Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1781 (27.5.1960)
- Date
- 1960-05-27
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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JÜDISCHE UIMM PUEYRREDON ai$o — i? i*q- Año XXI. fa JewxinciJsàc&lLUi T. E. 83-2613 BUENOS AIRES, VIERNES 27 DE MAYO DE 1960 No. 1781 Zum feste der Freiheit Ungeheuer stark waren die Ausstrahlungen und die Rückwirkungen der Französischen Revolution, die den Höhepunkt einer Entwicklung kennzeichnet und die bewegenden Ideen einer Epoche zum Ausdruck brachte, die vom Gedanken der Freiheit und der bürgerlichen Gleichheit beseelt war. Die bedeutenden englischen Philosophen und berühmten französischen Enzyklopädisten haben die Menschen des 18. Jahrhunderts geistig für einen Kampf vorbereitet, der zunächst im Amerikanischen Freiheitskrieg und dann in der Französischen Revolution seinen historischen Niederschlag gefunden hat. Der Ruf nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit erfüllte Europa, er drang aber über die Grenzen des alten Kontinents hinaus und erreichte die fernen Küsten Südamerikas, wo Völker lebten, die von JEHUDA GOTTHEIMER noch immer von fremden Herren regiert wurden. Mit der Unabhängigkeitsbewegung in den südamerikanischen Ländern, aus der die meisten der heutigen Republiken dieses Erdteils hervorgingen, fanden stolze Menschen den für sie würdigen Ausdruck ihres Lebens, fanden sie die Freiheit, die sie ™ Argentinien nunmehr vor 150 Jahren mit Entschlossenheit, trotz mancher Rückschläge verteidigten. Es war der Gedanke der Freiheit und die Idee der Unabhängigkeit, die eine Nation formten, die bisher ein koloniales Dasein geführt hatte. Die Grösse der Gedanken, die das Volk beseelten, und die Weite seines Landes verliehen einer jungen Nation die Kräfte, die gebraucht werden, um ein staatliches Leben zu führen und die' erkämpfte Souveränität zu schützen. Söhne der verschiedensten Völker gelangten nach Argentinien, wo sie ihren Anteil an der Grösse der Nation, an dem Wachstum seiner Wissenschaft, seiner Wirtschaft, seines nationalen Lebens leisteten. Geworden aus einem bunten Mosaik von Einwanderern trägt Argentinien dennoch seine spezifische Physiognomie. Das ist das Ergebnis einer 150jährigen Entwicklung, die von der Freiheit des Lebens, die jedem Bürger garantiert wird. Die gestaltenden Kräfte der Nation konnten sich nur entfalten, weil das Land von Menschen regiert worden ist, die in dem neuen Einwanderer nicht den Fremden oder den Eindringling sahen, sondern den künftigen Bürger, der — einmal in den Rhythmus des hiesigen LA GESTA PATRIA DE MAYO por NÉSTOR PERTZOVSKY Wenn der Mensch eine willenose Nummer in der Herde ist, wenn der Betrug, der aus der Gewalt erwuchst. ihn zu Unterwerfung und Gehorsam treibt, daran sieht die Geschichte still. Aber wenn sich der Mensch aufbäumt, weil er entdeckt, dass sein Kriterium der Selbstbestimmung der al. leinige Antrieb menschlichen Fortschritts ist. dann gewinnt er Stärke und ist zu höchstem Heldentum fähig, um seine Freiheit zu errin. gen. Durch diese beharrliche Ausdauer, die ihm angeboren scheint, setzte er nach Jahrhunderten der Sklaverei der langen Nacht des Mittelalters mit dem Ruf der Bastille ein Ende. Dieser Schrei durchbrach die Mauern und trotzte den Bajonetten. Er durchdrang mit seiner Helle die Nebel des Feudalismus und schuf mit seiner Inbrunst unseinem Blut die Gemeinde, dieses kleine ländliche Häufchen, diese historische Synthese des Stimmrechts, Zelle der Obrigkeit im Muskelgewebe, auf dem die soziale Zukunft erwachsen konnte. Die Botschaft dieser dreifältigen Revolution verbreitete sich über die Welt, denn Bie trug in sich die unwiderstehliche Kraft, die Jahrtausende lang unter Schmerzen schwelte. Sie war die Antwort der Völker auf die Jahrhunderte der Verfolgung und des Elends, der Unwissenheit und Herausforderung. Als durch die aufrührenden Schriften der französischen Enzyklopädisten die Ideen von Gleichheit und Brüderlichkeit in Freiheit an die Küsten des La Plaia