Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936) - farbig
- Issue
- 17 (23.4.1936)
- Date
- 1936-04-23
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Tütikee Be&@§mü Metoü mm syrischen Arbeitslöhne stehen, ferner die vor einigen Monaten in Betrieb gekommene Bierbrauerei in Rischon le Zion, die von einer französischen Gruppe in einem Teil der Weinkellereien eingerichtet wurde und dank der Tozeret Haarez-Bewegung guten Absatz findet, obwohl hier das syrische Bier steuergünstiger behandelt wird und im übrigen eine starke Konkurrenz englischer, tschechoslowakischer, holländischer und auch deutscher Biere besteht. Die Konsumsteigerung der letzten Jahre geht schon aus den Einfuhrziffern hervor: 1933 wurde für LP 25 000, 1934 für LP 40 000 Bier eingeführt. Die Tabakindustrie, die einen grossen Teil ihrer Rohstoffe einführen muss, kann der Landwirtschaft noch gewisse Absatzmöglichkeiten geben, denn der türkische und griechische Tabak könnte durch eigenen teilweise ersetzt werden. Zu den etwa zehn Zigarettenfabriken, von denen die grössten der Anglo-American Tobacco- Gruppe gehören, aber vorwiegend jüdische Arbeiter beschäftigen, sind in den letzten beiden Jahren zwei Zigarrenfabriken deutscher Einwanderer gekommen. Die für das Baugewer.be, also den wichtigsten Wirtschaftszweig der letzten Konjunktur, tätigen Industrien haben an dem Aufschwung besonderen Anteil gehabt. Das bedeutendste Unternehmen dieser Art ist die Zementfabrik Nesher in Haifa, mit zeitweise 800 Arbeitern das grösste industrielle Unternehmen des Landes. Trotz ihrer günstigen Entwicklung und obwohl 1934 noch für 270 000 LP Zement eingeführt wurden, hauptsächlich aus Jugoslawien und England, hat Nesher keine Konkurrenten im Lande selbst gefunden. Verschiedene. Pläne in Neuerrichtung weiterer Werke sind gescheitert. In früheren Jahren war der palästinensische Zement in den Nachbarländern sehr begehrt, in der Zeit der Baukonjunkttir nahm jedoch das Inland den ganzen Absatz auf. Vielleicht ist bei Ueberproduktion wieder Export möglich, denn die Qualität des Palästina-Zements scheint auch höhere Preise auszugleichen. Neben Zement spielt als Baumaterial der Silikatstein die wichtigste Rolle, der aus Kalk und Sand zusammengesetzt ist und die Bedeutung des Ziegelsteins hat. Hier sind fünf Fabriken entstanden oder ausgebaut worden, die insbesondere Tel-Aviv und Haifa beliefern, Alle diese Unternehmungen und ebenso verschiedene andere, die Fliesen, Chamottesteine und ähnliche Erzeugnisse hersteilen, sind jetzt von der Verringerung der Bautätigkeit getroffen und die Kapazität der Werke geht über das Bedürfnis der nächsten Zeit wohl weit hinaus. Die Inneneinrichtung der Neubauten hat 1934 und 1935 zu einer starken Entwicklung der Möbelindustrie geführt. Der Mangel an heimischen Rohstoffen konnte durch Einfuhren aus der ganzen Welt ausgeglichen werden. Zahlreiche kleinere Unternehmungen mit einer durchschnittlichen Arbeiterzahl von zehn bis zwanzig haben sich auf Spezialerzeugnisse eingestellt. Immerhin sind auch einige grössere Werke entstanden, so Goralsky und Krinizy in Tel-Aviv und die Tirsa Ltd. in Rischon le Zion. Die meisten Möbelwerkstätten reisen, denn so belastet sind wir nur wenig Schwankungen ausgesetzt. Diese 120 OOO Kilo sind allerdings nun auch lebendig. 