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Jüdische Auswanderung · 1936-09-01 · September 1936 · p. Seite 100

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1936. Bestand LBI
Issue
September 1936
Date
1936-09-01
Page
Seite 100 (sequence 106)
Language
German
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billig sind. Zwar sind jetzt schon gute Systeme künstlicher Bewässerung über das Land verbreitet und auch noch im Bau, aber deren Ausdehnung würde nicht nur dem Landbau dienen, sondern auch, durch Schaffung von Weideplätzen und Futterzucht, eine weit größere Viehzucht ermöglichen, als es bisher geschehen konnte. Der augenblickliche Bestand an Rindvieh wird auf 1,9 Millionen Stück geschätzt, an Schafen auf 600 000, an Schweinen auf 800 000, an Ziegen, Lamas, Alpacas auf je 650 000, ferner noch 400 000 Pferde und Maultiere und 200000 Esel. Häute und Felle werden exportiert (Wert 1934: 2 859 000 Soles). Wolle feiner (Dualität wird geschoren und exportiert (1934 im Werte von 8 748 000 Soles). Kautschuk - Gewinnung durch Raubbau war einst für das Land von größter Wichtigkeit. Heute ist Perus Gummiproduktion auf einen Bruchteil der früheren und damit zur Bedeutungslosigkeit herabgesunken. 2. Bodenschätze Wichtigstes Landesprodukt ist Petroleum. Die Oelfelder befinden sich auf einem schmalen Küstenstreifen südlich der ecuadorianischen Grenze. Drei Gesellschaften sind an der Ausbeute beteiligt. Große pipe-lines (Röhrenleitungen) wurden zum Transport des Oels angelegt. Zwei Raffinerien sorgen für die Verarbeitung im Lande. Insgesamt wurden 1934 1 880 000 t gefördert; exportiert wurde 1934 Petroleum im Werte von 121,24 Millionen Soles. 1935 wurden 2 025 000 t exportiert. Von großer Bedeutung sind Perus Kupfer minen. Zwar hat sich die Kupferförderung in den letzten Jahren schon vervielfacht, doch liegen noch große Reserven unausgebeutet. Der Fall der Kupferpreise macht sich in der Abnahme der Exportwertsumme bemerkbar; in den letzten 2 Jahren erholte sich jedoch wieder der Exportwert des Kupfers. Die Kupfererzproduktion betrug 1935 30 400 t, der Exportwert wurde 1934 auf 27,87 Millionen Soles geschätzt. Als Silberversorger der W elt steht Peru an dritter Stelle. In der Kolonialzeit war Silber das Hauptprodukt Perus. 1933 betrug Perus Silbererzeugung noch etwa 4,5 o/o der Weltproduktion. Die absoluten Ziffern der Produktion von Silber sind für 1934: 322 895 kg im Werte von 21,62 Millionen Soles, Die Silberhausse, insbesondere die nordamerikanische Silberaufkaufspolitik, dürfte sich auf Perus Wirtschaftsleben günstig auswirken. Gold, das im ganzen Land gefunden wird, hat infolge der ungünstigen Verkehrslage der Minen wenig Bedeutung für das Land. Nur, wo es als Nebenprodukt der Kupferförderung auftritt, lohnt sich eine Auswertung der Fundstätten. 1934 wurden 3075 kg im Werte von etwa 15,02 Millionen Soles produziert. Von anderen Mineralien wird in Peru Blei, Zink, Vanadium, Quecksilber, Wismut und Eisen gefördert. Einheimische Kohle wird im Verhüttungsprozeß verwandt. Der Ausnutzung der reichen peruanischen Erzläger schließt sich eine nicht allzu weit fortgeschrittene einheimische Verhüttungsindustrie an. 3. Industrie „ Peru ist in erster Linie ein Rohstoffland. Sein industrieller Markt ist stark vom Auslande abhängig. Die einheimische Industrie beschränkte sich zunächst auf die Verarbeitung der Landesurprodukte, zum Beispiel Baumwolle und Erze. Es wurden dann Industrien von Massengebrauchsartikeln, Lebensmitteln und Getränken aufgebaut. In den letzten Jahren nahm die Industrialisierung einen großen Aufschwung. Freimütig gewährte Schutzzölle und eine Währungsabwertung erleichterten diesen Prozeß. Die peruanische Baumwollindustrie, die Waren grober und mittlerer Qualität produziert, hat alle anderen, japanische und hochqualitative ausgenommen, vom Markte verdrängt. 