Alt-Prager Almanach
- Journal
- Alt-Prager Almanach
- Volume
- 1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 171 (sequence 181)
- Language
- German
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am 23. Mai 1757 in Budweis auf der Flucht vor den neuerdings in Böhmen eingebrochenen Preußen. Da seine Ehe kinderlos geblieben war, setzte er seine Gattin als Erbin ein, falls sie im Witwenstand bliebe. Für den Fall ihrer Wiederverehelichung oder ihres Todes sollte das Gesamterbe an den Schwestersohn seiner Gemahlin, Christian Philipp Freiherrn (ab 1769 Grafen) von Clam übergehen. Dies geschah denn auch, als die Gräfin- Witwe von Gallas im Jahre 1759 starb. Einem weiteren Wunsche des Erblassers entsprechend erwirkte sich Christian Philipp Clam die kaiserliche Erlaubnis, Namen und Wappen der Gallas seinem eigenen beifügen zu dürfen. Von da an führen seine Nachkommen den Namen Clam-Gallas. Christian Philipp Graf Clam-Gallas ist bekannt als zielbewußter Förderer der auf seinen Herrschaften zu Ende des 18. Jahrhunderts kraftvoll aufblühenden Industrie. Namentlich Reichenberg hat ihm viel zu verdanken. Den Pragern ist er vertraut als Schöpfer des ehedem so reizvollen Gartenschlößchens Klamovka in Kosif. Im Jahre 1800 erwarb er von der Stadt Prag den an sein Palais stoßenden größeren Teil des Friedhofs der 9 Jahre zuvor demolierten Marien-Kirche an der Lacke. Es ist dies das schon eingangs erwähnte Gärtchen, welches die Ecke zwischen der Husgasse und dem Marienplatz einnimmt. Auf Seiten des Marienplatzes ließ er an der Umfassungsmauer einen gefälligen steinernen Brunnen errichten und denselben mit einer von der Hand des heimischen Bildhauers Wenzel Prachner stammenden, die Moldau vorstellenden allegorischen Figur schmükken, die der Prager Volksmund „Terezka" nennt. Sein Sohn, der feingebildete, politisch stark antiabsolutistisch gerichtete Graf Christian Christoph, der gleich 171