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Central-Verein-Zeitung · 1936-03-05 · 10 (5.3.1936) · p. [Seite]

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936) - farbig
Issue
10 (5.3.1936)
Date
1936-03-05
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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23. V. Ch. Arlosoroff: Der jüdische Volks- Sozialismus. Berlin, Hapoel Hazair, 1919. 24. J. L. Magnes: Wie alle Völker ... Aufsätze zur zionistischen Politik. Berlin, Kommissionsverlag Kedem,1930 Vom Standpunkt des Brith Schalom wird hier Stellung zu den Fragen der zionistischen Politik genommen. 26. J. Klatzkin: Krisis und Entscheidung im Judentum. Die Probleme des modernen Judentums. Zweite ergänzende Auflage. Berlin, Jüdischer Verlag, 1921. 26. Siegfried Bernfeld: Das jüdische Volk und seine Jugend. Berlin, Wien, Leipzig, Löwit, 1920. 27. Die zionistische Idee. Eine Sammelschrift, Berlin 1926. Auszüge aus den Schriften der wichtigsten zionistischen Führer. 28. Dokumente zur zionistischen Politik. Verlag des Berliner Büros der Zionistischen Organisation. 29. Ja-Sagen zum Judentum. Eine Aufsatzreihe der „Jüdischen Rundschau“ zur Lage der deutschen Juden. Berlin 1933. 30. Joachim Prinz: Wir Juden. Berlin, Reiss, 1934. 31. Berl Kaznelson: Der Zionismus am Scheidewege. Referat, gehalten in einer Veranstaltung des „Brith Rischonim“ in Tel-Awiv. Berlin, Hechaluz, 1933. 32. D. Ben-Gurion: Zionistische Alija-Politik. Berlin, Hechaluz, 1934. 33. Ds.: Chaluzischer Zionismus oder Revisionismus. Berlin, Hechaluz, 1934. 34. B. Kaznelson: Zerstörung oder Neuaufbau. Zur innerzionistischen Situation. Berlin, Hechaluz, 1934. Weiter sind stets heranzuziehen die jeweils neueste Auflage des „Zionistischen Handbuches“ und die „Protokolle der Zionisten-Kongresse“, B. Palästina 36. Gerhard Holdheim: Palästina. Idee, Probleme, Tatsachen. Berlin, Schwetschke, 1929. Durch die allerneueste Entwicklung ist dieses schon 1929 erschienene sehr gute Buch in vielem überholt. 36. Alfred Bonne: Palästina, Land und Wirtschaft. Zweite, ergänzte Auflage. Berlin, Singer, 1933. 37. Hugo Herrmann: Palästina, wie es wirklich ist. Dritte Auf läge. Wien,Fiba-V erlag, 1934. 38. Ds.: Palästina-Kunde. Ein Leitfaden für Vortragende, Kurse und für den Unterricht. Wien, Fiba-Verlag, 1934. 39. Anfänge. Aus den Tagen der zweiten Ali ja. Eine Sammelschrift. Berlin, Hechaluz, 1934. 40. Jiskor. Ein Buch des Gedenkens an die gefallenen Wächter und Arbeiter im Lande Israel. Mit einem Geleitwort von Martin Buber. Berlin, Jüdischer Verlag, 1918. Eine Sammlung erschütternder Zeugnisse von der heldenhaften Kraft des chaluzischen Aufbaues. 41. Josef Trumpeldor: Tagebücher und Briefe. Uebersetzt von M. Wilensky. Berlin, Jüdischer Verlag, 1925. Berichte über Trumpeldors Kämpfe im russischjapanischen und im Weltkrieg, mit der jüdischen Legion und schliesslich in Tel Chaj. Für die Erkenntnis der jüdischen Legion und der Kämpfe um Tel Chaj sind sie sehr wichtig; sie zeigen ausserdem, wer Trumpeldor wirklich war. 42. Aron David Gordpn: Briefe aus Palästina. Berlin, Welt-Verlag, 1919. 