Israelitische Schulzeitung
- Journal
- Israelitische Schulzeitung
- Volume
- 1 (1882). Bestand LBI
- Issue
- 8 (8.1882)
- Date
- 1882-08-01
- Page
- Seite 31 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Hebung der praktisch-religiösen Hebungen sei nicht erforderlich. Mit demselben Rechte könne man eine nochmalige Betonung der sittlichen Gesinnungen verlangen. Der von der Comnüssion gewählte Allsdruck: „Die Kenntnis; des Lehrinhalts der jüdischen „Religion" wolle eben beides umfassen. Die Erwähnung des häuslichen neben dem öffentlichen Gottesdienst finde er mir Platze. Doch werde der Zweck vielleicht noch gründlicher durch die Streichung des Wortes „öffentlichen" erreicht. Rach längerer Debatte lehnte die Versammlilng den ersten Antrag Cohn- Kattolvitz ab und nahm den zweiten lnit überwiegender Majorität an. — Bei der Aufzählung der einzelnen Lehrgegenstände der Religionsschnle beantragt Di*. Cohn- Kattowitz statt „Lesen und Schreiben" zu setzen: Lesen, Ritualien (Segenssprüche) und Schreiben" und motivirt dies damit, daß das erste Lesematerial der Jugend jene bekannten kurzen Segenssprüche sein müssen, die sich schon auf der untersten Stufe dein Kinde unvergeßlich einprügen inüffeu. Ferner wünscht er, daß am Ende des Schema's hinzugesügt werde: „Einführung in das Verständniß der religionsgesetzlichen Literatur." (Den: entsprechend würde am Schluß des speciellen Theils eine Anleitung für einen derartigen Unterricht hinzuzufügeir sein.) Res. ist der Meinung, daß der letztere Antrag in den Normal-Plan nicht hineingehöre. Er stelle eben Anforderungen, die nicht überall, sondern nur hie und da unter besonders günstigen Unlständen verlangt und erfüllt werden können. Der erste Antrag specialisire innerhalb des Rahmens der Lehrgegenstände den Leseunterricht bereits derartig, daß er dem speciellen Theile des Planes vorgreife. In den letzteren habe jedoch das Memoriren von Segenssprüchen u. s. w. Aufnahme gefunden. Beide Anträge blieben bei der Abstimmung in der Minorität. Bei Punkt 6 lautet der Vorschlag der Commission: „Es empfiehlt sich, daß für den Unterricht in der hebräischen Grammatik vom vierten Jahrescursus aufwärts besondere Lehrstunden nicht mehr angesetzt werden, sondern daß er im Anschluß an die Lectüre ertheilt wird. Hierzu beantragt Dr. Cohn-Kattowitz die Worte „vom vierten Jahrescursus" aufwärts" und „mehr" zu streichen. . Es müsse, meint der Antragsteller, möglichst viel von der geringen Zeit, die dem hebräischen Sprachunterricht zu Gebote steht, auf die Lectüre der hl. Schrift und auf das Uebersetzen der Gebete verwendet werden, i >r. Samuelsohn - Breslau und Dr. Mattersdorf-Gleiwitz sind der Meinung, daß wenigstens in einen; Jahrescursus eine besondere Grammatikstunde zur festen Einprägnng der Grundformen angesetzt werden müsse. Der Antrag C o h n - Kattowitz wurde schließlich angenommen. — Wegen der bedeutend vorgerückten Zeit beantragte L. Neustadt-Breslau die Berathung des speciellen Theils des Normalplanes bis zur nächsten Generalversammlung zu vertagen, auch den Vortrag des Collegen Schindler-Bernstadt „über die Stellung der Lehrer in kleinen Gemeinden und die Mittel zur Abhülfe mancher Mängel" auf die Tagesordnung der nächsten Generalversammlung zu setzen. Da die Debatte über den allgemeinen Theil bis dahin erledigt war, wurde der letztgenannte Antrag mit großer Majorität angenommen. Dr. Honigman n- Breslau (als Delegirter des deutsch-israelitischen Gemeindebundes) dankt im Namen desselben für die Einladung zur Generalversammlung. Der Gemeindebund interessire sich lebhaft, wie überhaupt für die Stellung der Gemeinde-Beamten, so insbesondere für die der Lehrer. Er habe seine Theilnahme für die Lehrer Schlesiens und Posens deutlich an den Tag gelegt, dadurch, daß er nicht nur bei der Constituirung dieses Vereins und der mit demselben in Verbindung stehenden