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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1903-04-01 · 4 (4.1903) · p. Seite 24

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
15 (1903)
Issue
4 (4.1903)
Date
1903-04-01
Page
Seite 24 (sequence 27)
Language
German
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u Die in Galizien und der Bukowina ausgewiesene ungewöhnlich hohe Anzahl von unehelichen Geburten bei Juden ist auf die bekannten Verhältnisse zurückzuführen, denen zufolge bei der orthodoxen niederen Bevölkerung eine bloss rituellgeschlossene Ehe noch immer als giltig angesehen wird und weil den staatlichen Gesetzen zufolge eine Eheschliessung erst nach vollendeter aktiver Militärdienstpflicht, resp. bei Untauglichkeit in der dritten Altersklassen-Stellung gestattet ist. Fast alle Eltern dieser „gesetzlich" als „unehelich" figurierenden Kinder leben im Eheband, als ob sie tatsächlich verheiratet wären, so dass die diesbezüglichen besonderen Verhältnisse in einem ganz anderen Lichte betrachtet werden müssen. Dies erklärt auch die hohe Ziffer der angeblich „unehelichen Geburten" bei den Juden in Wien, da dies nur auf die galizische Einwanderung zurückzuführen ist. Ohne diese Zuwanderung wäre das Verhältnis zwischen den ehelichen und unehelichen Geburten trotz der Verhältnisse der Grosstadt sicherlich nicht erheblich verschieden von denen in Böhmen und Mähren, woselbst der Perzentsatz 25*67, bezw. 36-79 per Mille beträgt, während bei den Katholiken und Protestanten der Perzentsatz an unehelich Geborenen daselbst ungefähr 100 per Mille erreicht und in Kärnten bis zu 68% bei den Katholiken, bis 78% bei den Evangelischen steigt. Bei der auffallend hohen Ziffer von 50% unehelicher Geburten bei den Katholiken in Wien kommt auch das Wiener Findelhaus in Betracht. Auf je 1000 Mädchen entfallen Knaben: 1899 1900 bei der römisch-katholischen Konfession . . . 1057 1065 „ „ griechisch-katholischen Konfession . . 1074 1066 „ „ griechisch-orientalischen Konfession . . 1065 1068 „ „ evangelischen Konfession...... 1069 1077 „ „ israelitischen Konfession....... 1142 1102 „ den sonstigen Konfessionen....... 1096 1067 Der grösste Uaberschuss an Knaben zeigt sich somit, gleichwie in den Vorjahren, bei den Israeliten.

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