Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 1873-1874
- Issue
- 7 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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31 — v i ■y ist nicht wenig, — das hat er einzig und allein dem Landeslehrervereine zu verdanken. Je mehr dieser sich ausbildet und entwickelt, desto schneller und günstiger wird das Unterrichtswesen und die Stellung der Lehrer sich emfalten." „Organisiren Sie sich aber frei! Gehen Sie dabei nicht zu sehr in das Detail der Zwecke ein schon von vornherein, sondern fassen Sie immer das große Ganze ins Auge. Man kann nie wissen, wozu schließlich noch die Organisation gut sein muß oder kann." Das waren die Gedanken, die uns bei der Gründung des deutsch-jüdischen Lehrervereins leiteten. Unsere erste Aufgabe ist eben die Organisation an und für sich, die Einigung des Lehrerstandes. Im Augenblicke der That haben wir dann einen Bund, der die Regelung der jüdischen Lehrer- und Schulverhältnisse in die Hand nimmt und mit Gott durchführt. Wir können also für jetzt von einer weiteren Thätigkeit des Vereins noch nichts berichten. Vorerst organisiren wir uns! Der deutsch-jüdische Lehrerverein wird zur Erfüllung seiner Aufgabe im gegebenen Momente bereit sein. Jetzt ist seine ausschließliche Aufgabe, Nichts zu versäumen, was zu seiner Ausbreitung und inneren Ausbildung beitragen kann. Zu diesem Behuse hatten wir vor einiger Zeit die Ansprache an die deutsch-israelitischen Gemeinden versandt. Wir haben leider bisher von ihrem Erfolge noch nicht Kunde bekommen. Wir müssen diesen Schritt erneuern. Mögen unsere verehrlichen Mitglieder und Collegen nicht verzagen, sich nicht entmuthigen lassen! Schreitet auch unser Plan langsam vorwärts, unsere Mühe ist doch nicht vergeblich; sie wird sich unr so sicherer lohnen, wenn wir erst die in diesen: Augenblicke allerwege mächtig sich entfaltende Thätigkeit aus dem Gebiete des Schulwesens in ihren Zielen erkannt haben. Unterlassen wir aber diese ruhige und zähe Thätigkeit der Ausbreitung und Heranziehung aller geeigneten Kräfte, so würden wir im gegebenen Momente unvorbereitet sein und leichthin übersehen werden. Wir vertrauen dem mächtig voranschreitenden Geiste, welcher der Schule und ihren Trägern gerecht werden muß! Die Durchführung eines Punktes in den Statuten ist zur Zeit noch uninöglich: Zur Abhaltung von Delegirtenversammlungen würden die Mittel des Vereins nicht ausreichen. Wir haben dafür einen Ausweg gesucht und glauben denselben in „wechselnden Vororten" gefunden zu haben. Wenn jährlich in einem andern Bezirke die Jahresversammlung des Bezirks- oder Landesvereins zugleich als Generalversammlung für den Gesammtverein betrachtet wird und der 'Vorstand dieses Bezirks, wie dies in vielen andern Vereinen der Fall st, zugleich mit dein jeweiligen Präsidenten und Hauptrechner für das nächste Jahr den Gesammtvorstand bildet, so ist, ohne große Verwaltungskosten, ein stets im Voraus bereiter Verwaltungskörper vorhanden und damit zugleich das Mittel gegeben, alternirend die Hauptversammlungen abzuhalten und die verschiedenen Vorstände nach und nach an der Leitung des Ganzen zu betheiligen. Wir hoffen, daß dieser Vorschlag die Genehmigung der Mitglieder finden wird. Wir ersuchen alle Bezirksvereinsvorstände, uns umgehend Mittheilung zukomnren lassen zu wollen über Ort und Zeit der nächsten Jahresversammlung der einzelnen Bezirksvereine. Wir bitten dringend, dies Anregungsmittel nirgends zu versäumen, auch wo der Bezirk nur eine ganz kleine Zahl von Lehrern umfaßt. Wir wünschten, mehreren Versammlungen beiwohnen zu können, sind jedoch dazu nur zwischen dem 3. und 6. Juni und zwischen dem 3. und 20. August im Stande. Die Bekanntmachungen über Zeit und Ort aller Versammlungen geschehen durch diese Blätter, müssen dann aber mindestens 6 Wochen vorher uns eingesendet werden. Im vergangenen Jahre mußten wir den „Jsr. Lehrer" bedeutend reduciren. Wir haben ihn 11 Jahre erhalten, und es ist hier der Ort nicht, auf die Opfer zurückzukommen, die wir ihm gebracht haben. Die Lehrerwelt hat sich dafür wenig dankbar gezeigt und wir mußten uns endlich nothgedrungen dazu verstehen, das Wochenblatt in ein Monatblatt umzuwandeln, das ganz ausschließlich den Interessen des Lehrerstandes gewidmet ist und hier vorwiegend den amtlichen Mittheilungen der Vereine, deren Organ der „Jsr. Lehrer" sein soll: der Achawa und des deutsch-jüdischen Lehrervereins. Der letztere ist noch in seiner ersten Entwickelung; er kann des Organs durchaus nicht entbehren. Wir haben daher die Verlagshandlung veranlaßt, den „Jsr. Lehrer" nicht nur als Gratisbeilage der „Jüd. Volkszeitung" beizugeben, sondern auch gegen vierteljährlich nur 5 Sgr. separat abzulassen. Es ist nicht unsere Schuld, daß es so mit dieser Zeitschrift, die wir mit so vieler Liebe und Ausdauer pflegten, gekommen ist. Möge es sich nicht späterhin der Lehrerstand als Schuld beizumessen haben, wenn auch dieser letzte Rest eines selbstständigen Organs für die Lehrer aus Mangel an Theilnahme aufhört. Wir können nicht umhin, dies den Lehrern bei dieser Gelegenheit ans Herz zu legen. Benützen die Lehrer nur dies Organ recht fleißig, so reicht es hin zur gegenseitigen Verständigung und Einigung und eine Erweiterung ist durchaus nicht ausgeschlossen. Wir ersuchen hiermit dringendst alle mit ihren Beiträgen pro 18 72 noch rückständigen Mitglieder um umgehende Einsendung an unseren Cassirer Herrn Lehrer Steinweg in Rheda in Westfalen, da derselbe in der