Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1926-1927
- Issue
- 9 (1.1.1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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ster, packendster, eindrucksvollster Form vor ans zu stellen. Die freie Entwicklung des schöpferischen Menschen ist die Idee, die durch fast alle Werke Werf eis geht, die in seinem Drama „Nicht der Mörder, sondern der Gemordete ist schuldig" gipfelt, und die auch in diesem, seinem neuesten Drama in den Mittelpunkt alles Geschehens gestellt ist. Das Schöpferische im Menschen streitet immer gegen das harte Gesetz. Insbesondere gegen das alte, aus Tradition übernommene Gesetz, das in alter Zeit Medizin für die Menschen war, das aber dem rasenden Tempo der Zeit nicht gefolgt ist, sondern stehen blieb: infolge seiner Ruhe in Fäulnis überging, und nun wie Gift, schädigend auf den schöpferischen Menschen wirkt; anstatt wie Medizin, aufhauend. (Es gibt allerdings auch Gesetze, die an keine Zeit gebunden sind.) Es wird dein modernen Menschen zur Qual, statt zum Vorteil, was auch Goethe erkannte, indem er in seinem Faust schrieb: „Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen. Was man nicht nützt, ist eine schwere Last; nur was der Augenblick erschafft, das kann er nützen." Es mag Schicksal sein, aber es läßt sich der Wirklichkeit gegenüber nicht verleugnen, daß alte Gesetze von der Zeit überholt werden und auf den, nach einer Weltanschauung ringenden schöpferischen Menschen erschwerend statt erleichternd wirken. Darin ist auch das Motiv zu suchen, daß die meisten modernen Menschen unserer Zeit, -die Gesetze ihrer Religion, also die Form, verachten; für den Kern aber um so glühender kämpfen. Die Gesetze laufen dem modernen Menschen nach. Sie führen ihn nicht. Und weiter: So > verstehen wir auch den jungen Zionisten, der alle materiellen Vorteile in die Schanze wirft. Heimat verläßt und den geschützten Kreis, um für 'sein Judentum 'zu kämpfen. Er schreckt vor keiner Schwierigkeit zurück, die ihm im Kampf für sein Ideal entgegentritt. Doch von den alten, hergebrachten Gesetzen will er nichts wissen, sondern das was aus seiner Seele kommt, was ihm sein Innerstes befiehlt, ist sein Gesetz. Er will selbst Schöpfer und Gestalter sein. Sich nicht zwängen lassen in eine Form, in der vor tausend Jahren die Menschen sjelebt und gedacht haben. Herbert Wolff. Bar Kodina, Frankf urrf am Main Büro und Heim Seilerstraße 35, Bürosiunden 5V2—Th Uhr Unsere Handballabteilung! Ueber die Tätigkeit unserer Handballabteilung ist bisher wenig berichtet worden. Wohl konnte man in Sportblättern öfters Resultate und Spielberichte lesen, die abei über die Entwicklung keine Anhaltspunkte boten. Um die technischen Mängel der Verwaltung zu vermindern, fand in unserem Heim eine Versammlung der Handballer statt, in der die Händballabteüung als selbständige Abteilung etabliert wurde. Als Leiter der Abteilung wurden Fränkel, Halberg und Bartenstein gewählt und .mit der Ausarbeitung der Statuten beauftragt, die zur Genehmigung der nächsten Handballerversammlung vorzulegen sind. Spielführer für die 1. Mannschaft ist Jacobi, für die 2. Mannschaft J. Strauß und für die 1. und 2. Jugend Arthur Goldschmidt, Zeugwart sind Bartenstein und J. Strauß. Deinen gegründete Hand baller fonds brachte am ersten Sammeltage 9.