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Jüdische Auswanderung · 1938-07-01 · Juli 1938 · p. Seite 48

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1938. Bestand LBI
Issue
Juli 1938
Date
1938-07-01
Page
Seite 48 (sequence 52)
Language
German
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Staaten und das neuere in den südliehen Baumwollstaaten. In den Neu-England-Staaten sind Massachusetts und Rhode Island führend; die traditionsreichen Erzeugungsstätten sind hier: Lovell, Lawrence, Fall River, New Bedford. Das zweite (südliche) Zentrum liegt in North und South Carolina und im Nordosten von Georgia. Wasserkräfte, billige Arbeitskräfte, nämlich die Neger des dicht bevölkerten Alten Südens, die Nähe der Kohlen und der Rohstoffe haben die Entstehung der südlichen Industrie begünstigt; aber auch für die nördliche Gruppe sprechen Vorteile, welche ihre Erhaltung gewährleisten, nämlich die Nähe des Marktes für Verbrauch und Weiterverarbeitung, die alte Tradition, und zwar teure aber leistungsfälligere Arbeitskräfte, ein der Verarbeitung zuträglicherer Grad der Luftfeuchtigkeit und eine noch günstigere Wasserversorgung. Immerhin ist die Verschiebung des Schwergewichts nach dem Süden deutlich erkennbar. Insgesamt gab es 1936 gegen 28 Millionen Spindeln in USA. (rund 18 v. H. des Weltbestandes), von denen reichlich 9 Millionen in Neuengland standen, ungefähr die doppelte Zahl im Baumwollgebiet. Der Baumwollverbrauch betrug 1936 6,3 Millionen Ballen, das ist etwa ein Viertel des Weltverbrauchs. Die Wollwarenindustrie hat ihren Sitz an der atlantischen Küste von Maine bis Philadelphia. Massachusetts ist weitaus führend, auch Pennsylvanien hat eine bedeutende Produktion; Lawrence, Providence, Philadelphia sind die größten Industrieorte. In der Seidenindustrie ist New Jersey mit der Stadt Paterson führend, es folgen Pennsylvanien, New York, Connecticut, Rhode Island. Die Bekleidungsindustrie ist mit den soeben genannten Zweigen eng verbunden. Ihr weitaus wichtigster Standort (für Damen- und Herren-Konfektion) ist die Stadt New York mit mehr als der Hälfte der gesamten Produktion. Auch in den Südstaaten ist eine immer größere Zahl von Unternehmungen entstanden. Auch die Lederindustrie ist in den Neu-England-Staaten beheimatet. Massachusetts ist der führende Staat in der Schuhfabrikation, Maine, New Hampshire, New York, Pennsylvanien sind gleichfalls bedeutend. Auburn, Manchester, Brockton, Lynn, Haverhill, Boston, New York, Rochester, Philadelphia sind die wichtigsten Orte. Aber auch im Nordwesten findet sich im Anschluß an die Fleischindustrie beträchtliche Fell- und Lederverarbeitung und entsprechender Handel; Milwaukee, Chicago, Columbus, Cincinnati, St. Louis führen hier. 4. Der Handel 1. Außenhandel Der Verbrauch des Inlandmarktes der Vereinigten Staaten wird vorwiegend aus den reichen Rohstoffquellen und durch die eigene sehr entwickelte Industrie gedeckt. Im Verhältnis zum Gesamtumsatz spielt daher (Ter Außenhandel keine entscheidende Rolle. 1933 wurde der Anteil der Ausfuhr an dem Gesamtwert der Produktion auf 6,6 v. H. ermittelt; jedoch ist er absolut genommen und in seinem Anteil am Welthandel nicht unbedeutend. Die Vereinigten Staaten stehen nach dem Britischen Reich an zweiter Stelle der am Welthandel beteiligten Staaten: 1936 betrug ihr Anteil an deT gesamten Ausfuhr 11,6 v. H., an der gesamten Einfuhr 10,9 v. H. Während die Verhältniszahl für die Einfuhr seit Jahren zwischen 9 und 12 v. H. schwankt, hat die Zahl für die Ausfuhr in der Nachkriegszeit bis zur großen Krise meist zwischen 15 und 16 v. H. betragen. Im Jahre der Hochkonjunktur 1929 stand einer Ausfuhr im Werte von 5,16 Milliarden Dollar eine Einfuhr im Werte von 4,4 Milliarden Dollar gegenüber. 