Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1758 (4.3.1960)
- Date
- 1960-03-04
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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o « 8 S - hÖM Üï G u o < u FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 RAEUTA Ano XXI. BUENOS AIRES, VIERNES 4 DE MARZO DE 1960 No. 1758 EL EJEMPLAR en toda la República 3.- Buenos Aires PUFYRREDON 2190 1? izq. T. E. 83 . 2613 TRUPPENBEWEGUNG IN DER GAZA-ZONE Tel Aviv. — Einheiten der ägyptischen Armee sind in den Gaza-Streifen einmarschiert und bezogen Stellungen längs der israelischen Grenze, wodurch die Posten der UN-Trutpen praktisch isoliert worden sind, wie aus sicherer Quelle verlautete. Es ist das erste Mal. dass iigypti sehe Streitkräfte sich in diesem Gebiet befinden, seit die GN-Soldaten die Grenze zwischen Gaza und Israel bewachen. nachdem Israel im Jahre 1956 den Streifen besetzt hielt und später sein Heer zurückziehen musste. Gleich zeitig wurde mitgeteilt, dass beträchtliche Truppenbewegungen der Aegypter, die mit russischem Kriegsmaterial ausgerüstet sind, zu verzeichnen waren. Nicht bestätigte Berichte besagten, zwei ägyptische Divisionen seien im Grenzgebiet des Gaza-Streifens stationiert, und weitere ägyptische Einheiten sollen sich in Abu Agela und Juaima befinden, wo während des Feldzuges vom Jahre 1956 heftige Kämpfe stattfanden. Weitere Abteilungen der VAl^-Armee sollen anderen Uavúíi H ./* , Haftati , AbjMjy? * Sir*s$en _ V// livic-tohyeHion Hdtnaala Su&pje ff HitUak» -Tlu ne II Die Karle zeigt den Verlauf der Grenze zwischen Syrien und Israel, a>n der die Unruhen ihren Anfang nahmen, welche zu der gegenwärtig herrschenden Spannung führten. Nachrichten zufolge an der Nordgrenze operieren. An dem Aufmarsch, der jüngst in Damaskus stattfand, sollen nur die Nationalgarde und Polizei teilgenommen haben, während das Heer an der israelischen Grenze steht. Die israelischen Militärbehörden haben Vorsichtsmassnahmen getroffen und beobachten ständig die militärischen Bewegungen der Aegypter an den Grenzen, während die Regierung Israels beschlossen hat, die Aufmerksamkeit aller befreundeten Mächte auf die Truppen-Konzentration zu lenken und auf die Steigerung der Spannung zu verweisen, die von Aegypten verursacht wird. Die Beobachter, die sich fragen, was Nasser zu diesem Vorgehen veranlassen könnte, sind der Meinung, dass die Spannung durch Nassers strikte Weigerung, israelische Ladungen durch den' Suezkanal passieren zu lassen, einen Höhepunkt erreicht hat. Zu der Verschärfung der Lage hat ferner die kürzlich« Behauptung Nassers beigetragen, dass die Dreiererklärung aus dem Jahre 1950 gestorben sei, durch die sich die USA, Grossbritannien und Frankreich seinerzeit verpflichteten, sich jeder gewaltsamen Aenderung der arabisch-israelischen Grenzen zu widersetzen. Eine andere Theorie will wissen, dass Nasser durch die Konzentrierung seiner Truppen zu demonstrieren bestrebt sei, wie ernst er seine Drohung meint, dass die Durchführung der israelischen Pläne, die Jordanwasser zur Berieselung des Negew abzuleiten, Krieg bedeutet. Wieder andere sind der Ansicht, die Anwesenheit der ägyptischen Truppen an Israels Grenzen stelle die Antwort Hassers auf Ben Gurions Erklärung dar, er glaube nicht daran, dass Nasser seine Drohung wahrmachen werde. — ATA) Unruhe von Ä (Algier) bis 2 (Zypern) Registro de la j oí edad Intelectual N? 624.070 impreso en la hup: enta POLIGLOTA — Corrientes SI 14 Wir müssen uns anseheinen daran gewöhnen, in Unruhe und dennoch in Vertrauen zu leben, denn die Unruhe um uns nimmt kein Ende und kann nur durch das innere Vertrauen ertragen werden. Bereits die letzten Monate und Wochen des vergangenen Jahres haben Spannungen über Spannungen gebracht, die gelöst werden konnten. Und dennoch hatte man immer wieder das Gefühl. dass eine konträre Art der Auslösung Katastrophen gebracht hätte, von denen sich die Menschheit mindestens lange nicht hätte erholen können. Das technische Zeitalter hat die Menschen so eng zusammengerückt, dass nicht nur der Frieden unteilbar geworden ist, sondern auch die Katastrophe nicht in Teilen eintreten kann, sondern nur für alle — gleichgültig welcher Nation, welcher Rasse, welcher Religion oder welcher