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Jüdische Wochenschau · 1960-05-13 · 1777 (13.5.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1777 (13.5.1960)
Date
1960-05-13
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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PUEYRREDON 2190 — 1’ izqfa Jkinjcuu*JsA&&lUcL T. E. 832613 Año XXI. BUENOS AIRES, VIERNES 13 DE MAYO DE 1960 No. 1777 Wortspiele der Diplomaten Jerusalem. — ln politischen Kreisen wurde der Standpunkt bekräftigt, dass zwischen dem UN-Generalsekretär, Dag Hammarskjold, und dem Präsidenten der VAR, Abdel Gamal Nasser, über die Benutzung des Suezkanals durch nichtisraelische Schiffe mit in Israel erstandenen Ladungen an Bord, die unter gewissen Bedingungen gestattet sein sollte, effektiv eine “Verständigung” erzielt wurde. Hammarskjold hatte in seiner letzten Pressekonferenz entschieden in Abrede gestellt, dass jemals ein Abkommen bestanden hat, wobei er versicherte, alle Teile, sowohl Israel wie die VAR, wüssten, dass „kein Abkommen getroffen worden ist.” Lokale Politiker verweisen auf den Unterschied zwischen den Ausdrücken ,Adkommen” und „Verständigung”. Sie betonen, „Abkommen” könne bedeuten, dass zwischen beiden Partnern ein formelles Schriftstück unterzeichnet wurde. Sie geben zu, dass eine solche schriftliche Abmachung nicht zustande kam, doch behaupten sie, dass es dagegen zu „einer Verständigung über die Frage” gekommen sei. Wie sie verischern, „hat man ihnen zu verstehen gegeben”, dass Hammarskjold nach seinem Besuch bei Nasser Grund zu der Annahme hatte, dass die VAR die VAR die Durchfahrt von in Israel fabrizierten Gütern durch den Suezkanal erlauben würde, wenn diese Waren FOB Haifa gekauft worden seien. Der griechische Frachter „Astylapea”, den die Aegypter im Dezember im Kanal aufgehalten haben und den sie zwangen, seine israelische Ladung zu löschen, führte israelische Produkte mit, die FOB Haifa verkauft worden waren. VERMITTLUNG ANGEBOTEN Jerusalem. — Eugene Black, der Präsident der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, bot sich als Vermittler in den ökonomischen Streitigkeiten zwischen Israel und den arabischen Staaten an, Wenn beide Teile ihn darum ersuchen sollten. Black erklärte sich bereit, alle wirtschaftlichen Differenzen zu schlichten, und erwähnte hierbei die Verteilung der Jordanwasser und die Freiheit der Schiffahrt durch WIE ICH ES SEHE Der Tanz auf den Vulkanen von JEHUDA GOTTHEIMER -,; ■ - — I. Spannungen in Südafrika Die Problematik der jüdischen Situation in Südafrika ist in diesen Spalten bereits mehrfach behandelt worden. Wir haben unsere warnende Stimme erhoben, als noch niemand etwas davon hören wollte, dass die sympathische, wohlhabende, gebefreudige und „gut-fundierte” südafrikanische Judenheit in einer ernsten Gefahr schweben würde. Die Verhältnisse in Südafrika haben sich in den letzten Wochen durchaus nicht beruhigt, nachdem die Rassenkämpfe und -Gegensätze zu furchtbaren und blutigen Eruptionen führten, die eine erschrockene Menschheit in ihren Bann gezogen haben. Sogar die britische Regierung distanziert sich deutlich von der Politik der südafrikanischen Regierung, die in eine Art Sackgasse geriet und nun offensichtlich ihre Fehler nicht einsehen will, weil sie dadurch einen weiteren Prestigeverlust befürchtet. Wohin dieser Fanatismus geführt hat, zeigt die Flucht eines anglikanischen Bischofs, nachdem es durch die befohlenen Interventionen der Polizei, die mit einer unerhörten Brutalität gegen die schwarze Bevölkerung vorgeht, zu neuen umfangreichen Zusammenstössen gekommen war. Jedenfalls hat sich der