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Jüdische Auswanderung · 1938-07-01 · Juli 1938 · p. Seite 82

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1938. Bestand LBI
Issue
Juli 1938
Date
1938-07-01
Page
Seite 82 (sequence 88)
Language
German
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II. Land und Bevölkerung 1. Natur und Haupteinteilung des Landes Cuba ist die größte der westindischen Inseln. Sie erstreckt sich in west-östlicher Richtung zwischen dem Wendekreis des Krebses und 20° nördlicher Breite, östlich von Mexico und südlich von Florida (U. S. A.). Ihre Länge beträgt 1100 km, ihre durchschnittliche Breite 50—150 km, und ihre Gesamtfläche (einschließlich der sie umgebenden zum Teil winzig kleinen Nebeninseln) 114 225 qkm (also etwa ein Fünftel Deutschlands). Cuba riegelt den Eingang des mexicanischen Golfs ab und ist deshalb von großer strategischer Bedeutung. Die Küste ist reich gegliedert und weist eine Anzahl vorzüglicher natürlicher Häfen auf. Im Westen der Insel erhebt sich ein mäßig hohes Bergland, auf dessen Hängen der beste Tabak der Insel wächst. Hier werden wertvolle Mineralien gefunden. Nach der Inselmitte zu senkt sich das Bergland zu einer hügeligen Ebene, in der die dicht besiedelte Provinz Havanna mit der Hauptstadt der cubanischen Republik liegt. Der Mittelteil der Insel trägt gut bewirtschaftete Farmen und Zuckerplantagen. Nach Osten zu hebt sich die Landschaft wieder zu einem reich bewaldeten Gebirge, der Sierra Maestre, deren Bergketten bis zu 2500 m Höhe ansteigen. Das Gebirge fällt sanft zur Nordküste der Insel ab — hier ist der Sitz zahlreicher Plantagen u^d Obstkulturen — und schroff zur Südküste. Romantische Täler, Wasserfälle, Tropfsteinhöhlen usw. bieten vielfältige Ziele für die Touristik. In Havanna, der Hauptstadt der cubanischen Republik, mit einer Einwohnerschaft von etwa 550 000 Seelen, treffen sowohl architektonische und sonstige kulturelle wie auch ethnologische Gegensätze zusammen und vereinigen sich zu einem höchst reizvollen Bild. Historische Bauwerke im altspanischen Kolonialstil stehen modernen amerikanischen Geschäftshäusern gegenüber. Prunkvolle Barockkirchen, Klöster und Paläste bilden ebenso das Gesicht der Stadt wie das pompöse, moderne Capitol. Die Bevölkerung der Hauptstadt stellt ein äußerst buntes Völkergemisch dar. — Im Stadtinnern zwängt sich ein reger Autoverkehr durch die engen Gassen. Das Stadtbild wird nach außen zu aufgelockert durch schöne Parks, zahlreiche weite Plätze und herrliche Alleen. Havanna ist der Standort der wichtigsten industriellen Werke des Landes; sein Hafen ist der bedeutendste der Insel. Die Stadt ist ein Touristenzentrum ersten Ranges, und deshalb gibt es auch eine Fülle von mehr oder weniger kostspieligen Amüsierbetrieben. Santiago de Cuba. Die im Osten der Insel gelegene Hauptstadt der Provinz Oriente war lange Zeit die Hauptstadt Cubas. Die Stadt hat 104000 Einwohner und verfügt über einen vorzüglichen Naturhafen. Ihre berühmte Kathedrale ist die größte Kirche der Insel. Santiago wurde oft von Erdbeben und Stürmen heimgesucht, die schweren Schaden anrichteten. Der Hafen ist einer der bedeutendsten Exporthäfen Cubas. Camaguey, die Hauptstadt der Provinz gleichen Namens, liegt im Landesinnern, umgeben von großen Viehfarmen und landwirtschaftlichen Großbetrieben. Sie hat 133 000 Einwohner und gilt als eine der malerischsten Städte Cubas. Weitere größere Städte Holguin Santa Clara Cienfuegos Sancti Spiritus Matanzas Guantänamo Pinar del Rio Manzanillo Cubas sind: . 