Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1763 (22.3.1960)
- Date
- 1960-03-22
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9616703-9611224-9611378--0263-9611385- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
17&Î LA SEMANA ISRAELITA Año XXI. — No. 1763 ^gst tin. {annt ft. e unten, hen r Gerechtigkeit für Naziopfer Washington. — Adenauer versprach zu intervenieren, damit den Juden, die in den Konzentrationslagern der Nazis körperliche Schäden erlitten haben, Gerechtigkeit widerfahre, wie eine jüdische Delegation bekanntgab, die den Bundeskanzler interviewte. Moses Sochaewsky, der Präsident des Comités der Naziopfer, die von NS-Aerzten zu Experimenten missbraucht wurden, teilte mit, Adenauer habe versprochen, dass er alles Mögliche tun werde, damit diese Menschen zu ihrem Recht kommen sollen. Die Delegation protestierte gegen die „unmenschliche Haltung”, die von den beamteten deutschen Aerzten und Entschädigungsämtern eingenommen wird, bei denen diese Opfer der Nazis ihre Ansprüche geltend machen. Das genannte Comité ist bemüht, eine Revision der mit „Diagnosen auf lange Sicht” gefällten Entscheide zu erreichen, die von den im allgemeinen böswilligen „ärztlichen Bürokraten” in Deutschland beeiflusst werden, unter denen sich zahlreiche Exnazis befinden. (ITA) NACHRICHTEN AUS ISRAEL EINWANDERUNG AUS FRANKREICH Im Jahre 1959 sind mit Hilfe der Einwanderungs- Abteilung der Jewish Agency 427. Einwanderer aus Frankreich angekommen. Diese Ziffer stellt eine Steigerung von 14 Prozent gegenüber 1958 dar. Unter den Einwanderern gab es 62 Chaluaim-Zöglinge verschiedener Jugend-Bewegungen. JUNGE EINWANDERER AUS SÜDAFRIKA Neun junge Einwanderer sind vor kurzem mit einem El Al-Flugzeug aus Johannesburg in Israel eingetroffen. AERZTE AUS ARGENTINIEN Unter den 600 Passagieren, die kürzlich an Bord der „Theodor Herzl” im Hafen von Haifa eingetroffen sind, gab es sechs Aerzte, die aus Argentinien nach Israel einwandern und sich in Entwicklungs-Gebieten niederlassen wollen. INVESTITION IN DER LANDWIRTSCHAFT Auch in diesem Jahr wird fn der Landwirtschaft ein grosser Betrag investiert werden und zwar 175. Millionen IL. Bisher wurden in der Landwirtschaft jedes Jahr 40 bis 50 Prozent der Summen angelegt, die in den Budgets der Regierung und des Keren Hajessod für wirtschaftliche Investitionen vorgesehen waren. OBSTBAU IN OBERG ALILAEA In diesem Jahr wurden in Galiläa 6.000 Tonnen Aepfel geerntet. Es ist das erste Mal, dass neue Siedlungen eine beträchtliche Einnahme aus diesem Zweig erzielen konnten, der bisher nur Investitionen erfordert, aber keine Gewinne abgeworfen hatte. Es wurden Birnen und Aprikosen neu gepflanzt, und es besteht die Absicht, es auch mit Avocado zu versuchen. Im Vorjahre wurde Zitrus (hauptsächlich Grape Fruit) auf einer Fläche von 700 Dunam neu gepflanzt und die Bäumchen gedeihen sehr gut. GUTE DATTELERNTE Neun Siedlungen und die staatliche landwirtschaftliche Versuchsanstalt haben in diesem Jahr 210 Tonnen Datteln in der grossen Anlage für das Nachreifen von Obst abgeliefert, die auf Initiative des Bezirksrats von den Siedlungen errichtet worden ist. Die Anlage, die erste ihrer Art und dieser Ausmasse im Lande, ist jetzt zum ersten Mal in Betrieb genommen worden. Im nächsten Jahr wird sie auch die Dat- Geben Sie Ittre FAMILIEN. ANZEIGE TELEFONISCH auf! Sie ersparen sich Zeit und Arbeit. Rufen Sie uns an 832613 Jüdische Wochenschau WIE LIEGEN DIE FEIERTAGE DES JUEDISCHEN JAHRES 5720 Montag, den 11. April Dienstag, den 12. April Mittwoch, den 13. April Montag, den 18. April Dienstag, den 19. April Montag, den 2. Mai Sonntag, den 15. Mai Dienstag, den 31. Mal Mittwoch, den 1. Juni Donnerstag, den 2. Juni Dienstag, den 12. Juli Montag, den 1. August Dienstag, den 2. August Mittwoch, den 21. September