anglikanische Bischof, ein entschiedener Gegner der Rassentrennungspolitik der Regierung, in das benachbarte britische Protektorat geflüchtet und gab bekannt, er wolle Einzelheiten über die Vorkommnisse schildern, deren Zeuge er war. Schliesslich teilte er mit, dass er erst dann nach Johannesburg zurückkehren werde, wenn er seine Tätigkeit ungehindert durchführen könne. Soweit ist es bereits gekommen, dass die Regierung selbst Geistliche nicht arbeiten lässt, die für eine Verständigung zwischen den Nationen und eine Aenderung der rassistischen Hasspolitik der südafrikanischen Regierung eintreten. Wir können es nur bedauern, noch nichts darüber erfahren zu haben, dass auch jüdische Zentralstellen in einer ähnlichen Weise wie der Bischof die Stimme erheben, um mit aller Schärfe gegen Rassenverfolgungen zu protestieren, deren Opfer wir Juden noch selbst erst vor wenigen Jahren in der grausamsten Weise gewesen sind. Bekanntlich hat vor kurzem der Papst Johannes XXIII. einen schwarzen, afrikanischen Bischof zum Kardinal erhoben, sicherlich um damit zugleich zu dokumentieren, dass die Kirche den Rassenstandpunkt nicht teilt, der in der Politik der Südafrikanischen Union zum Ausdruck gebracht wird. Während der schwarze Kardinal durch Europa reist und in altehrwürdigen Basiliken seine Predigten hält, die in der alten jüdischen Lehre gipfeln, dass alle Menschenkinder gleich und dass alle Menschen Kinder desselben Gottes sind, eine Lehre, für die er doch selbst ein Symbol ist, schiesst die südafrikanische Polizei auf die Massen und in die Häuser der schwarzen Arbeiter... Und diese Polizei und deren Herren, die weisse Regierung, sie alle sind doch auch Christen, sie alle faseln doch auch von der Gleichheit der Menschen, die im Ebenbild Gottes geformt seien... Allmählich kann man auch in anderen jüdischen Zeitungen warnende Stimmen h sen, einige von ihnen haben sogar das abgedruckt, was hier geschrieben wurde. In Israel hat man offen-, sichtlich die ungeheure <Je- 1 Eine vollendete Tatsache London. — Marschall Ayub Jan, der Präsident von Pakistan, erklärte hier, „Israel ist eine vollendete Tatsache’. Die Bestätigung des Status von Israel als tatsächlicher Staat wurde von dem Oberhaupt dieses mohammedanischen '.Landes in Beantwortung einer Frage ausgesprochen, die ihm bei einem Frühstück gestellt wurde, welches die Armee-Berichterstatter zu seinen Ehren veranstalteten. 1 i i Pakistan hat bisher stets die arabischen Staaten in ihrer negativen Haltung gegenüber Israel unterstützt. Dagegen weigerte sich der pakistanische Präsident einen Kommentar über die heutige Lage im Mittelosten und im besonderen über die ägyptische Blockade des Suezkanals für die israelische Schiffahrt zu formulieren. Ayub Jan weilte in London, um an der Konferenz der Ministerpräsidenten von dem Britischen Commonwealth angehörenden Ländern teilzunebmen, bei der über „regionale Probleme" verhandelt wird. Wie bekannt ist, wird Premierminister Harold MacMillan über seine kürzlichen Unterhaltungen mit Ben Gurion referieren, während Nehru die Teilnehmer über seine Unterredungen mit dein Präsidenten der VAR Nasser informieren dürfte. UTA) ’ ’ den Suezkanal. „Allerdings”, bemerkte er, „hat man mich bisher noch nicht dazu aufgefordert und ich suche dieses .Geschäft’ auch nicht.” Er machte diese Äusserungen, bevor er das Flugzeug im Lufthafen von Ludd bestieg. Black versicherte den Journalisten, er sei „höchst beeindruckt“ von allem, was er bei seinem kurzen Besuch gesehen habe. Die Entscheidung der Bank über das Kreditgesuch wird in Kürze bei einer Sitzung des Direktionsrates in Washington gefällt werden, dem ein