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Jüdische Wochenschau · 1960-03-29 · 1765 (29.3.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1765 (29.3.1960)
Date
1960-03-29
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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!?> Sfr ' < o FRANQUEOPAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Ano XXI BUENOS AIRES, MARTES 29 DE MARZO DE 1960 No. 1765 rmnvTrru- EL EJEMPLAR! en loda la República ¡ Buenos Aires PUEYRREDON 2190 1? izq. T. E. 83 . 2613 chutz für gefährdete Kinder N Als Beitrag zum humanen Problem und als weiteres Glied in der Kette der Bürgerrechte — bezeichnete Wohlfahrtsminister Dr. Josef Burg das Jugendschutzgese' , das er der Knesset zur ersten Lesung vorlegte. Es gibt in Israel etwa 26.000 Kinder, die ausserhalb ihres Elternhauses in 551 Institutionen und in fremden Familien untergebracht sind. Ungefähr 46 % davon wurden von der Kinder- und Jugend-Alija versorgt, ca 18 % wurden von den Sozialämtern und die restlichen 36 % wurden von verschiedenen Organisationen bei Privaten untergebracht. Davon sind Kleinkinder bis zu 2 Jahren 3%, 6—9jährige 13%, 10—13jährige 23% und über 14jährige fast 50%. Das Gesetz soll nun den vernachlässigten aber nicht kriminellen Jugendlichen eine andere Behandlung sichern, als nach dem bisherigen Rechtszustand alle wahr losten Jugendlichen, sowohl leichte Fälle wie auch schwere Kriminelle, zu gewärtigen—haben. 1 Wo sich erweist, dass die erzieherische Kontrolle, der das Kind oder der Jugendliche untersteht, nicht ausreicht, soll das neue Gesetz Ergänzung oder Ersatz der väterlichen Aufsicht bieten. Es soll den Minderjährigen vor dem negativen Einfluss einer azozialen Atmosphäre bewahren, selbst wenn verständnislose, böswillige oder grausame Eltern sich gegen Unterbringung des Kindes in einem Heim auflehnen und ihre Zustimmung verweigern. Wird das Kind in der Familie belassen, so erhält — nach dem Gesetzesvorschlag — das Gericht die zusätzliche Möglichkeit eine geeignete Person als „Freund“ der Familie zu ernennen, und dieser „Freund“ übernimmt die Aufgabe, sich um geeignete 'Lebensbedingungen und Entwicklung, Ausbildung und Erziehung des Kindes zu kümmern. Wie stets bei der Behandlung von Sozialgesetzen. betonten viele Debattenredner auch diesmal wieder, dass die sozialen Probleme auf ein Minimum zusammenschrumpfen würden. wenn sieh die Not aus der Welt, oder in unserem Falle wenigstens aus dem Lande schaffen Hesse, Könnte man Arbeitslosigkeit und ungesunde Wohnverhältnisse aus dem Gesellschaftsbild des Landes eliminieren, so würden die Kinder in gesunder Atmosphäre aufwachsen und den Gefahren der Strasse und der Unterwelt weit weniger ausgesetzt sein. Zur Bekämpfung der sozialen Misstände gehören natürlich auch Verbreiterung und Vertiefung der Unterstützung kinderreicher Familien. von MEIR FAERBER, Tel Aviv In der Knesset-Debatte tauchte auch der Vorschlag auf> einen ständigen öffentlichen Beirat zum Schutz gefährdeter Kinder und Jugendlicher zu schaffen, der im Einvernehmen mit dem Sozialministerium die Tätigkeit der Sozialverbände und Vereine koordinieren kann. Ferner wurde als bedenklich dargeetellt, dass das Gesetz die Fürsorgebeamten verpflichtet, jeden Fall vors Gericht zu bringen, denn das Erscheinen vor Gericht übt auf die Kinder einen negativen Einfluss aus. Nur solche Fälle sollten vor Gericht gebracht werden, in denen die beteiligten Parteien sich nicht einigen können und eine einvernehmliche Regelung unmöglich erscheint. Manchen Rednern schien der Rahmen des Gesetzes zu weit gezogen , da