150 pracht- Zuchtochsen werden aus einem bulgarischen Dampfer in Haifa am Pier ausgeladen Fot. E. R-z. volle Kerls, kräftig und schön, beherbergt mit ihren jeweils 800 Kilo Gewicht der Bug des Schiffes. Dort sind sie zwar Wind und Wetter sehr ausgesetzt, aber das tut ihrem diciten Fell nicht das geringste. In langen Reihen, Kopf an Kopf, stehen sie sich gegenüber, etwas verwirrt schauen sie drein, die ungarischen Zuchtbullen. Was haben sie auch nicht alles erlebt in diesen Tagen! Aus ihrer behaglichen Ruhe holte man sie mitten im Wiederkäuen von der Steppe, den Gutshöfen und den Musterwirtschaften. Am Hafen versammelt, verlud man sie mittels Hebekran auf das Schiff, wo sie teils im Laderaum, teils auf Deck am Bug Unterkunft fanden. Mit traurigen Augen gucken sie vor sich hin; was sind so, im Gegensatz zu der sonstigen neueren Industrie, nicht um Haifa, sondern um Tel- Aviv herum gruppiert und nach dem Ort des grössten Absatzes orientiert. Die Schwierigkeiten der Fourniermöbelherstellung sind wegen der klimatischen Verhältnisse recht beträchtlich, die Produktion verlangt grosse Erfahrung im Länd selbst, ebenso wie die Herstellung der Metallmöbel. Auch die Fournierholzindustrie hat erhöhten Zollschutz erreicht: der Satz wurde von 15 auf 25 Prozent heraufgesetzt. Palästinas Auseenhandel im Januar 1936 zeigt eine sehr interessante Entwicklung. Vor allem ist festzustellen, dass der Einfuhrbedarf anhaltend steigt, ein Zeichen für immer noch Wachsende Kaufkraft des Landes. Der gesamte Warenimport lag mit 1,33 Millionen LP um rund zehn Prozent höher als im Januar des Vorjahres und beinahe um 24 Prozent höher als im Januar 1934. Innerhalb dieser grossen Einfuhr ist aber eine bedeutsame Verschiebung eingetreten. Während die Einfuhr von Fertigwaren gegenüber dem Vorjahr um genau 50 000 LP auf 0,68 Millionen LP gesunken ist, hat sich die Einfuhr von Rohstoffen und Halbfabrikaten um 34000 auf 98 000 LP, also um 50 Prozent, erhöht. Wenn auch bei diesem einen Monatsergebnis statistische Zufälligkeiten eine Rolle spielen können, so liegt doch diese Erscheinung im Rahmen der allgemeinen Tendenzen des wirtschaftlichen Aufbaus. Die wachsende heimische Industrie deckt einen wachsenden Teil des inländischen Warenbedarfs, verdrängt also das ausländische Fertigfabrikat vom heimischen Markte; auf der anderen Seite steigt damit der Rohstoffbedarf der verarbeitenden Industrie Palästinas, der zum grossen Teil aus dem Auslande gedeckt wird. Erst wenn die einzelnen Ziffern für die verschiedenen Warengruppen vorliegen, wird man feststellen können, ob auch innerhalb der, an sich ja immer noch recht bedeutenden Fertigwareneinfuhr, eine entsprechende Umschichtung stattgefunden hat: Schon früher zeigte nämlich im Rahmen der Gesamteinfuhr der Import von Konsumgütern, die auch in Palästina selber hergestellt werden, eine sinkende Tendenz, während sich der Anteil der Produktionsmittel, die zum Aufbau der heimischen Industrie benötigt werden. Die Einfuhr von Lebensmitteln stieg um 46 000 auf 318 000 LP. Die Gesamtausfuhr, unter der, der Saison entsprechend, die Orangen den grössten Raum einnehmen, vermehrte sich nur um 19 000 auf 686 000 LP. Wichtig für die Entwicklung der palästinensischen Handelsbeziehungen ist auch die jetzt bekannt werdende Aufgliederung des Aussenhandels für das Jahr 1935 nach Ländern. Verglichen mit dem Vorjahre, ergibt sich folgendes Bild (in Millionen LP). Palästinas grösste Lieferanten Einfuhr aus 1934 1935 England.. 3,00 3,21 Deutschland. 1,68 2,20 U. S. A. 1.28 450 Syrien. 1,08 1,31 Rumänien. 0,95 1,21 Polen. 0,47 0,78 Belgien. 0,62 0,72 Tschechoslowakei. 0,51 0,67 Japan... 0,59 0,64 Aegypten. 