Juedischer Almanach für Gross-Rumänien
- Journal
- Juedischer Almanach für Gross-Rumänien
- Volume
- 1. Jahrgang = 1922/23 Exemplar LBI
- Date
- 1922-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/7938572-9582826--007-9575351- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Vorwort. Mit der Entstehung von Gross-Rumänien sind wir aneinandergeschmiedet worden: wir Juden aus vier verschiedenen Staatlichkeiten, aus einer Umgebung von vier verschiedenen Kulturen, von denen wir natürlich trotz unserer eigenen jüdischen Kultur nicht unberührt geblieben sind. Mannigfaltig sind die Ansätze zu einer Annäherung der vier Judenschaften, zu einer Verständigung. Nun sind wir eine ganze Million und werden im Laufe der Entwicklung zur Einheit gelangen müssen. Das, was wir zu einander mitbringen, kann zu etwas wunderbar Neuem verschmelzen. Das Sammelbuch, das ich hiemit der Oeffentlichkeit übergebe, soll der Versuch einer Annäherung der geistig Schaffenden aus den vier Gebieten aneinander sein. Aus unserer Verbundenheit mit dem jüdischen Gesamtvolke entstand auch der Wunsch, ausländische Autoren in Fragen von gesamtjüdischem Interesse zu Worte kommen zu lassen. Sonderbar ist vielleicht die Mannigfaltigkeit der im Buche vertretenen Sprachen, aber sonderbar ist auch das jüdische Leben und das Sammelbuch muss dieser Besonderheit Rechnung tragen. Gewiss: Das Buch lässt manches zu wünschen übrig, ln der Anordnung des Stoffes, in der Technik. Aber es ist ein erster Versuch. Und eines der Ziele: Das, was wir auf allen Gebieten des Lebens schaffen und was in unseren geistigen Arbeitern nach Ausdruck ringt, den Juden zugänglich zu machen. Ich kann nicht umhin, hier allen Freunden undMitarbeitern meinen besten Dank auszudrücken, welche es mir ohne Rücksicht auf Parteizugehörigkeit und Weltanschauung (und das ist das Erfreulichste) ermöglichten, einen kleinen Ausschnitt aus dem jüdischen Leben zu reproduzieren — wie es ist und wie wir wollen, dass es werden soll. Insbesondere danke ich dem allverehrten Poeten Elieser Steinberg für seine Redigierung des jüdisch-hebräischen Teiles, Herrn Sch A. Soifer für seine werktätige Mitarbeit und dem verehrten Maler Artur Kolnik für die künstlerische Ausstattung. Wenn es mir durch dieses Sammelbuch gelingt, die gemeinsame Plattform für die regsamen Kräfte des jüdischen geistigen Lebens in der Folge zu verbreitern, dann wird sein Zweck erreicht sein. Czernowitz, im November 1922. Dr. Markus Krämer.