43. Ds.: Erlösung durch Arbeit. Ausgewählte Aufsätze, übersetzt von V. Kellner. Berlin, Jüdischer Verlag, 1929. Das arbeitende Palästina, wie es sich in dem Leben dieses Mannes verwirklicht hat, zeigt sich in den schönen Briefen und Aufsätzen. Glück im Pech Kurzgeschichte von Alfred Auerbach Er war ein sonderbarer Heiliger, bis an seines Lebens Ende, der Berndors. Er hatte den Humor der Resignation und behielt ihn, wie einen Stab in den Lagen seines wechselnden Lebens. Als Kind begann sein Pechglück, er siel ins Wasser, als er unbeobachtet umherstrich, es war ein trüber Tümpel, neben ihnt wogte eine alte Tonne heran, hilfsbereit. Er packte sie mit den Händchen und sie setzte ihn an einer Stufe ab. Er berichtete dieses kleine Wunder als das Omen seines Daseins. Kaufmann wollte er nicht werden und doch sollte er in das Geschäft seines Onkels kommen. Als ihm das Studium versagt wurde, war er tiefunglücklich. Da brach das Geschäft seines Verwandten zusammen und er saß da. War es' Pech, war es Glück? Er holte mit Selbststudium nach, was ihm an Vorbereitung fehlte und siel im Examen durch. Zu einer Hauslehrerstelle reichte seine Wissenschaft. Er sagte: Das Leben ist kein Rechenexempel! Im Hause seines kleinen Schülers war ein nettes Mädel. Es war nicht die Schwester des Jungen, es war eine Verwandte, die im Nest geduldet wurde — miterhalten! Simon Berndorf und Else Klein fanden manche Aehnlichkeiten in ihrem Schicksal — nur hatte er den Humor der Resignation, sie hatte Ansprüche und — auch kein Geld. Simon verliebte sich, sie hatte nichts dagegen. Er machte ZukunftsPläne, er wollte Unterricht geben, an Zeitungen arbeiten und sich sonst noch was suchen, das die fehlenden Einnahmen ergänzen würde. Sie rümpfte das Rüschen. Sie ließ ihn suchen. Derweil suchte sie auch und fand — weil sie geschickt war, was sie wünschte — den Dummen. Simon sah die beiden, das Schläuglein preßte sich an den nicht mehr schönen Mann, 44. Tel Chaj, Sina und Geschichte der Verteidigung. Berlin, Hechaluz, 1934. Ein gutes Sammelwerk über Tel Chaj. 46. Arbeiterinnen erzählen. Kampf und Leben in Erez Israel. Herausgegeben vom Hechtsluz, Deutscher Landesverband. Berlin, Kedem, 1935. 46. Walter Preuss: Die jüdische Arbeiterbewegung in Palästina. Bde. 1/2. Berlin, Hechaluz, 1932/33. 47. Die Histadruth. Die Organisation der jüdischen Arbeit in Palästina. Berlin, Hechaluz, 1933. 48. M. Beilinson: Zum jüdisch-arabischen Problem. 49. Alfred Wiener: Juden und Araber in Palästina, Berlin, Philo-Verlag, 1930. 50. Zum jüdisch-arabischen Problem. Ein Sammelbuch. Berlin, Hechaluz, 1933. 61. Kfar Saba. Im Kampf um jüdische Arbeit. Berlin, Hechaluz, 1934. 52. Kibbuz. Kultur und Wirtschaft. Aus der Tagung des Kibbuz Hameuchad in Jagur, Juli 1933. Berlin, Hechaluz, 1933. 53. Nachum Benari: Zur Geschichte der Kwuza und des Kibbuz. Eine Monographie. Berlin, Hechaluz, 1934. 54. Von Kwuzah und Kibbuz. Berlin, Hechaluz, 1933. In grösseren Zusammenhängen sprechen von Palästina: 55. Josef Cohn: England und Palästina. Ein Beitrag zur britischen Empirepolitik. Berlin, Vowinkel, 1931. 56. Hans Kohn: Die Europäisierung des Orients. Berlin, Schocken, 1934. Von den vielen Reiseberichten nennen wir nur: 57. Felix Salten: Neue Menschen auf alter Erde. Eine Palästinafahrt. Wien, Zsolnay, 1925. 58. Emil Vandervelde: Schaffendes Palästina. Der jüdische Aufbau heute und morgen. Dresden, Reissner, 1930. 59. Armin T. Wegner: Jagd durch das tausendjährige Land. Berlin, Büchergilde Gutenberg, 1931. 