drangen, da fanden sie ein Echo bei einer Gruppe tapferer Männer, durch deren Adern wieder der Edelmut eines Caupolicän und die feste Entschlossenheit eines Tüpac Amaru strömte. .. Unser Volk hatte schon seine höhe Moral bewiesen, als es kurz zuvor die eindringenden Engländer zurückschlug. Dieser Sieg gestattete ihm, seine Kräfte und seinen Kampfesmut zu erproben. Es musste nur noch die Möglichkeiten seiner Erlösung erkennen, und dieser Mangel erfüllte jenes Häuflein von Patrioten vollständig, die über den Urwald und die weite Pampa den Ruf der Freiheit verbreiteten, der aus dem republikanischen Frankreich zu ihnen drang. Denn sie waren die Vortrefflichsten unter den ihren und die Führer ihres Volkes. Sie wussten, dass die Stunde den Völkern geschlagen hatte, die Stunde der Selbstbestimmung, Vo» hier ging die Forderung nach jenem Offenen Cabildo aus, welcher bekräftigte, dass die Männer und Völker hier in Amerika bereit waren, ihr Leben für die Freiheit und die Unabhängigkeit zu op- Lebens eingeschlossen — seinen Teil zur Entwicklung und späteren Grösse des Landes und des Volkes Argentiniens beitragen würde. Unter den Einwanderern, die nach Argentinien gelangten, waren auch viele Juden, die durch ihren Fleiss, ihre Intelligenz und durch ihre bürgerliche Treue zu Miterbauern des Landes geworden sind. Wir wollen durchaus nicht verschweigen, dass die Einwanderung von Juden mitunter auf Schwierigkeiten stiess, die mit den eigenen argentinischen Vorstellungen von der Freiheit des Individuums und der Gleichheit aller vor dem Gesetz nicht einfach in Einklang Cuando el hombre es numero inconsulto en el reba¬ ño, cuando la impostura que surge de la'juerza lo declara sumiso y obediente, la historia se detiene. Y cuando el hombre se rebela porque descubre que su criterio de autodeterminación es el único motor del progreso humano, cobra valor y es capaz de la más gloriosa gesta de heroísmo para lograr su libertad. Es por esa tenaz obstinación, que pareciera congénita, que atravesando largos siglos de esclavitud, remata la larga noche medioeval, con el tremendo grito de La Bastilla. Grito que, traspasando muros y desafiando bayonetas, perfora con su luz las tinieblas del feudo, hasta erigir con su fervor y con su sangre el municipio. Ese pequeño conglomerado pueblerino, síntesis histórica de la voz y el voto, célula magistral de ese tejido muscular propulsor del devenir social. El mandato de ese tríptico de rebelión, se expandió por el mundo, pues llevaba la fuerza incontenible de una dolorosa pre¬ ñez de milenios. Era la respuesta de los pueblos a los siglos y siglos de persecusión y de miseria, de oscurantismo y de procacidad. Y cuando llegó al Plata en las r eb eldes páginas de los enciclopedistas franceses, sus conceptos de igualdad y fraternidad en la libertad, hallaron eco en una pléyade de valientes, por cuyas venas corría renovada, la hidalguía de Caupolicán y la firme decisión de Túpac Amaru. Nuestro pueblo tenía ya el aval moral que le brindaba sus recientes triunfos sobre el invasor ingles, y que les permitía valorar la capacidad de sus fuerzas y su espíritu combativo. Le faltaba tan sólo co brar criterio de sus posibilidades de redención y, esa ausencia le llenó cabalmente, ese núcleo de ilustres patriotas que esparcieron, —por entre el monte virgen y la inmensa pampa—, el grito de libertad que les llegaba desde la Francia republicana. Porque ellos, como preclaros entre los suyos, hadan de avanzada de su pueblo. Ellos sabían• que había llegado la hora de los pueblos. La hora de la autodeterminación. De allí la exigencia de ese Cabil do Abierto, que venía a corroborar que aquí, en América, los hombres y los pueblos estaban dispuestos a jugar sus vidas en aras de la libertad y de la independencia Era la hora de los pueblos, que dejaban de ser majada mansa. Y cuando los pueblos dejan de ser un tímido rebaño, los falsos pas- ■ tores son derribados aunque en su demagogia disfracen sus sables de humildes cayados. En ese Cabildo, -emplazado en una