1936 waren die entsprechenden Zahlen 2,42 Milliarden Dollar für die Ausfuhr und 2,42 Milliarden Dollar für die Einfuhr. (Ausfuhr ohne Re-Exporte.) Die Verteilung des Außenhandels nach den drei großen Warengruppen ergibt auf der Einfuhrseite das typische Bild des Außenhandels eines Industriestaates: am Gesamtwert der Einfuhr sind die Nahrungsmittel mit 30 v. H., die Rohstoffe und Halbfertigwaren mit 50 v. H. und die Fertigerzeugnisse nur mit 20 v. H. beteiligt. Unter den eingeführten Nahrungsmitteln —. fast durchgängig handelt es sich dabei um hochwertige, nicht um Nahrungsmittel U8 des Grundbedarfs — stehen dem Werte nach Rohrzucker (für 155 Millionen Dollar) und Kaffee (789 000 t im Werte von 134 Millionen Dollar) an der Spitze. Von den Rohstoffen ist dem Werte nach der wichtigste der Rohgummi (510 000 t im Werte von 159 Millionen Dollar); es folgen Papier, Rohseide, Rohstoffe zur Papierbereitung. Die Fertigwareneinfuhr setzt sich aus sehr vielen Waren zusammen. Die Ausfuhr zeigt in ihrer Struktur sowohl den Reichtum an Rohstoffen wie den hohen Grad der Entwicklung der Industrie der Vereinigten Staaten an. Die Nahrungsmittel sind nur noch mit 8 v. H. am Werte der gesamten Ausfuhr beteiligt. Darunter nehmen frische und konservierte Früchte (mit 100 Millionen Dollar) den ersten Rang ein; die früher bedeutende Ausfuhr von Weizen und Weizenmehl ist 1936 auf 19 Millionen Dollar zusammengeschrumpft, der eine Einfuhr im Werte von 48 Millionen Dollar gegenübersteht. Die Ausfuhr von Rohstoffen umfaßt 44 v. H. des Wertes der Ausfuhr. Ueber ein Drittel davon entfällt auf Rohbaumwolle (1349 000 t im Werte von 361 Millionen Dollar; etwa die Hälfte der Ernte); es folgen Erdöl (261 Millionen Dollar, rund 7 000 000 t), und Rohtabak (19 300 t oder etwas Iber ein Drittel der Ernte; Wert 137 Millionen Dollar). Die Ausfuhr von Fertigerzeugnissen stellt fast die Hälfte des Ausfuhrwertes dar. Rund ein Drittel davon (335 Millionen Dollar) macht der Wert der Maschinenausfuhr (für Industrie, Landwirtschaft und Elektromaschinerie usw.) aus; fast ein Viertel entfällt auf Automobile und deren Teile und Zubehör (240 Millionen Dollar; — 180 000 Personenwagen bei einer Produktion von 3,8 Millionen Stück; — 106 000 Lastwagen bei einer Produktion von über 800 000 Stück). Die Betrachtung nach Erdteilen lehrt, daß die Bedeutung Europas als Abnehmers wie als Lieferanten der Vereinigten Staaten seit langem im Sinken begriffen ist. Der Außenhandel der U. S. A. verteilte sich 1936 auf die verschiedenen Erdteile wie folgt: Herkunfts- bzw. E n f u h r A u s f u h r Bestimmunsrsgebiet der Vereinigten Staaten Mill. | v. H. Mill. * v. H. Europa 717 29 1040 43 Nordamerika 618 25 617 25 Südamerika 292 13 204 8 Asien und Ozeanien 741 31 478 20 Afrika 51 2 114 5 Unter den einzelnen Ländern steht zur Zeil (Großbritannien mit 440 Millionen Dollar an erster Stelle unter den Abnehmern, Canada mit 376 Millionen Dollar an erster Stelle unter den Lieferanten. Das Deutsche Reich nahm 1936 mit 101 Millionen Dollar die sechste Stelle unter den Abnehmern, mit 80 Millionen Dollar die achte Stelle unter den Lieferländern ein. 2. Der Binnenhandel a) Der Einzelhandel Während ein großer Teil der Versorgung der Bevölkerung mit den Gegenständen des täglichen und periodischen Bedarfs auch in den Vereinigten Staaten in den Händen kleiner selbständiger Einzelhandelsgeschäfte liegt, haben sich dort daneben einige Typen der größeren Unternehmungen besonders entwickelt, die in Deutschland zwar nicht unbekannt sind, aber bei weitem nicht diese Bedeutung erringen konnten. Diese Formen sind die Versandgeschäfte (Mail-order-houses) und die Einheitspreisgeschäfte (5 and 10 Cent-Stores). Als besondere Eigenart des Geschäftsbetriebes ist noch die große Verbreitung des Abzahlungswesens erwähnenswert. Im Jahre 1935 wurden im gesamten Bundesgebiet 1,65 Millionen Läden betrieben mit fast 4 000 000 Angestellten, deren Gehälter insgesamt 3,6 Milliarden Dollar ausmachten. Der Gesamtumsatz im Einzelhandel belief sich auf 33,16 Milliarden Dollar. Die Einzelgeschäfte waren darin mit 73,1 v. H., die Filialbetriebe mit 22,8 v. IL, die übrigen mit 4,1 v. H. (darin die Versandgeschäfte mit 1,3 v. H.) beteiligt. Die übei-wiegende Zahl der Läden war im Besitz von Einzelinhabenn, nämlich 1,47 Millionen. Sie beschäftigten 2,83 Millionen Angestellte mit 2,55 Milliarden Dollars Gehältern. 127 000 Läden gehörten örtlichen oder über das Bundesgebiet verbreiteten Filialunternehmungen (chains); sie hatten 960 000 Angestellte mit 910 000 000 Dollars Gehaltsumme. Auf die andern Typen entfielen 52 000 Läden mit

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