60. Carl Stechert: Palästina-Bericht eines Nichtjuden. Leipzig u. Wien, Prager, 1934. 61. A. Kupferberg: Deutsche Juden im jüdischen Land. Palästinaberichte eines jüdischen Journalisten. Hamburg, Lessmann, 1934. 62. Alijah. Informationen für Palästina-Auswanderer. Herausgegeben vom Palästina- Amt der Jewish-Agency. Für alle Palästinafragen ist ferner heranzuziehen die Zeitschrift Palästina, Monatsschrift für den Aufbau Palästinas. Herausgegeben von A. Boehm, Wien. Eine grosse Reihe von wichtigen Aufsätzen befinden sich in dieser seit vielen Jahren erscheinenden Zeitschrift. 63. Jesaias Press: Neues Palästina-Handbuch. Führer durch Palästina. Unter Mitwirkung von Hugo Herrmann. Wien, Fiba, 1934. Ein in der neuesten Auflage sehr guter Reiseführer. Eine Zusammenstellung der auch in den Zeitschriften verstreuten Literatur bis zum Herbst 1935 befindet sich in: Literatur-Verzeichnis für Ortsgruppen und Hachscharah-Gruppen des „Hechaluz“. Berlin, Hechaluz, 1933. In der übernächsten Nummer wird die „Bibliographie jüdischer Werke" abgeschlossen und durch eine y7Bibliographie der Geschichte der jüdischen Diaspora“ fortgesetzt. sich „in seinen Grenzen und Bereich" als berechtigt erwiesen. Ueber den Lebens- und Bildungsgang Carlburgs werden wir nur durch den Nachruf des schon erwähnten Schülers im Krefelder „Jntelligenzblatt" vom März 1836 unterrichtet. Danach stammte Carlburg aus Siebenbürgen. Seine im Bild festgehaltene Erscheinung würde allerdings aus ein anderes Ursprungsland Hinweisen. Er besuchte die Talmudhochschulen in Prag und Berlin, war Hauslehrer in Warendvrf und Düsseldorf und ging darauf nach Bonn, um seine philosophischen und philologischen Studien fortzusetzen und zu vertiefen. Es wird seine große Begabung für Sprachen gerühmt. Mit Leichtigkeit eignete er sich die Kenntnis der französischen und lateinischen Sprache an. Doch seine ganze Liebe und Forschertätigkeit gehörte dem semrtischen Sprachgebiet an. Er hat eine Anzahl Schriften versaßt, die zum Teil im Druck vorliegen und jetzt wieder hervorgezogen werden. Im Mai 1809 trat Carlburg sein neues Amt an. Der feierliche Empfang war schon geeignet, ihm die Achtung der nichtjüdischen Umwelt zu gewinnen. In der Folge hat er diese Wertschätzung nur noch gesteigert. Sie strahlte auf die jüdische Umgebung zurück, bei der es schwerer gewesen sein mag, sich durchzusetzen. Den Forderungen der Sprüche der Väter folgend, war er bemüht, „viele Schüler auszustellen und einen Zaun um die Tora aufzurichten". Er war ein unbedingter Anhänger des Alten, des Ueberlieserten. Weiter war er bemüht, die Beschränkungen zu beseitigen, welche die zweite kaiserliche Verordnung vom März 1809 einem Teil der Juden im französischen Kaiserreich auferlegt hatte. Eine besondere Bitt- Jüdisches Leben Allgemeine Wissenschaft im jüdischen Lehrbetrieb Die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums erstattete den Vertretern der Presse Bericht über die Erfahrungen, die bisher mit den an dieser Stelle schon erwähnten Vorlesungen auf dem Gebiete der allgemeinen Geisteswissenschafteu gemacht worden sind. In ihrem Bestreben, den Studierenden die Ergänzung der jüdischen Fächer durch allgemeinen Wissensstoff, den bisher in größerem Umfange die Universität vermittelt hatte, unter