Erew Pessach 1. Tag Pessach 2. Tag Pessach 7. Tag Pessach 8. Tag Pessach Jom Haazma'ut (Unabhängigkeitstag Israels) Lag b’Omer Erew Schawuot 1. Tag Schawuot 2. Tag Schawuot 17. Tammus (Fasten) Erew TLscha b’Aw Tisch* b’Aw Erew Rosch Hascbana 5721 Nachruf auf eine Chawern Dieser Typ von Frauen stirbt aus. Es gibt gar nicht mehr sehr viele von ihnen in Ness Hanissim. Charme hat er nicht gehabt; Arbeitsfron, ungeheure Verpflichtungen haben auch die Frauen früh hart gemacht. Ich kann nicht einmal sagen, dass man ’Lea geliebt hat. Und dennoch war sie beispielhaft. Als sie aus Russland vor vierzig Jahren einwanderte, brachte sie schon ihr Töchterchen mit. „Leg es nur ruhig unter einen Feigenbaum, während du im Weinberg arbeitest”, sagten ihr die Kameraden. „Du bist eben eine Fellachenfrau, rede dir nur nicht ein, du wärest mehr! Du kannst nicht zu Hause sitzen das Kleine wiegen. Wir brauchen jede Arbeitshand, auch die deine!” Damals fürchtete Lea Schlangen, Ameisen und die heisse Sonne, nicht für sich, aber für das Kleine... Es gab damals Stunden, so erzählten mir ihre Kameradinnen dass sie aiis diesem Kreise am liebsten ausgebrochen wäre, empfand sie sich doch als Europäerin, die sogar über berufliche Vorbildung verfügte, wie sie die meisten ihrer Freundinnen aus Südrussland, aus dem kleinen Städtchen, gar nicht mitbrachten. Dennoch‘hielt sie durch. Als es mehrere von Dr. CONRAD N. ROSENSTEIN Kinder im Kibbuz gab, richtete sie das „Kinderhaus” ein. Es war nur eine schäbige Holzh iitte. Sie hatte auch nicht Zeit genug, nur mit den Kindern um sich herum zu spielen. Sie stand am Waschzuber, wusch die Windeln, Höschen, alle Augenblicke in Sorge, irgendeines der Kleinen, die sie gleichzeitig zu hüten hatte, könnte sich an der heissen Wäschebrühe Schaden tun. Als ich sie — viele Jahre später — kennenlernte, war sie bereits avanciert. Sie war die Erzieherin und Hausmutter einer Gruppe von Jugendlichen geworden, die aus Deutschland eingetroffen waren, „Jugendalija”. Sie hielt auf strikteste Hausordnung. Mädchen und Jungen hatten sich das Haar glatt mit Wasser an den Kopf zu kleben, dass sie aussahen wie die Zöglinge eines preussischen Waisenhauses. Wenn Henrietta Szold, die unvergessliche Mutter aller jungen Flüchlinge, zu Besuch kam, da hatten die Burschen und Mädchen Spalier zu stehen. Lea hatte die alte Essbaracke hergerichtet, dass es eine Art hatte. Weiss gedeckt hatte sie und Blumensträusse auf den Tisch gestellt. Sie hatte immer etwas für das „Repräsentative” übrig. Als sie mal zu irgendeitelernte einer Anzahl von Siedlungen im Jordantal aufnehmen und zur Erzeugung von Rosinen aus den besonderen in diesem Landstrich gedeihenden Traubensorten dienen können. In dem Betrieb sind 45 Arbeiter und Arbeiterinnen, teils aus Bet Schean und teils aus den Siedlungen der Umgebung beschäftig*-. ZUSAETZLICHE WASSERLIEFERUNGEN Die Gesellschaft Mekorot ist dabei, eine Wasserleitung von der Station Dischan, nach den Siedlungen des Gebietes von Tarschichi zn legen, die hierdurch bereits ab Mai zusätzliches Wasser bekommen werdtn. Diese Arbeit, die 200.000 IL kostet, wird auf Rechnung des Budgets fü: das Jahr 13*10/61 d'Jiehgeführ*. D;e Gesellschaft Mekorot beabsichtigt, dis Aufnanmefähigkeit des Reservoirs in Kfar Baruch auf 9 Millionen Kubikmeter Wasser — statt der heutigen 7 Millionen — zu vergrössem. Hierdurch will man ermöglichen, im Winter eine grosse Wasserreserve anzulegen, die dann in den Monaten des grössten Verbrauchs im Sommer verwendet werden kannn. URBARMACHUNG In den Sommermonaten hat der Keren Kajemet in Siedlungen in der Umgebung von Jerusalem hunderte Dunam Boden urbar gemacht. Dieser Aktion kommt sowohl aus Sicherheitsgründen als auch vom landwirtschaftlichen Standpunkt eine grosse Bedeutung zu. In dem Moschaw (Genossenschaftsdorf) Beth