Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 47 (16.12.1937)
- Date
- 1937-12-16
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German, Hungarian
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Tftl. Knihovna näb02ensk£ obce zidovslc£ Masarikova 18 Praha V. unABHfinoiGes orthodoxes 0 r 0. a n Mit der Übernahme von 3 Blatte! ist das Abonnement anerkannt. REDAKTION und ADMINISTRATION DUNAJSKÄ streda TELEFON 74. agngTMFrwr1,g>taBmBtraBffp־ TI 1,11■!^■LI ■■■■ LM—UBPJJMimLIJIjtJ'MMÜlL■ 'K NUMMER 47. (651.) 16 Dezember 1937 Kovfaov« ■ftrfatt »oH Mvrtfov ■ MMm* Odo »179 Ä י H■ ERSCHEINT ]EDEN DONNERSTAG. Podavaci poSt. flrad D. Strada. ABONNEMENTSP REISE: Inland Ausland QanrlShrlg K(. 50.— 70.— Halb|ähr!g VlertellShrlq -.25 ־13 35.— 15.- דונאסערדאהעלי יב׳ טבת תרצ׳ה m G. XIII. JAHRGANG Die Erhaltung des Judentumes in der Diaspora »Und doch sind wir dein Volk, das Du erkoren . . . die Gemeinde Jakobs» deines Erstgeborenen, denn aus Deiner Liebe, mit der Du ihm liebtest, und aus Deiner Freude, mit der Du dich seiner freutest, Du mit den Namen Jisroel nanntest und Jeschurun.« So beten wir täglich. Ja, unser Stammvater Jakob war מובחר שבאבות der vorzüglichste der Patriarchen. Er war ein weiser Erzieher seiner Söhne. Unter denschwieriptia Verhältnissen, unter Heiden wohnend, hat er sie alle für sein Ideal gewonnen. »Es gibt keinen Frommen auf Erden, der immer nur gutes tat, und nicht sündigt.« So haben sie denn auch oft unüberlegt gehandelt. Aber bewundern müssen wir ihren jüdischen Sinn, den sie schon als Knaben bekundeten. Ihr Vater hat sie im Hause eines Götzendieners in den Bund Abrahams aufgenommen. Und wie stets sind sie auf das Bundeszeichen. ״Wir können dies nicht tun, unsere Schwester einem Manne zugeben, der eine Vorhaut hat, denn das ist uns eine Schmach“ Zwar sprachen sie so »mit List.« Aber die Schrift erzählt uns ihren gerechten Zorn : »Die Männer (und sie waren noch kaum Jünglinge) waren schmerzlich betrübt.« Da kannte ihr Zorn keine Grenzen und sie haben sich sehr versündigt. — Es ging auch nicht leicht, dass sich die Kinder von verschiedenen Müttern verbrüdert haben Josef war das Opfer ihres Leichtsinnes. Aber nach 20 Jahren betonten sie, »Zwölf sind wir deine Diener, Brüder, Söhne eines Mannes im Lande Kenaan«“ Und Juda will Benjamin retten. Vor seinem Tode hat Jakob die Leitung seiner Familie mit folgenden Bemerkungen seinem Sohne Josef übertragen: Ich aber habe dir die Würde des über deinen Brüdern stehenden einen erteilt, die ich dem Emoriten mit meinem Schwerte und meinem Bogen abgerungen.« (S. Hirsch Kommentar zu I. 48. 22) ״Dass sie mitten unter den Emoriten keine Emoriter geworden, dass ich sie alle nun um mich als meine Söhne, als Fortträger des Namens und Berufes Israel versammeln kann, das sind meine Trophäen, meine Errungenschaften und Siege aus der Hand des Emoriten«. »Sein Schwert und Bogen“ war aber seine Weisheit und sein Gebet“. Dieses Bewusstsein hat seine Sterbestunde* verklärt. Er hat d s ganze Leben hindurch gegen tückisehe Menschen und falsche Religionen gekämpft und ist mit Hilfe des Allmächtigen Sieger geblieben. Aber nachdem Hinscheiden unseres Vaters Jakob ״wurden Auge und Sinn der I3r teilten verdunkelt von den Leiden der Knechtschaft■". So lange noch die Söhne Israels lebten, war diese noch erträglich. Nach dem Tode Lewis begann die unmenschliche Behand'ung des Sclaven. Das Judentum wäre zugrunde gegangen, wenn nicht einerseits die Frömmigkeit der Frauan die Famüicn erhalten hä'ten, — anderseits das in Goschen von Jakob gegründete Lehrhaus sie nicht an eine bessere Zukunft oft errinnert hätte. Was die Frauen betrifft, haben sich diese in vielen Zeiten ausgezeichnet. Der M drasch erzählt uns, wie ihre Liebe und Klugheit die vom Frohndienste erschöpften Männer aufrichtet־n und trösten. Der Talmud (Sota II) verewigte: בשכר נש־ם צדקניות ״ נגאלו ישד^ל ממצריםDie Erlösung d^r Juden aus Egypten — ist ein Verdienst der g-ttesfürchtigen Frauen״. Jochebod und Mirjam gingen ihnen mit dem guten Beispiele voran. — In diesem Verdienste gesellte sich das Verdienst des Stammes Lewi. In dem Verse: »Jehuda aber sendete er sich voran zum Josef, damit dieser ihn, bevor er ankam, nach Goschen anweise«, bemerkt der Midrasch להורות לפניו לתקן לו בית תלמוד ובו‘ unser Stammvater dachte an ein Lehrhaus, damit sein Geist sich in seiner Familie erhalte. Lewi, Kehath und Amram wirkten dort. Und weil der ganze Stamm Lewi sich dort mit der Thora beschäftigte, befreite ihm Pharao von jeglicher Arbeit So konnte dort Aharon — noch vor dem Auftreten seines Bruders, Moses prophetische Reden halten und sein Volk oft ermahnen. Und wenn wir die Frage aufwerfen, wann hatten sie den Zeit, Belehrung an?unehmen? so gibt uns darauf das ס&ר הישר Aufklärung : Moses — am Hofe des Königs — hat den Pharao ersucht, seinen jüdisehen Sklaven nach sechs Arbeitstagen — einen Feiertag zu geben. Da sie nach einem Sabbat in 6 lagen so viel arbeiteten, wie früher in 7 Tagen, gab in dieser Beziehung der König ein Gesetz heraus. Und dieser Sabbat trug auch dazu bei, dass die sonst tiefgesunkenen Söhne Israels sich an die hebräischen Namen klammerten, die heilige Sprache nicht vergaben, ihre alte Tracht nicht vertauschten und ihre Geheimnisse nicht verraten haben«. So haben •wir denn hier die Heilung für alle unsere Leiden zu allen Zeiten : Unsere Mädchen sollen für das alte Judentum begeistert werden, damit sie als Mütter ihre Kinder dem jüdischen Glauben erhalten sollen. In jeder Gemeinde soll ein Bes Hamidrosch oder Talmud Thora erhalten werden um den jüdischen Geist zu pflegen. Wenn dazu die Heilighaltung der Sabbate und Festtage hinzukommt, werden wir auch ferner alle Stürme überdauern, denn die Hoffnung auf eine Erlösung, auf die Zeiten des ewigen Friedens werden uns Kraft und Ausdauer verleihen. Diese Hoffnung nährt nur das S.udium der