Alt-Prager Almanach
- Journal
- Alt-Prager Almanach
- Volume
- 1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 139)
- Language
- German
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Papstes, die Notwendigkeit der Sakramente gepredigt zu haben; das Verbrechen des Ungehorsams, der Auflehnung auf sich geladen zu haben; so dem geistlichen Gericht nach kirchlichem Recht und Gesetz verfallen zu sein," schwoll des Mönches Stimme gewaltig an. Gerade der Kanzel gegenüber auf der Empore flüsterte Graf Stubig der Baronesse Klebelsberg mit malitiösem Ausdruck zu: „Ich weiß nicht, was ich mehr verehre, die unbefleckte Empfängnis dort auf ihrem Altare oder aber Sie, das angebetete Gestirn am Himmel meiner Nächte." „Sie echauffieren sich wirklich allzusehr, lieber Graf," gab die Baronesse mokant zurück, „übrigens wird man aufmerksam, man vermutet bereits eine interessante Liaison. Ihre peinliche Vehemenz beschwört noch einen Eklat herauf." „Ich ersterbe zu Ihren Elfenbeinfüßen, aber ich fasse die Liebe allzusehr als eine aufregende Kunst auf, die sich den Temperamenten akkomodieren muß!" „Sie sind zu heftig, als daß es angesichts des Ortes schicklich scheinen möchte; dazu ist auch Ihre graziöse Philosophie allzu unanständig!" „Die Philosophie ist dazu da, unsere caprices und Vergnügungen zu würzen," lächelte der Kavalier schlagfertig, „darf ich zu hoffen wagen, Fortuna endlich einmal auf reizende Weise zu entführen? Inmitten des allgemeinen turbulenten Aufbruchs — Ihr Wagen ist fataler oder vielmehr glücklicher Weise eben nicht im Augenblick zur Stelle — Sie nehmen mit meinem Arm und meinem Wagen vorlieb —" „Somit erklären wir dich für ausgestoßen aus dem Schoß unserer hl. Mutter, der katholischen Kirche, verlustig der Gemeinschaft der Heiligen, da du nachfolg- 133