Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 6 (1945)
- Issue
- 344 (9.11.1945)
- Date
- 1945-11-09
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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12 JÜDISCHE WOCHENSCHAU 9 de Noviembre de 1945 — Año VI — N* 344 ,-N* * I 1 « rr Wiedereröffnung ab 1. November Isla "Los Indios Inh.: Schiffer herrlicher Aufenthalt 32 Hektar Wald. Obstbäume 50 Zimmer, 15 Bäder. Zimmer mit eigenem Bad, auch warme Bäder, elektr. Licht, Eisschrank, Schwimmen, Rudern, Angeln, Ping-Pong Pensionspreis $ 6.— und 7.— 4 mal täglich erstklassige Verpflegung Schriftliche Anmeldungen und Rückfragen: Arroyo Borches Canal San Fernando 8.3Ö und 15 Ufir ab San Fernando Bis 15. Dezember Anmeldungen nicht erforderlich DIE DEUTSCHEN IN HOLLAND VIÑA DEL MAR CHILE 7. norte 656 Tel. 81 418 Die fuehrende Residenzial Erholung Ruhe Diaelverpflegung Departamentos _^*jnit allem Komfort (8. Forts-'J.zung) - Anfang 1942' begann man die holländischen Provinzen juden- ' rein zu machen. Die ersten Juden kamen erschreckt und ausgeplünderi aus Zaandvoort und Zaandaam in Amsterdam an. Der Bürger- : ineister Ravenzwaag, ein berüchtigter Nazi, wollte diesen Juden nicht zu bleiben gestatten, und sie erhielten den Befehl, die Stadt innerhalb von vierundzwanzig Stunden zu verlassen. Zuerst wurde das Inventar aller jüdischen Häuser und Wohnungen aufgenommen, und dann wurden sie vollständig ausgeräumt. Das Wohnungsamt versuchte, eine Unterkunft für die neuen “Flüchtlinge’’ zu finden. In den wenigen Fällen, in denen die Eigentümer jüdischer Wohnungen ihre Mitarbeit verweigerten, wandte das Wohnungsamt Zwang an j SABOTAGE UND REPRESSALIEN In Bussum ereignete sich ein Sabotageakt. Ein Telefonkabel, das die Militärbehörden benutzten, wurde durchschnitten. Als Repressalie wurden 30 Geiseln, darunter einige Juden, verhaftet. Ungefähr zur selben Zeit wurde ein deutscher Soldat in Harlem erschossen. Die | Vergeltung bestand in der Erschiessung von sieben “Ariern” und l drei Juden. Die Jüdischen Opfer waren der Oberrabbiner Frank, Herr Herbert Drilsma. der Präsident des Judenrates von Haarlem, und Herr B Chapon, der Präsident der Haarlemer jüdischen Gemeinde. Ihre Familien, einschliesslich derer, die den Schutzstempel besassen, wurden nach Polen verschickt. Sogar die “gestempelten” Mischehepaare mussten Haarlem verlassen. Am 2 Januar 1942 wurden vierzehnhundert Juden zusammengerufen. um in dem Gebäude der Diamantenbörse ärztlich untersucht zu werden. Die körperlich tüchtigen vo^ ihnen wurden innerhalb von zwei oder drei Stunden in ein holländisches Arbeitslager verschickt. Ueber achtzig Prozent wurden für untauglich befunden, was zur Folge halte, dass man die jüdischen Aerzte, die die Untersuchung durchgeführt hatten. entliess und “arische” Aerzte, die erprobte Nazis waren, an ihre Stelle setzte. Jetzt klappte die Sache. Alle Juden wurden für gesund erklärt und in das Arbeitslager geschickt. Es geschah des öfteren, dass diese Zwangsarbeiter bei der Rückkehr von ihrem harten Tageswerk weder Frau noch Kinder vorfanden, die in der Zwischenzeit abgeholt worden waren. Dem Judenrat gelang es in den seltesten Fällen, erfolgreich zu intervenieren, damit die Familien zurückgeschafft wurden. Häufiger kam es so, dass der Vater seiner Familie folgen musste, denn die Deutschen hatten es sich zum Prinzip gemacht, alle Familienmitglieder vereinigt zu sehen... JUDENJAGD UYI GHETTO Im März begannen die Deutschen, die jüdische Bevölkerung im Arbeiterviertel Amsterdams zu konzentrieren. Dies war das afte Judenviertel, das die Plantage, Transvaal und den Distrikt an der Amstet umfasste. Tausende von Juden wurden gezwungen, ihre Wohnungen zu verlassen und in dieses Viertel überzusiedeln, und Hunderte von Lastwagen mit Möbeln gingen nach Deutschland als “Liebesgaben des holländischen Volkes” ab. Die Deutschen machten sich nun die Sache leichter Das gejagte Wild hatte jetzt keine Möglichkeit mehr, zu entkommen; hier waren die Juden in sicherem Gewahrsam, denn der Distrikt ist von Kanälen umgeben, und es ist nur nötig, die Brücken hochzuziehen. Eine kleine Anzahl von Polizisten konnten mit Hilfe einiger holländischer Quislings das Judenviertel überwachen 1 und bei der geringsten