Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 16 (1885)
- Issue
- N° 13. (26.3.1885)
- Date
- 1885-03-26
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Meitage zu Wr. 13 d. „Isr. Wochen fchrist". Uermischte und neueste Nachrichten. Magdeburg. Im Interesse vieler Leser uns. Blattes theilen wir mit, daß man im Bureau des D.-J. G.-B. zur Zeit damit beschäftigt ist, eine Liste der in deutschen Gemeinden fungirenden Prediger, Lehrer und Kantoren aufzustcllen. Die Beamten der genannten Kategorien werden ersucht, das Unternehmen in der Weise zu fördern, daß sic ihre Namen nebst Angabe des Ortes »nd des Amtes durch Postkarte dem Bureau des D.-J. G.-B. Berlin, W., Sigismundstraße 5, mittheilcn. Solche Beamte, welche ihre Stellung zum 1. April d. I. verändern, werden gebeten, sowohl den alten, als den neuen Amtswohnsitz anzugeben. Magdeburg. Wir nehmen gern von der Erklärung des Hrn. Rabb. Or. Hildesheimer Notiz, daß der Hochstapler Or. August Brimanus (alias Or. Justus), ein Schüler des Hildesheimer'schen Rabbinerseminars nicht gewesen sei, wie mehrere Blätter fälschlich verbreiteten. Meikburg >. d. Lahn, 22. März. Ich habe heute eine originelle Feier des Gebutstages des Kaisers in niciner Religionsschule veranstaltet. Ich verfaßte ein hebräisches Gebet aus dem den Kindern bekannten Sprachschätze, schrieb es an die Tafel und die Kinder lasen und übersetzten es. — Das hat den Kindern riesiges Interesse cingeflößt; kein Wunder: cs ist doch ein Zusammenhang mit dem Leben. Die Kinder läsen den Text zum größten Th eil unpunktirt, und übersetzten ihn flott. Vielleicht halten Sie cs für werth darüber zu berichten. Zu diesem Zwecke schicke ich Ihnen den Text ein. Goldschmidt. Sn Simn -pan bv iS ama um« □'asm© um« n'W nianSan Sn mn©nn Sn nnuurt Sn amm um« : amm faire ji©«*in aSnSu -[San u:n«S nSu m n©« mn mm unSsn f jbS «au nSn amna© ern SaSaa nn« : mV n:asn nuia© uaS -[San m« mm paS .-[San um« m n« mmn -pena ‘saua x: ,nana n«a rr u©x ,umn n©a um inmSa nanx nr lur na iS jnm ,inp naam arm -|nn©mi „mir ar©n npmt -pna «in m rn m* Sa aS aici nair nrnS nna;i naia aiS© D'un /rirsaa nmm rama «in p’mc fSin Sapn «:« : f je n«a im« -pai iSan u:n« Sr nauai .DunSn iSan um« nasa unSsn n« pnai auma .nSa ja« A. Iresde«, Bütte März. Am 16. d. M. feierte Herr Moritz Eger, seit 1863 Vorsteher der Bcerdigungsbrllderschaft und anderer wohlthätigcn Vereine, seit 1875 Mitglied des Gemeinderathes, seinen 70. Geburtstag. Das Gemeinderath-Collegium überreichte dem vervienten Mitgliede persönlich eine Adresse: Dank, Anerkennung nnd Wünsche enthaltend. Herr Oberrabb. Or. Landau hielt eine herzliche Ansprache; sodann erschienen irr oorxors die Cultusbeamten der Gemeinde, in deren Namen Herr Inspektor uud Sekretär Bergmann sprach, schließlich die bei der Beerdigungsbrlldcrschaft Angestellten. Zahlreiche andere Gratulanten, Zuschriften und Telegramme bezeugten die Theilnahme weiterer Kreise. Der Jubilar spendete reichlich an wohlthätige Stiftungen. Einer ähnlichen Theilnahme erfreute sich der Gemeindc- und Synagogenvorsteher Herr Emauuel Levy, gelegentlich der Feier seiner silbernen Hochzeit ani 20. d. M. — An der Bismarck-Spende haben sich hier, specicll auf Anregung des Herrn Generalkonsuls Vorst. Mankiewicz, viele Israel. Bewohner betheiligt. Aordhanse«, 17. März. Das alljährliche Stiftungsfest des hiesigen Gemillut-Chassadim-Vereins fand diesmal am Neumondstage des Monats Nissan hier statt. Die Feier begann mit dem Minchagebet, worauf der Chor einen Psalm sang. Rabbiner