B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 2 (1923)
- Issue
- 7 (9.1923)
- Date
- 1923-09-01
- Page
- Seite 165 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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165 den Festsaal fortan zierendes Bildnis wurde enthüllt und zahlreiche Deputationen und Besucher gratulierten ihm persönlich in seinem Heime. Ein Regen von Zuschriften und Telegrammen brachte ihm Grüße und Glückwünsche von auswärts, und eine Menge von Festgeschenken und Blumenspenden waren Beweise der Zuneigung. Br. Großpräsident Geheimrat Berthold Timendorfer in Berlin feierte am l.Sept. d.j. seinen70. Geburtstag. — Seine hervorragenden Leistungen im Dienste des Judentums wurden anläßlich seines 25 jährigen Amtsjubiläums als Großpräsident des Ordens Bne Brith in Deutschland am 25. Februar 1923 in den jüdischen Zeitungen des In- und Auslandes eingehend gewürdigt. Reichsdeutsche Kinder im Teplitzer Ferienheime. Im Rahmen der von der .,Freundschaft" Loge beschlossenen Nothilfe für die reichsdeutschen Brüder wurden der Großloge für Deutschland dreißig Freiplätze in dem von der Loge patronisierten Ferienheime in Gersdorf zur Verfügung gestellt. Dank den Bemühungen des Obmannes des Vereines „Ferienheim" Br. Dr. Hartmann und der Unterstützung des Leiters der hiesigen Bezirkskommission für die deutsche Kindernothilfe gelang es für diese Kinder die staatliche Einreisebewilligung zu erlangen. Leider konnten von dieser Begünstigung bloß 3 Kinder Gebrauch machen, da infolge der manipulativen Schwierigkeiten alle Kinder nicht rechtzeitig am Sammelplatze eintreffen konnten. Am 17. Juli wurden die deutschen Kolonisten, 13 Knaben und 10 Mädchen im Alter von sechs bis fünfzehn Jahren, von Teplitzer Damen in Dresden übernommen und nach Bodenbach geleitet, wo sie von Bodenbacher Brüdern in Empfang genommen und gastfreundlich bewirtet wurden. Am 18. Juli früh wurde die Weiterfahrt nach Gersdorf angetreten, woselbst sich bereits 27 Teplitzer Kolonisten befanden, die die Gäste in der herzlichsten Weise empfingen. Das Verhältnis der Gastkinder zu den einheimischen Kolonisten wurde das denkbar innigste und nach mehreren Stunden war selbst bei den kleinsten sechsjährigen Gästen jede Spur von Heimweh verschwunden. Unter der sorgsamen Pflege der Kolonieleiterin, die es sich angelegen sein ließ, den Kindern ein wahres Heim zu bereiten, erholten sich die Kinder zusehends, wozu die reichliche Verpflegung und die langentbehrte Landluft wesentlich beitrug. Nach sechswöchentlichem Aufenthalt hieß es am 24. August wieder Abschied nehmen. Die Kinder wurden von einer Teplitzer Dame nach Dresden gebracht und daselbst von zwei Damen der ,.Fraternitas" Loge in Empfang genommen. Zwei Kinder mußten wegen Krankheit zurückbleiben und werden nach ihrer bald zu erwartenden Genesung nachträglich in ihre Heimat gebracht werden. Mit welchen Gefühlen die deutschen Kinder Abschied nahmen, zeigt nachstehender Brief, den sie in spontaner Eingebung an den Obmann Br. Dr. Hartmann gerichtet haben: Sehr geehrter Herr Doktor! Im Namen aller Reichsdeutschen wollen wir Ihnen unseren herzlichsten Dank aussprechen für den herrlichen Aufenthalt, den die Teplitzer Loge uns gab. Mit Freuden werden wir alle immer an die hiesigen schönen Tage denken, wenn wir wieder daheim sind. Gebe Gott, daß wir Ihnen all diese Güte einst vergelten können. Nochmals mit bestem Dank ergebenst Ernst Jeremias, Theo Schani. Das Studenten-Erholungsheim in Miröschau, das ein Komitee aus Brüdern der beiden Prager Logen und je einem Vertreter der Fürsorgezentrale, der jüdischen Mensa und der Studentenschaft verwaltet, hat auch im heurigen Sommer eine erfolgreiche Tätigkeit entfaltet. Vom 4. Juli bis 4. September, also an 63 Verpflegstagen, beherbergte das Heim täglich durchschnittlich 21 Studenten, von denen 12 die ganze Ferienzeit über in Miröschau verblieben. Im ganzen wurden 1265 Tagesverpflegungen verabreicht. Mit Rücksicht auf die in allen Fällen ärztlicherseits festgestellte Erholungsbedürftigkeit der aufgenommenen Studenten wurde reichliche und nahrhafte Kost (Frühstück: weißer Kaffee und Brot, Gabelfrühstück: Butterbrot, Mittagmahl: Suppe, Fleisch mit Gemüse, Mehlspeise; Jause: weißer Kaffee und Semmel, Nachtmahl: Fleisch mit Zuspeis oder Mehlspeise mit Kakao) gegeben; die Verpflegskosten betrugen Kc 10.— täglich. Die Studenten hatten gute Badegelegenheit, machten Ausflüge, trieben Sport, die meisten studierten fleißig. Disziplin und Ordnung waren mustergiltig. Der Gesundheitszustand war gleichfalls befriedigend; der Erfolg des Sommeraufenthaltes zeigte sich in bedeutenden Gewichtszunahmen der Studenten, die in keinem