Bericht über die Entwicklungsprojekte vorliegt, welcher von einer Gruppe von Experten verfasst worden ist, die vor zwei Monaten von dem Finanzinstitut nach Israel entsandt wurden. Der Bankpräsident sagte ' wörtlich: „Ich habe niemals ein Land gesehen, das soviel auf dem Gebiet der Entwicklung geleistet hat wie Israel in den letzten Jahren.” ARABISCHE ERKLAERUNG Washington. — Ein Sprecher der VAR-Botschaft bezeichnete die Beendigung I des Boykottes der „Cleopatra“ als einen Sieg der Araber und das Resultat des Gegenboykotts von USA-Schiffen in den arabischen Häfen. Der Sprecher unterstrich, der Stellvertretende Staatssekretär Dillon habe seine Erklärung an den Präsidenten der AFL-CIO - Gewerkschaften in einer Form abgegeben, die die Araber zu nichts verpflichte, so dass sie den Boykott der USA-Schiffe und deren Einschluss in die schwarze Liste der Fahrzeuge, die mit Israel Handel treiben, wie bisher fortsetzen würden. (ITA) fahr erkannt, die sich aus der brutalen und verhängnisvollen Politik in Südafrika für die Juden ergibt. — II. Er ist zurückgetreten Prof. Oberländer, Buudesvertriebenen - Minister, ist endlich zurückgetreten. Endlich. Alle Versuche, die Anklagen und Beschuldigungen zu überhören, die Forderungen auf Rücktritt zu ignorieren und sich als der überlegene Gentleman zu verteidigen, sind schliesslich doch gescheitert, obwohl Adenauer seine schützende Hand über diesen Mann gehalten hat. Der ad hoc gebildete „Lemberg-Ausschuss” platzte im letzten Augenblick, und der „unparteiische Sekretär der Holländer Joop Zwart, veröffentlichte vergeblich sein Buch „Lemberg 41 und Oberländer”, das den Exminister reinwaschon sollte. Das Buch kommt zu dem Ergebnis, dass den früheren Bundesvertriebenen - Minister keine Mitschuld an den 1941 In Lemberg verübten Massenmorden trifft. _ Inzwischen ist wohl auch ein parlamentarischer Unter. Ahora Retomaron a Africa Jerusalem. No hace mucho tiempo —poco más de medio siglo atrás— Africa podía haberse convertido en el Hogar Nacional de los judíos, en lugar del actual Estado de Israel. Cuando se desataron al principio del siglo que corre, los terribles pogroms en la Rusia zarista y centenares de miles de judíos abandonaron Rusia en busca de un refugio más seguro, el secretario de la corona británica para las colonias, Joseph Chamberlain, logró conseguir que se ofreciera a los sionistas una superficie de 5.000 millas cuadradas en la zona denominada en aquel entonces Uganda —actualmente las altes sierras de Kenya—, para que sirviera de refugio a los judíos, hasta tanto la Tierra Prometida las abriera las puertas. Pero, una comisión sionista inspecionó esa región, se asustó sobremanera ante una furiosa manada de elefantes, que casi los aplasta; fué luego rodeada de una banda de guerreros salvajes Masai y no pudo conciliar el sueño por los leones que rugían en la jungla. Acosados por todos estos sustos; apenas profirieron las gracias y salieron apresurados del Africa Oriental Británica, dejándola a los pájaros, las bestias salvajes y la gente de color. Poco atrás retornaron nuevamente al Africa —esta vez de muy buenas ganas —. No se trataba de judíos refugiados, sino de diligentes comerciantes, idóneos técnicos y gente de sólidos capitales. Muchos de los nuevos estados africanos independientes se dan cuenta que los problemas de su desarrollo económico son sorprendentemente similares a los que Israel tuvo que enfrentar una década atrás. SCHLOMO S. TANG! I Sie kehren nach Afrika zurück Jerusalem. — Vor nicht langer Zeit — vor etwas mehr als einem halben Jahrhundert — hätte Afrika statt des jetzigen Staates Israel zum Nationalheim