegatior zu den Unabhängigkeitsfeiern nach Buenos Aires gebracht hatte, erklärte ein Sprecher der Israel-Botschaft Vertretern der jüdischen Presse auf ihr Befragen folgendes: Es habe sich einzig und allein darum gehandelt, die Landungserlaubnis für das El Al-Flugzeug einzuholen. Gleichzeitig habe man, da kein Routineflug vorlag, um die Bewilligung ersucht, Passagiere on Israel nach Argentinien und Reisende von Argentinien nach Israel zu befördern. Als dieses Gesuch von den zuständigen Behörden abschlägig beantwortet worden sei, habe die Botschaft um Reiseerlaubnis für die Familie Wainer ersucht. deren Mitglieder die israelische Staatsangehörigkeit besitzen. Frau Wainer sei schwer krank gewesen. Ferner sollte ein Herr Steiner mitreisen, der das Grab seines Sohnes in Israel besuchen wollte. Wie leicht aus den offiziellen Unterlagen zu ersehen sei, konnte keine dieser Personen mit dem El Al-Flugzeug mitfahren. Die Familie Wainer, der dies aus Krankheitsgründen nicht möglich war, verliess Argentinien später mit einem KLM-Flugzeug ohne die älteste Tochter die einige Tage darauf abreiste. Herr Steiner nahm von der Reise Abstand, weil seine Aufenthaltserlaubnis in, Israel nicht rechtzeitig hier eintraf. Unter einer doppelten Krise leidet das Erziehungswesen in Israel, und die Pjrlamentsdebatte über das Budget des Erziehungs¬ und Kulturministeriums, die im Juni in Jerusalem statt, fand, stand im Zeichen einer besonderen Aktualisierung und Verschärfung der mit dieser Krise zusammenhängenden Probleme.. Rein äusserlich findet die Krise darin ihren Ausdruck, dass der Erziehungs- und Kulturminister Salman Aranne zurückgetreten ist und Ministerpräsident Ben Gurion, der auch Sicherheitsminister ist und ebenso wie das nach den Wahlen noch nicht wieder besetzte Postministerium leitet und in Abwesenheit von Golda Meir das Aussenministerium innehatte, nun auch das Erziehungs. und Kulturministerium theoretisch mitverwaltet, an dessen Spitze der Vizeminister Ami Assaf praktisch steht. Aranne sah sich als Erziehungs- und Kulturminister zum Rücktritt gezwungen, als sein Kompromiss- Vorschlag im Konflikt zwischen den Lehrerverbänden und den Schulbehörden an der hartnäckigen Ablehnung der Allgemeinen Arbeitergewerkschaft und der I Regierung scheiterte, die dem Verband der Mittelschullehrer die innerhalb der Histadrut geforderte Autonomie versagten. Nun verschärfte sich die Krise überdies noch dadurch dass auch der allgemeine Lehrerverband es ablehnte, die Empfehlungen der von der Regierung eingesetzten und. vom Vorsitzenden der Finanzkommission der Knesset Jisrael Guri geleiteten Ausgleichs-Kommission über die Gehaltsbedingungen der Lehrer als Verhandlungsbasis anzuerkennen. Streikdrohungen r er Lehrer, sowohl der Volksschulwie auch der Mittelschul-Lehrer, die verschiedene Forderungen stellen, Weigerung, die Verhandlungen wieder aufzunehmen und teilweise Verweigerung der Kooperation mit den Schulbehörden sind für die geradezu ausweglos scheinende Situation charakteristisch. Vize-Erziehungs- und Kulturminister Ami Assaf betonte mir gegenüber in einer persönlichen Aussprache dass — abgesehen von dem Kompetenzstreit zwischen dem Sonderverband der Mittelschullehrer und dem allgemeinen Lehrerverband über die Organisation- und Repräsentations-Rechte der Lehrer, die in eine Sackgasse geraten sind, die Regierung - reine Möglichkeit sieht; die vom allgemeinen Lehrerverband unnachgiebig erhobenen Forderungen zu erfüllen, da für eine Respektierung dieser Forderungen eine Budget-Erhöhung von über 45 Millionen IL notwendig wäre, die sich nicht durchsetzen lässt. DER RAHMEN DES SCHULWERKS Das allgemeine Schulpflichtgesetz, das Kindergarten und achtkldisige Normalschule umfasst, ist zu 95 % aller Kinder des betroffenen Alters verwirklicht, so dass sich Israel diesbezüglich vor den fortschrittlichsten Kulturstaaten nicht zu schämen braucht. Von den 400.000 Kindern im Volksschulalter lernen etwa 170.000 Kinder