der Geset-1 zesvorschlag das Alter der Jugendlichen, die er betrifft, auf 18 Jahre heraufsetzt, und auch alle Art Strassenhandel, auch Zeitungsverkauf als unzulässige Kinderarbeit betrachtet. M. d. K. Mosche Kol wies darauf hini dass das Problem der verwahrlosten, gefährdeten und kriminellen Jugend heute ein Weltproblem geworden ist, und bedauerte, dass sich die Presse in Israel noch zu wenig damit befasst. Das Problem wurzelt in manchen Ländern darin, dass der hohe Lebenshaltungstandard und die Fülle des Wohlstands zu Zynismus und Verlust moralischer Werte geführt haben, in anderen Ländern darin, dass die Bevölkerung unter grosser wirtschaftlicher Not leidet. In Israel haben wir in den verschiedenen Bevölkerungsschichten sowohl das eine wie aitch das andere, sowohl Reichtum und Verlust der moralischen Ideale wie auch in Elendsquartieren und Maabarot unmittelbare Not, wo diesen Schichten die Gesellschaft vorenthält, was sie ihnen geben müsste und könnte. Das wirkt sich auf die Jugend doppelt aus. Dazu gesellt sich das landsmannschaftliche Problem der Gruppenbildung nach Herkunftsländern und nach Volksstämmen, die das Gefühl der Diskriminierung nach sich zieht, das in Israel zwar weniger scharf ist als es sich beispielsweise in New York auswirkt, aber in gemässigter Form immerhin auch besteht. Wir müssen in Israel das Problem in seiner ganzen Breite lösen und dürfen uns nicht darauf beschränken, nur das Feuer zu löschen, wo ein Brand ' ausbricht. Man muss die Jugend dazu erziehen, sich mit dem Ort zu identifizieren, wo sie lebt, ihr dort anziehende Klubräume schaffen und ihr Patriotismus beibringen, und wenn er selbst nur Lokalpatriotismus ist. Dazu müssten die Stadtverwaltungen mehr angehalten .werden, und das Sozialministerium sollte sich bemühen, mit den Munizipalitäten,’ die diese Fragen oft leichter lösen können als die zentrale Regierung, enger zusammenzuarbeiten. Wenn nur irgend möglich, sollen die Kinder in ihren Familien bleiben und durch die Unterstützung der Familien soll die Atmosphäre verbessert werden, in der die Kinder leben. Dieser Notwendigkeit kommt das vorgeschlagene Gesetz erfreulicherweise entgegen. Andererseits beachtet das Gesetz zu wenig den Unterl schied zwischen Kindern und Jugendlichen. Wos das Kind wirklich nicht in der Familie gelassen werden kann, bietet ihm das Leben im Kibbuz oft das Ideal der Arbeit und der Gesellschaftsform. Alle Redner betonten einhellig, dass das Budget des Wohlfahrts - Ministeriums nicht ausreiche, des Problems Herr zu werden, und dass weit mehr Heime für die gefährdeten Kinder, Jugendlichen, und insbesondere auch Mädchen, errichtet werden müssten. Das Erziehungsproblem gefährdeter und verwahrloster Jugend zu lösen, ist, so gross die Investitions - Erfordernisse auch sein mögen, immer noch weit billiger, als die Gesellschaft mit Kriminellen zu belasten. Ben Gurions Ankunft in Israel Tel Aviv. —— Ministerpräsident Ben Gurion kehrte nach einer Abwesenheit von über zwei Wochen nach Israel zurück. Bei seiner Ankunft in Ludd erklärte er, dass ihn „gute Gründe zu dem Glauben berechtigen’ seine Reise sei nicht umsonst gewesen.’’ Er erwähnte seine Unterhaltungen mit Eisenhower und Heiter, mit USA-Senatoren und mit MacMillan und bemerkte:’ ,lch bin glücklich versichern zu können, dass zwischen ’der USA-Regierung und mir keine Meinungsverschiedenheiten herrschten.” Der Ministerpräsident verwies auf seine viel umstrittene Zusammenkunft mit Bundeskanzler Adenauer, von der er, wie er unterstrich, „günstige Resultate für Israel erwarten zu dürfen glaube.” dem Landungsplatz wurde Ben Gurion von Michael Bodrow, dem Doyen des Diplomatischen Korps, und anderen hochstehenden Persönlichkeiten erwartet.’ Nachdem der Ministerpräsident eine jede der Gruppen begrüsst hatte, verlas er eine kurze Erklärung über seine Unterhaltungen in Washington, die sieh um Fragen der Weltpolitik, die Probleme Asiens, Afrikas und des Nahen Orients und besonders um die KonsoHdierung des Friedens in dieser Gegend bewegt hätten. Unter denen, die Ben Gurion in Ludet erwarteten, befanden sich auch Mitglieder der Jugendorganisation „Neues Regime”, die Spruchbänder mit der Aufschrift „Adenauer ist nicht Deutschland, Ben Gurion ist nicht Israel” trugen. (ITA) Fischer auf dem Kineret-See Registro de la P'Opiedsd Intelectual N" 624.070 fmpre-o en la Imprenta POLIGLOTA •— Corrientes 3114 Abends ziehen die Fischer vom Quai des Hafens“ von Tiherias aus, mit ihren kleinen Motor- und Ruderbooten, mit starken grellen Lichtem, die die Fische anziehen sollen, manchmal unter Deckung eines Patrouillenbootes der Polizei, das aber bald wieder von der Bildfläche verschwindet, und in den dunkeln, of kalten Nächten im Oberen Galil beginnt die schwere, oft undankbare, immer aufreibende Arbeit des Fischers auf dem Kineret-See. Drei Faktoren bestimmen die Tätigkeit des Kineret- Fischers: 1. Er muss meistens am nordöstlichen Teil des Sees, der fischreicher ist, arbeiten, d. h. in Schussweite der syrischen Soldaten; 2. er muss mit hell beleuchteten Booten arbeiten, weil das Licht die Fische amzieht; und 3. er muss seine Netze of 24 Stunden ausliegen lassen, selbst auf die Gefahr hin, sie am nächsten Tage nicht wiederzufinden. Die Probleme des Kineret-Fischers sind nicht vorüber, wenn es ihm tatsächlich gelungen ist seinen Fang ohne ernsten Zusammenstoss bis »ach Tiberias zu bringen, denn erst dann beginnt die in der letzten Zeit ständig wachsenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die starke Konkurrenz der Fischer aus den naheliegenden Kibbuzim, der Mangel an genügenden Absatzmöglichkeiten, etc. Der wirklich gefähliche Teil seiner Arbeit aber spielt sich in den 12 bis 24 Stunden ab, während er am Nord-Ost-Ufer des Sees arbeitet. Im letzten Jahr kam es bisher auf dem Kinerel- See nur zu zwei bis drei unwesentlichen Zwischenfällen, aber die Saison beginnt erst und seit Staatsgründung verging bisher kaum ein Jahr, in dem die Syrer nicht versucht haben, die Tätigkeit der israelischen Fischer auf dem Kineret-See ernstlich zu stören. Seit d'ei Gründung des Staates wurden durch die syrischen Aggressionen gegen die Kineret-Fischer zehn Fischer oder Polizisten getötet, und die Zahl der Verwundeten liegt noch höher, 200 Familien aus Tiberias, Magdiel, und Kineret ernähren sich heute direkt vom Fischfang, zu denen noch die Mitglieder der Kooperative „Reket” und die Fischer der Kibbuzim Ginossar und Ejn Gedi gerechnet werden müssen. Die Saison auf dem Kineret-See kann in zwei Teile aufgeteilt werden. Die Sardinen-Fischer sind hauptsächlich ab Mitte November bis Ende Januar tätig, während alle anderen Fische zwischen Januar und Juni gefischt werden. Die Grenzlinie zwischen Syrien und Israel in diesem Gebiet folgt der schon nach dem zweiten Weltkrieg von England und Frankreich festgelegten Sykes-Pioot-Linie. Damals wurde beschlossen, dass der ganze See zum Gebiet von „Palästina“ gehört. Um jeden Irrtum zu vermeiden, und jeder eventuellen syrischen Forderung nach Rechten in den Territorial-Gewässem vorzubeugen, wurde festgelegt, dass ein 10 Meter breiter Landstreifen am östlichen Ufer des Sees noch als „Palästina-Gebiet”, d. h. heute Israel-Gebiet