Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 1902-1903 : Teilweise veränderte Neuausgabe
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 194 (sequence 210)
- Language
- German
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G££i* t^sa c^a c^a t^sa vssn t^sa vs^n v^sa v&n r^gs? x^sa tzza ^sa tzsa APHORISMEN. yON ADOLF STAND (LEMBEEG). Moses. — Moses gab die zehn Gebote. Moses zerbrach die zehn Gebote. Welchen Moses sollen wir anbeten? Symbol. — Der grosse Stamm schafft das Symbol, der kleine lebt davon. Unzufriedenheit. — Es gibt deren zwei Arten. Die eine ist der Ausfluss der demagogischen Agitation (ist das kein Pleonasmus?), der schmerzhafte Schrei der Unfruchtbarkeit, das Echo der Ohnmacht, die Fahne der organisierten Unfähigkeit, das Hindernis, die Stauung, der Geruch der Zersetzung — —■ — — — Kritik. Die zweite Art: Der Schrei der schönen Seele beim Anblick des Schmutzes. Wir ertragen diesen lange, wir bellecken unseren Körper, wir wälzen uns im Kote. Aber wenn der Seele Verkrüppelung droht, glüht und gärt es in uns auf; die Unbewusstheit verdichtet sich, der Instinkt organisiert sich. Eine herrliche innere Gymnastik findet statt, alles treibt da und wirbelt, entbrennt und entzündet. Immer höher, immer heller, immer lauter wird das Spiel'der unbekannten inneren Elemente, sie reissen uns mit. Wir werden Gegenstand, wir zerstören, wir vernichten, wir leiden, wir stellen heraus, wir bauen, wir erheben — —--— — — — — Schaffen. Und wenn dieses faul wird, entsteht ein neuer Mensch JEHUDO EPSTEIN. WIEN. von starkem Witterungssinn, und die Sache wiederholt sich. AN DEN GRAEBERN. Das ist der Gang der Natur. 194