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Jüdischer Almanach · 1904-01-01 · 1902-1903 : Teilweise veränderte Neuausgabe · p. [Seite]

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Journal
Jüdischer Almanach
Volume
1902-1903 : Teilweise veränderte Neuausgabe
Date
1904-01-01
Page
[Seite] (sequence 329)
Language
German
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konzentriert zum Bewusstsein kommen. Durch die modernen Juden aber strömen andere Regungen, die sich zuerst in den so viel belachten, aber so poetisch tiefen zionistischen Bestrebungen öffentlich kundgaben . . . Gedichte, wie . . . schreiten einen gross-poetischen Weg voll schöner Kraft oder voll intimer Schönheit. Auch der Prosateil birgt manches "Wertvolle. Novellen und Skizzen, wissenschaftliche und ökonomische Artikel folgen sich, bunt und reich ausgewählt. Die Einzelheiten zu durchdringen, hatte ich mir bei dieser Besprechung nicht zur Aufgabe gemacht. Ich wollte bloss einen Ueberblick geben und von einer Bewegung erzählen, die nicht nur poetisch schön ist. weil eine alte grosse Geschichte in ihr aufblüht, . sondern die Kraft im Mark hat und die für ein ganzes Yolk neue Werte schafft. Diese Bewegung wird, wenn ihr Unterstützung nicht versagt bleibt, für ein altes Volk einen ganz grossen kulturellen Wert haben. Denn nicht allein schliesst sie die Mitglieder einer materiell starken Rasse in idealerem Bestreben zusammen, sondern sie wäscht dieselben vom Schmutz, den man bestrebt ist, an sie zu spritzen, und durchtränkt sie mit einer neu aufglühenden Schönheit, die man lieben muss. — Und zu dieser „Renaissance" schritt der jüdische Almanach ein grosses Stück Wegs. DIE WELT, WIEN. 19. Dezember 1902. (Aus einem fünfspaltig-en Feuilleton von Dr. Bernhard Fuchs, Hermann Menkes, Paula Winkler.) . . . Es darf ruhig gesagt werden, dass das moderne Judentum kein Buch wie dieses hervorgebracht hat. Beseelt von reinster Kunstliebe, der das Beste gerade noch gut genug für das Volk ist. In dem Buch, das uns zur Besprechung vorliegt, ist die Ausstattung von der ersten bis zur letzten Seite auf der Höhe des Geschmackes. Der Jüdische Almanach ist aber mehr als ein blosses Kunstwerk, er ist eine That. Was jung und trieb kräftigist im Judentum, unserer Zeit hat Berthold Feiwels geschickte Redaktion hier vereinigt zu einer grandiosen Gesamtleistung, die eine Bereicherung des nationalen Vermögens und die Stiftung eines ideellen Nationalfonds darstellt, der noch ungeheure Zinsen tragen wird. . . . Das Erfreulichste aber dieses Buches ist die Fülle junger Talente, denen es Heimstätte gab: die sich noch versuchenden Stimmen, die das Lied der Zukunft singen werden. . . . SCHLESWIG-HOLSTEINISOHE VOLKSZEITUNG. (Organ für das arbeitende Volk.) 9. Dezember 1902. (Aus einem fünfspaltig-en Feuilleton.) . . . Diese jüdische Renaissance ist, wenigstens in diesem ihrem ersten Erzeugnis, eine wertvolle Bereicherung der Literatur und Kunst . . Gleichzeitig ist sie ein glänzender Schlag gegen den Antisemitismus. Mit diesem Buche, seinen gediegenen Bildergaben, seinen zum Teil geradezu schönen Gedichten, seinen anziehenden Novellen und Erzählungen in der Hand kann der Deutsche, der Jude ist, seinem Widersacher mit den Worten der Edda stolz zurufen: „Was thatest Du indes? * . . . Das ist in ausgezeichneter Weise gelungen, das Buch ist eine Ehrentafel für das, was die so oft geschmähten Kinder Israels sind und leisten. . . . OESTERREICHISCHE WOCHENSCHRIFT. Wien, 26. Dezember 1902. (Aus einem zweispaltigen Feuilleton.) . . . ein glänzender Beweis für die Kraft und Berechtigung der jungjüdischen Bewegung. Selten mag die erste Gabe eines neuen Unternehmens soviel Erfüllung bieten, wie dieses Buch, das in modernster, künstlerisch vollendeter Form und Ausstattung das Beste bietet, was die Talente des östlichen und westlichen Judentums geschaffen, nicht als etwas Zufälliges, willkürlich Aneinandergereihtes, sondern als bewusste, machtvolle Aeusserung jüdischen Fühlens und jüdischen Denkens. Anknüpfend an uralte Tradition ist hier ein geistiges „Altneuland" entstanden; die jüdische Renaissance manifestiert sich in schönster Weise in diesem Jahrbuche, das nicht nur geben, sondern auch versprechen will, das ein Zeichen bedeuten möchte des neuen geistigen Frühlings, der alle lebenskräftigen jüdischen Geister zu gemeinsamem Schaffen und Streben eint. . . . Wer von Schaffenden zu Worte kommen wollte, der konnte es, und so entstand eine anziehende Mannigfaltigkeit, bei der die Einheit der Grundstimmung doch durchaus gewahrt blieb. Namen von Klang und Bedeutung stehen neben Namen von jungen, fast noch unbekannten Talenten, und mancher, der sonst fremden Schönheitsidealen gehuldigt, findet in dem Jüdischen Almanach den Weg zu heimatlicher, jüdischer Kunst. So verbindet sich Bekanntes und noch nicht Bekanntes, steter, dankbar empfundener Besitz und schon verloren Geglaubtes, um einen Reichtum zu schaffen, den nicht nur der

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