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Der jüdische Herold · 1938-02-17 · 7 (17.2.1938) · p. Seite 4

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Journal
Der jüdische Herold
Volume
14 (1938)
Issue
7 (17.2.1938)
Date
1938-02-17
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German, Hungarian
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4 ■Der Jüdische Herold« 4 sammeln, um nochmals und wieder sich in die einstigen heiligen Hallen der תוה׳יק wo sie ihre schönsten und wertvollsten Jugendjahre verbrachten zu begeben, um die ausströmende geistige Atmosphäre in sich aufzunehmen und sich seelisch und geistig zu stärken und zu festigen, um widerstandfähig und unbeugsam den Verlockungen des Zeitgeistes trotzen zu kön• nen. Eine Verbindung dankbar und anhänglicher Talmidim mit ihrem grossen Rebbe schelita, dem das seelische und materielle Wohl seiner Talmidim Herzens- Sache bedeutet, wird kürzlich staitfinden. Die Asifoh wird sich somit zu einer erhebenden, seelenerfreuenden Widersehensfeier, zu einem wahrem כנוס לשם שמים gestalten. Kein einziger Talmld dürfte es verabsäumen an dieser Keneszio Oedaulo teilzunehmen und auch den Mindestbemitfeiten die Teilnahme zu ermöglichen. Ein Calmld. AMSTERDAM. In Enschede, Holland, nahe der deutschen Grenze, ist aus Mitteln des Keren Hajischuw eine landwirtschaftliehe Hachschara-Stelle der Agudas Jisroel errichtet worden, in der 30 Jugendliche aus Deutschland für Palästina ausgebildet werden. Der Eröffnungsfeier wohnte der Präsident der Aguda Hollands, Oberrabbiner S. J. S. Hirsch bei. WARSCHAU. Die Polnische Telegraphen-Agentur meldet aus Cernauti: Am Freitag, 11. Februar, besetzten Gendarme־ rie und Militär das Haus, in welchem sich das Lokal der National-Christlichen Partei der Goga-Cuza befindet. Sämtliche im Lokal Anwesenden wurden durchsucht Ein Gewehr wurde beschlagnahmt. Mehrere hundert Cuzisten wurden verhaftet. Die Aktion gegen die Cuzisten wird fortgesetzt. ®rippe atmet man ein 1 Jawohl: durch die Mundhöhle, den Rachen, die Afmungswege dringt die Grippe in den Körper und hat sie sich einmal nieder■ gelassen, ist sie schwer loszuwerden 1 Also heisst’s regelmässig ein paar Tropfen des Alpa-Franzbranntweins dem Gurgelwasser zusetzen: das desinfiziert restlos, ist somit eine sichere Abwehr gegen Jedwede Grippe-Ansteckung. Fragen Sie Ihren Arzf 1 Achten Sie jedoch beim Einkäufe darauf, dass Sie wirklich Alpa bekommen I Lebenslängliches ®elängniss für Wolf Szezerbowski. Warschau. Vor dem Appellationsgericht in Wilna fand zum vierten Male der Prozess gegen den jetzt 17jährigen Fleischhauersohn Wolf Szczerbovski statt, der am 13. Mai 1937 in Brest Litowsk den Polizei-Sergeant Kendziora erstochen hatte, was der Ausgangspunkt zu dem Pogrom in Brest Litowsk gewesen war. Das Kreisgericht in Brest Litowsk hatte Szezerbowski in erster Instanz zum Tode verurteilt, das Appelationsgericht in Wilna hatte das Urteil bestätigt. Das Oberste Gericht in Warschau hingegen hob das Urteil auf und wies den Prozess zur neuerlichen Verhandlung an das Wilnaer Apellationsgericht, das nun Szczerbovski zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilt hat. Der Verteidiger, Adv. Czernichow, hat beim Kassationsgericht Rekurs angemel־ det. WARSCHAU. Das Gericht in Lodz hat die beiden Juden Jakob Libeskind und Wolf Brenner zu je sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Die beiden Angeklagten hatten sich im vergangenen Sommer in dem Sommerkurort Toofilow bei Lodz bei antijüdischen Ausschreitungen gegen Huligans zur Wehr gesetzt. Zusammen mit mehreren Polen wurde ihnen jetzt der Prozess gemacht. Während die angeklagten Polen freigesprochen wurden, wurden die beiden Juden empfindlich bestraft. BUDAPEST. Die antisemitischen Blätter meldeten, dass in den Provinz- Städten Györ und Sopron das Fremdenkontrollamt grosse Razzien durchgeführt und insgesamt 2500 Personen stellig gemacht habe. 140 Personen hätten sich nicht entsprechend und 20 überhaupt nicht ausweisen können; gegen 79 Personen sei das Verfahren eingeleitet worden. Demgegenüber stellte, wie ״Egyenlöseg“ meldet, der Oberstadthauptmann- Stellvertreter von Györ, Karl Török, fest, dass sich in der Stadt keine einzige Person ungesetzlich