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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1901-11-15 · 46 (15.11.1901) · p. Seite 736

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
46 (15.11.1901)
Date
1901-11-15
Page
Seite 736 (sequence 16)
Language
German
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Seite 736. Israelitische Wochenschrift. Nr. 46. Dr. Aschkanaze aus eine von einem Verstorbenen ihm ausgestellte Empfehlung, zu erwähnen, daß uns aus dem früheren Wirkungskreis des Herrn Dr. A. Zeugnisse zugegangen sind, die nichts weniger als empfehlend lauten. Unzutreffend ist ferner die Behauptung, daß Herr Dr. A. nur wegen der Ausführlichkeit seiner prozessualischen Schriftsätze, in Strafe genommen sei; die Verurteilung ist vielmehr wegen „usömmelig og utilbirlig Procedure“, d. i. wegen „unanständiger und ungebührlicher Prozedur" erfolgt. Vollständig wahrheitswidrig ist weiter die Behauptung, daß Herrn Dr. A. zuerst die staatliche Berechtigung gegeben sei, jüdische Trauungen ohne vorausgegangene standesamtliche Eheschließung vorzunehmen. Dieses Recht hat der Vorsteher unserer Gemeinde seit deren Bestehen, d. i. lange ehe Herr Dr. A. hierher kam, durch das norwegische Gesetz vom 27. Juni 1891, „betreffend christliche Dissenter und andere Mitglieder der Staatskirche" besessen, dessen § 8 lautet: „Ein Prediger oder Vorsteher einer geordneten Dissentergemeinde hat das Recht, Trauungen vorzunehmen zwischen Dissentern, von denen der eine oder beide seiner Glaubensgenossenschaft angehören, insofern die Formen, unter denen die Eheschließung in der betreffenden Gemeinde vollzogen wird, vom König anerkannt sind." Unsere Gemeinde hat in ihrem Statut s. Zt. aus Ausübung dieses Rechtes ausdrücklich verzichtet, als eine größere Zuwanderung aus Rußland von solchen Personen eintrat, über deren Zivilstand uns zu vergewissern uns die Möglichkeit fehlte, so daß wir möglicherweise in die Gefahr kommen konnten, einer Bigamie Vorschub zu leisten. Deshalb trafen wir in § 12 unserer Statuten die Bestimmung, daß der jüdischen Trauung die bürgerliche Eheschließung vor einem öffentlichen Notar vorausgehen müsse. Was mich selbst angeht, so will ich noch bemerken, daß meine Familie, die über 100 Jahre in Dänemark gewohnt, stets den guten bürgerlichen Namen v. Essen geführt hat, ohne jemals für adlig oder für etwas anderes, als für gute dänische Bürger und Juden gelten zu wollen. Vier meiner Brüder wohnen in Hamburg und führen selbstverständlich den gleichen Namen. Für orthodor habe ich mich nie ausgegeben, doch ein guter Jude bin ich alle Zeit gewesen. Darum habe ich mich auch mit anderen treuen Glaubensgenossen bemüht, eine jüdische Gemeinde hier zu bilden, und in deren Interessen den von Ihnen veröffentlichten Aufruf erlassen, der um Beiträge zum Bau einer Synagoge bat. Hochachtungsvoll und ergebenst. Julius v. Essen, Mitglied der Repräsentantenschaft der Mosaischen Glaubensgenoffenschast in Christiania. Personalnachrichten und kleine Mitteilungen. Dr. Hartwig Hirschfeld, ein namhafter Orientalist, der einer bekannten jüdischen Gelehrtenfamilie in Posen entstammt, hat von der Bibliothek der Universität Cambridge den ehrenvollen Auftrag erhalten, die Papyrusschätze, die in den letzten Jahren in der Geniza von Kairo aufgefunden worden sind und sich jetzt zum größten Teil in der Cambridger Bibliothek befinden, soweit sie sich auf die jüdisch-talmudische Wissenschaft beziehen, zu sichten und zu katalogisieren. Diese Papyrusschätze enthalten kostbare jüdischhistorische Denkmäler, bisher unbekannte Gutachten und Rechtsentscheidungen, Talmudhandschriften u. A. Der Auftrag, den Dr. Hirschfeld, seit einer Reihe von Jahren Docent an dem Montefiore-College in London, erhalten hat, stellt eine außerordentliche Ehrung dieses Gelehrten seitens der englischen wissenschaftlichen Kreise dar. — Im Dammthorbezirk in Hamburg soll eine neue Synagoge gebaut werden. Vakanzen. Gollantsch, Posen. K., Balk., Sch-, 700 M. Geh., 300 M. Nebeneink, fr. W. Meld. an Glaß. — Göllheim. Lehrer, K., Sch., 850 M. Geh. Meld. an L. Friedmann. — Liegnitz. Sch. und Scham., 1300 M. Geh. Meld. an Cohn. — Stralkowo. R.-L. u. K., 1000 M. Geh. Meld. an I. M. Rosenseld. — Rheingönheim, Pfalz. Lehrer, K., Sch. (ledig), 600 M. Geh., 550 M. Nebeneink., fr. W. Meld. an S. Blum. — Villmar, Lahn. Rel.-L., K., Sch., 1100—1200 M. Sink. Meld. an Lohmann Saalberg. — Oldenburg i. G. Erster Rel.-L. u. K., 2000 M. Anfangsgeh. Meld. an L. v. Weinberg. — Thorn. Rel.-L., K, Chorl., 2000 M. Meld. an Vorst. — Berncastel. Lehrer, K., Sch., 800 M. Geh, 250-300 M. Nebeneink., fr. W. Meld. an Gottfried Thal. Brief- und Lragekasten. Herrn H. G. in H. Für diese Nummer zu spät. Gruß. — Herrn Dr. R. in M. Die Art der Antwort ist mir unverständlich. — Verein „Urheberschutz" in B. Wmn Sie Wert darauf legen, daß unsere Leser das erfahren, so müssen Sie es inserieren. — Herrn I. H. in B. Das nennen Sie eine „kurze Besprechung"? Wenn einmal Raum sein wird. — Herrn I. v. E. in Ch. Für diese Nummer zu spät. — Herrn F. D. in K. Soll willkommen lein. Geschäftliche Mitteilung. Maggi's altbewährte Suppen- und Speisenwürze bietet namentlich auch den weniger bemittelten Ständen den unschätzbaren Vorteil, sich bei einfacher, sparsamer Zubereitung gesunde und schmackhafte Speisen zu verschaffen. Ein Versuch führt zu dauernder Verwendung, zumal bei den heutigen Zeiten Sparen die Parole ist. Gekonnte Höftccs ln Preislagen von Mit. 1,80, 1,40, 1,50, 1,60, 1,70, 1,80, 1,90, 2,00 per V2 Ko Allen Freunden eines guten Getränkes als vorzügliche Marke empfohlen. Verantwortlich für den redaktionellen Teil: M. A. Klausner, für den Inseratenteil: Max Schäffer in Berlin. Eine Zierde für jede Bibliothek: Ernest Renan. Geschichte des Volkes Israel. Deutsch von E. Schaelski. 5 Bände. Hochelegant in Halbfranz gebund. Preis 41,25 Mk. Verlag Siegfried Cronbach, Berlin. Verlag Siegfried Tronbach, Berlin V. 57. — Druck: Arthur Scholem, Berlin 0., Roßstr. ».

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