politischer Ueberzeugung sie sind. Diese mit Mühe überwundenen Schwierigkeiten des Vorjahres haben sich auch in den ersten Monaten dieses Jahres fortgesetzt oder -sind "durch andere, nicht minder gefährliche ersetzt worden. Wenn wir in dem Titel dieser Betrachtung von Unruhe von A (Algerien) bis Z (Zypern) sprechen, so kann man das dazwischen liegende Alphabet leider fast lückenlos ausfüllen. Dazu gehören zum Beispiel F für Frankreich, I für Israel, Oe für Oestererich, N für Nationalsozialismus und K für Kommunismus. Für wieviel Unruheherde gibt es selbst mehrere Ausdrücke, die denselben Anfangsbuchstaben haben. Nehmen wir zum Beispiel das A für Antisemitismus. .. Bleiben wir hei diesem Beispiel: die antisemitischen Aktionen der letzten Monate sind abgeflaut, haben aber überall eine tiefe Bestürzung und Nachdenklichkeit hinterlassen. Man hat versucht, die Verschiedenheit der Orte, wo sie passierten und auch die Unterschiedlichkeit der Menschen, die sie verübten, auf einen Nenner zu bringen. Auch dieser Versuch beweist schon wieder, dass man es so bequem findet, eine allgemein von GEORG KUENSTLINGER, Wien den Menschen, ten. zu verbrei- Zeugen gesucht Die Staatsanwaltschaft beim Landgericht Waldshut führt ein Ermittlungsverfahren wegen vielfachen Mordes im Zwangsj lager Jezierna bei Tarnopol (Distrikt Lemberg), jn dem fast ausschliesslich j jüdische Häftlinge unter-, gebracht waren. Ueberlebende aus dem obengej nannten Lager werden gebeten, ihre Anschriften der Staatsanwaltschaft { beim Landgericht Walds-! hut in Deutschland unter I dem Aktenzeichen 1 Js 8658/59 mitzuteile*. gültige Erklärung, die auf alles und jeden anwendbar ist, zu finden. Schien es doch so unbequem, den einzelnen Taten nachzuspüren und sie individuell zu verstehen und dementsprechend zu behandeln. Je nach Einstellung und Geschmacklosigkeit sprachen die einen ausschliesslich von kommunistischen Provokationen, andere von der „Langeweile"’ der sogenannten „Halbstarken” (ohne sich die ‘Mühe zu geben, den Gründen dieser „Langeweile” nachzugehen) und schliesslich andere nur von den gelenkten Aktionen durch eine „Nazi - Weltzentrale”. Wir waren und sind noch heute der Ueberzeugung dass das schlagartige Auftreten antisemitischer und nazistischer Aktionen den Beweis für die Lenkung liefert und werden noch auf einiges in dieser Beziehung hinweisen können. Es hiesse aber die Bedeutung und Wirkung vergrössern, wenn man von einer „Welt-Zentrale” spricht. Anderseits soll keine Angst damit erzeugt werden, wenn es als wahr beschrieben wird, dass einzelne Gruppen der Ruhestörer miteinander in Verbindung stehen und sich bemühen, eine internationale Zusammenarbeit zu erreichen. Eine Aussendung der Pressestelle des Schweizerischen Israelitischen Gebeindebundes wies vor einiger Zeit darauf hin, dass nach einer Tagung einer „Europäischen Sozialen Bewegung” fh Rom ein „Nationaler Europa- Kongress” in Malmö stattfand, an dem Sendboten aus neun westeuropäischen 'Ländern teilnahmen. Auch Bayern ist, gemäss einer Erklärung der Sozialdemokratischen Partei dieses Landes, als ein „Weltzentrum faschistischer und antisemitischer Emigrantengruppein aus Ungarn” anzusehen. Als ein weiteres Zentrum des internationalen Antisemitismus ist Kairo zu betrachten. Nicht übersehen dürfen Gruppen in der Schweiz und besonders in Belgien werden. Wir sind nur absolut eragegen, diese Bewegungen als „Neonazismus” zu bezeichnen. Es ist ein Ausdruck, der sich eingebürgert hat, der aber die Sache und die Menschen nicht genügend charakterisiert, selbst wenn unter ihnen „neue” Nazis im Alter von 14 bis 18 Jahren sein sollten — nur deshalb weil sie nach Verlockung und auf Befehl Hakenkreuze schmieren. Die Gruppen und Grüppchen werden nicht von „Neonazis”, sondern von Nationalsozialisten übelster, alter Prägung gelenkt. Das hat die Verhaftung des 71jährigen Kärntner Rechtsanwaltes Dr. Albreeh^ Alberti bewiesen, der Schulungskurse über Nationalsozialismus und Antisemitismus abhielt. Dass er wegen „Gehirnerweichung” unter Polizeiaufsicht in ein Spilal | Die letzten Tage waren gekommen ist, war gut. Nur auch erfüllt von Nachnchschade, dass man das vor ' Jahrzehnten nicht mit einem gewissen Adolf Hitler tat. Anderseits verschafft es dem Demokraten