in Klassen bis zu 35 Schülern, 100.000 in Klassen mit 35—39 Schülern, 60.000 in Klassen mit 40—44 Schülern, 45.000 in Klassen von 45—49 Schülern und 25.000 in überfüllten Klassen mit 5t und mehr Schülern. Unter Aufsicht des Ministeriums befinden sich 2.052 Kindergärten mit 79.000 Kinder, von denen 47.000 (jüdische und arabische) im schulpflichtigen Alter sind, während die restlichen 32.000 es noch nicht erreicht haben. Die normalen vierjährigen Mittelschulen mit Reifeprüfung besuchen 24.543 nar 3.077, zweijährige Mittelschulen mit Berufsaus-! bildung 1.000 Schüler und Fortbildungsschulen 7.065, Abend- Mittelschulen 3.762, Berufsschulen 9.901 und landwirtschaftliche Mittelschulen 5.016 Schüler, so dass es heute insgesamt 54.364 Mittelschüler in Israel gibt. Das Hochschulwesen umfasst in der Hebräischen Universität Jerusalem 5.010 Studenten, in Zweigstellen in Tel Aviv (Hochschule für Recht und Wirtschaft) 1.400, am haifaer Technikum 1.950, an der telaviver Universität 611 und an der Bar Ilan - Universität 435 Hörer Die beiden letzteren Anstalten sind für Verleihung akademischer Titel noch nicht offiziell anerkannt, doch schweben momentan diesbezügliche Untersuchungen und Verhandlungen. Die Zahl der Forschungsstudenten an Universität, Weizmann - Institut und Technion beläuft sich insgesamt auf 925, die der Hochschüler und Forschungsstudenten auf jf.331. Das Budget des Erziehungs¬ und Kulturministeriums, das etwa 106 Millionen IL beträgt, dient zu 63,5 % den Volksschulen und Kindergärten, zu 5,1% den Mittelschulen, die meist städtische Institute sind, und zu 15 % den Hochschulen. Angesichts des ständigen Wachstums der Erziehungs- Institute, das durch die natürliche Vermehrung und die Einwanderung bedingt ist, des Erfordernisses, jedes Jahr neue Schulen zu bauen und bestehende zu erweitern, können die verfügbaren Mittel nie genügen. Noch wird heute in 500 Volksschulklassen am Nachmittag Unterricht erteilt, da ihre Lehrzimmer vormittags anderen Klassen dienen müssen. Im am 31. März 1960 abgelaufenen Finanzjahr wurden für 13,5 Millionen IL 904 Klassenzimmer für Volksschulen, 132 für Mittelschulen und 12 für Lehrerseminare, zusammen also 1.048 Klassenzimmer gebaut. Neben der Problematik, die sich aus dem Mangel an Budgetmitteln ergibt, und die besonders die eingangs erwähnte Krise zwischen den Behörden und den L«V rem und Lehrerverbänden charakterisier!;, wird aber noch eine zweite Krisrs immer deutlicher, nämlich eine Krise auf ideologischem Gebiet. DIE ZWEITE KRISE Diese idero Krise ist keine spc/;fisch israelische Erscheinung, Es fehlt der Jugend an idealen, an einem erstrebenswerten Lebenszweck, an einem über die Interessen des Alltags hinausre ehendem Lebensinhalt, Die vorige Generation stand im Kampf um die nationale Renaissance: der Zionismus gab ihr das höhere Zukunftsziel. Das Ringen um die Unabhängigkeit, um die Gründung des souveränen Staates waren eine Aufgabe, die höchsten Einsatz der Persönlichkeit und Opfermut erforderten, — und diese Generation h—'■ ihre Aufgabe erfüllt. Nun wächst aber eine Generation heran, für die der Staat Israel eine Gegebenheit ist, für die Zionismus der Geschichte angehört. Diese Jugend ha* kein gefiihlsmässiges Verhältnis zur Judenheit d**: Diaspora, und es fällt ihr schwer — ja, gelingt ihr zum Teil über laupt nicht —, die jüdische Volks-Einheit und die Zusammengehörigkeit des Volkes in Isr..el mit den unterschiedlichen jüdischen Gemeinden in den Ländern der Welt seelisch zu verarbeiten. Vor über 1 .em Jahr wurde in den Schulen das „Judentumsbewusstsein“ nicht als besonderes Lehrfach scvidern als Richtlinie für die einschlägigen Gegenstände wie Geschichte, Literatur, Bibelkunde u. dgl. eingeführt, aber weder die Lehrbücher noch das Lehrpersonal waren von vornherein darauf eingestellt. Es wird wohl ein Jahrzehnt j wenn nicht eine Generation dauern, bis dieser neue Geist der Betonung von Traditions- und Volks-Belangen sich eingebürgert