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Der jüdische Herold · 1938-02-03 · 5 (3.2.1938) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Herold
Volume
14 (1938)
Issue
5 (3.2.1938)
Date
1938-02-03
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Hungarian
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Tftl. Knihovna näbo£cn8k£ obce zidovskä Masarikova 18 Praha V. ü n a b h fl n r o a n Mit der Übernahme von 3 Blätter ist das Abonnement anerkannt. Novfoovtf tflhtf pamhtto tUOMHtiam »0■ Mer** ■ BraKilam. fiilo IS47Q Ä 1 M Podavaci poSt. lirad D• Streda. REDAKTION und ADMINISTRATION DUNAJSKÄ streda TELEFON 74. ERSCHEINT ]EDEN DONNERSTAG. ABONNEMENTSPREISE: Inland Ausland 6anz|Shrlg Kt. 60.— 70.— Halb|ährlg 25.— 35.— Vierteljährig 18 —*13 ״.— NUMMER 5. (658.) 3 Februar 1938. דונאסערדאהעלי ב' אדר א׳ תרציח m. G. XIV. JAHRGANG Idealismus und Praxis. Wir sind in der letzte Zeit Zeugen von einer trauriger, gar sehr trauriger Ersc^einung bei dem religiösen Judentum. Eine umverständliche Gleichgültigkeit, eine Eis* kälte, haben sich in unsere Herzen eingebürgert und die Empfindlichkeit abgestumpft, machen uns indiferent unfühlbar allzudem, was vor unsere Augen vorkommt. Von überall hören wir das Wehg^schrei von alle religiöse Lehranstalten welche schwer ringen um sich mit allen Kräfte erhalten zu können. Es droht eine Gefahr das alles, was die Orthodoxie während den letzte Jahrzehnten mit soviel Mühe u. Anstrengung geschaffen hat zugrunde gehen soll. Wir hören das gewaltige Geschrei und unsere Herzen werden doch nicht aufgerüttelt .. . Vor unseren Augen entwickelt sich ein trauriger Abfallsprozess tausende und aber tausende unserer besten talentiertesten Söhne gehen vor uns verloren werden von uns entfremdet und erweitert, ausgeliefert in die Hände der Nationalen Ideen oder Assimilation. Das alles sehen wir zu und schweigen . . . Wir lesen tag-täglich Aufrufe von ת׳ת und Jeschiwos deren Talmidim hunger leiden und die Melamdim Monate lang keinen Gehalt bekommen in warem Sinne des Wortes. Viele Lehranstalten halten schon vor dem schliessen ihrer Türen vor dem hinausgeworfen werden. Das alles lesen hören wir, wir verbleiben weiter ruhig, gleichgültig, gleich als hätte es uns garnicht angegangen. Die jüdische Jugend irrt herum, wandert von einem Ideal zum anderen, von einen Extrem zum zweiten, es ist keiner da der nach ihr rufen soll, um ihm der richtige Wegweiser zu sein. Wir sehen alles und hören, doch bleiben wir eiskalt, als uns die Sache garnicht anginge. Unsere Stuben werden von Heiligkeit ausgeleert, von jener Heiligkeit welche einst alle Winkeln anfüllte, unsere Töchter sind Hüterinnen fremder Weingä ten geworden die eigene verlassend; und doch verlieren wir nicht unsere Ruhe. Wir, dass Volk das unsere Glieder fühlbar auf dass mindeste Wehgeschrei, wir dessen Herz stendig durchdrungen mit Schmerzen und Furcht, wir die auf dem mindestem Ruf wegen empfindlich sind, wir welche ständig wachten und mitfühlten den עלבוג התורה, was ist eingentlieh heute der Grund unserer Veränderung? Welchen Grund haben wir, für unsere grenzlose Gleichgültigkeit. Die traurige Erscheinung hat ihren Grund, nicht nur die schlechte oekonomichen Verhältnissen zu suchen, noch hat seinen Grund in der grossem Vermischung in der gewaltigen Zeriüttelung der letztem Zeiten, welcher eine Übersetzung vor aller Werten den jüdischen Leben brachte, zu eine gewaltiger Ausmischung von Begriffen, sie hat auch vertauscht die Begriffe von praktische und idealistische. Zwei Sachen gibt es, welche das Leben gestalten, die eine Kraft heist: Praxis Nützlichkeit, Kalkulation, welche bringten Nutzen, oder Schaden. Die zweite, welche hat auch in der Menschheitgeschichte mehr bejgetragen heist; Idealismus, das aufopferen sich für eine Idee, das vollständige Übergeben sich für einem Ideal mit Meszirasz Nefes. Alles, was im Leben geschiht ist ein Produckt der beiden Kräfte, oder es ist diktiert worden von Nutzen von Menschen durch menschlicher ״ich“ welcher will alles für sich und nur für sich, oder es ist diktiert worden von der zweiter Kraft, von der Idealis* mus, grosse Idee bat in sich Magnetisches und ist im stände herauszubringen von menschlichen Herzen ganze Quellen Energie Aufopferung und Meszirasz Nefes wan brauch man zu sein praktisch u. wan Idealistisch,? Wan brauch man wiegen, rechnen messen, und kalkulieren, und wan darf man sich führen lassen von Idealismus? Die zwei tausend jährige jüdische Geschichte hat eine klare unzweideutige Antwort auf diese Frage gegeben : כאן בעולם המעשה, כאן בעולם 5דעות והתמנות In der Handelswelt, da gibt in der Regel Nützlichkeit, Handel verlangt Praxis, erfordert Vorsicht und Kalkulation. Da, in der ekonomische und wirtschaftliche Welt, darf man sich nicht mit schwermerischen und idillische Träumerei begnügen. Da güten blos die Regel von Berechenheit. Gewiss benötigt man in Handel auch Ehrlichkeit, aber da steht ja nicht in Gegensatz vom Nutzen. Die zweitausendjährige Galuthgeschlechte belehrte uns den praktischen Zutritt in jeder Sache. Die ständige Gefahre, der Damoklesseschwert, welche über unsere Köpfe hängt, die gewaltige Verfolgungen das immer wehrende Abhängig sein von Kaprizen solche Führer die kein Verständniss für Jüd. Sachen haben hat unser Nervensisstem empfindlieh gemacht: vorzufühlen und vorzusehen, Die laurende Gefahren die Furcht vor dem unbestimmten Morgen, vor dem מה ’ולד יום haben uns jedes Geschehen praktisch und nüchtern zubehandeln, und der Selbsterhaltungsinstinkt hat uns bereits diktiert welche Mitteln wir anwenden sollen, damit die Schaerfe abgestumpft wird. Das ist in עולם המעשה in der Welt von Ekonomie und Wirtschaft, da hat man gedungen, gewogen und gemessen sich angepasst, eingegangen auf Kompromisse, den da ist blos eine Sache vor Augen gestanden : Nützlichkeit um nur durchhalfen die Zeit, um nur auf die Oberfläche sich erhalten und um existieren zu können, da galt die Regel der Praxis. Ein anderer Regel galt in der Welt von Glaube und Wissen, da erscheint vor uns ein gar andere. Art von Jude, da erscheint ein Mensch der nicht wiegt, nicht misst, gar nicht kalkuliert ob es mehr Nutzen bringt oder etwa schaden, blos voller Geist voller Idealismus voll mesiras nefes, da steht vor uns kein Kaufmann der inKompromisse eingeht, sondern der ״Idealist“ der bereit ist die grösste Opfer zu bringen für sein Ideal. Da hätten wir sogar mit einen ״umpraktischen“ zu tun eine, Menschen der blos Ideen hat, die lobenswelt ist bei ihm das teuerste er ist bereit alles aufzuopfern nur nicht seinen Ideal, seine תוה״ק mit alles handelt er, er wird von einem Zweig verstossen, wirft er sich gleich auf ein anderes Gebiet, aber nicht ohne die תורה. Überall geht er ein auf Kompromisse, nur nicht bei der תורה Da ist er ein barmherzigloser Jude, ist konsekwent Prinzipienfest unbeugsam. Da steht vor uns der richtiger Kaempfer mit unerschütterliche Wiile. Der Held der beseelt ist von grosse Ideen, der den Gefahren ins Augen schaut. In der Web Geist von תורה erscheint vor uns der geradliniger aushaltender Jude, der keine Schwierigkeiten scheut, vor keine Gefahren erschrikt und der bereit ist den grössten Schmerz zu ertragen um nur sein Ideal die Tora zu halten. Da in der Welt von Teuro war der Jude nicht praktisch nur idealistisch. Wenn ein Jude seinem Kinde eine Erziehung geben wollte, richtete er sich nicht mit praktische Motiwe, wieviel nutzen sein Kind בעולם הזה wird haben sondern wieviel Jüdischkeit und Teuro der Chinuch wird sein Kind geben. Da sind die Kalkulationen verschwunden. Da rechnet man nicht was für mich besser ist, sondern welches für die תהדק besser wäre, da dezidiert der Ideal, die Teuro und bei dem Strahl der Teuro verschwinden sämtliche Berechnungen. Es gibts kein Volk der soviel מסירת נפש aufweisen kann als wir. Gibt keine Nation deren Söhne, soviel Heldenmuth und Opferwilligkeit, als wir für unsere Teuro haben, Wir sind die stärksten zwischen

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