0,46 0,59 Diese beiden Industriegruppen sind an der Landwirtschaft und dem Baugewerbe orientiert, also gewissermassen zwangsläufig aus der Entwicklung des Landes entstanden. Zu ihnen kommen weiter diejenigen Gruppen, die zum grossen Teil unabhängig hiervon und selbständig aufgebaut werdep, Eisen- und Metallindustrie, Textil- und Lederindustrie, Ansätze zur Maschinenfabrikation und eine ganze Reihe vorläufig vereinzelter Produktionen. (Wird fortgesetzt.) Auffällig an dieser Liste ist zunächst die relativ starke Ausdehnung des Handels mit den Nachbarländern Aegypten und Syrien. Nach der soeben bekannt werdenden ägyptischen Aussenhandelsstatistik für 1935 sind Aegyptens Bezüge aus Palästina von 120 000 auf 238 000 LE (ägyptische Pfund), seine Lieferungen nach Palästina von 420 000 auf 498 000 LE gestiegen. Palästina bestreitet also weniger als 1 Prozent der Einfuhr und rund IV* Prozent der Ausfuhr Aegyptens. Der bislang etwas vernachlässigte Nachbarhandel scheint überhaupt wieder mehr in den Vordergrund zu treten, wie auch in den Ziffern des Transithandels zum Ausdruck kommt. Insgesamt vergrößerte sich der Umfang des Transithandels gegenüber dem Vorjahre um beinahe 50 Prozent und gegen 1934 um beinahe 150 Prozent. Während bisher Transjordanien weitaus an der Spitze des über Palästina gehenden Transitverkehrs stand, entfällt heute mehr als die Hälfte des gesamten Transithandels auf den Irak, ohne dass der Handel mit Transjordanien deshalb zurückgegangen wäre. Der Transitverkehr mit Iran (Persien), den es vor zwei Jahren überhaupt noch nicht gab, hat jetzt immerhin schon einen Umfang von mehr als 11 000 LP erreicht. Bemerkenswert ist weiterhin*, dass Japan, das noch im vorigen Jahr unaufhaltsam auf dem palästinensichen Markte vorzudringen schien, sein Palästinageschäft nur noch wenig ausweiten konnte, und zum Beispiel von der Tschechoslowakei überholt worden ist. Bekanntlich stiess die japanische Ware auf erherbliche wirtschaftspolitische Widerstände, die nicht nur mit dem Vorwurf der Dumping- Konkurrenz begründet wurden, sondern namentlich auch mit dem Hinweis auf die Tatsache, dass Japan nichts aus Palästina bezieht. Die grösste Absatzsteigerung erzielten Deutschland und Polen. Grösster Lieferant Palästinas ist nach wie vor England, aber wenn man berücksichtigt, dass ein sehr erheblicher Teil der englischen Lieferungen auf den Bedarf der Regierungsstellen und sonstigen staatlichen Einrichtungen entfällt, so wird man sagen dürfen, dass im freien Privatgeschäft der Anteil Deutschlands, bei dem natürlich der Warentransfer stark ins Gewicht fällt, kaum hinter dem englischen Anteil zurückbleibt. Seltsam ist, dass Länder, die in der Spitzengruppe der Lieferanten überhaupt nicht erscheinen, als Abnehmer Palästinas eine recht bedeutende Rolle spielen, wie zum Beispiel Holland, während auf der anderen Seite Staaten, die erhebliche Warenmengen nach Palästina liefern, so gut wie nichts aus Palästina beziehen. Im allgemeinen ist festzustellen, dass die wichtigsten Abnehmerländer im letzten Jahr ihre Bezüge aus Palästina stark vergrößert haben. Eine Ausnahme macht Deutschland, dem gegenüber sich Palästinas Handelsbilanz verschlechtert hat. Palästinas grösste Kunden (in Millionen LP.) Ausfuhr nach. 1934 1935 l ,82 2,55 0,23 0,30 0,61 0,25 0,08 0,18 0,03 0,12 Rumänien. 0,06 0,09 Je mehr die grossen Industriegründungert und Siedlungen der letzten Jahre allmählich zur vollen Produktivität . heranreifen, desto mehr bedarf die palästinensiche Wirtschaft einer planvollen Pflege des Außenhandels, die der jungen heimischen Produktion den ihr gebührenden Anteil am Inlandsmarkt sichert und ihr die ausländischen Märkte erschließt. Die fremden Lieferanten werden gerade mit wachsendem Wohlstand des Landes immer noch wachsende Absatzmöglichkeiten vorfinden. Die Levantemesse, zu der sich nunmehr fast alle in Betracht kommenden Staaten angemeldet haben, kann ein wichtiges Mittel zur Belebung und Regulierung des Außenhandels werden. Wirtschaftsnotizen Der Stadtrat Jerusalem hat beschlossen, bei einer deutschen Fabrik zweitausend Wassermesser zu bestellen. * In der „Palestine Gazette“ werden Zahlen über den Geldumlauf in Palästina Ende März veröffentlicht. Insgesamt waren zu dem angegebenen Zeitpunkt für 6 236134 Pfund Noten und Münzen im Verkehr. Ende Februar betrug der Geldumlauf von Noten und Münzen nur 6186134 Pfund. Er ist also um rund 50 000 Pfund gestiegen. Im einzelnen waren für 480 000 Pfund Silbermünzen, für 84 000 Pfund Nickelmünzen und 7200 Pfund Bronzemünzen im Umlauf. Der Umlauf an Metallmünzen betrug demnach 571200 Pfund. Der Notenumlauf zeigte eine Höhe von 5 664 934 Pfund. 