Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 1902-1903 : Teilweise veränderte Neuausgabe
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 109 (sequence 125)
- Language
- German
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Theater-Direktor (fasst das als Entgegenkommen auf): On est tres mauvaisement — (denkt nach) soigne dans les wagons-lits. Vous ne trouvez pas, madame? Fürstin (kurz und leise): Non, monsieur. Der Herr (findet in seinem Buche etwas Hochkomisches und lackt laut auf, errötet aber leicht, als ihn die Fürstin daraufhin zum erstenmale mit ihrem Blicke streift). Theater-Direktor (blickt ihn misstrauisch an). Fürstin (sieht mit zuckenden Mundwinkeln, aber tiefernst in die Landschaft hinaus). Theater-Direktor: Madame est francaise? Je voudrais jurer dessus. Fürstin: Non, monsieur. Theater-Direktor (der es dem Herrn dort in der andeim Ecke nun erst recht zeigen möchte): Pourtant vous parlez tres bien francais — je m'en connais dedans. Fürstin (schweigt). (Pause.) Der Herr (lacht in sein Buch hinein). Theater-Direktor (wird purpurrot): Garcong! .... (Klopft lärmend an sein Glas der Bursche erscheint.) Zahlen! Garcon: Bitte sehr — in Kronen oder Mark. Theater-Direktor (grossartig): Egal — ich habe beides. Garcon: Alles zusammen macht achtzehn Kronen sechzig, bitte sehr. Theater-Direktor (gibt ihm eine Zehnernote): Sie brauchen mir nichts herauszugeben. Pour-boire! . . >. Ja sagen Sie, woher kenne ich Sie denn? Garcon: Bitte sehr, von hier. Theater-Direktor: Ah ja — haben Sie mich nicht auch im vorigen Monat bedient — wie ich (triumphierender Bundblick und starke Betonung) mit dem Herzog von Franken reiste? Garcon (lacht): Freilich! Sie waren allein da mit dem Herzog. Fürstin (betrachtet den Direktor sekundenlang). Theater-Direktor (für sich): Aha! , . . (kaut zum Burschen): Ja, wir waren allein, der Herzog und ich. Garcon: Er war nachher sehr böse. Theater-Direktor (wiegt sich ahnungslos auf seinem Stuhle): Ah? Davon weiss ich gar nichts. Garcon: Ja. Der Herr Adjutant hat mir's gesagt, wie er die Rechnung gezahlt hat. Der Herzog ist nach der allgemeinen Speisestunde gekommen, damit er allein sein kann — und da haben Sie sich zu ihm gesetzt und haben ihn angesprochen. Fürstin und der Herr (blicken mit Anstrengung in die Landschaft hinaus, um nicht zu lachen). 109