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Jüdisches Volksblatt · 1921-02-11 · 12 (11.2.1921) · p. Seite 6

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
3 (1921)
Issue
12 (11.2.1921)
Date
1921-02-11
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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©sOV . m-c , -- Brüttn. Der „Verein Jüdische Schule" bittet mit Aufnahme folgendes Aufrufes: An alle Volksgenossen! . Eine der hei jje, sehnten Forderungen des nationaljüdischen Programme-?, die jüdische Schule ist verwirklicht, die jüdische Volksschule und das Rcforntrealgymnasiuin in Brünn haben ihre Pforten geöffnet. Nun, da der Unterricht begonnen hat. beginnt so recht erst die Arbeit des Vereines „Jüdische Schule". Seine Organisation aus-- bauen, die materiellen Grundlagen für das jüdische Schulwerk auf Jahre hinaus schaffen, das find die großen Aufgaben der Zukunft. Hier bedarf cs des Mitwirkens aller nationalge'innten Juden. Nicht für die jüdischen Kinder Brünns, sondern für alle jüdischen Kinder stehen diese Schulen yffeit und insbesondere das Reformrealgpmnasium soll alle umfassen, die sich dem Studium ividmen wollen. Was ist zu tun? Allerorts, wo Juden wohnen, müssen sich Ortsgruppen und Zahlstellen des Per. „Jüdische Schule" bilden, jed.r der sich Nationaljude nennt, muß Mitglied sein. Mat.rie.le Ops r mü sen gebracht wer.en. Grundsteine zu 1000 Kr., Bausteine zu 500 Kr., Ziegelsteine zu 100 Kr. werden uns ermöglichen, das notwendige Schulgebäude zu bauen. Nationale Vereine mögen ihre Mitglieder besteuern, einen Teil des Reinertrages ihrer Veranst a ltn n gen abführen.' Nur im Zeichen der nationalen Opfer- Willigkeit werden wir siegen! I u de n! Wc r b e t u n d s v e n d c t f ü r das jüdische Sch ul werk! Verein „Jüdische Schule". Zuschriften sind zu richten: Verein „Jüdische Schule" Brünn, Koliste 57. — Spenden an die Vercinsleitung oder aus Konto des Vereines Sei der Jüdischen Vokksbank und Wiener Bankverein in Brünn. Goya. In Verbindung mit der Jfr. Knltusxemeinde veranstaltete öer „Iüd. Bokksrat" Capa, am Mittwoch, den 2. Februar eine Versammlung in der Tr. Gustav Kol,n aus Mährijch-Ostrau über „Keren Hchestod als Instrument des Aufbaues Palästinas" sprach, lieber die Versammlung, die Vorkonferenzen, an denen auch die Vertreter aus TcnnHoritz. Koritfchan, Austerlitz teilnahmen wollen wir später berichten. - P i e st a n y. Eisig kalt bis ins Innerste durchtoeht ein stürmischer Nordwind eine vornehme und große Trauergemeinde. Hunderte Menschen trotzen Sturm und Wind, Eis und Schnee und sind im Begriffe einem der edelsten ihrer Gattung die letzte Ehre zu erweisen. Ein guter, edler Mensch hat die Stätte seiner rastlosen Tätigkeit im Dienste der kranken Menschheit für immer verlassen und ruht nun still und erhaben mit zusammengepreßten Lippen und geschlossenen Augen blaß und fahl vor uns. Dr. Ferdinand Ncuwirth Kommunal- und Kreisarzt ist tot, ihm zu Ehren hat sich die ganze Bevölkerung des Ortes ohne „Jüdisches Dolksblattich. Fe'brucr» Nr. IS Klassen- und Rassenunterschied versammelt. Sein rastloses Arbeiten, seine aufopferungsvolle .Hingabe für seine Patienten hat ihn früh genug im 63. Lebensjahr ins Grab gebracht. Mit dem Keime einer Lungenerkrankung in sich, hat er es nicht verschmäht vom frühen Morgen bis spät am Abend, ja sehr oft sogar halbe Nächte hindurch zu Fuß und per Wagen die armseligsten,, schiefen Hütten anfznsuchen, überall dort zu sein, wo seine .Hilfe am notwendigsten war, und seinen armen- und ärmsten Patienten nicht nur Trost und ärztlichen Rat zu spendenf sondern oft genug zum Rezept auch den nötigen Betrag bcizufügen um seinen armen Patienten zu ermöglichen sich die teueren Medikamente derbeizuschassen. Im öffentlichen Leben hat er sich stets für die Interessen seiner Volksgenossen eingesetzt und hat sich bei allen Schichten der Bevölkerung der größten Sympathien erfreut. Sein Haus war eines der wenigen Häuser dieser Kreise in der Slowakei, wo das jüdische Buch und die jüdische Zeitschrift einen Ehrenplatz am Familientisch eingenommen hat, als Mitglied der Jmit (Üng. Iüd. Kulturverein), hat