100-Pfund-Noten waren nur in einer' Anzahl von 447 im Verkehr, dagegen liefen 2 025 230 Einpfundnoten um. v Die Anglo Palestine Bank verteilt für das Geschäftsjahr 1935 aus einem Reingewinn von 140 594 LP eine Dividende von 8 Prozent auf die Stammaktien. Ausserdem werden 200 000 LP neue Stammaktien Kategorie A, ohne Stimmrecht,. geschaffen, die den Inhabern der alten Stammaktien als Bonus zugeteilt werden, und zwar in dem Verhältnis, dass auf je drei alte eine neue Stammaktie entfällt. V Die Bruttoeinnahmen der palästinensischen Eisenbahnen sind gegenüber dem Vorjahr von 0,72 auf 0,86 Mill. LP gestiegen. Die Zahl der beförderten Passagiere — ohne die Inhaber von Zeitkarten — erhöhte sich um Va Million auf 2,5 Millionen, die Menge der beförderten Güter, von denen 40 Prozent auf Baumaterialien entfallen, um 0,2 auf 1,1 Millionen Tonnen. Die Betriebsausgaben haben sich um rund 100 000 LR auf 612 000 LP erhöhi- Bezeichnend für die chaotische Gründungstätigkeit, die jetzt durch das schon angekündigte Tnstitut für Wirtschaftsforschung in etwas planvollere Bahnen gelenkt werden soll, ist es, dass neben den bestehenden grossen Betrieben im Laufe weniger Tage noch eine arabische und zwei jüdische Zigarettenfabriken gegründet worden sind. » Es besteht ein Projekt, um die gute Tonerde, die fast den ganzen Gipfel des Berges Kanaan bedeckt, für die Herstellung kunstgewerblicher Keramiken nutzbar zu machen. Palästinas Aussenhandel Von unserem ^-Palästina-Korrespondenten nützt ihnen das schönste Futter, was die reine Seeluft — die sie gar nicht einmal mögen —, was die sorgsamste Betreuung der sie begleitenden Knechte, — was nützt ihnen das alles, wenn weit und breit keine Kuh zu sehen oder zu riechen ist! Aber, meine lieben Bullen, das wird anders werden. Noch einige Tage, und ihr werdet den palästinensischen Kühen gegenüberstehen, Exemplaren, die möglicherweise ebenso kräftig und schön sind wie ihr. Nach anfänglichen Schwierigkeiten werdet ihr euch auf Grund gemeinsamen Interesses gar bald verstehen —■ der Produktion der hoffentlich recht zahlreichen ungarisch-palästinensischen Kälbchen sollen keine Grenzen gesetzt sein! Herbert Sonnenfeld Die Palästina-Filmstelle hatte am Montag zu einer Pressekonferenz eingeladen. Nach einführenden Worten von Dr. Abraham sprach Dr. Nachum G i d a 1 über die Schwierigkeiten des Filmens in Palästina. Es fehlt an gelernten Schauspielern und das sehr gerade einfallende Sonnenlicht biete besondere Schwierigkeiten durch die schweren Schlagschatten, die es wirft. Es wurde dann eine Filmreportage durch Palästina gezeigt, zu der die Aufnahmen zum Teil von Nachum Gidal, zum Teil von Amateuren wie Dr. Meyer stammten. Es handelte sich dabei um einen Schmalfilm, von dem man ja nicht erwarten kann, dass er dieselben Schönheiten aufweist wie ein grosser. Der Vorteil des Films liegt in der starken Lebendigkeit der Aufnahmen, die wirklich das Leben Palästinas wiedergeben. Aber im Technischen sind noch starke Mängel, die zweifellos zum grossen Teil noch behoben werden können. So liefert der Film, der von beiden Rednern als ein Versuch bezeichnet wurde, unfreiwillig einen guten Beweis für die Schwierigkeiten des Photographierens und Filmens im palästinischen Licht. Hoffentlich gelingt es noch, die Form dem guten Inhalt anzupassen, David