allen Umständen weiterhin zu ermöglichen, erweiterte die Lehranstalt ihren Lehrplan durch Vorlesungen über Philosophie, Psychologie und Geschichte. Als Dozenten hierfür wurden nach und nach die Herren Dr. Arnold Metzger, Dr. Hans Friedl ü n d e r, Professor Dr. Eugen T ä u b l e r und Dr. Arnold Berney gewonnen. Die Einbeziehung weiterer Fächer und Beauftragung weiterer Dozenten steht bevor. Die Einrichtung der allgemeinwissenschaftlichen Vorlesungen und Hebungen ist bisher in der weiteren jüdischen Oeffentlichkeit, für die sie neben dem Kreise der an der Lehranstalt Studierenden gleichfalls geplant war, noch nicht ausreichend beachtet worden. Den Stamm der Hörer bildeten etwa 20 Chaluzim, für die die wissenschaftliche Vertiefung eine Art „geistiger Hachschara" darstellte. Aber weder die Jugendlichen anderer Gruppen und Bünde noch die teilweise zu unfreiwilliger Muße verdammten Kreise älterer Akademiker haben bisher die hier gebotene Möglichkeit der Fortbildung genutzt, wie es wünschenswert gewesen wäre. Es ist zu hoffen, daß die Bekanntschrift, welche zweifellos auf Carlburg zurück* Zuführen ist, sollte dem Kaiser an Ort und Stelle überreicht werden. Im September 1811 wurde der Kaiser in Krefeld erwartet. Vergeblich. Schon warf der russische Feldzug seinen Schatten voraus. Was aus der bereitgehaltenen Eingabe des Konsistoriums geworden ist, steht dahin. Vielleicht ist sie nach Paris übersandt worden. Aber die Zeit war für ihre Berücksichtigung nicht geeignet. Carlburg zeichnete sich durch eine ungemeine! Wohltätigkeit aus. Er unterhielt auch eine ganze Anzahl Schüler auf seine Kosten. Das mag ihm, dem Junggesellen, nicht leicht gefallen sein. Die Konsistorialeingesessenen waren in der Zahlung seiner Bezüge mehr als saumselig. Einmal hatte er auf sein 3000 Franken betragendes Gehalt am Ende des Rechnungsjahres nur 800 Franken erhalten. Wie Carlburg die vielen Gemeinden seines Bezirks betreut haben mag, ist uns nicht überliefert worden. Vermutlich hat er die belgischen Gemeinden, die nach wenigen Jahren seiner Einwirkung entzogen wurden, nie besucht, lleberliefert aber wurde manches Wort, das die Zustände in seinem Bezirk und in der Hauptgemeinde, die allerdings nur 160 Seelen zählte, treffend kennzeichnete. Solche Worte sind in den früheren Geschlechtern lebendig geblieben. Sie fanden sich später verstreut noch in jüdischen Blättern. Die Machne Jehuda ist vor einigen Jahren zum Mutterverein zurückgekehrt. Alljährlich widmete sie dem dahingegangenen Rabbiner ein Jahrzeitgedächtnis. Das Andenken Carlburgs lebt in der Gemeinde fort. — jüdischer Geist gäbe des Vorlesungsplanes für das neue Semester, die rechtzeitig an dieser Stelle erfolgen wird, auch die bisher noch fernstehenden Kreise auf die in vielfacher Beziehung bedeutsame und dankenswerte Einrichtung Hinweisen wird. E. R.