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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1914-03-01 · 3/4 (März/April 1914) · p. Seite 2

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
26 (1914)
Issue
3/4 (März/April 1914)
Date
1914-03-01
Page
Seite 2 (sequence 7)
Language
German
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2 An unsere geehrten Mitglieder und Freunde! Wir bitten, bei Testamentserrichtung’en, Tempelspenden, Familienereigrnissen, Gewinsten ete. das Rechtschutzbupeau der „Oestepreiehiseh-Ispaelitischen Union“ zu bedenken. Der geschlagene Maulradikalismus. (Zuschrift aus Nordböhmen.) Die politischen Ereignisse der letzten Wochen lassen hoffen, daß das Gesetz der Serie, das sich so oft im Unglück bewahrheitet hat, sich nun auch einmal im guten Sinne geltend machen will. Auf die trotz dem Widerstande der polnischen Klerikalen und Konservativen erfolgte Einigung zwischen den Völkern Galiziens ist die Entlarvung der verbrecherischen Wahlpraktiken der christlichsozialen Maffia gefolgt, die eine weitere Handhabe zu der bereits durch die Juniwahlen eingeleiteten Tilgung der Wiener Rathausschande bietet, und nun scheint es, daß es auch in Deutschböhmen zu tagen beginnt, daß es auch hier gelungen ist, die Reaktion in die Defensive zu. drängen. Der Brief des Abg. Bachmann an den Grafen Stürgkh mag in der Form den Eindruck einer Kriegserklärung an die Regierung machen, die sich in den Elaboraten für die Ausgleichsverhandlungen mit geradezu souveräner Verachtung über die primitivsten Forderungen der Deutschen hinweggesetzt hat. Dem Wesen nach aber ist jedes Wort dieser Absage eine fürchterliche Anklage gegen die nationale Spiegelfechterei, mit der die Radikalen die gesunden Sinne des deutschen Volkes betört haben, um an dem kräftig geschürten Feuer des nationalen Haders um so ungestörter ihr Süppchen zu kochen. Was diese Partei an dem Volke, als dessen Retter sie sich aufzuspielen beliebte, verbrochen hat, vermag heute noch nicht festgestellt: zu werden, weil es noch nicht möglich ist, die Wahllosigkeit der Mittel und die verhehrende Wirkung ihrer Tätigkeit zur Gänze bloßzulegen. So viel aber ist heute schon gewiß, daß die Großzügigkeit ihres Systems, die Doppelzüngigkeit des Gaukelspiels, das sie betreibt, in der Geschichte der politischen Korruption ihresgleichen sucht. Dieselben Leute, die in Böhmen in Volksversammlungen und auf Volkstagen sich als die Herren und Retter ihrer Nation aufspielten, haben in Wien ihre eigenen Forderungen um das Linsengericht einiger Ministerportefeuilles und Zeitungssubventionen an die Regierung verfeilscht. Die Ehrenmänner, die als Los-von-Rom-Streiter in den Kampf gezogen und einem freiheitlichen Programme ihre Mandate verdankten, sind in Wien der sinkenden Reaktion zu Hilfe geeilt und haben sich zu Bettgenossen der bedrängten

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