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Jüdische Auswanderung · 1937-01-01 · Herbst 1937 · p. Seite 25

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1937. Bestand LBI
Issue
Herbst 1937
Date
1937-01-01
Page
Seite 25 (sequence 29)
Language
German
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Während des Sommers werden die Randlandsehaften des Westens und Südens nicht selten durch heiße Winde aus dem Innern heimgesucht, die oft stunden-, ja tagelang anhalten. Die Gluthitze, die die Normaltemperatur um 15° C übersteigt, verdunstet jede Feuchtigkeit und macht die oberste Bodenschicht vollständig zu Staub, der dann vom Winde weit fortgerissen wird. Diese Hitze versengt dann Fluren und Felder, ruft vielfach Buschbrände hervor und „brät" förmlich das Obst an den Bäumen. Selbstverständlich bringen solche Elementar-Ereignisse den Kolonisten häufig schweren Schaden. Aber von entscheidender Bedeutung für das Wirtschaftsleben Australiens ist die außerordentliche Ungunst der Niedersehlags-Verhältnisse, die so groß ist, daß zwei Drittel des ganzen Kontinents zu den regenärmsten Gebieten der Welt gehören. Die Cordillere im Osten teilt den Kontinent in einen schmalen feuchten Streifen im Osten und das breite, trockene Gebiet im Westen. Wäre nicht die Nordseite des Kontinents den Winden offen, so wäre das Innere noch viel stärker ausgetrocknet, als es schon der Fall ist; denn von dort her macht während des Sommers der regenspendende Nordwest-Monsun seinen Einfluß geltend, der zuweilen sogar bis zur Südküste spürbar wird. Doch bleibt der Nordwest-Monsun an Bedeutung und Ausdehnung weit hinter dem Südost-Passat zurück. Dieser könnte für einen viel größeren Teil des Kontinents befruchtend wirken, wenn nicht die Cordillere im Osten einen großen Teil der Feuchtigkeit abfinge. Infolgedessen erhalten das Küstengebiet östlich des Gebirges und dieses selbst einen ziemlich reichlichen Regenfall, etwa 100—150 cm, der nördliche Teil erhält noch erheblich mehr. Hier schwellen gewaltige Regengüsse zuweilen die Bergflüsse zu reißenden Hochwassern bis zu 30 m über Normalstand an; diese Fluten wirken zwar oft verheerend, aber die Niederschläge selbst bedingen doch erst die Fruchtbarkeit der östlichen Küstenstriche. Dagegen nimmt landeinwärts die Menge der Niederschläge rasch ab. Im einzelnen lassen sich hier drei Gebiete unterscheiden: der Norden, das Innere und der West- und Südwest-Rand. Der tropische Norden hat unter dem Einfluß der Nordwest-Monsune reichliche Niederschläge, doch verringern sie sich von Osten nach Westen; am Carpentaria-Golf fallen 100 bis 150 cm, bei Wyndham und Derby, westlich von Arnhemland, sind es nur noch 70 cm. Das ganze Innere hat Niederschläge unter 25 cm; nur nach den Rändern hin, wo die Gebirge als Wolkensammler wirken, erhöht sich die Menge bis 50 cm. Im Nordwesten reicht die regenarme Zone bis an die Küste hin. Auch der Westrand ist noch regenarm, ihm fehlen geschlossene Gebirge, an denen die kühlen Seewinde als Steigungsregen niedergehen könnten. Trotzdem ist der Westrand günstiger gestellt als das Innere; dies gilt insbesondere vom Südwestrand, der teilweise Niederschläge von 50 bis 100 cm aufweist. Wirkt schon die allzu geringe Menge der Niederschläge auf die australische Wirtschaft höchst schädlich ein, so kommt noch ihre ungünstige jahreszeitliche Verteilung hinzu. Australien weist Landschaften auf, in denen ein Viertel der jährlichen Regenmenge innerhalb eines Monats, wenn nicht in noch kürzerer Zeit, niedergeht; dies