B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 3 (1924)
- Issue
- 7 (9.1924)
- Date
- 1924-09-01
- Page
- Seite 200 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/9582244-9582244-9597803-9598010--0510-9598024- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
200 Unter den Großlogen, welche zu der Tagung Begrüßungsschreiben einsandten, befand sich auch die cechoslovakische. Aus dem reichhaltigen Programme der Versammlung seien folgende Punkte hervorgehoben: 1. Wohnsitzwechsel der Brüder. Beschlossen wurde, jedem Bruder zu empfehlen, in die Loge des neuen Wohnsitzes einzutreten. 2. Mischehen. Der Beschluß lautete dahin, daß Kandidaten, die in Mischehen leben, nicht zu behandeln seien. 3. Propaganda, Gründung von Frauenlogen, Gründung neuer Logen. 4. Rituale. Neben dem neuen von der Ordensleitung im Jahre 1920 beschlossenen Rituale ist vielfach noch das alte in Verwendung. Beschlossen wurde, dem Exekutivkomitee in Chicago zu empfehlen, tunlichst auf eine Vereinheitlichung des Rituales hinzuwirken. 5. Anti Defamation League. Man einigte sich dahin, nach dem amerikanischen Muster durch die Großloge eine Sektion der Liga ins Leben zu rufen. G. Zusammenschluß der Logen eines Landes zu Landesverbänden. 7. Gründung einer Großloge in Palästina. Diese Gründung wurde mit dem Wunsche begrüßt, es möge seitens des Exekutivkomitees künftighin vor Erteilung des Freibriefes das Einvernehmen mit der Großloge XI. gepflogen werden, falls es sich um Abtrennung von Logen dieses Distriktes handelt. 8 Aktion für jüdische Schulen, jüdische Gymnasien und Seminare. 9. Voranschlag. Das Gesamterfordernis wurde mit 0580 türkischen Pfunden (etwa 120.000 Kc) festgestellt, es umfaßt ausschließlich Regie- und Repräsentationsauslagen. Die Beiträge der Logen betragen l1/- türk. Pf. (etwa 28 Kc) pro Mitglied. 10. Wahlen: Gewählt wurden zum Präsidenten Expr. J. Niego (Konstantinopel), zu Vizepräsidenten die Expr. Elie Sidi (Philippopel) und D. M a i" a 1 o n (Saloniki) zum 1. Sekretär Dr. Y. ßehar (Konstantinopel), zum 2. Sekretär J S c h a k i (Konstantinopel), zum Schatzmeister Is. Franko (Konstantinopel), zum Mentor Israel Danon (Adrianopel) und zum Wächter M. L. B er man (Cairo); ins Generalkomitee wurden 12 Brüder rewählt, 6 aus Konstantinopel, je einer aus Alexandrie, Belgrad, Beyruth, Philippopel, Roustschuk und Sofia. Die Großloge XL umfaßt dermalen (mit Ausschluß von Palästina) 24 Logen mit etwa 1G00 Mitgliedern. —er. Buchbesprechungen. Max Nordaus: Zionistische Schriften. Der Jüdische Verlag in Berlin hat in einer neuen und vermehrten Auflage die zionistischen Schriften Max Nordaus (der am 29. Juli 75 Jahre alt geworden wäre) herausgegeben. Es ist nicht nötig mehr, an dieser Stelle das geistige Profil des zionistischen Führers Nordau zu skizzieren, am allerwenigsten, seine über alle Parteiungen erhabene Bedeutung für das Judentum unserer Zeit zu verfechten. Unser Br. Emil Spiegel hat in diesen Blättern (Feber 1923) Nordau ein paar Worte gewidmet, die alles enthalten, was ein Beobachter der neuen jüdischen Entwicklung, bewegt und noch nicht fortgerissen, über ihn sagen kann: daß er, Sohn einer bürgerlichen Vernunftepoche, irrationale Kräfte im jüdischen Volk erweckt hat und gerade darum der Tragik des Führers nicht entging, den die Jünger überholen; denn er hat den rein politischen Zionismus auch dann noch für den ganzen Zionismus gehalten, als der Sinn der Bewegung die menschliche Erneuerung des jüdischen Volkes geworden war. Und dennoch' Wenn man irgendeine der zehn Kongreßreden, einen der Vorträge (insbesondere den Hamburger über das Judentum im 19-. und 20. Jahrhundert) oder nur einen der Zeitungsartikel liest, spürt man mehr heraus als den Schwung eines klar