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Central-Verein-Zeitung · 1936-04-23 · 17 (23.4.1936) · p. [Seite]

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936) - farbig
Issue
17 (23.4.1936)
Date
1936-04-23
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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das feinen frühesten literarischen Niederschlag in einer primitiven Chronik des 13. Jahrhunderts gesunden hat, um dann in dem zu Beginn des 17. Jahrhunderts erschienenen, ungemein verbreiteten Volksbuch vom Ewigen Juden markantere Züge anzunehmen. Hier überhaupt bekommt die Gestalt erst ein richtiges Gesicht; hier auch erscheint der (aus dem Persischen stammende Name) des Schusters Ahasverus, der sich inzwischen aus dem Katholiken der Kreuzzugszeit in einen Protestanten, den rast- und ruhelosen Wanderer mit den bösen Instinkten, gewandelt hat. In' dieser Gestalt taucht Ahasverus, unter teilweise verändertem Namen, auch außerhalb Deutschlands, so in Holland, England, Italien, Spanien auf. Und von nun an beginnt die sagenhafte Figur auch in das Reich der Poesie überzugreifen,. zuerst nach' Frankreich, wo das Tragische des juif errant mit dem Symbolischen eine engere Verbindung einging und wo dann, viel später — in der ersten Halste des 19. Jahrhunderts — der Romantiker Ouinet der Gestalt die schlicht-menschlichen Züge eines „Königs der Schmerzen" gegeben hat. Vor allem aber rst der Ewige Jude in Deutschland, von der Sturm¬ und Drangzeit über die Romantik bis in unsere Tage, immer wieder Gegenstand der Dichtung gewesen, in Lyrik, Prosa und auch im Drama. Aus der Fülle der Ahasver-Dichtungen, an denen die Juden selbst einen verhältnismäßig geringen Anteil haben, konnte der Vortragende nur die wesentlichsten heraushebenneben Friedrich Schubart, Wilhelm Müller, dem Dichter der Wanderlieder, neben Chamisso, Lenau, Hamerling, Julius Mosen bildet den Markstein noch immer der herrliche Torso Goethes, der jedoch den Stofs wieder fallen ließ, weil er offenbar mit dem tragisch unfruchtbaren Motiv des zu ewigem Leben Verurteilten, das gerade die Dichter der roinantischen Epoche gereizt hatte, nichts anzufangen wußte. Tie anregenden Ausführungen des Vortragenden fanden den lebhaftesten Beifall der Zuhörer. H.L. Theater, Musik, Film Ernst 8 isfauer hat ein dreiaktiges Drama „Die Steine reden", beendet, das im Gleichnis eines mittelalterlichen Dömbaumeisters heutige Schicksale darstellt. * Im Jüdischen Kulturtheater Wien fand die Erstaufführung von Cederlands und Tahlbergs Schauspiel „Die Grenze", aus dem Dänischen übertragen und bearbeitet von Albert Ganzert, statt. * Franz Molnärs neue Komödie „Große Liebe" erzielte unlängst in Rom und in Mailand stürmische Erfolge. * Alfred A u e r b achs Hörspiel „Eleonora Düse" (Die Schauspielerin und der 'Lchriftsteller) wurde von dein Sender Lugano zur Erstaufführung in italienischer Fassung angenommen. * Sa lzburg rüstet sich für die neue Saison, die in diesem Jahre einen Rekordbesuch verspricht. Neben Toscanini: und Felix Weingartner wird Bruno Walter wieder am'Dirigentenpult erscheinen und außer drei Konzerten „Don Giovanni", „Tristan und Isolde", „Orpheus und Eurydike" und als Neuheit Hugo Wolfs „Corregidor". leiten. Selbstverständlich steht auch die Mitwirkung Max R e i n h a r d t s fest,- der wie im Vorjahre wieder Hofmannsthals „Jedermann" als Freilichtaufführung ans dem Salzburger Domplatz sowie Goethes „Faust" in der „Fmiststadt" der Felsenreitschule inszenieren wird. Das 8. Philharmonische Konzert in Wien findet unter Bruno Walters Leitung sowie unter dem Protektorat des Bundeskanzlers Tr. v. Schuschnigg am 26. April als G u st a v - Mahler- Gedächtnisfeier statt. In einer weiteren Gedenkfeier wird am 16. Mai im Großen Konzerthaussaal, ebenfalls unter Bruno Walter, Mahlers 8. Sinfonie zu Gehör gebracht. * Unter Leitung von Bruno Walter wird am 6. Mai in Wien die „Missa solemnis“ mit Hermann Schey als Solisten aufgeführt. * Der Kapellmeister der W i e n e r Staatsoper, Professor Karl A l w i n, wurde