gilt insbesondere für den ganzen Osten und das Innere, wo es nicht „regnet", sondern „gießt". Doch sind die Wirkungen dieser Regengüsse verschieden. Während es an der Ostküste zu gewaltigen Ueberschwemmungen kommt, bei denen die mächtig angeschwollenen Küstenflüsse den Verkehr hemmen, die Brücken wegreißen, Wege und Eisenbahnen unterspülen oder zerstören, bringt der starke Regenfall im Westen des Gebirges und im Innern dem Land eher Vorteil als Schaden; kommt doch hierdurch endlich Wasser in die sonst allzu trockenen Gebiete; die ausgedörrten „Creeks" (kleinen Flüsse) werden wieder zu Flüssen, und mancher Fluß, wie der Darling, ermöglicht erst in der Regenzeit wieder einen Schiffsverkehr. An der Ostküste fällt der meiste Regen im Spätsommer, d. h. Januar und Februar, wenn das ausgeglühte Innere den Südost-Passat kräftig anzieht. Den tropischen Norden beherrschen zwei Jahreszeiten, eine kürzere, von Dezember bis März dauernde Sommerzeit mit reichlichen Niederschlägen, die eine Folge des Nordwestmonsuns sind, und eine längere von April bis Oktober dauernde regenarme Winterzeit; in dieser geht, selbst direkt am Meer, überhaupt kein Regen nieder. Im südlichen und westlichen Australien erfolgen die meisten Niederschläge während des Winters, besonders von Juli bis August, der Sommer bringt fast keinen Regen. Im ganzen Innern sind die Niederschläge unregelmäßig und unbestimmt, so daß für die Wirtschaft keinerlei Verlaß auf sie ist; ja an vielen Orten regnet es nur in Zwischenräumen von mehreren Jahren. Hier vertreten sozusagen „trockene Gewitter", staubaufwirbelnde Stürme, die ein Charakteristikum von Inneraustralien sind, den Regen. Daß durch diese Verhältnisse gewaltige Flächen jeder regulären wirtschaftlichen Nutzung entzogen werden, wurde schon früher erwähnt. Besonders der große Landstreifen zwischen dem 20. und 28. Grad südlicher Breite ist immer wieder solchen verheerenden Dürren unterworfen. Aber überhaupt sind die Unregelmäßigkeit des Regenfalls und das Auftreten der Dürre Faktoren von gar nicht zu überschätzendem Einfluß auf die wirtschaftlichen Gesamtverhältnisse Australiens. Eine Dürre-Periode wie die von 1897 bis 1902, die besonders dem Osten schweren Schaden zufügte, vernichtete über 50 Millionen Schafe, und einen ähnlichen Rückschlag brachte das Jahr 1914/15. Infolge der überragenden Bedeutung der Viehzucht für die australische Wirtschaft bedeutet aber eine Katastrophe in der Schafzucht auch einen schweren Rückschlag für das ganze Land. Ueberdies werden jedoch auch andere wichtige Erwerbszweige, wie Ackerbau und Obstzucht durch die Dürren schwer betroffen. Ja selbst die Industrie wird teilweise durch Dürreperioden schwer geschädigt, wenn zum Beispiel das Wasser als Kraftquelle zu mangeln beginnt. Andererseits aber vermag ein Jahr reicher Niederschläge in Australien Wunder zu wirken und mehrere sehlechte Jahre auszugleichen. Aus alledem wird verständlich, daß gerade infolge der unregelmäßigen klimatischen Verhältnisse das ganze Leben in Australien einen in hohem Maße spekulativen Charakter bekommt, sind in der Ausstattung einer Frau besonders wichtige Dinge und müssen sorgfältig gewarnt werd en Sie kaufen gut und werden durch Fachkräfte mit Verständnis für Ikre Eigenart ricktig keraten in den Spezialgesckäften der Firmen w. «& g. tfErnAsrur GEBR. LEWAIDOWSKI g. m. b. h. ABHOLD OBERSKY g.m.b.h. Zentrale und Fabriken BerlinSWig- Alte Jakokstr. 77. Sammel-Nr. 16 67 31 25

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