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Jüdischer Almanach · 1904-01-01 · 1902-1903 : Teilweise veränderte Neuausgabe · p. Seite 199

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Journal
Jüdischer Almanach
Volume
1902-1903 : Teilweise veränderte Neuausgabe
Date
1904-01-01
Page
Seite 199 (sequence 215)
Language
German
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IRI
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Wahrhaftig, das war eine schwere Zeit für den armen Synagogendiener Jerichim. Statt des einen nun beide Knaben krank! Isaak hatte man in das Bett der Eltern gebracht und die Armen streckten sich nun des Nachts auf die Dielen aus. Schlaflos waren ihre Nächte ja ohnedies. Zwei kranke Kinder — welche Qual und Sorgen, und wie lange währten diese Nächte! Zuweilen tobten beide Kranke im Fieber. — — — — In lichten Stunden lag der kleine Isaak still und glücklich da mit seinem Geheimnis, ganz erfüllt von der Süssigkeit des Opfertodes, den er herbeisehnte wie einen zärtlichen Freund. Und nie, nie noch hatte er es so gut gehabt. In der Angst des Verlustes waren die Eltern so liebevoll zu ihm, wie früher niemals, sie waren nicht anders zu Benjamin, sorgsam und freundlich. Und sie beteten gleich stürmisch um beider Leben und hofften gleich für beide. Das fühlte der Knabe, und ein wundervoller, goldener Reichtum füllte sein Herz, denn er war glückselig in das Reich der Liebe eingegangen. — — Eines Morgens erwachte der kleine Isaak zu hellem Bewusstsein, und alles war ihm klarer als je zuvor im Leben. Es war lichter, warmer Herbst und goldig warm auch in der dürftigen Krankenstube des Judenstädtchens. Stumm und von unendlicher Liebe bewegt streichelten die Eltern seine Hände, in ihren feuchten Augen las er die süssesten Schmeichelnamen. Benjamin spielte ausgelassen in der Stube herum. Neben dem Bette aber stand der milde Freund, den er gerufen, und winkte ihm, zu gehen — — — — Um die Mittagsstunde entglitt die Seele des kleinen Helden still und friedsam dem unholden Leben, ganz ohne Kampf. Es war ein gutes Sterben. C^i» t££I? Cs£i? C^2tV SsSI? t^il C^gT? CiSri? C^If t^ü t^ü Ci£5? Cigl? GsSiR 199

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