Provokation jede beliebige Person festnehmen, I die bei der Uebertretung irgendeiner der vielen Bestimmungen und j Erlasse gefasst wurde. Diese Beute war sogar wichtiger und interes- I santer für die Judeniäger. Es waren ‘‘Kriminalfälle”, durch die jeg- | licher “Schutzstempel” ungültig wurde. Ein solcher “Kriminalfall” wurde ins Gefängnis gebracht, wo er warten musste, bis mehr Fälle angekommen waren, um dann in ein Sammellager geschafft zu werden, Hier wurden keine Ausnahmen anerkannt. Die Männer wurden kahl geschoren, bekamen Gefängniskleidung und mussten harte Arbeit leisten. Ein neuer Erlass ordnete an, dass alle unverheirateten Juden, in die Arbeitslager mussten. Jeder wusste, was dies zu bedeuten hatte, und viele heirateten, um dem zu entgehen. Daraufhin wurden alle Eheschliessungen verboten. Ungefähr zur gleichen Zeit wurden alle Juden, die, gemäss der Aufgebote im Standesamt, versuchten, christliche Frauen zu heiraten, des Nachts von der Gestapo verhaftet und in ein Konzentrationslager geschickt. DER GELBE FLECK Am 29. April 1942 wurde eine Bestimmung von grosser Bedeutung bekanntgegeben. Es war die Verfügung, die den gelben Fleck einführte. Dieser Erlass trat am 2. Mai in Kraft, und an diesem Tage konnte man viele “Arier” mit gelbem Band oder gelber Blume aus Solidaritätsgefühl mit den Juden sehen. Der gelbe Fleck brandmarkte den J*dsn öffentlich. Er wurde dadurch vor der Welt zu einem Ausgestossenen, mit dem die Nichtjuden nach ihrem Belieben umgehen konnten. Zuerst verstanden wir noch nicht die Volle Bedeutung des gelben Unterscheidungsmals. Die Mehrzahl trug es mit Stolz UTld würde> aber einige betrachteten es als ein Zeichen des Unglücks und schämten sich seiner. Sie versuchten, den Fleck unter dem Hut oder unter der Handtasche zu verbergen. Aber es dauerte nicht lange, bevor die Vergeltung sie ereilte, denn Spione in unauffälliger Kleidung beobachteten diese “fleckenlosen” Personen, und es setzte bald eine wilde Jagd ein, um die “Verbrecher” dingfest zu machen. Mitten in diese Ereignisse fiel die Polizeistunde. Keinem Juden war es gestattet, zwischen acht Uhr abends und sechs Uhr morgen auf den Strassen zu sein, sie durften nicht einmal aus den Fenstern sehen, sich auf dem Balkon zeigen oder sich im Garten aufhalten. Man entzog innen die frische Luft und stellte sie ausserhalb der Gesetze. GARTENEROEFFNUNG AM 10. NOVEMBER mi hogar; ZAP IO LA 1?00 U T..- 7 3 pamPA 53Ö5 ANEXOS: PINO 3075 H? PINO 3185 — ZAPIOLA 1701 und 1699 Der grösste Wiener Kaffeehausgarten FRANZ in der Zapiola 1700, an der Estacion Belgrano R. 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Lages erklärte, dass es sich nur lim eine Gruppe von neuen Zwangsarbeitern handele und um nichts anderes. Der Judenrat wurde aufgefordert, die technischen Einzelheiten des Aufrufes unverzüglich zu erledigen. Er erhielt drei Listen ausgehändigt und musste versprechen, die genauen Adressen anzugeben und die Listen vor Mitternacht zurückzugeben. Das Sekretariat des Judenrates ging sofort an diese verteufelte Arbeit. Diejenigen, die ein rotes Kreuz hinter ihren Namen hatten, -wurden nicht aufgerufen. Sie wurden von den Heeresbehörden in Baam reserviert, da sie bei “wichtigen Arbeiten”, beschäftigt waren. Der Judenrat hatte das Recht, die Namen seiner Angestellten und deren Familien, diejenigen von Kindern unter 16 Jahren, Aerzten, Krankenpflegepersonal und Eigentümern jüdischer Geschäfte mit einem blauen Kreuz zu versehen- Schon am frühen Morgen des nächsten Tages wurden schriftliche Stellungsbefehle ausgesandt aber die -Polizei musste vieie von diesen zurückgeben, da sie nicht zu bestelle^ waren. Der Judenrat wurde unverzüglich zusammengerufen. Er organisierte einen Botendienst, und die Angestellten rasten auf ihren Fahrrädern dui’ch die Stadt, um den Opfern die Nachricht zu überbringen. Viele Tausende von eingeschriebenen Briefen wurden versandt, die die Empfänger aufforderten, sich an einem bestimmten Ort mit Arbeitskleidung, einem Rucksack und Lebensmitteln für acht Tage einzufinden. (Fortsetzung folgt.) Unterricht in den Ferien Vorbereitung für alle Grade in der Stadt oder auf dem Kamp. Englisch für Kinder und Erwachsene. 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