Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1748 (26.1.1960)
- Date
- 1960-01-26
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Expedition ins Landesinnere Kurz bevor die neue Henriette Szoldstrasse zu dem im Bau befindlichen „Medical Centre” der Hadassah bei Jerusalem führt, zweigt ein schmaler, holpriger Weg nach Ora ab, einem Moschav von Neueinwanderern. Vor noch nicht langer Zeit fanden Spaziergänger, dass dort die Welt sozusagen zu Ende ist — auf der anderen Seite des Moschavs lag ein Bergland, unberührt in seiner Grandiosität aber weder Pfad noch Strasse führten dorthin und irgendwo hinter den Bergen lief die transjordanische Grenze entlang. Heute nimmt eine neue Welt von Ora ihren Anfang. Eines Tages kam Simcha Soloweitschik, der für die Gandentwicklungs - Arbeiten des Keren Kayemeth im Zentrum und Süden Israels verantwortlich ist, mit seinem Stationwagen und machte den Eindruck eines Zauberers, der dabei ist, ein Kaninchen aus dem Aermel zu von HERBERT FREEDEN schütteln. Wir fuhren auf die Eichung der Hadassah zu und in der Tat schüttelte er etwas viel Grösseres sozusagen aus dem Aermel; eine Strasse. Als wir nach Ora abbogen, dehnte sich plötzlich statt der Bergwände jenseis des Dorfes eine neue Chaussee vor uns aus. „Expedition ins Innere?” fragte ich. „Ja, in ein Stück unentdecktes Israel”, erwiderte er. Um ein Land zu erschlossen, braucht man einen Schlüssel; eine Strasse ist solch ein Schlüssel. Was eben noch in der Weite lag, ist nahegerückt, was unzugänglich war, hat sich aufgetan — Neuland-ist gewonnen. Das Auto sauste die Strasse entlang, die noch nicht asphaltiert ist, aber deren Unterbau so stark und fest ist, dass auf ihn bereits heute nicht nur Tender und Stationwagen, sondern auch Autobusse fahren könnten. Israel muss Waffen haben Jerusalem. — Israel muss in naher Zukunft seine Waffenkäufe beträchtlich vermehren, um den beständigen Zufluss von Kriegsmaterial im besonderen sowjetischer Herkunft an die arabischen Staaten auszugleichen. Im entgegengesetzten Fall wird das Riktungs- Gleichgewicht gestört sein und die Araber werden über so viele Waffen verfügen, dass sie sich ermutigt fühlen könnten, ihr Glück in einem neuen Vernichtungskrieg gegen Israel zu erproben. Zu dieser Schlussfolgerung scheint ein 45 Seiten starkes Memorandum über die Sicherheits'.age Israels 2u gelangen, das Ministerpräsident und Verteidigungs- Minister Ben Gurion vorgelegt wurde. Die Sicherheitslage wurde diesmal als so bedeutend angesehen, dass zum ersten Mal in zehn Jahren der Staatspräsident, Jizchak Ben Zwi, der Sitzung beiwohnte, bei der Generalstabschef und Vizf.mmister Shimon Peres anwesend waren. Die Beratungen währten zweieinhalb Stunden. Das Kabinett diskutierte nicht, die Einzelheiten des Berichts und verschob die Debatte über die aussenpolitischen und ökonomischen Gesichtspunkte bis zur Rückkehr von Aussenminister Golda Meir und bis zum Beginn der Budgetarbeiten (ITA) ■ Mein Begleiter war mit Recht stolz auf ein Werk, das seinesgleichen nicht nur in unserem Lande hat; 40 km lang wurde die Strasse buchstäblich aus Berg und Felsen geschlagen — in einer Breite von ca. 16 m — und nach ihrer Asphaltierung dürfte sie zu einer Chaussee von „Grad 1” werden. Maschinen modernster Konstruktion zusammen mit dem „know how” unserer Ingenieure haben dieses Werk zustande gebracht. Diese Strasse führt südlich vom Dorf Amindav nach Beth Guvrin und durch den östlichen Teil des neuen Entwicklungsgebietes von Adullam. „Vorläufig” setzte Herr Soloweitschik hinzu und erklärte, dass dies nur die erste Etappe des Baues ist; die zweite Etappe wartet nur noch auf das Budget — die Fortsetzung der Strasse über Adorajim nach Beerscheba, die die Entfernung von Jerusalem nach der Hauptstadt des Negew auf 80 km verkürzen wird, eine Ersparnis von, 30 km gegenüber heute. Man muss kein Fachmann sein, um feststellen zu können, was diese Strasse s:edlungsmässig und landwirtschaftlich bedeute- und welches neue Potential sie in dieser Gegend geschaffen hat. Tausende von Dunam von Land, die bisher im wahrsten Sinne des Wortes unzugänglich waren, können nunmehr der Nutzung zugeführt werden, entweder durch Entsteinung und ande. re Urbarmacnungsarbeiten für landwirtschaftliche Zwek ke, oder soweit die Beschaffenheit des Bodens das ausschliesst, für Bewaldung. Hier wird auch ein neues grosses Waldgebiet entstehen, der Freiheitswald der amerikanischen Judenheit, der sich über 2.000 Dunam erstrecken wird und in dem fünfzig