-J. * Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums. Am Dienstag, dem 17. März, 17 Uhr 30 Min.: Außerordentliche Generalversammlung in der Aula der Lehranstalt, Artilleriestraße 14. Tagesordnung: Aenderung des Statuts §§ 16 und 19: Einführnng der Entgeltlichkeit für Vorlesungen und Prüfungen, § 17: Voraussetzungen für die Zulasstlng der Hörer. Diese Generalversammlung ist laut tz 10 Abs. 9 des Statuts ohne Rücksicht aus die Anzahl der erschienenen Wohltäter beschlußfähig. Arnold Metzger: Die Frage nach dem Sinn der Geschichte. Mit einem ausgezeichneten, wenngleich durch die Subtilität seiner Formulierungen an Verständnis und Aufmerksamkeit der Zuhörer außerordentlich hohe Anforderungen stellenden Vortrag des früheren Freiburger Privatdozenten Dr. Arnold Metzger über die Sinngebung alles> zeitlichen Geschehens fanden die Montagsvorlesungen der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums, Berlin, ihren Abschluß. Den Ausgangspunkt der Ausführungen Dr. Metzgers bildete die Feststellung, daß zwei Probleme seit jeher das Ganze der Philosophie beherrschen: die Frage nach dem Wesen der Dinge und die Frage nach dem Sinn des Daseins. Während die erste Frage das Grundproblem der Metaphysik bildet, ist die zweite Frage teleologisch, zielhaft, ausgerichtet: sie begehrt zu wissen, wozu, zu welchem Ende, woraufhin die Dinge da sind. Statt der Wiederkehr des Gleichen wird Entwicklung gefordert, Geschehen wird zur Geschichte. Voraussetzung jeder Sinnder eine schwere goldene Uhrkette trug und einen blitzenden Ring an einem dicken Finger. Ein halbes Jahr später hörte Simon, daß der gutmütige Paul Wolfs schon graue Haare trage. Simon lächelte und sprach: „Schon wieder hatte ich Glück im Pech." Sein Lebensweg war hart und im Zickzack geartet. Er war müde, der gute Simon, als er die Hälfte erledigt hatte. Eine Krankheit kam ihm zu Hilfe und nahm ihm die letzten Mühen gnädig ab. Sein letztes Wort war: „Da habe ich wieder einmal Glück im Pech." Dann lächelte er und sein Antlitz war verklärt. Mein Freund Leßler, dem ich diese Geschichte erzählt, ist ein Fanatiker der Pointe. Er will immer, daß Geschichten Pointen haben, sonst läßt er sie nicht gelten. Die Geschichte gefiel ihm nicht. Er fand auch nicht, daß sie frohgemut sei, wie ich behauptete. Er sagte: „Sie haben immer ganz besondere Auffassungen von Pointen und Tonarten." Ich sagte: „Wenn ein Mensch mit gutem Lächeln atts diesem Dasein geht, dann ist das eine Pointe, mein Freund, und, wenn er unverdrossen kreuz und quer tappte, dann war er ein Musikant des Lebens, der eine seine Melodie in ckur spielte." Mein Freund Leßler schüttelte zu dieser Aeußerung den Kops. Er versteht mehr vom Schachspiel, als von Musik — aber es ist auch eine Art jüdischer Begabung, die in ihm sitzt. Darum drückte ich ihm freundschaftlich die Hand. Die Londoner Filmproduktion London, den 27. Februar 1936. Die englische Filmindustrie, jahrelang kaum ein nennenswerter Faktor in der internationalen Filmwelt, hat feit Alexander K o r d a's „Henry VIII.", in Deutschland als „Sechs Frauen und ein König" bekannt, sich zielbewußt in die erste Reihe durchgekämpst. Jahrelang war man in England aus die Einfuhr amerikanischer und zum kleinsten Teil kontinentaler Filme angewiesen, und war damit zufrieden. Das änderte sich, als Korda die künstlerische Leitung der London Film Produktion übernahm. Seine Tätigkeit als Journalist und Filmregisseur in Deutschland, Hollywood und Frankreich schufen die Grundlage zu seinen großen Erfolgen. In kurzer Folge brachte er nach „Henry VIII." den Fairbanks-Film „The Private Life of Don Juan“, den Bergner-Film „Katharina die Große" und „The Scarlet Pimpernel“ heraus. Mit diesen Filmen, die in der ganzen Welt gezeigt