und Salomon Moslemitisch-jüdische Legenden In der C. - V. - Zeitung der vorigen Woche wurde an dieser Stelle das Buch: Folk-Lore of the Holy Land von I. E. Hanauer besprochen. Nachstehend geben wir einen Auszug aus dem wertvollen Werk in der Uebersetzung von 8. Michael wieder: * Suleymän (Salomon) war mit der Sprache der Pflanzen wohl vertraut. Immer, wenn er eine neue Pflanze sah, fragte er sie nach ihrem Namen und wozu sie nutze sei, auch nach ihrer Art, nach dem Erdreich, auf dem sie gedieh und welcher Pflege sie bedürfte. Und die Pflanze antwortete ihm dann. Er legte auch den ersten botanischen Garten an. Eines Tages bemerkte er nun in dem Tempelhof eine ihm noch unbekannte, junge Pflanze und fragte sie sogleich nach ihrem Namen: „El Kharüb“, war die Antwort. Nun heisst aber „El Kharüb“ „Der Zerstörer“. „Zu was bist Du nutze“, fragte der König weiter; „Deine Werke zu zerstören“ antwortete die Pflanze. Als Suleymän das hörte, rief er klagend: „Wehe, noch lebe ich und schon hat Allah neben mir den Zerstörer meiner Werke wachsen lassen!“ So betete er, dass erst alle Menschen von seinem Tode erfahren sollten und dann erst die bösen Geister. Denen sollte es verborgen bleiben, denn er fürchtete, dass sie diesen Augenblick ausnützen würden, um Unheil anzurichten und die Menschen zum Bösen zu verleiten. Als er sein Gebet vollendet hatte, grub er Kharüb aus und verpflanzte ihn in seinen Garten nahe der Mauer des Palastes. Täglich ging er hinunter und beobachtete ihn sorgsam, um nur rechtzeitig das Bedrohliche, das von ihm kommen könnte, abzuwenden und zu verhindern. Als der Stamm stark und kräftig geworden war, schnitt er ihn ab und machte einen Stab daraus, auf den er sich lehnte, wenn er dasass und die bösen ^Geister beaufsichtigte; denn er liess sie Fronarbeiten tun, damit sie ihre gewaltig starken Kräfte nicht gegen die Menschen wendeten. Nun war viele Jahre vorher Belkis, die Königin von Sheba (Saba) gekommen, um den König mit schweren Fragen zu versuchen, darunter diese: wie man wohl einen Seidenfaden durch eine Perle fädeln könnte, deren Bohrloch nicht gerade war, sondern gewunden gleich einer sich bewegenden Schlange. Das war eine schwere Aufgabe. Aber der König liess sie lösen durch einen kleinen weissen Wurm, der an dem einen Ende des Fadens sich festbiss und mit dem Faden im Maul auf der einen Seite in die Perle hinein und auf der anderen Seite wieder heraus kroch. Um dieses unscheinbare Geschöpf für seine Arbeit zu belohnen, erfüllte der König seine Bitte, in den Früchten der Pflanzen wohnen und sich auch von ihnen ernähren zu dürfen. Ohne dass Suleymän es wusste, hätte sich der Wurm aber unter der Rinde des jungen Kharüb, seines Stabes, eingenistet und sich bis ins Mark des Stammes durchgefressen. Da nun die Zeit kam, dass der König sterben sollte, sass er wie immer an seinen Stock gelehnt, als Asrael nahte; unbemerkt von den bösen Geistern, nahm der Engel des Königs Seele hinweg. Die Dämonen aber arbeiteten noch volle vierzig Jahre weiter, ohne zu wissen, dass der König tot war; denn der Stab hielt den entseelten Körper aufrecht, als wäre er noch am Leben. Aber ach, am Ende hatte der Wurm den Stab doch gänzlich ausgehöhlt und er brach mitten durch, so dass der Körper Suleymäns zu Boden fiel. Da wussten die bösen Geister, dass ihr Fronherr tot war. Bis auf den heutigen Tag zeigt man dem Reisenden im Orient einen unvollendet gebliebenen Steinblock, ungeheuerlich aufgetürmt, in den Steinbrüchen von Ba’albek und manche noch in anderen Teilen des Landes. Und dort sagt man dem Wanderer: siehe, das sind die Trümmer der Werke, von deren Vollendung die Dämonen abliessen, als sie gewiss waren, dass Suleymän el Hakim _(der Weise) gestorben war,