pequeña aldea de la joven América—, se (continua en la página 16) Glückwünsche Ben Zwis Jerusalem. — Staatspräsident Jizchak Ben Zwi schickte anlässlich des 150. Jahrestages der MairevÖlution ein Glückwunschkabel an den Präsidenten Argentiniens, Dr. Arturo Frondizi. Israels Aussenminister Golda Meir sandte eine ähnliche Botschaft an ihren argentinischen Kollegen, den Aussenminister Dr. Diogenes Taboada. — (ITA) gebracht werden können. Aber an diesem J'esttage des Landes Argentinien und seiner Menschen dürfen wir hinzufügen, dass trotz dieser Schwierigkeiten hier Zehntausende eine neue Heimat gefunden haben, in deren Leben sie sich mit Dankbar keit und treuer Hingabe eingeordnet haben. In einer Zeit des Hasses, der Intoleranz und der grausamsten Verfolgungen hat Argentinien trotz der zitierten Schwierigkeiten die Fahne der Menschlichkeit hochgehalten und ist sich und seinen Prinzipien treu geblieben. Während grosse Kulturvölker die Juden verfolgten, nur weil sie Juden waren, bot die argentinische Nation Tausenden von uns die Möglichkeit, inmitten einer chaotischen Welt ein neues Leben zu beginnen. Inzwischen ist eine neue Generation herangewachsen, die Kinder jener Einwanderer, die vor der hitleristischen Furie geflohen waren, um ihr Leben zu retten. Wenn wir heute in grosser Mehrheit ein geordnetes bürgerliches Leben zu führen imstande sind, so haben wir es jenen Männern und Gedanken zu verdanken, die am 25 de Mayo 1810 das Banner der Freiheit entrollten, das von allen folgenden argentinischen Generationen mit Liebe und Ueberzeugung. mit Entschlossenheit und Ergebenheit hochgehalten worden ist. Aus diesem Grunde haben wir ein doppeltes Recht, als neue argentinische Bürger oder als auf dieser gastlichen Erde lebende Ausländer, uns aus vollem Herzen und mit echter Ueberzeugtheit den Feiern anzu- 1810 - 25 DE MAYO -1960 w/M ‘Z vr '■'fa Va schliessen, die der Freiheit gelten. Zwischen manchen Völkern kann man historische Parallelen ziehen. Wohl wenige Völker lieben ihre Freiheit so stark, wie wir dies bei Juden und- Argentiniern beobachten können. Das alte jüdische Volk, repräsentiert durch den jungen Staat Israel, wird deswegen allein schon durch den erhabenen Gedanken der menschlichen Freiheit mit Argentinien verbunden.» Als wir vor zwanzig oder mehr Jahren nach Argentinien kamen, hat auch hier gewiss niemand auf uns gewartet. Im Gegensatz aber zu den demokratischen Völkern Europas haben die Neuein war. derer sofort ihre völlige Freiheit geniessen dürfen, indem sie ohne jede Einschränkung Arbeits- und Entfaltungs - Möglichkeiten fanden, die es in den europäischen Ländern nicht gab. In England oder Frankreich, wohin viele" Juden aus Mitteleuropa gelangten, war die überwältigende Mehrheit der Neueinwanderer vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen, da man Arbeitserlaubnisse benötigte, die niemand bekam. Hier konnte jedoch jeder, der nur arbeiten wollte, verstehen lernen, was Freiheit bedeutet, die Freiheit zur (Fortsetzung auf Seite 2) Ghetto-Aufstand im Bildfunk New York. — Ein Fernseh-Programm, das dokumentarische Aufn.'.hmen der Juden im Warschauer Ghetto aus dem Jahre 1943 zeigt, wurde vom staatlichen Bildfunk im ganzen Land verbreitet und forderte Hunderte von Zuschriften der Deutsch-Amerikaner heraus, die gegen das neuerliche Anfachen „rassischer Gegensätze” protestierten. Ein Sprecher der Bildfunk-Station erklärte dagegen, das Programm werde unverändert in der Form übertragen, „in der es geplant worden sei.” Das Programm trägt den Titel „Im Angesicht meiner Feinde” und wurde von einem der bekanntesten TV-Autoren, Red Serling, verfasst. Mitwirkende sind b rühmte Schauspieler wie Charles Laughton, Arthur Kennedy, Susan Köhler und Oscar Homolka. Schon seit anderthalb Jahren wurden seiner Vorführung Schwierigkeiten bereitet. Die Firma, die die Propaganda für die Sendezeit gemietet hat, wehrte sich immer wieder gegen die Uebertragung des Schauspiels, weil es „zu polemisch sei, his es schliesslich doch gezeigt wur- . \\. -^<t