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B'nai B'rith · 1926-05-01 · 5 (5.1926) · p. Seite 160

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
5 (1926)
Issue
5 (5.1926)
Date
1926-05-01
Page
Seite 160 (sequence 32)
Language
German
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160 in einer unvergeßlichen Weise erfaßt. Mit den Musischen Werken der RoanamiiteraitUT ist es ja so, wie mit klassischen Bühnenstücken. Es bedarf des tüchtigen Regisseurs, der nns seelisch für die Größe des Werkes empfänglich macht. Die neue Reihe Epikon ist dank ihrer hervorragenden Mitarbeiter von der Art. daß sich uns die klassischen Werke in ihrer ewigen Aktualität erschließen. b. Saat und Ernte, Die deutsche Lyrik unserer Tage. (D e u t s c h e s V e r 1 a g s Ii a u s Bong und Co.. B e r 1 i n - L e i pz ii g. G a n z 1 e i n e n Mk. 8.—.) Ich s*ehe nicht an. diese moderne Anthologie, die der bekannte Literarhistoriker und1 Dichter Albert Sergel (herausgegeben hat, was Reichhaltigkeit und Anordnung betrifft, für die weitaus beste zau halten, die bisher versucht wurde. Daß von den iln den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts geborenen Dichtern bis z/u den in der ersten Hälfte der neunziger Jahre geborenen kaum ein bedeutender Name fehlt, seihe ich niciht als das Neue des Bandes an. VIS elmehr erscheint aniiir etwas anderes als wesentlich. Die Schwierigkeit einer Anthologile liegt in der Auswahl Hier spielt der persönliche Geschmack des Herausgebers., seine Sympathie und Antipathie, die Hauptrolle. Je näher wir nun au einer Kunstepoche stehen, desto umstrittener sind Urteil aind Geschmack. Dieser Gefahr ist Serge! durch eine glänzende Idee entgangen: er läßt die Dichter und Dichterinnen übre Stücke selbst auswählen und innen eine kurze Eigenbiosrraphie voiransetzen. Wo immer wir den Band aufschlagen, sind wir in der Gesellschaft des Autors und nicht seines Impresario oder Kritdkiers. Darum wiiird auch dflese Anthologie ihnen dauernden Wert beihalten, als Dokument dichterischen Selbsltiurteiies. Die prachtvolle Ausstattung erhöht die Freude an dem Buche, das viele dazn erziehen wird, in dier Lynik den konzentriert esten und gleich zenltig zutiefst befreiten den Ausdruck des1 eigenen Gefühles zu erleben. ch. Alfred Polgar: An den Rand gesehrieben. (E r n s t R o w o h 11 V e r 1 a g. B e r 1 i n,) 43 Skizzen über Gegenstände der großen Welt und der kleinen Welt. Die große Welt ist die Welt der Massen, der Machthaber und der Geltenden, die kleine Weit ist dliie der Gedrückten, der Sonderbaren und Unbeachteten. Jede Zeile dieser Skizzen verrät den Meister des Schau eins nnd des sprachlichen Gestalt ens und darüber [hinaus den Meister des Witzes. Über diesen Polgar sehen Witz wäre ein Wort zu sagen. Witz ist. die seelische Überbrückung einer atnaufgelösten oder unauflösbaren Disharmonie. Darum ist der Wiitz dem Tragflächen so verwandt. Nur steckt Im Witz immer das Freude gefühl: so kommue ich oder so .kommt man über das LTnversöihnbare .hinweg. Rasch einen Gegensatz aufdecken und leicht über ihn hinwegsetzen ist die Kunst des Witzigen. Wenn dieser Gegensatz a.us einer zeitlichen Gegnerschaft (wile bei Karl Kraus) heiTührt. bleibt immer ein Geschmack von schmerzlicher Bitternis zurück, wenn aber der Gegensatz aus einem allgemeinen sittlichen Affekt stammt, iso zwingt der Witz zu Selbstbesinnung und Umkehr. Einen solchen sittlichen Charakter hat der Polgarsehe Wiitz. Ei' will nicht nur amüsieren, er will erziehen. Hinter der Melancholie, dlie manchmal seinen Glauben an eine Besserung der Welt überschattet, leuchtet doch die Sonne des Mitleids, des Versteheins, der hoffnungsvollen Güte. T. Menorah. Jüdisches F a m i 1i e n b 1 a 11 f ü r W1 s s e n s c h a f t, K u n s t und L i t e r a t u r.) (Geschäftsstelle Wien 1/1, Fach 161. vierteljährlich 30 Kc.) Das Maihef t ist als Sonderheft über jüdische Kulter in Schlesien erschienen. Br. Prof. Griotte (Breslau) hatte die redaktionelle Leitung übernommen und selbst einen wertvollen Beitrag über sakrale Kunst in Sahltesfen geliefert. Von den anderen Beträgen nennen wir einen Aufsatz über die Geschichte der Juden in Schlesien von Prieb a. t s c iL über den Bieslaaier Ju-

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