135 000 Einwohner 98 000 Einwohner 89 000 Einwohner 86 000 Einwohner 70 000 Einwohner 66 000 Einwohner 63 000 Einwohner 63 000 Einwohner 2. Klima und Gesundheitsverhältnisse Cubas Klima ist mit einer Durchschnittstemperatur von 25° tropisch warm, gilt jedoch als durchaus erträglich für Europäer. Die Sommerhitze wird, selbst in den Mittagsstunden, stets von einer Seebrise gemildert. Die Nächte sind häufig ausgesprochen kühl; auch sind die meisten Häuser so gebaut, daß der Luftzug zu allen Räumen Zutritt hat. — Das Winterklima gilt als besonders angenehm und läßt Cuba in den Wintermonaten zu einem beliebten Erholungs-Reiseziel der Nordamerikaner werden (1935 besuchten Cuba fast 100000 Touristen!) Havanna hat eine Jahresdurchschnittstemperatur von 25° C. Der heißeste Monat ist der Juli (im Durchschnitt ca. 28°), der kühlste Monat ist der Januar (durchschnittlich ca. 21°). Bei diesen Durchschnitten ist immer zu berücksichtigen, daß die Tagestemperaturen zumeist erheblich höher, die Nachttemperaturen oft bedeutend niedriger sind. (Als Vergleich nennen wir Durchschnittstemperaturen von Berlin: für das ganze Jahr 90 C; für Juli: 19» C.) Während der sommerlichen Regenperiode treten häufig heftige Gewitterstürme und von Zeit zu Zeit schwere Wolkenbrüche auf. Die regenarme Trockenperiode fällt in den Winter und erstreckt sich von Dezember bis April. Gesundheitsverhältnisse: Einschneidende sanitäre Maßnahmen haben Cuba zu einem sehr gesunden Lande gemacht. Die jährliche Sterbeziffer ist nur 12,03 für das Tausend der Bevölkerung. (Die Sterbeziffer Mexicos beispielsweise ist doppelt so hoch, und die Deutschlands ist mit 11,8 nur wenig niedriger.) — In einzelnen Landstrichen ist freilich die Malaria noch nicht ganz ausgerottet, und es wird empfohlen, sich gegen typhoides Fieber impfen zu lassen. Dem Trinkwasser muß man besondere Aufmerksamkeit schenken; manche Ausländer trinken nur füreinwandfrei befundenes Wasser, das in Behältern von 20 Litern zum Preise von $ 0,40 geliefert wird. Auf jeden Fall empfiehlt es sich, sich in seiner Lebenshaltung den schon längere Zeit in Cuba ansässigen Fremden anzupassen. Ueber die allgemeinen in den Tropen gebotenen hygienischen Vorsichtsmaßnahmen siehe den Aufsatz „Klimafragen des Auswanderers" im vorigen Heft der „Jüdischen Auswanderung" (Hei'bst 1937). Dem tropischen Klima ist auch cubanische Kleidung angepaßt. Leinen, weißer Drillich, Palm-Beach, Baumwolle und Seide sind die beliebtesten Herrenstoffe und tragen sich im cubanischen Klima gut. Weiß ist die bevorzugte Farbe für Tages- und Abendkleidung. Während der Wintermonate werden Anzüge aus leichten Wollstoffen und Tropenkammgarn getragen. Im Winter sieht man auch häufig leichte Filzhüte, während das übrige Jahr fast ausschließlich Strohhüte (Panamaform) getragen werden. 3. Bevölkerung Die Bevölkerung Cubas besteht hauptsächlich aus Nachkommen der spanischen Kolonisatoren und Einwanderer; die spanische Einwanderung war auch noch im letzten Jahrhundert sehr stark. Etwa 68 v. H. der Bevölkerung sollen reine Weiße sein. Seit der Sklavenzeit gibt es auf Cuba auch eine große Zahl Neger und Mulatten, die heute hauptsächlich längs der Küste und im Osten der Insel leben. Die gesamte Bevölkerung Cubas wurde 1936 über 4,1 Million Seelen geschätzt. Unter ihnen befanden sich damals 347 000 Ausländer; ein sehr hoher Anteil, da sich ständig außerdem auf Cuba noch eine große Anzahl von Touristen aufhalten. 4. Politische Entwicklung, Verfassung, Regierung Seit seiner Entdeckung durch Columbus bis fast zum Ende des 19. Jahrhunderts war Cuba spanische Kolo- DANZAS & Co. b.h. Abteilung für Auslandsumzüge Gutleutstraße 31 FRANKFURT a. M. Telefon 3 0 041 Transporte nach allen Ländern in Lifts und Sammelladungen Fachmännische Beratung / Sachgemäße Verpackung / Lagerung / Versicherung 82

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