Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 28 (29.7.1937)
- Date
- 1937-07-29
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
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»Der Jüdische Herold« פ Schmitta Aktion in Dunajska Streda. Der ש״ק ם־שת ואתחנן, der von der Agudas Jisroel als ein Spenden-Schabbos für die Ermöglichung der vorschriftsmässigen Heilighaltung des Schmittajahres in Erez Jisroel allerorten proklamiert wurde, stand auch in Dunajska Streda vollkommen im Zeichen der Schmitta-Aktion, dieser Aktion, die eine der wichtigsten Aktionen ist, durch die dem Judentume und der Welt die enge Verbundenheit von Erez Jisroel mit der Thora vordemonstriert wird. Alle Bethäuser und Minjanim betrachteten es als ihre Pflicht, während des Thoravorlesens ״Heusofeus“, zur Ermöglichung je zahlreicherer Spenden zugunsten der Aktion, einzuschalten. Nur vereinzelte Minjanim fanden sich, die glaubten sich einer Pflicht entziehen können zu dürfen > die das gesamte thoratreue Judentum als bindend auf sich nahm. Am Schabbos Vormittag hielt Herr Jechiel Weinberger schlite, Sohn Sr. Ehrw. Oberrabbiner Hilel Weinberg r schlite im Lokale der ״Machsike Thora“ eine Deroscho, in der er seiner zahlreich erschienen Zuhörerschaft die Wichtigkeit der Schmitto- Aktion darlegte, Erez Jisroel, führte er aus, sei zum grossen Teile in Händen nicht religiöser Elemente, die auf den geheiligten Boden des Landes sich die grössten Verstösse gegen das g-ttliche Gesetz zuschulden kommen lassen. Die Zahl der thoratreue Elemente in Erez Jisroel sei dagegen gering und ohne Einfluss. Aufgabe des thoratreuen Judentums muss es sein, dahin zu streben, dass sich das thoratreue Judentum in Erez Jisroel durch Einwanderung religiös verlässlicher Elemente zahlenmässig stärke, aber eine noch wichtigere Aufgabe muss es sein, den sich schon dort befindenen religiösen Juden, die Erfüllung ihrer religiösen Pflichten, die bei den heute herrschenden Umständen oft sehr schwer wird und nicht selten mit einem zimiichen Mass von Selbstaufopferung verbunden ist, nach Kräften zu erleichtern. Das kommende Jahr werde ein Schmitta- Jahr sein, während welchen das Bearbeiten der Felder streng verboten sei. Es ist sicher das die religiöse Juden in Erez Jisroel wissen werden was ihre Pflicht sei, dass sie das Schmitta-Verbot nicht übertreten werden. Aber die Einhaltung des Schmitta sei für diese mit grossen Opfern verbunden. Sollten diese nun sich allein überlassen werden? Die Heilighaltung Erez Jisroels sei nicht bloss Sache der dort wohnhaften religiösen Juden, sondern auch Sache des gesamten thoratreuen Judentums der Welt. Jeder thoratreue Jude müsse daher auch durch seiner starken Beteiligung an der Schmitta-Aktion seine Verbundenheit mit den Geschehnissen in Erez Jisroel zum Ausdruck bringen. Da er eine längere Zeit als Schüler des Jerusalemer Oberrabbiners in Erez Jisroel zugebracht habe, kenne er die dortigen Verhältnissen und er wolle mit dem Gesagten bloss die Ideen seines grossen Lehrers verdolmetschen. Der einsetzende anerkennende Beifall zeigte, das die Worte des Redners von überzeugender Wirkung waren. Am Nachmittag des gleichen Tages sprach gleichfalls im Lokale der Machsike Thora Herr Mendel Stern n. j., der sich durch seine packenden, ideenreichen, von tiefen Pathos getragenen Reden einen Ruf als Redner erworben hat, über Schmitta- Aktion, Kenessio Gedeulo und Sela-Aktion, wobei er durch seine im höchster Eloqenz vorgetragenen Worte und der sachlich 10gischen Behandlung seines Themas seinen Ruf als Redner wieder einmal begründete. Die in den Synagogen beim Thoravorlesen reichlich gelobten Spenden zeigten es deutlich, dass auch das thoratreue Judentum eine innerliche Verbundenheit mit dem heiligen Lande empfinde, dass es nur die vielen Verstösse gegen die Religion, die sich grosse Partien der Einwohnerschaft Erez Jisroels zuschulden kommen lassen, sind, die hindernd auf die Erez Jisroel-Arbeit des gesetzestreuen Judentums wirkten. Insgesamt wurden Kc 1274 gespendet, welche Summe sich nach den einzelnen Synagogen und Beihäusern auf folgende Weise verteilt: Grosse Synagoge : Kö 252—. Beth