Or. Gelb Haus hielt die Festrede, in der er die Ziele einer Chcwra Kadischa zeichnete. Am Schlüsse derselbe widmete er dem verewigten Laudrabbiuer von Mähren, Herrn Abr. Placzek, einen warmen Nachruf. Der erhebenden Feier schloß sich ein durch Tischreden gewürztes Bankett an. Metz, 14. Marz. Unter großer Betheiligung der Angehörigen der israelitischen Gemeinde hiesiger Stadt, im Beisein des Bezirkspräsidenten und sonstiger Vertreter der verschiedenen Verwaltungszweige wurde gestern der einem längern Leiden erlegene Oberrabbiner Herr Isaak Bigart, Mitglied des israelitischen Consistoriums für Lothringen, zur Erde bestattet. (Der Verstorbene war 1827 zu Müttersholz im Unterelsaß geboren, wurde als Rabbiner in Pfalzburg 1874 hierher berufen und erfreute sich der vollen Achtung seiner Gemeinde wie der Gesammtbcvölkerung.) Mie« Durch Beschluß des Cassatioushofes ist das vom Krakauer Schwurgerichte über Moses Ritter und seine Frau ausgesprochene Todesurtheil cassirt, weil die Acten erhebliche Bedenken gegen die Richtigkeit der dem Urtheil zu Grunde gelegten Thatsacheu ergeben. Dem Landgericht zu Krakau ist die Vornahme einer neuen Untersuchung des noch unaufgeklärten Mordes der Mnich aufgegebeu. Wrag, im März. (Or.-Corr.) Am 10. ds. Bits, fand im Smichower Tempel die Trauung des Breslauer Universitätsprofcssors Or. Jacob Caro mit Frl. Ottilie Edlen von Port he im stall. Die Spitzen der deutschen Bevölkerung, hochgestellte Beamte und ein großer Theil der Professoren der Prager deutschen Universität wohnten der Feier bei. Den religiösen Akt vollzog der Smichower Rabbiner Or. Back nach einer gediegenen und ansprechenden Traurcdc. Auch der Prager Oberrabbiner Hirsch und der Rabbiner von Pilsen, ein Bruder des Bräutigams, befanden sich unter den Festgästen. Aaris. Herr Be au ca ire jun., bisher Verwalter der Sparkasse in Paris, ist Präfecturrath in Maus geworden. — In deni als Raschi's Wohnort bekannten Trohes ist eine Synagoge gebaut worden. Mtcrsburg. An der hiesigen Universität kamen 1884 auf 2276 Studenten 252 Nichtchristeu, von welchen 240 Juden waren (10,8 Prozent). Aus dem Gouvernement W ilua berichtet „Wiek", daß 3 große Nagelfabriken Juden gehören; daß von 20 Patenten au Kaufleute I Gilde, 17 au Juden, von 592 Iler 468 an Jude» gegeben wurden, sowie daß von den 30—4000Handwerker die meisteniJuden sind. Aukarest Das Amtsblatt veröffentlichte kürzlich den an das Ministerium des Innern gerichteten Rapport des Pvlizei-Präfecten über die im Trimester 1884 tu der Hauptstadt begangene Vergehen und Verbrechen, sowie über die Nationalität der Urheber derselben. Hiernach entfallen 84 Fülle auf Rumänen, 23 auf Oestcrreicher und Ungarn, 18 auf Juden, 6 auf Griechen, 4 auf Zigeuner, 2 auf Deutsche, und 17 auf unbekannte Individuen. Abgesehen von der erfreulichen rvhatsache, daß die Juden in einem verhältnißmaßig sehr geringen Maße an den begangenen Vergehen und Verbrechen participiren, ist zu bemerken, daß bei den Israeliten die Nationalität vollständig ignorirt wird und man dieselben mit den Zigeunern in eine und dieselbe Categorie rangirt. tzonstantinopel Die Absicht, eine» französischen Rabbiner anzustellen, soll nicht bestanden haben. Die Wahrheit ist, daß die Gegner des Chachain Baschi es gerne tvollen, seine Anhänger cs aber nicht wahr haben mögen. tzonllantinopck. Herr Salomon Fernandez, der Viccpräsident des hiesigen Locnlcomitss der Alliance Jsraelite, hat als Leiter einer wirthschaftlichen Gesellschaft dcnOsmaniehorden II. Klasse vom Sultan erhalten.