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Jüdische Auswanderung · 1937-01-01 · Herbst 1937 · p. Seite 57

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1937. Bestand LBI
Issue
Herbst 1937
Date
1937-01-01
Page
Seite 57 (sequence 63)
Language
German
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Auch die Ausfuhr anderer Molkereiprodukte, wie kondensierte Milch, Milchpulver usw., entwickelt sich mit der Verfeinerung der Technik immer mehr. Eine sehr beachtliche Entwicklung hat in Neu-Seeland auch die Bienenzucht genommen, für welche die Viehweiden wie auch das sonst ungenutzte Land die besten Voraussetzungen bieten; es gibt 7864 Bienenhäuser mit 120 000 Bienenstöcken. B. Ackerbau und Obstzucht Hinter der neuseeländischen Viehzucht tritt der Ackerbau an Bedeutung weit zurück. Die hauptsächlichsten Getreidearten, die in Neu-Seeland angebaut werden, sind: Weizen, Hafer, Gerste und Mais. Von geringerer Bedeutung ist der Anbau von Kartoffeln, Erbsen und Tabak. Nicht unbeträchtlich ist dagegen der Anbau von Klee, Luzerne, besonderen Grasarten und anderem Viehfutter. Der Getreidebau Neu-Seelands lieferte im Jahre 1936 folgende Resultate: es waren 248 000 acres (1 acre 0,404 ha) mit Weizen bestellt, 77 000 acres mit Hafer und 20 000 acres mit Gerste. Die Produktion betrug (in 1000 bushels, 1 bushel 36,35 1) an Weizen 8859, an Hafer 3303, an Gerste 745. Von der Getreideproduktion wird nur Hafer in nennenswerter Menge ausgeführt. Dagegen wird ein erheblicher Teil der geernteten Erbsen ausgeführt, ebenso wie beträchtliche Mengen von Gras- und Kleesaaten (im Jahre 1935 brachten diese beiden Saaten einen Exporterlös von über £ 215 000). Ein wichtiges Produkt der neuseeländischen Landwirtschaft ist Flachs, von dem in rohem, wie in verarbeitetem Zustand ein nicht unbeträchtlicher Export stattfindet. Die ausgezeichnete klimatische Eignung Neu-Seelands und der fruchtbare Boden haben zu einer erheblichen Ausdehnung des Obstbaus geführt; für den heimischen Verbrauch sind die verschiedensten Früchte vorhanden, während für den Export nur Aepfel und Birnen eine erhebliche Rolle spielen. 1934 wurden Aepfel im Werte von über £ 700 000, 1935 im Werte von fast £ '470 000 ausgeführt; für Birnen betrugen die entsprechenden Zahlen £ 62 000 und £ 57 000. Fast der ganze Obstexport geht nach England. An den Obstbau schließt sich auch eine verarbeitende Industrie an, die mit der Herstellung von Obstkonserven und Marmelade beschäftigt ist. Zu einem Export an diesen Artikeln ist es bisher nicht gekommen, doch versorgen sie bereits in erheblichem Maße den einheimischen Markt. C. Waldwirtschaft Vor der Besiedlung des Landes durch Weiße war Neu-Seeland fast ganz von Wald bedeckt, allerdings großenteils von minderwertigem Buschholz. Mit der Ausdehnung des Ackerbaus und vor allem der Viehzucht mußte dann der Wald mehr und mehr weichen, und dieser Prozeß der Abholzung hat sich namentlich auf der Nordinsel bis in die jüngste Zeit hinein fortgesetzt. Dabei wurden zum Teil auch wertvolle Holzbestände rücksichtslos zerstört. Um hier Wandel zu schaffen, wurde 1921 eine besondere staatliche Forstbehörde eingesetzt, die auch für die Wiederaufforstung sorgen soll. Neben den einheimischen Bäumen, an Weichholz vor allem Rimu, an Hartholz vor allem Buchenarten, werden jetzt europäische und amerikanische Holzarten angepflanzt. Auf diese Weise sollen die auch heute noch großenteils minderwertigen Waldbestände allmählich hochwertigen Forsten Platz machen und eine rationelle Holzwirtschaft im großen Stil ermöglichen. D. Betriebs- und Besitzverhältnisse Die sozialen Verhältnisse der neuseeländischen Landwirtschaft kennzeichnen folgende Tatsachen: Ueber 50 °/o des landwirtschaftlich genutzten Bodens sind Privateigentum der Farmer, der Rest ist vorwiegend Staatseigentum, das in Pacht gegeben wird, auf dem sich aber der Farmer, von der Pachtzahlung abgesehen, wie ein Eigentümer fühlen kann. Die folgende Tabelle zeigt die Größe der neuseeländischen Farmen. Größenklassen der landwirtschaftlichen Betriebe 1935 Fläche in acres (1 acre 0,4 ha) Zahl der Besitzungen v. H. der Gesamtzahl 1 bis 10 11 014 12,98 10 50 14 739 17,37 50 100 12157 14,33 100 200 16 069 18,93 200 320 9 533 11,23 320 640 10 209 12,03 640 1 000 4 151 4,89 1 000 5 000 5 941 7,00 5 000 „ 10 000 555 0,65 10 000 „ 20 000 294 0,35 20 000 „ 50 000 148 0,17 über 50 000 57 0,07 Insgesamt: 84 867 100,00 Aus der vorstehenden Tabelle geht hervor, daß ein sehr erheblicher Teil der landwirtschaftlichen Betriebe, etwas weniger als die Hälfte, kleiner als 100 acres ist, und daß die Zahl der wirklich großen Farmen (über 1000 acres) nicht so sehr groß ist. Doch bedecken diese großen Farmen einen gewaltigen Teil des Landes; gehören doch 68 °/o der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche zu Besitzungen von mehr als 1000 acres, ja 41 o/o zu Gütern von über 5000 acres! Gewiß liegen diese sehr großen Wirtschaften, die sogenannten Pastoral Runs, die besonders auf der Südinsel häufig sind, meistens nicht auf den besten Böden. Aber trotzdem streben die neuseeländischen Regierungen schon seit vielen Jahren danach, die großen Güter in kleinere landwirtschaftliche Betriebe allmählich aufzuteilen, wozu eines der Hauptmittel erleichterte Kreditbedingungen sind, die es auch dem kleinen Mann ermöglichen sollen, eine Farm zu erwerben und zu halten. (In dieser Hinsicht ist Auswanderer Wirtschafts- und Vermögensberatung Besprechungen nur nadi vorheriger telephonisdier Anmeldung! LUDWIG DEUTSCH Berlin W 15, Lietzenburger Straße 15 Telephon: 91 01 07 57

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