Nakofa sind 301 Dunam auf einem sehr felsigen Terrain neben dem Dorf urbar gemacht worden; in Bet Sajit, zwischen Moza und Ejn Kerem, waren es 240 Dunam. In den Siedlungen Ora und Aminadaw, südwestlich von Jerusalem werden weitere 150 Dunam bebaut werden können. Plenarsitzung der Unabhängigen Sao Paulo. — Die erste Plenarsitzung der Lateinamerikanischen Konferenz der unabhängigen Allgemeinen Zionisten und die erste Territorial - Konvention der Partei in Brasilien wurden mit einer Ansprache von Dr. Israel Goldstein aus New York eröffnet. Der Veranstaltung wohnten Hunderte von Menschen bei. (ITA) nem kleinen Sümmchen gekommen war, flüsterte sie mir zu: „Komm, wir fahren nach Jerusalem, du verstehst doch etwas von der Kunst. Du musst mir ein anständiges Bild aussuchen — keinen ,Kitsch“ ” (dieses Wort kannte sie sehr gut), „schliesslich möchte man auch ,eine’ hübsche Sache im Zimmer haben!” Nun, der Speiseraum war gedeckt, und sie selbst hatte auch Kuchen gebakken, und dann war Henriette Szold gekommen, und die mächtige Frau — etwas Imposantes in ihrer Figur, in ihrer Haltung — führte die alte,, fragile Dame am Arm durch das Spalier der Jungen und Mädchen, die Burschen in sauberen Khakianzügen, die Mädchen in weissen Blusen, die sie selbs hatten besticken müssen, und in blauen Leinenröckchen. Die Tochter ist früh an einer blödsinnigen kleinen Infektion, die zur Blutvergiftung führte, zugrunde gegangen. Lea legte einen Gedächtnisg'arten an. Das Entsteinen hatte sie im Weinberg gelernt, und mit der Spitzhacke zu arbeiten, wie ein kräftiger Mann, deuchte sie nicht zu schwer. Sie.liess auch einen Goldfischteich anlegen und bestellte den besten Bildhauer des Landes, dass er eine Skulptur schaffe, ein junges Mädchen, das eine Zypresse pflanzt. Dieser Einfall kam von ihr. Das Geld dazu verdiente sie durch den Verkauf von Blumen aus demselben Garten. Sie hatte Ambitionen. Samen, Setzlinge holte sie aus der Gärtnerei des britischen Hochkommissärs, demzuliebe sie sogar Englisch lernte. Er kam denn auch zuweilen oder schickte die „Lady”, um zu beobachten, wie sich der Gedächtnisgarten entwickle. .. Doch gab es Leute, die ir r wegen dieses Unternehmei.3 gram waren. Sie waren der Ansicht, sie leiste ihrem „Privatimternehmen” zuviel Vorschub. Dann ging sie in den Kuhstall und me.iue Kühe. Pünktlich, des Nacnts um 3 Uhr, sobald der VV;i fiter klopfte, eilte die Frau in den Kuhstall. Sie hätte niemals Klage geführt wie manche Junge. Und dann war es doch zuviel — aie Natur lässt sich nicht zum Narren halten —, eines Tages hiess es, Lea habe e ne schwere Blutkrankheit. N:ch medizinischer Vorhersage hätte man ihr nicht viel Zeit geben können. Doch ii .ertrumpfte sie die Wissenschaft. Sie arbeitete zwar m Hause, eröffnete ein Ate.ier für Korsetts: wurde auci auf diesem Gebiet eine Spezialistin; aber sie „arbei ete” an ihrer Wiederges.ndung mit einer Art fsn irischen Ingrimms. Sie bereitete sich selbst eine genaue Diätj sorgte ebenso für Entspannung wie für ausrechende Spaziergänge. Ihr ganzes Leben war unter ein Reglement grösster Ernsthaftigkeit gestellt; dazu gehörte auch englische Literatur, Strick- und Stickarbeiten kunsthandwerklichen Charakters. Trotz schwerer Verluste im engsten Familienkreis liebte sie das Leben auf eine fanatische "Weise. Die ausserordentliche . Charakterstärke hob sie aus dem Milieu eines lahmen Kleinbürgertums. Die Leute Ness Hanissims fühlten sich ihr unterlegen. Diese Frauen bauten einst eine neue Gesellschaft. Diese Gesellschaft aber baute Israel. Manche Junge aber sagt; „Das will ich nicht mehr.” Sie will mit den Kindern im Schatten jener Bäume spielen, die Lea einst gepflanzt hat, damals, als Ness Hanissim noch eine Oede war. KERENKAYEMETH die BRUECKE ZWISCHEN UNS UND 1SRAEU IST DIE BLAUE BUECHSE DES KKL