B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 2 (1923)
- Issue
- 4 (4.1923)
- Date
- 1923-04-01
- Page
- Seite 87 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/9582244-9582244-9597527-9597580--0085-9597603- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
87 Das seit mehr als 80 Jahren bestehe 11 delsrael. Badespital in Teplit z-S chönau wurde im Jahre 1921 Dank den außerordentlichen Bemühungen des neu gewählten Direktors Br. Expr. Dr. Josef Polacek nach mehrjähriger Pause wieder aktiviert. Seiner Initiative ist es zu danken, daß der neugeschaffene jüdische Hospitalverein unter die Patronanz der w. „Freundschaft" gestellt wurde, und daß alle Brüder derselben Mitglieder des Vereines wurden. Konnten so schon im Sommer 1921 43 Kranke der Wohltat einer Kur und wenigstens teilweiser Verpflegung im Hospital teilhaftig werden, so fanden im abgelaufenen Jahre bereits 63 Kranke daselbst unentgeltlich Wohnung, Kost, Bäder und ärztliche Behandlung. Über die Notwendigkeit weiterer Förderung des Vereines wird Ihnen Br. Expr. Dr. Emil Kornfeld ad P. 7 der T.-O. berichten. Der Kreditverband in Teplit z-S chön au hat im Jahre 1922 an 17 Kreditbedürftige zur Gründung von Existenzen Darlehen im Gesamtbetrage von rund 27.000 Kc gewährt. Der unter der Patronanz der w. „Allianz" stehende Freitischverein mußte im letzten Jahre seine Wirksamkeit sehr stark einschränken. Vor allem war er nicht in der Iyage, den armen Schülern einen wirklichen Freitisch in natura zu verabreichen, sondern konnte denselben nur einen Beitrag zum Lebensunterhalte gewähren. Infolge Abtrennung des Waldviertels hat allerdings die Zahl der jüdischen Schüler sehr abgenommen, so daß der Verein 30—40 Schüler mit einem Kostenaufwand von 4000 Kc unterstützte. Über das Asyl für mittellose krankelsraeliten in M e r a n habe ich im allgemeinen Teile meines Berichtes bereits ausführlich gesprochen. Hat es sich bei den bisher behandelten Instituten um Anstalten mit eindeutiger Zweckbestimmung und festgefügter Tradition gehandelt, so ist bei unserer jüngsten Schöpfung, der Jüdischen Fürsorgezentrale für die Tschechoslo vakei, naturgemäß noch Vieles im Flusse. Dieselbe war auch im Berichtsjahre bemüht, die Hoffnungen, die man an ihre Errichtung geknüpft hat, zu erfüllen. Ihr Hauptaugenmerk war darauf gerichtet, die breite Öffentlichkeit mit ihren Zwecken und Zielen bekannt zu machen, um sich dadurch einerseits das angestrebte ausgedehnte Arbeitsgebiet zu schaffen, anderseits auch die auswärtigen Kreise für ihre Bestrebungen zu interessieren. — War ihre Förderung bisher nahezu ausschließlich durch die Beiträge von Mitgliedern der beiden Prager IyOgen erfolgt, so besteht nunmehr die Hoffnung, daß auch andere Kreise die Fürsorgezentrale finanziell unterstützen werden. Von diesen Erwägungen geleitet, hat der vorjährige Vorstand eine innere Reorganisation vorgenommen, nach welcher eine doppelte Leitung geschaffen wurde, ein Präsidium, bestehend aus einem Präsidenten und vier Vizepräsidenten für die Besorgung der Werbetätigkeit und der äußeren Repräsentation, ferner ein Obmann mit zwei Stellvertretern zur Leitung der innern Tätigkeit. Als erster Präsident wurde Br. Expr. Direktor Otto Freund gewählt. Wie im Vorjahre teilte sich auch heuer die Arbeit der Fürsorgezentrale in eine Hilfs-