ans zwei weitere Jahre dieser Bühne verpflichtet. * Gitta A lpar tritt am 25. April in einem Wohltütigkeitskonzert zum Besten der Landeskinder-Schutzliga in Budapest als Solistin aus. V Wanda L a n d o w s k a, die berühmte Cembalvspielerin, hat soeben eine erfolgreiche Tournee durch Spanien beendet, bei der sie spanische und französische Musik aus dem 18. Jahrhundert zu Gehör brachte. # Im ausverkausten Saal der Musikhochschule in Budapest gab der englische Oberkantor S. Stern ein Konzert, in dem er sich als Komponist und als Sänger vorstellte. Tiefen Eindruck erzielten besonders seine jüdischen Kompositionen. * .Die British International Pictures haben Joseph S ch m i d t für einen Sängerfilm verpflichtet. Die Regie wird Paul M e r z b a ch führen. Ter amerikanische Filmprvduzent Samuel G o l d w y n, der kürzlich in Europa weilte, hat für mehrere Filme, die er in Holywood zu drehen beabsichtigt, neben Rene Clair und Charles Boyer, Elisabeth B e r g n e r verpflichtet. Eine Reichsausstellung jüdischer Künstler wird am Lvnntag, 26. April, mittags 12 Uhr, im Jüdischen Museum, Oranienburger Straße 31, vor geladenem Publikum eröffnet. Der Vorsitzende des Gemeindevorstandes, Direktor Heinrich Stahl, und Dr. Kurt Singer, der Leiter der Reichsverbandes jüdischer Kulturbünde, werden die einführenden Worte sprechen und die auswärtigen Künstler als Gäste der jüdischen Organisationen Berlins begrüßen. Die .Ausstellung bleibt bis.Sonntag, 7. Juni, einschließlich geöffnet. Montag und Dienstag, 10 bis .18 Uhr, 'Mittwoch bis Sonntags 10 bis 14 Uhr (Sonnabends geschlossen). Das Orchester der Künstlerhilfe der Jüdischen Gemeinde Berlin veranstaltet unter Leitung von .Ernst Ewald Gebert am 29. April, 20 Uhr, im Schumann-Saal, Lützowstraße 76, ein Sinsonie- 'konzert mit Werken von Mendelssohn, Schubert, Mozart und Gluck. Solisten sind Susanne L o e w e n st e i n (Gesang) und Werner L Y w e n -(Violine). Konzerte Joseph Schmidt und Alexander Kipnis in Berlin. Es wird ausdrücklich darauf 'hingewiesen, daß jeder Besucher im Besitz einer 'gültigen Kulturbund-Karte oder des Reichsverbandsausweises sein muß. Die Jüdische Private Musikschule Hollaender, Berlin, teilt mit, daß Paula S a l o m o n - L i n d b e r g nach Abschluß einer Jtalienreise als Gesanglehrerin in den Lehrkörper der Schule eintritt. r Miss Ruby Stone Dr. Dr. Paul Astruck Verlobte Ostern 1936 V London Nürnberg-London r Statt Karten! ‘Ruth-Renate Glaser Dr. med. Hugo Cahn Verlobte. Eberswalde April 1936 ^etzt: Berlin, Augsburger Str. 43 Witten/Ruhr Hauptstr. 48^ r yAltenburg /Th. RUTH LEVY RUDI COHN Verlobte. April 1936. Frankfurt /Oder r Die Verlobung ihrer Kinder Liselott und Ulrich zeigen an Leo Hirschberg und Frau Frau Gertrud Meyer Teageb. Kuttner. Berl. W 15, geb. Cronbach, Dahlem, Württembcrgischestr. 35. Schweinfurthstrasse 57 a. Joliannesbnrgv Springs. J Ruth Freund Kurt Angress Verlobte Beuthen O/S Gross Strehlitz O/S Empfang findet nicht statt r -Statt-Karten! Dr. Helmut Noher Edith Noher geb. Friedländer VERMÄHLTE Stettin 22. April 1936 Berlin-Wittenau ^J5ehr Necjendankstraße 4 Rosenthaler Straße 42 J Rabbiner Ulrich Steuer Edith Steuer geb. Rosenthal Vermählte ^Karlsruhe i. B., 23. April 1936. Hilde Plaut-Loewenthal Willy Loewenthal Verlobte Stettin Behr-Negendankstr. 4. Pyritz V. "-:—-\ Die glückliche Geburt ihrer Tochter MARIANNE zeigen hocherfreut an Rudolf Cahn u. Frau . Margrit, geb. Joseph Berlin-Wilmersdorf, 20. April 1936. Wittelsbacherstr. 36. j Die Geburt ihrer Tochter zeigen an Dr. med. Arthur Wagner und Frau Dora, geb. Dienemann Breslau, Oranienstr.-10,d. 13. April 1936 ... > kennen bis spätestens weites. r $ / 4? an^ Die Geburt eines T ö c h t e r c h e n s zeigen an Stephan Auerbach und Frau Margarete geb. Haase Berlin - Clmrlottenburg, Eiehlstrasse 2^ r Für die zn ihrer Vermählung erwiesenen zahlreichen Aufmerksamkeiten danken herzlichst Günter Pulvermacher und Frau Irmgard geb. Schwenk. Breslau, den 20. April 1936 z. Zt. auf Reisen. 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