betrachtet werden. muss. Während der Mandatszeit pflegten regelmässig einige syrische Fischer auf dem Kineret-See ihre Netze auszuwerfen. Diese Tatsache war den Mandatsbehörden wohl bekannt, doch drückten die Engländer zumindest ein Auge zu, umsomehr da die Syrer im allgemeinen ihre Arbeit unterbrachen, wenn sie ein Polizeiboot in der Ferne auftauehen sahen. Die Fischer aus Tiberias, die während dieser Periode auf dem Kineret- See arbeiteten, waren meistens (mit wenigen Ausnahmen) Araber, und nur aus den naheliegenden Kibbuzim kamen einige jüdische Fischer zur Arbeit auf den See. die jedoch hauptsächlich in den tiefen Gewässern, d. h. in der Mitte des Gewässers arbeiteten. Nach der Staatsgriindung flüchteten die arabischen Fischer aus Tiberias und ihr Platz wurde langsam von jüdischen Fischer-Gruppen j übernommen. Die jüdischen ' Fischer zögerten jedoch eine! gewisse Zeit, bevor sie ihr i Tätigkeitsgebiet in den nord-östlichen Teil des Sees verlegten, weil sie sich der Tatsache wohl bewusst waren, dort unter der Base der syrischen Militärstellen zu arbeiten. Da die jüdischen Fischer in diesen Gewässern nicht erschienen, glaubten die syrischen Fischer, das Spiel schon gewonnen zu haben, und begannen, mit kleinen Booten auf dem Kineret- See zu erscheinen und in den fischreichen T*ilen des Sees, in einer Entfernung von 100 bis 200 Metern vom nordöstlichen Ufer zu fischen. Als die jüdischen Fischer begannen, sich zu organisieren und die ersten Polizeiboote auf dem Kineret- See eingesetzt wurden, verdrängten sie die Syrer, doch immer wieder versuchten diese.und 9ei es nur für einige Stunden, ihre Netze auszu werfen, wobei sie ihr Tätigkeitsgebiet langsam etwas mehr nach dem Norden verlegten. Die syrischen FSseher verschwinden meistens wenn die israelischen Fischerboote in den selben Teilöl des Sees erscheinen. Sie haben zwar keine Angst vor den israelischen Fischerbooten, befürchten jedoch, dass diese die Polizeiboote alarmieren können. Deshalb bemühen sich die Syrer immer wieder, die Tätigkeit der israelischen Fischer zu beeinträchtigen, und die regelmässigen Aggressionen gegen die israelischen Fischer sind nur darauf abgestellt, diese au veranlassen, ihre Netze in anderen Teilen des Sees, in grösserer Entfernung vom nordöstlichen Ufer auszuwerfen. Die Syrer begnügen sich nicht damit, Feuer auf die israelischen Fischer zu eröffnen, sondern stehlen regelmässig die Netze, die in ge* ringer Entfernung vom Ufer für 24 Stunden ausgeworfen wurden. Nor wenn es sieh zeigt, dass alle Störungen die israelischen Fischer nicht hindern, ihre Arbeit fortzusetzen, unternehmen die Syrer grössere und folgenschwerere Angriffe. So wurden 1953 zwei israelische Fischer durch syrisches Feuer getötet, und in den folgenden Jahren kam es zu zahlreichen Feuergefechten zwischen den israelischen. Polizeibooten und den syrischen Küstenstellungen, wobei insgesamt neun Polizisten getötet wurden. , Die Fischer haben seit längerer- Zeit gefordert, dass sie bei ihrer Tätigkeit ständig unter Deckung der Polizeiboote bleiben, aber obwohl ihnen schon mehrmals diesbezügliche Zusagen gemacht wurden, hängt ihr Schutz immer noch mehr vom Glück als von der etwaigen Anwesenheit der Polizeäboote ab. Kürzlich begann nun die neue Saison der Fischerei auf dem Kineret-See, und £3 wäre angebracht, wenn jetzt im voraus Sicherheitsnaaesnahmen getroffen werden könnten, um die, Sicherheit der israelischen Fischer auf dem Kinerel-See zu gewährleisten, um neuen syrischen Angriffen sofort de» Wind aus den Segeln zu nehmen.

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