Alt-Prager Almanach
- Journal
- Alt-Prager Almanach
- Volume
- 1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 177 (sequence 187)
- Language
- German
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len diesen hohen Kirch thurm auf die geringe und schlechte Besoldtung Sommerszeit in so groser Hiczundt Winterszeiten in solcher großen Kelte und Frost, den hohen gefehrlichen und finsteren Schneckhen zu steigen täglich nit dienen können, auch dieweil den anderen Partheyen alß den Wechtern und Uhrrichter die Besoldtung auch gebeßert, haben wir also umb einen järlichen Zusacz und Beserung unserer geringen Besoldtung gebetten, so hab ich vom Herrn Secretario Vassen vernommen, daß Euer Gnaden der ganczen Compagnia mer 50 gr. zuegelegen wollen, welches wir mit verhofft, daß wir Arme Diener mit so einen par schlechten und geringen solten abgewißen werden und daß andere alß die Wächter und sonderlich der Uhrrichter, dehm doch seine Besoldtung mehr alß gedoppelt worden, unserer Kunst soll vorgezogen werden, kann also meine Gesellen gar schwerlich den hohen und finsteren Schneckhen mehr hinauf bringen, dieweil sie ohn daß in der iczt schweren teüren Zeit bei irer Kunst undt bei disen schweren Dinst sollen Noth leiden. Alß piet Euer Gnaden ich nochmahlß gehorsamb, sie geruhen eß bei den vorigen, wie eß auf der Puchhalterey beratschlagt worden, gnedigs verbleiben laßen, außer deßen ist nun sonsten unmüglich meine Gesellen den hohen Thurm weiter hinauf zubringen. Beneben in Euer Gnaden Schuz mich bevehlent. Euer Gnaden gehorsamber Paul Pachstadt, obrister Pasauner aufm Prager Schloß, IV. Allergnedigister Kaißer undt Herr. Euer röm. kai. Mayt. kan ich allerunderthenigist zu berichten nit umgehen wie daß daß Tachwerckh und der Ort aufm weißen Thurm im Prager Schloß aldo ich sambt meinen mir undergebenen Gesellen, täglichen musicire, nunmehr abgetragen, dahero auf Euer kai. Mayt. allergnedigisten Bevelch wir denselben Dienst aufn andern großen Kirchenthurm die Zeit über verrichten müßen. Unndt weilen dann dem andern, alß dem Uhrrichter undt Wächtern, so zuvor auch aufn weißen iczoaber auffdießen Thurm dienen, wegen der großen Höhe undt gefehrlichen Steigens einem jeden ihre vorgehabte Besoldtung mehr alß umbn halben Thail gebeßert undt gestaigert worden. Also auß deren Uhrsachen beschweren sich meine mir undergebene Gesellen, die einen Tag alß den annderen neben mir dienen unndt ohne daß gar mit schlechter Besoldtung alß monatlichen per 6 f do entgegen den andern Eüer Mayt. Musice unndt Trometern, die da wöchentlichen iren Dienst nur einmal zu verrichten haben, monatlichen p. 18, 20 undt 24 f besoldet werden, daß inen dergleichen Gesellen die etwas gelernet, ferner nit müglich (wie auch an im selbsten wahr) umb das geringe Lohn alle Tag den hohen Thum, Sommerszeiten in der großen Hicz undt Winterszeiten in grausamer Kälte, unndt Ungewitter zu steigen und zu dienen, zu geschweigen 177