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Jüdische Auswanderung · 1937-01-01 · Herbst 1937 · p. Seite 16

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1937. Bestand LBI
Issue
Herbst 1937
Date
1937-01-01
Page
Seite 16 (sequence 20)
Language
German
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schäftigt, hat auf Grund zweijähriger wissenschaftlich kontrollierter Erfahrung Lactogen als ausgezeichnete Säuglingsnahrung erprobt. (Lactogen besteht aus Kuhmilch und Rahm, dem vor dem Trocknen Milchzucker zugefügt wird. Die Zusammensetzung kommt der Frauenmilch nahe und ist auch in den beiden ersten Wochen unter normalen Verhältnissen eine gute Dauerernährung für Säuglinge.) Der Milchnahrung kann schon im zweiten bzw. dritten Monat (ärztlichen Rat einholen!) Fruchtsaft von Orangen, Zitronen, Papaya zugesetzt werden. Als Beikost sind Bananen bewährt. Bei Kindern im Alter von 6—17 Jahren ist — infolge des stark entwickelten Stoffwechsels — der Ausgleich zwischen Wärmeerzeugung und Wärmeabgabe am schwierigsten. Deshalb ist für diese eine Verpflanzung ins tropische Klima am bedenklichsten. Häufig sind bei Kindern Erkältungen die Ursache von Verdauungsstörungen. Diese treten vor allem ein, wenn plötzliche Abkühlung durch Witterungswechsel erfolgt (nach Sonnenuntergang usw.). Aerzte haben wiederholt darauf hingewiesen, daß Kinder in den Tropen meist zu wenig anhaben. „Ein warmer Bauch sei für Kinder der beste Schutz" (Sapper, Gesundheitlicher Ratgeber). Eine große Gefahr bilden für Kinder die Darmparasiten und besonders die Hakenwürmer, die mü infizierter Nahrung oder beim Barfußgehen durch Einbohren der Tiere durch die Haut in den Körper gelangen. Die Krankheit tritt gewöhnlich nach dem fünften Lebensjahr auf und verursacht außer Blutarmut und Schwäche oft erhebliche Wachstums- und Entwicklungsstörungen. V Haushaltführung und Kinderpflege in den Tropen sind in vielfacher Beziehung mühevoller und verantwortungsreicher als unter gemäßigtem Klima; sie verlangen stetes Nachdenken, Planung und Wachsamkeit. Dabei wird die Hausfrau selbst gegen die erschlaffenden Einflüsse des Klimas anzukämpfen haben. Sie wird notgedrungen Ruhepausen einschalten müssen, denn über die Sorge für das körperliche Wohl, über den etwaigen Anteil an der Erwerbsarbeit hinaus fällt ihr die Aufgabe zu, im fremden Land ein Heim zu schaffen und das Leben so zu gestalten, daß der Mut nicht sinkt und die Spannkraft nicht weicht. Die Frau ist in erster Linie auch mit verantwortlich dafür, daß Erwachsene und Kinder ihres Familienkreises die rechte Haltung im Ausland wahren. Diese zu finden, ist erfahrungsgemäß nicht einfach, aber dringend notwendig. Die wichtigste Voraussetzung ist das ernste Bestreben, sich in die Mentalität der neuen Umwelt einzufügen. Für Süd- und Mittelamerika bedeutet dies auch Anpassung an äußerst verbindliche Formen des Umgangs, die — ohne eine aktive Förderung des Neueingewanderten zu sichern — doch die gesellschaftliche wie die geschäftliche Fühlungnahme erleichtern. Man soll nicht vergessen, daß die Liebenswürdigkeit und Konzilianz des Lateinamerikaners Reserve nicht ausschließt. Der Einwanderer kann und muß diese Formen annehmen, ohne sich selbst untreu zu werden. Während der harten Zeit des Bodenfassens im fremden Land ist viel Geduld und Mut erforderlich. Die vorstehenden Ausführungen geben nur Anhaltspunkte; die Grundlagen für eine eingehende Beratung über die Führung des Haushalts in den einzelnen Ländern können erst allmählich zusammengetragen werden. Denn obgleich — oder gerade weil — es sich hier um Dinge des täglichen Lebens handelt, findet sich im länderkundlichen und sozialhygienischen Fachschriftentum nur wenig darüber. Ratschläge aus der Praxis wird am besten derjenige geben, der die Verhältnisse hüben und drüben aus eigener Anschauung kennt und Vergleichsmaßstäbe besitzt. Deshalb sind das beste Material für unsere Ausführungen die Briefe früherer Auswanderer gewesen, die dem Hilfsverein ihre Erfahrungen berichtet haben. Aber gerade Frauen schreiben noch viel zu selten über diese ihre eigensten Lebensfragen im fremden Land. Je mehr Material der Hilisverein im Laufe der nächsten Jahre über diese Fragen des Alltags erhält, desto besser und vollständiger wird die Betreuung der späteren Auswanderer sich gestalten können. ^^4^t&&(J&C& Auswanderungs-Wäsche u.Ausstattungen,Lunchsets vieijähnge persönliche usw. kauft man sachgemäß im ältesten amerik. Export-Geschäft SIEGMUND GOLDSCHMIDT t"™?™**SMEA,,N4 Erfahrung In Amerika GEGRONDET187 6 Zweckmäßige' WÄSCHE-AUSSTATTUNGEN Margarete Fiater Bett-, Tisch- und Hauswäsche o Damenwäsche o Schlafdecken Berlin W15, Xantener Straße 4'• Telephon 92 13 42 16

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