aufhielt. Trotz der Hetzartikel in der Rechtspresse und der Verfolgungskampfe könne festgestellt werden, dass bei den verschiedenen Razzien in Budapest und in der Provinz alles in allem nur 31 ״Galizianer“ ermittelt wurden. Wo, fragt das Blatt, ist also die von den Erzantisemi* ten immer wieder betonte »Galizianergefahr“? PRAG. Das deutsche Reichssteuerblatt Nr. 6 vom 18. Januar bringt eine Liste von 72 Ausgebürgerten, die ansschliesslich jüdische Namen tragen. Es handelt sich offenbar wiederum um Ausbürgerungen lediglich zum Zwecke der Vermögenskonfiskation. — 250 — nach Bethlehem komme." Und er gab ihr den Rest seiner Waren und hängte dem Knaben eine an einer Schnur befestigte Denkmünze um den Hals, eine Denkmünze aus der Zeit der hasmonäisehen Könige; auf der einen Seite war eine Palme, auf der anderen ein Weinstock ausgeprägt. Nach Jahresfrist wanderte Rauben wieder nach Bethlehem, um sich von dem Wohlbefinden und Gedeihen des kleinen Menachem zu überzeugen. Aber die junge Mutter trat ihm weinend entgegen und sprach : »Wenige Tage, nachdem Du ihn gesehen, hat ihn wäh* rend eines furchtbaren Gewitters ein Orkan mir entführt.« Das war so gekommen. Chiskijahu, der Vater Menachems, ein Nachkomme der alten, jüdische Könige aus Datids Haus, war ein armer Taglöhner. Seine Frau ging in den Wald, um Reiser zu sammeln; sie nahm das Kind mit sich und setzte es unter einen Baum. Während die Frau emsig sammelte, umzog sich der Himmel mit schweren Wolken, so dass es ganz finster wurde. Ein schweres Wetter brach 108 während ein furchtbarer Sturm sich erhob, der die schwärzen Wolken vor sich hertrieb, der die Bäume knickte; der Wind kam aus Westen; aber von der entgegensetzten Seite her erhob sich ebenfalls ein scharfer Luftzug, so daß die Wolken auseinander stißen, die Blitze zuckten und der Donner krachte. Dabei ergoß sich der Regen in Strömen. Jammernd suchte die Mutter Menachems ihr Kind; sie konnte es nicht erreichen. Endlich ließ das Wetter nach. Die angst erfüllte Mutter gelangte mit schwerer Mühe zu der Stelle, wo sie ihr Kind medergesetzt hatte. Wird es noch leben? Wird es erschlagen, wird es der wolkenbruchartige Regen ertränkt haben? Nichts von all Dem. Das Kind war verschwunden, spurlos verschwunden. Unter Jammer und Tränen durchsuchte die unglückliche Frau vergeblich den ganfpa Wild, Dan» cütt fis nach Hau«, und Chiakijahu und - 251 — alle Bewohner von Bethlehem mit ihm machten sich auf, um nach dem vermißten Kinde zu forschen. Aber keine Spur war von dem kleinen Menachem zu finden. Der Sturm mußte ihn in die Lüfte entführt haben. Der Sturm hatte das Kind allerdings entführt; er hatte es vom Berge niedergeschleudert und in eine Waßerlache geworfen. Da war ein Fremder des Weges gekommen, Levi hieß er und war aus Kesib, aus derselben Stadt, in welcher unser Stammvater Jehuda sich befand, da seine Gemahlin ihm den Schela gebar (1. B. M. C. 35. B. 5)• Er erblickte das Kind, das in Gefahr stand, zu ertrinken, ergriff es und. nahm es mit sich, eilig seinen Weg fortsetzend, um dem Unwetter zu entfliehen. Levi aus Kesib brachte den Knaben, dem er das Leben gerettet, glücklich nach Hause und erzog ihn wie sein eige־ nes Kind. Da er den Namen des Knaben nicht wußte, so nannte er ihn Simeon. Der Kleine wuchs heran, wurde groß und stark und entwickelte sich in wunderbarer Weise. Seine Faßungsgabe war unvergleichlich; er übertraf alle seine Mitschüler und war der Stolz und die Freude seiner Lehrer. Von wunderbarer Schönheit, besaß er eine erstaunliche Körperkraft. So wurde er von aller Welt geliebt und gefürchtet — Manchmal hatten boshafte Mitschüler es versucht, ihn zu verhöhnen, ihn zu verspotten. Denn ein Makel haftete ihm an; er war ein Asufi, ein aufgelesenes Kind, deßen Herkunft man nicht kannte. Simeon wußte aber, sich Ruhe zu schaffen; er züchtete die Spötter, selbst wenn sie viel älter waren als er. Simeon fühlte sich manchmal sehr unglücklich darüber, dass er von seiner Herkunft Nichts wusste. Wer waren seine Eltern, die ihn dem Verderben preisgegeben hatten im Sturm und Regen? War er ein Kind der Sünde, dass sich niemals mit einer Tochter Juda’s vermählen durfte? §9in PflefWW freitet» ihn.

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