er für die jüdische Kultur stets das wärinste Interesse entgegengebracht und dieselbe gefördert. In den letzten Jahren hat er sich infolge seiner Krankheit vom öfesntlichen Leben zurückgezogen, wer aber sein strahlendes Gesicht gesehen, als er bei den letzten Wahlen seinen Namen in die jüdische Kandidatenliste eingetragen bat, mußte sich sagen: .hier gvird ein ganzer Mensch und ein guter Jude zu Grabe getragen. Mischer Lswrt ssss I. S. K. Hakoah Olmütz. ' _ Sonntag, den 20. Februar 1921. veranstaltet die Okmützer Hakoah in den Nedoutechälen eine große Akademie mit anschließendem Tanz. Einige hervorragende Kunstkräfte wurden. bereits verpflichtet. Beginn Halo 8 Uhr. Näheres folgt in Kürze. — Unter der bewährten Leitung des Herry Klein wurde ein Schiedsrichierkurs für Fußball' abgehalten, der bereits abgeschlossen ist. — ML dem Training wurde am 16. Jänner begonnen, dir Frühjahrssnison wird am 6. März eröffnet. Gau Nordmähren Schlesien des I. F. B. (Amtlich.) Tie Adressen der dem Gau unterstellten Vereine sind: 2. K. Makabi M.-Ostrau — I. Atz S. K. M.-Ostrau Willi Mahner, Kircheng. 25. — Hakoah CI* mütz, Josef Jarolim, .Hauptbahnhof. — Hakoah Witkowitz, K. Rosenberg, Alexanderstr. — Hakoah Troppau, V. Feiler bei Löw Beer, Weinrcb. — Makabi Neutitschcin, Knpfcr» mann. — Makabi Hruschau, I. Zarnowieyky. — Hakoah Orlau, O. Barber. — Makabi C derb erg, Josef .stippl. — Makabi Teschen (unbekannt). — Die Beiträge für den Verband und Gau sind auch-für das Jahr 1920 zu bezahlen. Konsignationslisten erhält jeder Verein vom Gau zngestellb — Jeder Verein kann zu den Gauvorstandssitzungen ein Mitglied, das beratende Stimme hat, entsenden. Nächste Sitzung Sonntag, den 13. Februar um halb 10 Uhr im Sitzungssaalc der Knltusgömeinde. Urteile für Preistrelbrreien. Im Sprengel der Staatsanwaltschaft in Mähr.-Ostrau (Gerichtsbezirke Mähr.-Ostran und Mistel) wurden im, Jänner 1921 13 Personen und zwar wegen Vergehens des Kettenhandels und Preistreiberei verurteilt: Davon 7 Personen zu 6 Monaten strengen Arrestes und zu einer Geldstrafe von 10.000 Kr., 1 Person zu 5 Monaten und 14 Tagen strengen Arrestes und zu einer Geldstrafe von 10.000 Kr., 2 Personen zu 14 Tagen strengen Arrestes, 1 Person zu 12 Tageck strengen 'Arrestes und einer Geldstrafe von 500' Kr. und 1 Person zu 2 Tagen strengen Arrestes und einer' Geldstrafe von 50 Kr. Bei den Bezirksgerichten wurden wegen gerichtlichen Uebertretungen nach den Preistreibcreigesetzen, namentlich wegen Preistreiberei 13 Personen zu strengen Arreste in der Tauer von je 14 Tagen und wegen Verwaltungsüüertretungen 22 Personen zu einer Geldstrafe von je 50 Kr., im Nneinbringlichkeitssalle zu einer Arreststrafe in der Tauer von 24—48 Stunden verurteilt. In allen Fällen wurde nach den Wuchergesetzen vom 17. Oktober 1920, Nr. 568, Slg. der Ges. und Bdg. zugleich der Verlust des Wahlrechtes. und der Wählbarkeit, sowie der Verfall der beschlagnahmten Ware, mit der der Wucher getrieben wurde, ausgesprochen. Wegen Vergehens des Wuchers wurden 40, wegen Uebertretungen 32 und wegen Verwaltungsübertretungen 25 neue Strafanzeigen eingebracht. ITTHirillblMMUill ItlTTJil Mil Harte *5—6 Hektoliter fassend, auch einbvdige und reparaturbedürftige, kauft Tauerkrautfabrik „Exzelsior", Mähr.-Ostran, Mozartstraße ,">. w NftHHMCHIfiSN eritkl. autiändliche Fabrikate liefert zu Fabrikpreisen in, Utiaii, MWM Ü SB ~ 35752 ~~ En gros En detail. Tw>2 streng ip» Jj Gebe hiemit bekannt, daß ich an- ( schließend an meine Restauration r eine Frlhstlckstuki eröffnet habe. Ab 9 Uhr früh Warme Speisen und sämtliche Wurst- und Selchwaren slowakischer Spezialität. Achtungsvoll Sa iE ES ÜE ft, T: Restauration Mähr.-Ostrau, Str. d. £, Leg. 6 (Neug.) Alteisen! Altmetalle und Hadern kaust auch in kleine» Quantitäten zu den höchsten Preisen Oskar Flaumcnhaft, M.-Ostrau, Kirchenplah Nr. 4. reaMHi Sbeüimlor $ermann Seit, Lonzertsänger und .Konservatorist, geprüster Musiklehrer, empkiehlt fi h bei jüdischen Veranstaltungen und Akademien für künstlerische Vorträge von osijüdischen Liedern. Am Repertoire über 100 Lieder. 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