— M. zusammen! . Die heutigen Spielsysteme bringen es mit sich, daß der Sport allgemein nicht mehr als Spiel, sondern als Kampf aufgefaßt wird. Dadurch mußte die technisch schöne Spielweise, wie sie früher gepflegt wurde, der heutigen harten Kampfesweise weichen, die bewies, daßtechnisch schwache Mannschaften, technisch durchgebildetere Gegner sehr oft bezwingen können, durch ihren Siegeswillen, der bei den Punktkämpfen notwendig ist, die Spielstärke einer Mannschaft zu steigern. Und daran mangelt es bei uns und ist dieses Manko auch eine der Hauptursachen, warum wir bisher die meisten Spiele verloren haben. Es ist ausgeschlossen, mit einer Mannschaft, der die nötige Kampfesenergie fehlt, günstige Spielresultate zu erzielen. Wenn wir auch nur des Sportes wegen Handball spielen, ist es dennoch unsere Pflicht, unsere Spielstärke zu heben! Spielresultate! 1. Mannsc h a f t. 7. 11. H. S. V. Rödelheim — Bar Kochba 1:1. 14. 11. Bar Kochba — V. f. L. Friedberg 1:5. 21. 11. Bar Kochba — H. S. V. Rödelheim 2:1. 27. 11. Bar Kochba — V. f. L. Frankfurt 0:2. Die meisten unserer Verbandsspiele sind bisher verloren gegangen. Die s lag an mangelndem Schuß vermögen und der geringen Kampfesenergie. Doch ist gegen voriges Jahr eine bedeutende Besserung eingetreten, da größere Niederlagen kaum vorkamen, und sogar einige Siege bezw. Unentschieden zu verzeichnen sind. Das beste Beispiel hierfür sind unsere Spiele gegen Rödelheim. Diese Resultate sind noch höher zu bewerten, wenn man berücksichtigt, daß dieser Gegner es mit der Fairneß nicht genau nimmt. Daß wir von Friedberg so sicher geschlagen würden, hat man vorher nicht geahnt, zumal wir in Friedberg unentschieden spielten (4:4). Gegen V. f. L. hätten wir nicht zu verlieren brauchen, wenn wir taktisch richtig gespielt hätten. 2. M a n n s c h a f t, 7. 11. Bar Kochba (komb.) — V. f. L. Fft. II. 2:3. 21. 11. Bar Kochba — H. S. V. Rödelheim 1:2. 27. 11. Bar Kochba — V. f. L. Fft. II. 0:1. 5. 12. Bar Kochba — T.- u. Sp.-Gem. Höchst 3:1. Bei Betrachtung dieser Resultate findet man, daß unsere Mannschaft meistens sehr knapp unterlag. Wohl ist die 2. Mannschaft noch sehr verbesserungsbedürftig, doch hat sie bisher fast immer unverdient verloren! Erst gegen Höchst konnte sie einen zahlenmäßig schönen Sieg erringen, der noch viel höher hätte ausfallen müssen. Das Hauptübel liegt hier an der Schußunsicherheit der Stürmer! 1. Jugend. | 7. 11. Bar Kochba — V. f. L. 1:5. 27. 11. Bar Kochba — Langen 1:5. 12. 12. Wartburgverein Unterliederbach — B. K. 4:4. Unsere Jugend ging mit großen Hoffnungen in die Verbandsspiele, zumal sie technisch sehr gut, die Schußsicherheit und das Zusammenspiel zufriedenstellend sind. Und diese Hoffnung war nicht unberechtigt, da fast alle Spiele zuerst gewonnen wurden. Daß unsere Jugendmannschaft körperlich nicht so kräftig ist, wie es vielleicht manchmal wünschenswert sei, hat nichts zu sagen, da sie durch ihre Technik und den Spieleifer dieses kleine Manko ausgleichen kann. Aber es fehlt ihr noch die nötige Routine, um gegen gleichwertige Gegner siegreich bleiben zu können. Durch diesen Mangel an Routine lassen sich auch die Niederlagen gegen Langen und V. f. L. erklären. Gegen Unterliederbach ist das Resultat als sehr gut zu bezeichnen, da wir nur mit neun Mann das Spiel bestritten! 2. J u g e n d m a n n s c h a f t. Bisher ist für diese Mannschaft noch kein Spiel abgeschlossen worden, was als Unterlassungssünde anzusehen ist. Durch Training läßt sich nicht alles Notwendige bilden. Aus der 2. Jugend lassen sich brauchbare Kräfte erziehen, die man öfters in anderen Mannschafton spielen lassen muß. Doch ist es notwendig, daß die 2. Jugend als selbständige Mannschaft Spiele austrägt. Arthur Anschel. PV* Handballer! sammelt für euren Fonds!