tiefste Befriedigung, dass ebenso weltweit wie die verbrecherischen Taten auch die Proteste waren. In diesem Zusammenhang muss ganz präzis der Unterschied zwischen dem Schmieren antisemitischer Parolen in z. B. Amerika und Grossbritannien einerseits und in Deutschland und Oesterreich andererseits herausgearbeitet werden. So bedauerlich es ist, und so verschiedene Erklärungen eine psychologische Analyse für diese Taten in den angelsächsischen Ländern bietet, so eindeutig muss immer wieder betont werden, dass das Hakenkreuz in den deutschsprachigen Ländern das Abzeichen von Mördern ist und damit das Fanal zu neuen Mordtaten. Hier liegt der grosse Unterschied. Durch die Hitler-Bewegung wurde das Hakenkreuz eindeutig zum Bekenntnis, für Mord bereit zu sein! Ob der Abscheu gegenüber den letzten antisemitischen Aktionen von Seiten von Einzelpersonen, mächtigen Organisationen und Regierungen allerdings ein Weg zur Heilung bedeutet, das muss leider bezweifelt werden. Nur dann wird er wirksam, wenn die wenigen Personen, die zum gewohnten Mord zurückkehren wollen, die absolut geschlossene Einheitsfront aller anständigen Menschen vor sich sehen. Es wird die Aufgabe der Jugenderzieher sein, das von allgemein gültigen, moralischen und ethischen Grundsätzen aus Verwerfliche des Hakenkreuztums vor Augen zu führen und wahre Humanität, die Lehre über -ser als heilen! ten über wieder aufgetlammte Gefahren an der Gienze Israels. Wohl scheint der Konflikt mit Syrien wieder im Abflauen begriiien, doch wurde uns wieder krass vor Augen gerückt, wie es —■ wiederum einmal — nur eines Funkens bedarf, um einen Weltbrand auszulösen. Denn, ein Krieg zwischen Israel und seinen arabischen Bedrängern würde nicht mehr „lokalisiert” werden, können. Wie lange noch wird der ägyptische Diktator seine Politik der Provokation fortführen dürfen, Truppen selbst in die Halbinsel- Sinai zu schicken, aus der die israelischen Truppen sie 1956 zwar hinausjagten, aber sich — dem Befehl der Vereinten Nationen folgend —1 wieder zurückgezogen. Wo bleibt hier die Stimme der UN? Ist denn der offizielle Kommentar von Radio Kairo, „die beiden Zangenbacken Aegypten und Syrien seien bereit sich zu schliessen und Israel dazwischen zu zermalmen”, so harmlos zu nehmen? Hat man nicht die Ankündigungen Hitlers; er werde das Rheinland, Oesterreich, den Sudetengau usw. dem Deutschen Reich einverleiben, auch alse Grosspreeherei genommen? Er hat es getan. Wer wird Nasser stoppen? Ministerpräsident Ben Gurion hat die Vereinten Nationen mit der Verantwortung für die israelische Vergeltungsaktion an der syrischen Grenze belastet. Wie recht hat er doch gehabt! Aufzubauen, nachdem zerstört wurde — das ist ein Teufelskreis, aus dem es kein Entkommen gibt. Es mtiss verhindert werden, dass es zu Zerstörungen kommt. Vorbeugen ist bes- Erklärung Mosche Dapns Miami Beach. — General Mosche Dajan erklärte, Israel habe seine Armee nicht mobilisiert, trotzdem die Araber ihre Truppen an die israelischen Grenzen werfen. Gleichzeitig wird berichtet, dass Expräsident Truman das State Department aufforderte, eine energische Politik einzuschlagen, um die Beilegung des Konfliktes zwischen den arabischen Staaten und Israel herbeizuführen. Auf einem zu seinen Ehren veranstalteten Bankett, mit dem die israelische Bonds-Kampagne eingeleitet wurde, sprach Dajan, der jetzige Ackerbauminister Israel, zu 1.900 Delegierten aus den USA und Kanada. Er gab seiner Ueberzeugung Ausdruck, dass Israel imstande sei, sich allein zu verteidigen. „Wenn die Araber jetzt einen Krieg entfesseln, so zweifle ich nicht daran, dass sie ihn verlieren werden. Daher können wir uns erlauben, unsere Armee nicht za mobilisieren, selbst wenn die Araber ihre Truppen an unsere Grenzen werfen”, führte Dajan aus. Er warnte andererseits davor, in den Irrtum zu verfallen, übersehen zu wollen, dass die arabischen Regierungen ständig mit Waffen versorgt werden. Harry S. Truman bezog sieh in seiner Rede auf das Aufflackem der Orientkrise und die Verschärfung der Spannung zwischen Israel und seinen Nachbarn. Er bezeichnet es als Pflicht seiner Regierung, ihren Einfluss in jeder Weise geltend zu machen, um durch eine energische Politik die Beilegung des Konflikts zu erreichen. (ITA)