B'nai B'rith
- Journal
- B'nai B'rith
- Volume
- 2 (1923)
- Issue
- 4 (4.1923)
- Date
- 1923-04-01
- Page
- Seite 83 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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83 Schanze r, verbunden hat, der in diesem Monate sein 70. Lebensjahr vollendet. Ist doch sein ausgezeichnetes vorbildliches Wirken von der Geschichte der w. „Union" nicht zu trennen, so wie er für uns alle die Verkörperung aller guten B'nai B'rith-Traditionen bedeutet. Es gereicht mir zu besonderer Freude, beide, die w. „Union" und ihren verehrten Jubilar, Br. Vizegroßgräsidenten Dr. Schanzer, heute und hier nochmals auf das allerherzlichste zu beglückwünschen. Mögen sie beide noch ungezählte Jahre zusammengehören in lebendigster Wirksamkeit! Die beiden Prager Logen haben auch heuer alle größeren Aktionen sozialer und kultureller Natur, mag die Anregung im einzelnen Falle von der einen oder von der andern ausgegangen sein, gemeinsam durchgeführt. Sie lassen sich daher auch in der Berichterstattung nur schwer trennen. Einzelne ihrer vorbildlichen Leistungen: für das hungernde Rußland, für das Meraner Asyl, für die Pogromwaisen in der Ukraina und für die Aktionen der Brüder Dr. Ismar Freund und Dr. Israel Auerbach, habe ich bereits erwähnt. Hier möchte ich noch insbesondere der Einrichtung des Studentenerholungsheims in Mü reschau gedenken, für die jede der beiden Prager Logen 5000 Kc votiert hat. Die Verwaltung der Anstalt führt ein viergliedriges Kuratorium, das aus je einem Vertreter der beiden Prager Logen, dem Obmann der Jüdischen Fürsorgezentrale und dem Obmann der Mensa academica Judaica besteht. Die Wiederaufnahme der Toynbeehalle in Prag, deren Tätigkeit während des Krieges abgebrochen werden mußte, ist in den ersten Tagen dieses Monates erfolgt. Das Arrangement hat ein aus je 6 Mitgliedern der ,,Bohemia", der ,,Praga" und der „Frauenvereinigung" bestehendes Komitee übernommen. Beabsichtigt ist die wöchentliche Veranstaltung von Vortragsabenden mit anschließendem Unterhaltungsprogramm, daneben die Abhaltung von Lehrkursen. Die Teilnahme wird für alle Auswärtigen vollkommen unentgeltlich sein. Aus den gefaßten Beschlüssen der w. „Bohemia" sei hervorgehoben, daß die Mitgliedschaft an der Jüdischen Fürsorgezentrale für die Brüder als obligatorisch erklärt wurde. Die w. „Praga" hat im April v. J. ihren 20jährigen Bestand durch eine Festsitzung gefeiert. Die beiden, aus diesem Anlasse gehaltenen Reden des Br. Expr. Dr. Gottlieb Stein und des Br. Oskar Stein wurden in dem unserer Zeitschrift beigelegten Sonderhefte „Zwanzig Jahre Praga" vereinigt. Die Frauenvereinigung der beiden Prager Logen hat unter der Präsidentschaft der Frau Bertha Haas eine lebhafte und ersprießliche Täligkeit entfaltet. Zahlreiche Vortragsabende brachten eine Fülle geistiger Anregungen. Die Ausstellung der im Erwerbe stehenden Witwen und Töchter nach Brüdern war auch heuer von einem vollen Erfolge gekrönt. Daneben hat die Frauenvereinigung auch auf dem Gebiete der Jugend-und Krankenfiirsorge ersprießlich mitgewirkt. Sie soll sich auch bei der neuen Tätigkeit der Toynbeehalle ausgiebig betätigen. Auch der H e r d e r v e r e i n, die Jugendvereinigung der beiden Prager Logen, hat ein arbeitsreiches Jahr hinter sich. Er zählt 120