10 Spinnereien bestehen im Lande mit einem Kapital von 27 000 000 Soles. Sieben von ihnen sind in Lima. Der jährliche Baumwollverbrauch übersteigt 5000 t. Die Fabrikation von Wollartikeln macht rasche Fortschritte. Fünf große Spinnereien bestehen in Lima, Cuzeo und anderen Städten der Sierra. Der Wollverbrauch wird auf 3000 Ballen pro Jahr geschätzt. In Lima bestehen 15 große Strickereien, deren Produkte — Trikotagen, Jumper, Unterwäsche usw. — den Vergleich mit importierten Produkten erfolgreich bestehen. Gutes Schuhwerk wird durch die Gerb- und Schuhindustrie zu sehr billigen Preisen auf den Markt gebracht. Die peruanische Portland C e m e n t - Company verfügt über Anlagen mit einer Kapazität von 600 000 barreis pro Jahr; tatsächlich werden jetzt über 270 000 barreis auf den Markt gebracht. Fabriken von Emaille- und Aluminium-Küchengeschirr machen gute Geschäfte. Vorzügliche leichte Biere (10 Millionen Liter) und Mineralwässer (700 000 1) werden produziert. Peruanisches Kernmehl hat den Mehlimport ausgeschaltet. Süßigkeiten, Biskuits und Schokoladen werden erfolgreich in Lima produziert. Die Fabrikation von Seife, Toiletteartikeln und Medizinen macht ebenfalls große Fortschritte. Zündhölzer sind Regierungsmonopol. In Callao gibt es eine moderne Fleisch-Konserven-Fabrik. Der Import von Gefrierfleisch hat aufgehört und der von Büchsennahrungsmitteln stark abgenommen. Von anderen Industrien seien genannt: Mauer- und Dachziegel; Nägel, Schrauben; Eisenkurzwaren; Schminken, Farben und Firnisse; Betten, Bettstellen, Möbel; Glaswaren, Flaschen; industrielle und Speiseöle; Kerzen; chemische und pharmazeutische Produkte; Papier und Kartonagen; Spielwaren; Parfüme; Konserven; Kolonialwaren und Lebensmittel, Molkereiprodukte; Büchsenfleisch und -fruchte; Geflügelfutter; Filz-, Stroh- und Panamahüte; Leder- und Modenartikel und viele andere." (South Amerioan Handbook 1936) Eine Industriezählung im Jahre 1935 ergab, daß in Peru 625 Betriebe bestanden, deren Produktion wertmäßig auf 158 Millionen Soles geschätzt wurde. 18 508 Arbeitnehmer waren in ihnen beschäftigt, deren Löhne und Gehälter sich insgesamt auf 15 281 808 Soles beliefen. Die industrielle Entwicklung wird durch billige Versorgung mit elektrischem Strom begünstigt. Es existieren 65 Elektrizitätswerke in Peru, von denen 33 durch Wasserkraft betrieben werden. Die industrielle Ausnützung dieser Kräfte wie der natürlichen Bodenschätze des Landes ist ein Verkehrsproblem. Im Dezember 1935 wurden, vorwiegend in Lima, 37 neue Industriebetriebe gegründet, bezeichnenderweise waren 8 davon chinesisch und 5 japanisch, typische Kleinbetriebe mit geringem Kapital. In Huancayo, das seit einiger Zeit durch neue Autostraßen erschlossen worden ist, bildet sich ein neues Industriezentrum. Dieser Ort besitzt Perus größtes wollverarbeitendes Werk mit einer Belegschaft von über 500 Arbeitern in Tag- und Nachtschicht. Diese Fabrik, die von italienischem Kapital gegründet und von italienischen Fachleuten geleitet wird, stellt aus einer Million Kilogramm ungewaschener Wolle rund 400 000 Kilogramm Garne und 500 000 Yards Gewebe her. 4. Verkehr Die Eisenbahnen — teils in Staats-, teils in Privatbesitz — sind Stichbahnen, die quer den Küstensaum durchschneiden. Es gibt keine das ganze Land in der Längsrichtung durchquerende Bahn. Auch stehen die Andenlinien nicht sämtlich untereinander in Verbindung. Das Autostraßennetz ist noch weitmaschig, doch sind verschiedene neue Chausseen im Bau, insbesondere wurde der Bau einer Nord-Süd-Verbindung, die das Land längs der Küste durchziehen soll, in Angriff genommen. Hauptverkehrswege des gebirgigen Binnenlandes sind immer noch die allein den Lamas und Maultieren zugänglichen Saumpfade. Bei diesen Verkehrsverhältnissen hat naturgemäß der zum Amazonas und zur Küste tendierende Flußverkehr große Bedeutung. Auch der Küstenverkehr entlastet den Binnenverkehr. — Flugplätze sind im ganzen Lande angelegt; man kann sagen, daß der Verkehr sich, wie auch in Columbien, vom Tiere dem Flugzeug zuwendet und die Zwischenstufen, Eisenbahn und Auto, überspringt. — Das Eisenbahnnetz hatte 1933 eine Länge von 2954 km. 5. Außenhandel Da Perus Wirtschaft nicht auf einer Monokultur beruht, ist die Zusammensetzung seines Außenhandels vielseitig; der Anteil der einzelnen Produkte an der Ausfuhr ist aus den oben genannten Ziffern ersichtlich. An erster Stelle unter Perus Abnehmern stand 1935 England mit etwa 21,3 °/o der Gesamtausfuhr. Es folgten die Vereinigten Staaten (20,9 o/o) und Deutschland (11,3 o/o). Der erste Importeur waren die Vereinigten Staaten (33,3 o/0), denen England und an dritter Stelle Deutschland (14,2 o/0) 100

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