Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1939. Bestand LBI
- Issue
- Januar 1939
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 65 (sequence 69)
- Language
- German
- Belongs to
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landwirtschaftlichen Produkte steht der im Plantagenbau gezogene Kakaobaum. 1936 wurden rund 19 800 t Kakao im Werte von 31,5 Mill. $ exportiert. Der Kakao-Export ging in den 20er Jahren infolge von Erkrankungen der Kakaobäume bei an sich steigender Gesamtausfuhr zurück; es traten andere Produkte an seine Stelle und ergaben so eine gesündere Zusammensetzung der ecuadorianischen Ausfuhr. Die Kaffee- Erzeugung nahm in dieser Zeit stark zu. 1936 wurden 13 800 t im Werte von 19,8 Millionen Sucres exportiert. — Auch die Reis Produktion wuchs. 1936 wurden 8700 t im Werte von 3,2 Millionen Sucres exportiert. Von anderen Agrarprodukten spielen noch Obst, insbesondere Bananen, für die Ausfuhr, Zucker, Tabak, Baumwolle, Kartoffeln und verschiedene Getreidesorten für den einheimischen Bedarf eine Rolle. Die Viehbestände Ecuadors sind nur für den heimischen Markt von Bedeutung. Ecuadors riesiger Wald vorrat wird wirtschaftlich kaum genutzt. Lediglich die Früchte des Taguabaumes werden von Eingeborenen zu Ausfuhrzwecken in größeren Mengen gesammelt. Diese nußartigen, sehr hartschaligen Früchte, auch Elfenbeinnüsse genannt, sind ein Surrogat für Elfenbein und werden nach Europa und U.S. A. zur Knopffabrikation ausgeführt; 1936 betrug ihr Exportwert 10,7 Millionen Sucres. Der Kautschuk-Export hat sich nach einigen Schwierigkeiten in den letzten Jahren wieder stärker entwickelt; sein Wert belief sich 1936 auf nahezu 11 Millionen $. 3. Bergbau und Industrie Die Bedeutung von Ecuadors Reichtum an Mineralien nimmt ständig zu. So ist Petroleum in die erste Reihe der Exportprodukte dieses Landes gerückt. Das hier gewonnene Mineralöl ist von besonders guter Qualität, d. h. sein Benzingehalt ist sehr hoch. Hauptsächliche Fundstätte ist die Santa Elena- Halbinsel in der Provinz Guayas. Während der Krisenzeit ging der Mineralöl-Export stark zurück, hatte aber von 1932—1934 schon wieder um etwa 30 v. H. zugenommen. 1934 betrug die Gesamtproduktion 272 000 t, von denen 182 000 im Werte von 13 400 000 Sucres exportiert wurden. Die Gold- Produktion und -Ausfuhr hat auch während der Krisenjahre zugenommen, ist seitdem aber ganz bedeutend gewachsen. Das Gold wird zum großen Teil noch als Erz ausgeführt. Im Jahre 1936 wurden ausgeführt: 12 899 kg Golderze im Werte von 22 Millionen Sucres und 2115 kg Gold und 4821 kg Silber im Werte von zusammen 16,5 Millionen Sucres. Von anderen Mineralien werden Kupfer, Eisen, Blei, Schwefel, Kohle, Salz und Marmor gefunden und in kleinerem Umfang abgebaut. „Der wichtigste Industriezweig ist die Baumwollverarbeitung, in der etwa 3500 Personen beschäftigt sind. Diese Industrie, die teilweise für den Export arbeitet, wird in Quito, Riobamba, Ambato und Atuntaqui betrieben. Die Schuhindustrie erzeugt 750000 Paar Schuhe im Jahre. Brauereien und Eisfabriken bestehen in Guayaquil und Quito. Zement, Leder, Schokolade, Tagua-Nußknöpfe, Teppiche, Seife und Nägel sind Produkte der gleichen Städte. Die chemische Industrie ist im Aufbau begriffen. Getreidemühlen und Gerbereien nehmen ständig an Bedeutung zu. Eine große Anzahl von Zuckerfabriken und ein paar kleinere Fabriken, die