Staaten, jeder mit einem eigenen Wald, vertre. ten sein werden. Im Zentrum des Waldes, der auf die Gesamtzahl von zwei Millionen Bäumen gebracht werden soll, wird eine Kolonnade von 50 Säulen in Form eines Quadrats errichtet werden, jede Säule für einen amerikanischen Saat, der an der Pflanzung des Waldes Anteil hat. An den Seiten werden zwei 15 Meter hohe Türme errichtet werden, von denen die Besucher die herrliche Landschaft weit über die Küstenebene bis zum Meere übersehen können. Es ist geplant, zwei Dörfer zu gründen, deren Bewohner die Pflanzung und Pflege des Waldes übernehmen, seine Produkte nutzen und ausserdem neugewonnenen Boden unter den Pflug bringen sollen. Dieses Gebiet, das die Strasse „entdeckt” hat, hat viele historische Assoziationen. Hier lag das alte Bittir, eine jüdische Stadt aus der Zeit des Zweiten Tempels, die nach talmudischen Berichten zehntausende von i Einwohnern mit zahlreichen Synagogen und Jeschiwoth zählte und dank der grossen Wasservorkommen in der Nachbarschaft ein intensives landwirtschaftliches Hinter, land hatte. Die Stadt bestand noch 70 Jahre nach der Zerstörung des Tempels, bis ihre Einwohner unter der Führerschaft von Bar Kochba sich gegen die römische Herrschaft auflehnten. Ihr Kampf hatte schon ein Jahr gewährt, als ein Verräter die Geheimnisse ihrer Verteidigung preisgab und die Stadt fiel. Reste ihrer Mauern und Gebäude, sowie hebräische und lateinische Inschriften zeugen noch heute von ihrer Grösse. Einmal hielt der LA SEMANA ISRAELITA BISEMANARIO INDEPENDIENTE B*. JUin — PUEYRHEDON 2190, 1» i*q. — T. E. 83-2613 26. Tevei 5720 26. Januar 1960 ESTUDIO JURIDICO MINACIONM Dr. Hardi Swarsensky Asuntos Europeos exclusivamente t Sprechstunden: Dienstag, Mittwoch u. Freitag v. 15—11 Uhr I g Dr. Günter Frey S , » Asuntos Argentinos y Sudamericanos £ TESTAMENTE - ERBSCHAFTSSACHEN j VERTRAEGE - VERWALTUNGEN! BUEROZEIT: 10—12 und 15—18 Uhr % PUEYRREDON 2190 esq. Av. LAS HERAS ~ T. E. 81-2613 % Praktischer Vorschlag? Jerusalem. — Der libanesische Aussenminister Hussein Awoini versprach der Parlaments-Kommission für auswärtige Angelegenheiten, dem Rat der Arabischen Liga in Kairo „praktische Vorschläge” für die Ansiedlun2 der arabischen Flüchtlinge 2U unterbreiten, wie jetzt verlautete Man glaubt, es handele sich um eine Wiederan. siedlung in den Gastländern selbst. (ITA) Einladung an Castro Havanna. — Das kubanische Aussenministerium teil, te mit, dass der Präsident der VAR Nasser die Einladung angenommen hat, welche Premierminister Fidel Castro an ihn ergehen liess, und in Kürze Kuba besuchen wird. Castro wurde eingeladen, der VAR einen Besuch abzustatten. (ITA) I Wagen; am Wegrand lag eine Höhle mit sechs Gräbern aus jener Periode. Die neue Strasse verläuft in einer Entfernung von manchmal nur wenigen Ki. lometern entlang der transjordanischen Grenze. Bis vor kurzem war das Gebiet praktisch „Niemandsland” gewesen, wenn auch politisch zum Staatsgebiet Israel gehörend. Das Gelände wa: ein Tummelplatz von Maraudern und Infiltranten un ' auch arabische Hirten trieben ihre Herden hierher, weil es von israelischer Seite her so gut wie verschlossen war. Die Grenzpolizei konnte, wenn überhaupt, nur mit Hilfe von Maultieren eine sehr lückenhafte Kontrolle ‘<usüben. Jetzt hat sich hie» Sicherheitslage mit einem Schlag geändert und es ist nur zu verstehen, dass General Chaim Laskow, als er mit hohen Offizieren seines Stabes von Joseph Weitz, dem Land-Chef des Keren Kayemeth über die neue Strasse geführt wurde, seine Genugtuung dem KKL gegenüber für dieses Werk ausdrückte. AUTO - REPARATUR - WERKSTATT „BENO“ BENO HUTSCHNECKER Arda. CONSTITUYENTES 4902 (Eck« Monroe) T. E. M 220» Jüan Schottlacnder Ywadwruagw )»d«r Art — JUNCAL 2170 T. Ej 82-1732 Vom Guten bis zum Besten ~ finden Sie in unserem Hause modische Herrenbekleidung in einer Auswahl, wie sie nur ein grosses Spezialgeschäft bieten kann. Selbstverstänlich werden Sie stets individuell und fachmännisch beraten. Im Total - Ausverkauf 30 % Rabatt bei Barzahlung 15 % Rabatt bei Zahlungserleichterung Unseren motorisierten Kunden, falls sie in der Avenida 9 de Julio keine Parkmöglichkeit haben, vergüten wir während ihres Aufenthaltes hei uns das Parken im Keller des Kino Rex. Lavalle 870 T. E. 35-1110 FIAMBRERIA Alle Arten Aufschnitt — Konserven — .Getränke — Auch koschere Würste — Grosse Auswahl in Cognacs, Weinen, Likören etc. — Preiselbeeren — KNORRSUPPEN_ FISCHKONSERVEN 25 DE MAYO 719 r* Ink.: FEDERICO SWARSENSKY