der Juden werden können. Als zu Beginn dieses Jahrhunderts die furchtbaren Pogrome im zaristischen Russland ausbrachen und hunderttausende Juden Russland auf der Suche nach einer sicheren Zuflucht verliessen, gelang es dem britischen Kolonialminister Joseph Chamberlain, dass den Zionisten eine Fläche von 5.000 Quadratmeilen im damaligen Uganda — dem heutigen Hochland von Kenya — angeboten wurde bis das verheissene Land seine Tore öffnen würde. Aber eine zionistische Kommission besuchte dieses Land, und die Juden waren höchst erschreckt von einer Herde wilder Elefanten, die sie fast zertrampelten. Dann wurden sie von wilden Masai-Kriegern umringt und konnten keinen Schlaf finden, weil die Löwen im Dschungel brüllten. Von all diesen Schrekken gequält, konnten sie gerade noch ihren Dank aussprechen und verliessen eilig Britisch Ostafrika, um es den Vögeln, den wilden Tieren und den Farbigen zu überlassen. Vor kurzem kehrten die Juden wieder nach Afrika zurück, doch dieses Mal freiwillig. Es handelte sich nicht um Flüchtlinge sondern um betriebsame Kaufleue, taugliche Techniker und Menschen mit solidem Kapital. Viele der neuen unabhängigen afrikanischen Staaten legen sich Rechenschaft ab, dass die Probleme ihrer ökonomischen Entwicklung denen überraschend ähnlich sind, welchen sich Israel vor einem Jahrzehnt gegenübersah. SCHLOMO S. TANGER suchungsausschuss formiert worden, der die Oberländersche Vergangenheit ein wenig gründlicher untersuchen soll. Immer noch nicht ist man den Weg gegangen, der allein vorgeschrieben ist: nämlich gegen Prof. Oberländer eine staatsanwaltliche Untersuchung zu eröffnen, ihn unter dem Verdacht der Beteiligung an Massenmorden in Haft zu nehmen und die entsprechenden Vernehmungen einzuleiten. Alle anderen, in diesem Zusammenhang getroffenen Massnahmen können nicht als ernste Schritte zur Wahrheitsfindung angesehen werden. Im übrigen sind so viele Jahre vergangen, der Verdächtigte hatte alle Möglichkeiten — und erst recht in seinem Ministeramt! — die Spuren seiner Vergangenheit zu verwischen. Er wäre nicht der erste gewesen, der es getan hätte. Wir können natürlich nicht behaupten, Oberländer habe alle Indizien beseitigt und alle Spuren gelöscht. Dafür fehlen uns Anhaltspunkte, und nur eine objektive Untersuchung kann erweisen, ob solche Vermutungen zu-. treffen. Dass aber eine solche Handlungsweise naheliegt, ist unstreitig. Und dass ein Mann, dem man Jahre hindurch vorwerfen darf, er sei an Massenmorden aktiv beteiligt und für diese Verbrechen mitverantwortlich, trotzdem im Amt eines Bun-. desministers verbleiben darf, ist zumindestens eine seltene Merkwürdigkeit... Uebrigens zog sich Oberländer erst zurück, als er eine ansehnliche Pension erwarten durfte. Natürlich wäre es beleidigend zu behaupten, der Herr Professor habe nur aus materialistischen Gründen so lange gewartet. Immerhin wird Oberländer viel mehr erhalten als alle Opfer der Verfolgungen, die durch seine frühere Partei auch in Lemberg inszeniert worden sind... So wird ein weiterer ehemaliger Nazi (Schluss auf Seite 2) Senator Fulbrights Reise Washington. — Senator J. W. Fulbright, der Präsident der Senatskommission für auswärtige Angelegenheiten, äusserte, er würde möglicherweise auf seiner bevorstehenden Reise durch den Mittleren Osten auch Israel besuchen, um das Land kennenzulernen. Der Senator für Arkansas, dessen kürzlicner Angriff gegen Israel und die „Gruppen”, die zu seinen Gunsten in den DSA angeblich einen „Druck” ausüben, zu heftigen Debatten Anlass gab, ist inzwischen, nach Kairo abgeflogen. (ITA)

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