Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 1902-1903 : Teilweise veränderte Neuausgabe
- Date
- 1904-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 330)
- Language
- German
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Einzelne gemessen, sondern der deni Volksganzen Würde, Stolz und Vertrauen in die eigene, geistige Kraft, in den eigenen "Wert und die eigene Bestimmung verleihen wird. Das Märchen von dem kunstfeindlichen Judentum, es soll durch eine schöne lehendige jüdisch eKunst ■widerlegt ■werden, die das jüdische Haus schmücken, das jüdische Können erwecken, das jüdische Bewusstsein stärken und stählen; wird. Und so kann der Jüdische Almanach als erstes Zeichen dieser neu erwachenden Kunst auch dort mit Freude begrüsst werden, wo kein extremer nationaler Standpunkt eingenommen wird. . . . Nicht nur vieles wird geboten, sondern auch viel. Und das Beste ist die Verheissung, die in dem Jüdischen Almanach liegt, eine so herrliche, frühlinghafte Verheissung, dass sie selbst in der kalten, finsteren Zeit der Verfolgung und des Hasses, des Abfalles und Niederganges den Glauben zu jubelndem Leben erweckt, an eine lebendige, aller Wunder volle, segenspendende Zukunft des Judentums. ISRAELITISCHES FAMILIEN- BLATT Hamburg, 20. November 1902. (Aus einem dreispaltigen Feuilleton.) In diesen Tagen nun ist der junge Verlag mit seiner ersten bedeutenden und im grossen Stile gehaltenen Publikation an die 0Öffentlichkeit getreten. Vom „Jüdischen Almanach", wie er jetzt vorliegt, kann man — ohne in Verdacht zu geraten, dass man übertreibe — mit ruhigem Gewissen sagen, dass er alle Erwartungen in glänzender Weise übertrifft. Man sieht es dem Buche sofort an, dass es aus jugendlicher, thatenfroher Begeisterung für ein stolzes, im schönsten Sinne des Wortes modernes Kulturleben des jüdischen Volkes und aus kraftbewusster' Zuversicht in seine Zukunft hervorgegangen ist. Schon durch sein äusseres Aussehen, durch die gefällige und vorteilhafte Ausstattung macht der Almanach einen ungemein vorteilhaften Eindruck. In so prächtigem Gewände ist noch nie ein jüdisches Buch erschienen. Die Herausgeber haben endlich mit der eingewurzelten Tradition gebrochen, welche jüdische Poesie und jüdischen Geist durchaus nur in unfreundliche Folianten gebannt wissen will. ... In der jungjüdischen Literatur ist es wohl die bedeutsamste Erscheinung, die bisher zu verzeichnen war. ALLGEMEINE ZEITUNG DES JUDENTUMS. Berlin, 13. März 1903. (Aus einem vierspaltig'en Feuilleton.) Das erste Buch des Jüdischen Verlags. Eine junge, stürmische Bewegung hat diesen Verlag geschaffen, Männer stehen an seiner Spitze, die seit Jahren eine neue jüdische Kultur verkünden, und sein erstes Werk wurde mit Spannung von allen denen erwartet, die dieser Kultur mit froh bejahender Hoffnung oder mit halb zweifelnden Wünschen entgegensehen. Ein jüdischer Almanach, ein Sammelwerk! Die Aufgabe war, die besten jüdischen Schriftsteller, Dichter und Künstler der Gegenwart hier zu vereinen, uns zu zeigen, über welche Kräfte das Judentum heute verfügt. Neben dem jüdischen sittlichen Ideal soll das jüdisch-ästhetische aufgerichtet werden. In die neue jüdische Lebensanschauung soll etwas Innerliches, Seelenvolles einströmen, eine neue Macht, eine neue Schönheit. . . . . . . Das Gefühl wird noch gesteigert durch die Ausstattung des Buches, die hohe künstlerische Ansprüche hervorruft. Da ist der Schmuck der Illustration. Es kann nicht meine Aufgabe sein, aus ein paar Reproduktionen die jüdische Kunst zu beurteilen. . . . . . . Ich meinte auch nicht die Illustrationen, die ja im Grunde nicht Schmuck, sondern Inhalt des Jüdischen Almanachs sind, als ich von der Ausstattung sprach. Sondern ich dachte an Format, Papier, Typen, Buchdruck. Alles ist vornehm, ohne prunkvoll zu sein, gediegen, doch nicht steif, der Schmuck drängt sich nirgends hervor, er hebt die Wirkung durch leise Betonungen. . . . ... Es dürfte wenig Bücher geben, zu diesem Preise, die zu lesen für Auge und Hand so genussreich ist. ... 7>4c czs*i x<zsa c^n? r^=j? v^sa t^sa t^s? x^sa c^s? c^a css»? csssf x^a v^sa c^m csStT?