Unterstützungskasse den Männern, die ihn ins Leben gerufen, mit Rath und That beigestanden, sondern auch ihn stets nach Kräften materiell unterstützt habe. Mit gleicher liebevoller Gesinnung verfolge der Bund die geistigen Bestrebungen innerhalb des jüdischen Lehrerstandes und nehme mit Freuden wahr, daß die geistige Regsamkeit auf dem Gebiete der jüdischen Pädagogik für die gedeihliche Entwickelung der religiösen Erziehung unserer Jugend die beste Wirkung erhoffen lasse. In warmen Worten gedenkt Redner der hervorragenden Thätigkeit des jüngst verstorbenen Vorsitzenden des Ausschusses des Bundes, Jacob Nachod, der seine beste Zeit und Kraft in uneigennützigster Weise den Interessen des Bundes zur Verfügung gestellt hat. Im Anschluß an die beredte Schilderung des Dr. Honigmann feierte auch der Vorsitzende des Vereins das Andenken des theuren Todten und gedachte der segensreichen Wirksamkeit, die der Verklärte jederzeit auch zu Gunsten unserer Bestrebungen entfaltet hat. Auf seinen Vorschlag erhebt sich die Versammlung zu Ehren des Dahingeschiedenen von den Sitzen. — Dr. Badt - Breslau erinnert daran, daß einer der Mitbegründer des Vereins und sein bisheriges Vorstandsmitglied Di-. Cohn- Oels in kurzer Zeit unsere Provinz verlassen werde. Er gedenkt der aufopfernden Thätigkeit des verehrten Herrn Collegen in allen Entwickelungsstadien des Lehrervereins und der Unterstützungskasse und ersucht die Generalversammlung, demselben ihren Dank durch Erheben von den Sitzen auszusprechen. Dies geschieht. — I>. Brann - Breslau beantragt, eine Commission von 7 Mitgliedern zu erwählen und dieselbe zu beauftragen, einen Special-Lehrplan für die Schule mit einer Lehrkraft nach den im Normalplan gegebenen Grundzügen bis zur nächster; Generalversamn;lung auszuarbeiten. Der Antrag wird angenommen. In die Commission werden gewählt: Cohn-Landeshut, Steiner-Gr.-Strehlitz, Dr. Koref-Rawitsch, Dr. Samuelsohn und Di-. Brann-Breslau. Den Theilnehmern an der General-Versammlung konnte ein Theil der Reisekosten durch die Munificenz des deutsch-isr.-Gemeinde- Bundes erstattet werden. Die nächste ordentliche Generalversammlung soll in den Pfingstferien des Jahres 1883 wiederum in Breslau stattfinden. Entwurf eines Normal-Lehrplans für die Religions-Schule. (Schluß.) S c ch st e r I a h r e s c u r s u s. a.) Biblische und n a ch b i b l i s ch e Geschichte, zwei Stunden. Wiederholung. Erbauung des 2. Tempels. Die Propheten Haggai und Sacharja. Josua und Serubabel. Esra und Nehemia. Der Prophet Maleachi. Die Perserherrschaft. Thätigkeit der großen Versammlnng. Alexander der Große. Die Aegppterherschaft: Septuaginta. Die Sprerherrschaft: Antiochus Epiphanes. Die Märtyrer, die Freiheitskämpfer, das Chanukkafest. Die Mkkabäer: Johann Hyrkan. Die Pharisäer, Sadducäer und Essäer. Hyrkan I I und Herodes. Hillel und Schammai. Die römischen Landfleger: Pontius Pilatus und Gessius Florus. Krieg des Vespasian und Titus. Zerstörung des Tempels. Rabbi Jochanan ben Sakkai. Krieg des Bar-Kochba. R. Akiba (die 10 Märtyrer). R. Möir. R. Jehuda Ha-Nassi. Die Mischna. Rab und Samuel in Babylon. R. Jochanan und Hillel II. in Palästina. Der jerusalemische und babylonische Talmud. Targum. Midrasch. Massora. Sittensprüche und Gleichnisse aus Talmud und Midrasch als Proben. d. Hebräisch, vier Stunden. 1. Grammatik (S. oben A 6.) Wiederholung des Hauptwortes und Zeitwortes. Verba und r\"h. 2. Uebersetzen der Gebete. Wiederholung von i2iv na bis T"in nasB', Die man yiDB für Wochentage und den Sabbath. Memorirstoff Psalm 19. 24. 29. 91—93. 150. Das Lied am Schilfmeer. 3. Bibel IIl. B. M. c. 1. 2. 9. JO. 11. 16. 17. 19. 23. 25 bis zu Ende. I V. B. M. ganz. Josua c. 1—11. 22—24. Das Buch Esther ganz. Siebenter Jahrescursus. a. Religion, eine Stunde. Einleitung. Eintheilung, Quellen der Religion. Quellen der religiösen Erkenntniß des Judenthums, a. schrift-