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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1902-05-01 · 5 (5.1902) · p. Seite 2

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
14 (1902)
Issue
5 (5.1902)
Date
1902-05-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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9 rj Herr Rosenfeld: Wir sind alle im Besitze der Monats^ schrift, welche die Protokolle enthält; man kann also voraussetzen, dass dieselben allen Herren bekannt sind. Deshalb möchte ich beantragen, dass von einer Verlesung Abstand genommen werde und die Verification ohne weiters erfolge. (Der Antrag wird angenommen.) Pr äsident: Wir gelangen nunmehr zu Punkt 2 der Tagesordnung, dem Rechenschaftsberichte. Ich ersuche, denselben zur Verlesung zu bringen. Secretär Siegfried Fleischer: Geehrte Versammlung! Die allgemeine politische Lage hat auch im abgelaufenen, Jahre keine derartige Wandlung erfahren, dass wir Ursache gehabt hätten, aus der seit Jahren beobachteten Reserve herauszutreten. Inmitten der leidenschaftlichen nationalen Kämpfe, die unser Vaterland durchtoben, halten wir den Standpunkt der Defensive noch immer für den allein richtigen und den Interessen der österreichischen Judenschaft zweckdienlichsten, und wir haben daher nach wie vor das Schwergewicht unserer Vereinsthätigkeit in unser Rechtsschutz-Bureau und in den weiteren Ausbau seiner Organisation verlegt. Wenn wir im Vorjahre mit Befriedigung constatieren konnten, dass unsere Bemühungen, Recht und Ehre unserer Glaubensgenossen zu schützen, bereits im ganzen Reiche Zustimmung und Würdigung finden, und dass der Titel: „Oesterreichisc Ii- Israelitische Union*4 endlich zur Wahrheit zu werden beginne, so dürfen wir heute mit erhöhter Genugthuung auf die weiteren Fortschritte, die unsere Vertheidigungs-Organisation im Vereinsjahre 1901 1902 gemacht hat und durch welche die „Oesterreichisch- Israelitische Union" zur numerisch stärksten jüdischen Vereinigung Oesterreichs emporgewachsen ist. hinweisen. Einen gesonderten Bericht über die Thätigkeit des Rechtsschutzbureaus glauben wir Ihnen angesichts der Thatsache, dass alle wichtigeren Fälle in unserer Monatsschrift eingehend mitgetheilt wurden, nicht vorlegen zu sollen. Auch der Journalauszug, der an die Theilnehmer der heutigen Versammlung vertheilt wurde, gibt eine zwar knappe, aber umfassende Darstellung dieser Thätigkeit. Der erwähnte Journalauszug ist in letzter Zeit von christlich-socialer Seite zum Gegenstande heftiger parlamentarischer Angriffe gemacht worden. Wir haben keine Veranlassung, uns mit diesen Angriffen näher zu befassen. Die Erbitterung der Gegner beweist nur, dass wir uns auf dem richtigen Wege befinden, und dass sie unsere rastlose und consequente Ausnützung aller Rechtsmittel bereits zu spüren beginnen. Was wir unternehmen, vollzieht sich im vollen Lichte der Oeffentliehkeii

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