haben wird. Der Pioniergeist, der in der Bevölkerung Erez Israels in der vorigen Generation noch ein typisches Charakteristikum war, hat sich nach der Staatsgründung verflüchtigt. Die früher Helden ■ und Pioniere ■waren, sind ermüdet, haben Fett angesetzt, sind bürgerlich geworden und streben nach materiellem Wohlstand Die idealistischen oder wenigstens parteipolitischen Jugendbewegungen erfassen heute nur einen geringen Prozentsatz der Jugend. Das Weltproblem der Kluft zwischen Vätern und Söhnen wirkt sich hier vielleicht in doppelten Aspekten aus, da die in der hebräischen Schule herangebildeten Kinder den zum grössten Teil noch in Tradition und Kultur ihres Herkunftslandes fassenden Eltern fremd gegen ¡iberstehen. Der Mangel an Erziehungs - Zusammenarbeit der Lehrer mit den Eltern wirkt sich dabei beunruhigend aus. Zwar ist die peinliche Erscheinung der „Halbstarken“, jener Jugend, die den gesellschaftlichen Rahmen sprengt, auf Abwege gerät und mit dem Strafgesetz in Konflikt kommt, in Israel glücklicherweise relativ geringfügig, aber das Zuviicktreten der Hingabe an höhere Kultur- und Geisteswerte gegenüber materiellen Interessen erscheint doch auch hier gar zu oft. Viele der heranwachsenden Juj gendlichen versuchen, sich durch gute Verbindungen „einzuordnen“; die Eltern waren Zionisten, die Kinder sind Protektionisten. Mit der allgemeinen Militärpflicht betrachtet die Jugend ihre Aufgabe gegenüber Volk und Staat als erfüllt, und es geschieht zu wenig, ihr die höhere Berufung nahezubringen, die an sie als die kommenden Träger des Staates ergeht, eines Staates, der im Licht des moralischen und sozialen Imperativs des jüdischen Volkes einer menschheitsgeschichtlichen Sendung zu dienen hat. Brüderliche Hilfe Fort Wayne. Ir.d. — Eine Gruppe protestantischer Geistlicher begab sich in. eine Synagoge, die von Vandalen beschädigt und beschmiert worden war, um die Hakenkreuze zu entfernen und die Möbel wieder auszubessern. Da gerade Schabbat war, konnten die Gemeinde-Mitglieder und der Rabbi nicht selbst die Ordnungsarb-iten durchführen. Dr. Eimer Völkel, Pastor der Plymouth Congregatio, nal Chureh, kam mit anderen Geistlichen, ausgerüstet mit Bürsten und Handwerkzeug, um brüderliche Hilfe zu leisten. (AWZ; Aegypten wird antisemitisch Jerusalem. — Diejenigen, üre die antiisraelische Propaganda der VAR aufmerksam verfolgen, weisen darauf hin, dass diese neuerdings nach dem Muster Hitlers entschieden antisemitische Töne anschlägt. Dies trat vor einem Monat deutlich zutage, als Nasser selbst erklärte, die der VAR gewährte USA-Hilfe werde im „Stil der Cohns” erteilt. Das Wort ..Cohn” fin. det sich jetzt überall in der nazistischen Propaganda Aegyptens. Obwohl die USA der VAR seit Beginn des Jahres 1960 über 60 Millionen Dollar Subsidien gewährt haben, beschimpft Nasser die Nordamerikaner als „Wucherer”, Eine inJ-ntile Sendung über Radio Kairo beschrieb, wie die „Cohns die ausgehungerten Bauern aussaugen” und schloss mit dem hoffnungsvollen Wunsch, dass „alle Cohns in der Welt umkommen mögen.” Bekanntlich arbeiten verschiedene Exnazis bei der antijüdisrhen Propaganda mit. Der Fall Eichmann hat diesi n Ausfällen neuen Aufschwung verliehen. Da die .jüdi.sche Bevölkerung in den arabischen Ländern minimal ist. so nimmt man an, dass sich diese Anwürfe nicht '.vwen diese Juden richten. (ITA) Sammlung von Beweismaterial Amsterdam. — Kommandant Abraham Selinger vom 6. Büro der israelischen Polizei unterhandelt mit den holländischen Behörden über die Bereitstellung von Material über die Aktivität Adolf Eichmanns während des Krieges. Die israelische Polizei ist daran interessiert, Beweise filier Eiehmonns Rolle bei der Deportation von Juden aus Holland zu sammeln. Eichmann besuchte Holland im Krieg bei verschiedenen Gelegenheiten, i .... Registro de la Propiedad intelectual N? 624.070 impreeo en la Imprenta POLIGLOTA - Corriente* lltf

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