Hamidrasch Sr. Ehrw. Oberrabbiner Hilel Weinberger : Kö. 248 Machsike Thora: Kc 213. Adas Jisroel Bethaus : Kö 202—. Minjnn Paschkus : Kö 175 —. Betgenossenschaft Michael Pope : Kö 114—. Minjan Federweiss: Kü 70—. Mitglieder der Agudas Jisroel-Jugendgruppe, namentlich die Chawerim : Pinkas Weinberger, Sohn von Sr. Ehrw. Obcrrabbiner Hilel Weinberger, Julius Fürst, Ludwig Paschkus, A. Holzer nahmen es auf sich, einen Teil des gespendeten Geldes einzukassieren. Allen Spendern und Personen, die sich um die Durchführung der Aktion verdient gemacht haben, sei eingedenk der grossen Wichtigkeit der Schmitta-Aktion auch auf diesem Wege der herzl. Dank zum Ausdruck gebracht. Caus. Verbreitet den Jüdischen Herold! — 148 — ein Anderer bewogen würde, die Weisen durch falsches Zeugnis zu täuschen. Vor Rabbon Gamliel und dessen Gerichsthofe waren zwei Zeugen erschienen, welche aussagten, daß sie den neuen Mond bei Tage erblickt hätten; in der darauffolgenden Nacht konnte man, trotzdem es heiterer Himmel war, von dem Monde nichts sehen. Infolgedessen waren die Weisen und unter ihnen Rabbin Josua ben Chanania der Ansich^ daß die Zeugen nicht die Wahrheit gesagt hätten. Trotzdem nahm Rabbon Gamliel ihr Zeugnis an, weil dasselbe mit seiner Rechnung übereinstimmte. — Bald nachher erfuhr Rabbon Gamliel, daß Rabbi Josua die in den in Rede stehenden Monat fallenden Feste so zu feiern beabsichtige, wie sich nach seiner eigenen Rechnung, abweichend von der Bestimmung des Fürsten, fallen würden. Das durfte Rabbon Gamliel nicht dulden. Ein solcher Zwiespalt würde in Israel die grösste Verwirrung hervorgerufen haben. Er schickte hin und liess dem Rabbi Josua sagen : Ich befehle Dir, dass Du mit Deinem Stabe und mit Deinem Gelde an dem Tage zu mir kommest, auf welchen Deiner Rechnung gemäss der Versöhnungstag fallen wird. Rabbi Josua war im höchsten Grade betrübt, So fand ihn sein ehemaliger Schüler Rabbi Akiba. ״Rabbi,“ fragte der Letztere, ״warum bist Du so betrübt?“ «Akiba," antwortete der Gefragte, »es wäre für Josua besser gewesen, wenn schwere Krankheit ihn auf ein ganzes Jahr lang auf das Krankenlager geworfen hätte, als dass er diesem Befehle des Fürsten sich fügen müsste.“ ״Gestatte mir,“ sagte Rabbi Akiba, ״dass ich Dir etwas vortrage, was Du mich einst gelehrt hast.“ »Rede!« sagte Rabbi Josua. Und Rabbi Akiba sprach : ״E8 heißt, in der heiligen Schrift bei der Bestimmung der Fe6ttage ״ptham“ sie; dreimal ist dieses W9rt ״chaffer“ - 145 - Und Rabbi Elieser sprach: »Akiba, was soll das bedeuten?« ״Es scheint mir, mein Lehrer,“ antwortete Rabbi Aki« ba, ״daß Deine Genossen sich von Dir losgesagt haben." Als Rabbi Elieser das hörte, zerriß er seine Kleider zog seine Schuhe aus, setzte sich auf die Erde und fing laut an zu weinen. Um diese Zeit hatte Rabbon Gamliel, der Fürst, den obwohl der Schwager der Rabbi Elieser, den Bann über diesen verhängt hatte, eine Seereise zu unternehmen. Da erhob sich ein furchtbarer Sturm und drohte das Schiff, auf welchem sich Rabbon Gamliel befand, in den Abgrund zu reißen. Und Rabbon Gamliel sprach : Ich weiß es, diese Gefahr bedroht mich um Rabbi Elieser ben Horchinas willen. Herr der Welt, Du weißt es und vor Dir ist es offenbar, daß ich nicht deßhalb den Bann über ihn verhängt habe, um meine Obmacht selbst über den Größten zu beweisen; ich habe es nur zu Deiner Ehre getan, damit die Streitigkeiten sich nicht mehren in Israel, damit der Einzelne, und sei er noch so groß, sich der Mehrheit füge. Und der Sturm ließ nach, das Meer beruhigte sich und Rabbi Gamliel war gerettet. XXV. Bei den bisher erzählten Ereignissen hatte Rabbi Josua ben Chanania dem Fürsten Rabbon Gamliel treu zur Seite gestanden; bald sollten sich jedoch zwischen diesen beiden großen Lehrern Streitigkeiten erheben, bei welchen der Fürst der Größe und Bedeutung seines Genossen nicht genug Rechnung trug. Dem Rabbi Zadok war ein Erstling in seiner Herde geboren worden. Ein solcher wurde ehedem fm heiligen Tempel zum Opfer dargebracht. Jetzt durfte er zu nichts gebraucht und mußte gefüttert werden bis er starb oder einen Leibesfehler bekam. In solchen Fällen Dr. M. Lehman: »AKIBA« 34,