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B'nai B'rith · 1924-04-01 · 4 (4.1924) · p. Seite 96

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
B'nai B'rith
Volume
3 (1924)
Issue
4 (4.1924)
Date
1924-04-01
Page
Seite 96 (sequence 10)
Language
German
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Br. Präsid. Dr. Löwy erteilte hierauf das Wort dem Br. Vizepräsidenten Weiner, der u a. folgendes ausführte: Ein ähnliches Bild, wie es heute dieser bescheidene und doch so vornehm wirkende Saal bietet, wird hier wohl sobald nicht wieder erlebt werden. Wir wissen uns das Glück zu schätzen, das uns mit dieser Feier zuteil wurde. Wenn Familienfeste gefeiert wurden, dann wurden sie, einer alten Sitte entsprechend, in einer Chronik niedergelegt und späteren Nachkommen mit Stolz und Freude zur Kenntnis gebracht. Auch wir haben eine solche Chronik angelegt und damit begründen wir die Möglichkeit, daß auch späteren Generationen Kunde werde von dem freudig frohen Tage, zu dessen Gelingen Sie alle so viel beigetragen haben. Br. Vizepräsident spricht dann über die übernommenen Pflichten der Beamten, schildert deren bereits in der Vorbereitungszeit geleistete Arbeit und knüpft daran die besten Hoffnungen für die Erfüllung der von allen übernommenen Pflicht, insbesondere jener, die der Ausübung wahrer und höchster Menschlichkeit gilt. „Kein Fanatismus in Religion, keiner in Nationalität! Nur dann können wir als ein eingreifendes Rad in dem großen Werke für Menschenrechte, Freiheit und Lebensglück tätig sein. Fanatismus der Religion gebar die Inquisition und die Verfolgungen nahmen Hunderttausenden unserer Glaubensgenossen das Leben. Fanatismus der Nationalität gebar den Weltkrieg und während seiner Dauer erstarb zum großen Teile Menschlichkeit, Kultur und Fortschritt. Jetzt, in der von Unduldsamkeit schon wieder erfüllten Atmosphäre benötigen wir vor allem den Geist der Toleranz. Wollen wir wahre Menschen bleiben, dann muß vor allem unser Streben nach Wohlwollen, Wahrhaftigkeit und Bruderliebe Erkenntnis sein!" Br. Vizepräs. Weiner faßt schließlich das Gelöbnis der Erfüllung der Beamtenpflicht in den Worten zusammen, die Br. Expräs. Dr. Otto Heller in seiner Festrede anläßlich des 30jährigen Jubiläums der w. „Bohemia" ausgesprochen hat: „Nur in reiner Menschlichkeit können wir das höchste Ziel gemeinsamen Zusammenlebens erblicken. Sittlicher Charakter, sittliche Reinheit und sittliche Freiheit bilden das, was der Orden von uns fordert. Unsere beschworene Pflicht sei es, vorerst in diesem' Sinne an uns selbst zu arbeiten!" Nachlerfolgter Ernennung des Br. Prof. M ä n d 1 zum Marschall und des Br. Neumann zum Wächter erhielten die Vertreter der Gastlogen vom w. Präs. das Wort zur Darbringung ihrer Glückwünsche. Der Vertreter der deutschen Großloge, Br. Expräs. Neu der Maimonidesloge in Nürnberg überbrachte die Glückwünsche des 8. Distrikts und betonte die hohe Bedeutung dieser Feier, die der Gründung der ersten neuen Loge des neugegründeten X. Distriktes gelte. „Diese Gründung", so führte Br.Expräs. Neu aus, „hat uns veranlaßt, heute einen Vertreter zu Ihnen zu entsenden. Daß die Wahl auf mich fiel, freut mich umsomehr, als ich bei früheren Besuchen in den Logen ihres Distriktes Gelegenheit hatte, zu sehen, in welch hervorragender Weise die Logen der csl. Republik arbeiten. Ich gestehe offen, daß ich mit ordentlichem Neide beobachtet habe — und ich habe mit kritischem Blicke Ihr Logen-

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