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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1908-05-01 · 5 (5.1908) · p. Seite 12

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
20 (1908)
Issue
5 (5.1908)
Date
1908-05-01
Page
Seite 12 (sequence 15)
Language
German
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12 Nunmehr übernimmt kaiserlicher Rat A n n i n g e r den Vorsitz und erteilt das Wort dem Vizepräsidenten Dr, Ornstein: „Im Namen des Vorstandes der „Oest -Israel. Union" gestatte ich mir, den Antrag zu stellen, Herrn Sigmund Mayer in dankbarer Anerkennung seiner Verdienste und seiner rastlosen Tätigkeit für das Wohl der österreichischen Judenschafr. zum Ehrenmitgliede zu ernennen. Dieser Antrag spricht für sich selbst und bedürfte eigentlich keiner näheren Begründung.. Wir feiern nicht die Verdienste, die sich unser Präsident um das Gemeinwohl erworben hat, aber wir müssen sagen, dass er auch auf diesem Gebiete dem Judentume zur Ehre gereicht hat. Als Gemeinde- und Bezirksrat der Leopoldstadt hat er die Bevölkerung mit nie erlahmendem Eifer und seltener Gewissenhaftigkeit vertreten. In lebhaftester, unverlöschlicher Erinnerung ist uns allen der mutige Kampf, denn er gegen die reaktionäre Gewerbegesetzgebung geführt hat und in welchem sich uns der reiche Schatz seines Wissens und seine profunde Sachkenntnis offenbarte. Dies alles darf bei einer wenn auch noch so flüchtigen Charakteristik des Wirkens Sigmund Mayers nicht unerwähnt gelassen werden. Wenn wir jedoch daran gehen, heute hier Herrn Mayer eine wohlverdiente Ehrung zu bereiten, so tun wir dies in erster Linie, um unserem Danke Ausdruck zu verleihen für sein langjähriges, unermüdliches und erfolgreiches Wirken in der Union. Seit nahezu achtzehn Jahren gehört Herr Mayer der Union in leitender Stellung an. Und seither hat er ohne Unterbrechung an der Führung unseres Vereines teilgenommen. Ihm verdankt derselbe zum grossen Teile seine heutige Macht und Grösse. Und seine Einsicht und Klugheit war es auch, die uns jene politische Richtung einschlagen Hess, die sich nunmehr durch die Entwicklung als die alleinig richtige erwiesen hat. Sie alle waren ja Zeugen, wie er noch vor wenigen Wochen in diesem Saale mit jugendlicher Kraft und Energie gegen den verfassungswidrigen Beschluss des Budgetausschusses zum Kampfe aufgefordert hat. Sigmund Mayer ist es, dem das Rechtsschutzbureau unseres Vereines vor allem seine Entstehung verdankt, und so traurig es auch klingen mag, so liegt doch gerade in dieser Sektion die Wurzel unseres Vereines und erst durch sie hat die Union ihre eigentliche Bestimmung und Lebensberechtigung erhalten. Nicht nur auf die Union beschränkt sich der Wirkungskreis unseres Präsidenten, auch als Gründer und Präsident des „Hiifsvereines für die notleidende jüdische Bevölkerung Galiziens" entfaltet er seit Jahren eine segensreiche und von Erfolg gekrönte Tätigkeit zum Wohle unserer bedrängten östlichen Brüder. Gestatten Sie mir. meine Ausführungen mit dem herzlichen Wunsche zu schliessen, dass Herr Mayer seine grosse Erfahrung, sein reiches Wissen und seine so schätzenswerte Arbeitskraft wie bisher auch weiterhin

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