werden, begann in England eine Entwicklung der Filmindustrie, die alle Erwartungen übertras. In und um London bestehen oder entstehen Ateliers, die sich mit allen andern in der Welt messen können. Am bekanntesten sind wohl die zwölf Ateliers umfassenden Anlagen in El st ree, die vor kurzem durch einen Riesenbrand fast völlig vernichtet, deren Neuerbauung aber sofort in Angriff genommen wurde. Hier entstanden u. a. Filme von Julius H a i m a n n, Friedrich Z e l n i k, Paul L. Stein, Karl Grüne usw. Ueberhaupt begegnet man in den Ateliers vielen aus Deutschland her bekannten Filmleuteu. In Elstree arbeitet als Ches-Operateur Otto K a n t u r e k, der auch vor kurzem als Regisseur sein Debüt erfolgreich bestand. In Ealing, den Ateliers der A. T. P., arbeitet z. Zt. Kurt Bernhard als Regisseur eines Maurice - Chevalier - Filmes. Nach Beendigung wird er zwei weitere Filme leiten. In B e a - consfield arbeitet British Lions Films, in Wembley die Fox British Pict., in Isling - t o n die Gainsborough Films. Eine der größten Gesellschaften, Gaumont British, Hat riesige Ateliers in S sie P H e r d 8 Bush und produziert dort mit eiyem Stabe, dem u. a. H. Fellner, Mutz Greenbaum und Curt Courant angehören. Die in I 2 le - worth liegenden Ateliers find in den Besitz von Marcel H e l l m a n n, der sich mit Douglas Fairbanks jr. assoziiert hat, übergegangen und werden für eine große Produktion erweitert. London Films bauen in D e n h a m auf einem riesigen Gelände große Ateliers und Kopierwerke. In Shepperton liegen die großen Studios, „8ounck City“ genannt. Cri cklewood beherbergt die Stoll Studios, Julius Hagen Produziert in seinen eigenen Ateliers in Twickenham. Metro Goldwhn Mahr, die größten amerikanischen Produzenten, beginnen im April mit dem Bau eigner Ateliers bei London und werden einen Teil ihrer Filme unter Leitung von Ben G o e tz und Paul K o h n e r hier produzieren. Columbia Film, Amerika, hat bereits verschiedene Filme hier gedreht. Universal (Carl Laemmle) arbeitet ebenfalls z. T. in Londoner Ateliers. Max Schach aus Deutschland gründete die Capitol Films mit einem Kapital von £ 125 000.—. Paul Czinner hat mit Elisabeth Bergner „As you like it“, nach Shakespeare, soeben beendet. Karl Grüne steht z. Zt. mit einem Großfilm im Atelier. Georg I a c o b y startet demnächst in eigner Gesellschaft ebenfalls eine Herstellung. Täglich werden Verträge englischer und 'in England arbeitender Produzenten mit amerikanischen «Schauspielern, Regisseuren und Autoren bekannt. Verschiedene aus Deutschland bekannte Kameraleute, Architekten, Autoren und Techniker haben hier ein neues, vielversprechendes Tätigkeitsgebiet gesunden. - Frust W. Kilinski. Ueber 1000 „Hugenotten“-Aufführungen in der Pariser Grossen Oper In einem Artikel des „Temps" über Meyerbeers „Hugenotten" (vgl. den Aufsatz in Nr. 9 der C.-V.-Zeitüng vom 28. Februar) macht I. G. Prod'homme interessante st a t i st i s ch e A n - a b e n zu den Ausführungen des Werkes in der arifer Großen Oper, Danach überstiegen die innahmen oft den Betrag von 7000 bis 8000 Francs pro Vorsteilung. Bis zum Brande der Großen Oper (Oktober 1873) erlebten „Die Hugenotten" insgesamt 499 Ausführungen, die sich nach der Wiederaufnahme im neuen Haufe

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