aus Sisalfasern Säcke herstellen, bestehen im Lande. Neue Industrien befassen sich mit der Herstellung von Schweinefett, Speiseölen, Salz und der Fabrikation von Zündhölzern. Für Alkohol, Tabak, Salz (284 000 Quintais im Jahr) und Zündhölzer (15 000 000 Schachteln im Jahr) besteht ein Regierungsmonopol. Die Alkohol-Industrie stellt weißen Rum, Branntwein zu industriellen und Trinkzwecken, Liköre, Parfüms, Jod und Zahnpulver her. Panamahüte, die durch Handarbeit aus dem Stroh der Toquillapalme hergestellt werden, bilden eines der Hauptprodukte des Landes. Der Export während des Jahres 1936, der auf 138 000 Dutzend im Werte von 6,8 Millionen Sucres geschätzt wird, wandte sich hauptsächlich nach den Vereinigten Staaten und Großbritannien." (South American Handbook 1938.) Die Regierung fördert in Ecuador wie in den meisten anderen Staaten Südamerikas die nationale Industrie in jeder Weise. So wurde noch 1935 ein Zollzuschlag von 10 o/0 auf die Einfuhr solcher Erzeugnisse eingeführt, die in gleicher oder ähnlicher Qualität bereits im Lande hergestellt werden. In gleichem Sinne wurde auch die jeweilige Devisenbewirtschaftung gehandhabt, und auch die anläßlich ihrer auf Hebung getroffenen Maßnahmen wirken als Schutz der heimischen Industrie. Die Kaufkraft der Eingeborenen-Bevölkerung ist so gering, daß diese die minderwertigen einheimischen Güter solchen höherer Qualität, die eingeführt werden müßten, vorzieht. 4. Außenhandel Die Gesamtausfuhr Ecuadors betrug 1937 141,6 Millionen Sucres, die Gesamteinfuhr 164 Millionen. Es ergibt sich also ein Aktivsaldo von 23,6 Millionen für die Handelsbilanz. Da aber ein großer Teil der Einnahmen aus der Mineralienausfuhr Ausländern zufließt, und nur ein geringer Teil im Lande verbleibt, berechnet man, daß die Zahlungsbilanz Ecuadors tatsächlich stets passiv sei. Maschinen, Metalle, Apparaturen usw. nehmen die erste Stelle in der Einfuhr ein, Textilien und Textilwaren die zweite. Deutschland stand 1935 als Versorger Ecuadors an dritter, als Abnehmer (Hauptwaren: Kakao und Gummi) an zweiter Stelle. Im einzelnen gestaltete sich Deutschlands Ausfuhr nach Ecuador im Jahre 1937 folgendermaßen : Wichtigste W a r e n g r u p p e n der Einfuhr Ecuadors aus Deutschland im Jahre 1937 (Werte in 1000 R M.): Zement 254 Gewebe aller Art 1 117 Papier, Pappe, Papierwaren 376 Farben usw. 336 Eisenguß und Walzerzeugnisse 816 Fertige Kleidungsstücke 263 Kautschukwaren 116 Keramische Erzeugnisse 461 Werkzeuge und Eisenwaren 1 532 Waren aus unedlen Metallen 231 Maschinen aller Art 1 151 Elektrotechnische Erzeugnisse 262 Pharmazeutische und kosmetische Erzeugnisse 733 Gesamt 9 136 Das deutsch-ecuadorianische Handelsabkommen vom 17. Dezember 1935 sichert der Einfuhr aus Deutschland die niedrigsten überhaupt möglichen Zollsätze Ecuadors zu. Auf deutsche Waren wird gegenwärtig ein Zoll von nur 70 o/o des allgemeinen Tarifs erhoben. Als Gegenleistung hat sich Deutschland verpflichtet, allen Waren Ecuadors, mit Ausnahme von Kakao und Panamahüten, unbegrenzte Einfuhr zu gestatten (für Kakao wurde das deutsche Einfuhrkontingent auf 40 000 dz festgesetzt). — Es ist also zu erwarten, daß die Handelsbeziehungen der beiden Länder sieh weiter verstärken werden. Der Ausgleich des gegenseitigen Warenverkehrs erfolgt durch Verrechnung. Inhaber Dr. Fritz Israel Silberstein dLitk' aü4, zuA' üh - uü4 tfi &ui4±tut!