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Bar Kochba · 1926-10-01 · 6 (1.10.1926) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
1926-1927
Issue
6 (1.10.1926)
Date
1926-10-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Staffeln, selbst wenn ich in Betracht ziehe, daß unsere Jugend sich tapfer schlug, und nur von einem großen A Verein — der Eintracht — mit seinem unerschöpflichen Menschenmaterial auf den 2ten Platz gewiesen wurde. Das gleiche gilt für die Frauen, die zum ersten Male bei einer solchen Veranstaltung an den Start gingen, und nur durch mangelnde Rennerfahrung geschlagen wurden, denn auch sie stritten mit einem A Verein — Sportklub 1880 — um die Siegespalme. Ja doch Kritik, denn bei allem Erfreulichen ist eben der Schönheitsfehler vorgekommen, daß es bei der Herrenmannschaft die fehlenden 2 Meter waren. Es fehlte uns das letzte Etwas, das notwendig ist, einen Sieg zu erringen. Und dieses Etwas ist nicht physischer, sondern geistiger Natur. Nicht die Beine waren es. sondern der Kopf war es. der versagte. Nicht die Aufstellung und nicht die Reihenfolge, sondern der Geist, der die Menschen beseelte. Ich frage Euch Sportler und Sportlerinnen, wo war der Trieb verspürbar, der einer solchen Staffel vorausgehen sohle? Wo war die Begeisterung in denWoehen vorher, die notwendig ist um die Atmosphäre des Siegers zu schaffen? War es nicht viel mehr so, daß ich und einige wenige Mitarbeiter bitten und drängen mußten, damit die in Frage kommenden, zum Training erschienen. Das war das fühlbare Manko. Ist es nicht eine traurige Tatsache, daß die Stadtstaffel nicht frühzeitig und niemals genügend die Gemüter wachrüttelte. Warum ist der Simchas Thauro Ball, der am 16. Okt. von uns veranstaltet wird, heute schon populärer, wie s. Zt. die Stadtstaffel, die doch unser ureigenstes Gebiet sein sollte, und bei der wir als Höhe- und Schlußpunkt der Leichtathletiksaison Zeugnis über unser Können, vor uns selbst und vor der Umwelt ablegen sollten. Der mangelnde Trieb ist gleich bedeutend mit der Laxheit der Athleten. Lax in ihrem Empfinden! Lax auf ihrer Strecke! Ich gebe zu, daß wohl jeder Einzelne, als er Sonntag auf seinem Platz stand, gewillt war, den Mögen David zum Siege zu führen, aber er war nicht gewohnt, sich, selbst hart anzupacken. Jeder durchlief seine 200, 400 oder 800 Meter. Ja er durchlief sie nur, er absolvierte sein Pensum mit Fleiss, aber nicht mehr. Nicht jeder gab sein Letztes her; und diese Laxheit, dieser Mangel an stärkstem Erfassen seines eigenen Selbst, brachte uns um die zwei Meter. Einem von unseren Salonsportlern, der mich kurz nach der Preisverteilung frug, wer an unserem Bodenverlust schuld sei, möchte ich erwidern : schuld sind alle die Beteiligten, die nach Beendigung ihrer Strecke und Uebergabe des Staffelholzes in der Lage waren, noch 5 Schritte weiter zu laufen, ohne umzufallen Waren es wenige? Kritik ist zwecklos, wenn wir keine Schlüsse darausziehen und Verbesserungen da anbringen, wo sie am Platze sind. Dieses gerügte Manko liegt sowohl am Training des Körpers, wie auch des Geistes. Wir waren trotz eifrigsten Sportplatzbesuches nicht gewohnt, hart zu sein. Die wenigsten haben genügendes Zutrauen zu ihrer eigenen Stärke. Die wenigsten stellen Anforderungen an sich selbst. Sie halten sich meist nicht fähig, über das bereits gezeigte und geleistete hinaus, mehr zu erreichen Wir müssen in dem kommenden Winterhalbjahr lernen, erhöhte Anforderungen gerecht zu werden. Kampfund Härle jedes Einzelnen, muss die Parole der Gesamtheit sein. Dann schwindet dieses ängstliche Gefühl: „Werd ich's packen können? Kann ich's durchhalten bis zum Ziel?" Was hat nun zu geschehen? In der Versammlung am 20. September in der Unterlindau, hatte ich Gelegenheit an Kritik anknüpfend, mein Winterprogramm zu entwickeln. Aber , nur wenige Sportler und noch weniger Sportlerinnen hatten meiner Aufforderung zu diesem Aussprache-Abend zu kommen, Folge geleistet Ist dies die gleiche Uninteressiertheit am Gelingen des Ganzen? Oder werden die Bar-Kochba-Blätter nicht gelesen? Ich sprach an diesem Abend von der Einrichtung des Hallentrainings und der Waldläufe. Ab 15. Oktober wird unter Leitung fachkundiger Sportlehrer, sowohl für die Herren, Jugendlichen, Knaben und die neugegründete Frauen-Sportabteilung je ein Abend Hallentraining und ein Abend Waldläufe eingerichtet. Ich nannte schon die Leiter der einzelnen Abteilungen sowohl die, für die technisch-sportlichen Dinge, als auch, für die geschäftliche Führung. Geordnetes Kassewesen wird Voraussetzung sein für erhöhte Ansprüche. Faule Zahler werden gemäss unserer Aussprache genau so behandelt, wie Menschen die keine Kinderstube besitzen. Bei der Aufnahme neuer Menschen wird ernstlich abgewogen werden, und die Leitung wird ohne Grundangabe, sowohl alte als auch neue Mitglieder den Laufpass geben, wenn sie den Anforderungen, die wir in menschlicher Beziehung an Bar-Kochbaner stellen, nicht gerecht werden. Der Sommer hat uns sportlich vorangebracht § Seifen und Parfümerlen § S . _. in der I | Drogerie Schneemann, Zeil 39 | I ö I im Winter werden wir durch Auslese der Menschen, gesellschaftsmässig den gleichen Weg gehen. Es soll schwer werden in eine Sportabteilung hineinzukommen, aber noch schwerer, sich behaupten zu können. Wir brauchen keine Quantität, wir müssen Qualität haben. Dann ist es auch leichter auf die geistige Vertiefung unserer Menschen hinzuarbeiten, leichter einen gemeinsamen Willen, ein gemeinsames In-, teresse zu erwecken. Ich sprach in der Versammlung von dem Kreis von Jugendlichen, den ich um mich gebildet habe, sprach von der Arbeit die einem solchen Zirkel obliegt. Weitere Kreise auf der gleichen Basis, sind in der Bildung begriffen. 2 Führer haben sich bereit erklärt, jugendliche Menschen um sich zu sammeln und mit ihnen gemeinsam den Weg zu gehen, der uns allen am Herzen hegt. Nun steht es bei Euch, denn die Leitung hat alles getan; das höchste und schönste ist ihr nun auch gelungen, sie hat ein Heim geschaffen. Bar- Kochbaner, Ihr habt ein eigenes Heim, eine Sammelstätte zur geistigen Tätigkeif, eine Möglichkeit sich außerhalb des Arbeitsgebietes kennen und schätzen zu lernen. Ein Heim in des Wortes wahrster Bedeutung, muss es uns werden. Ich rufe Euch nun zu, nutzet alle Möglichkeiten, dann wird der Bar Kochba in Frankfurt den Rang einnehmen, der ihm gebührt. Beim. Wir haben ein Heim. Wem springt das Herz nicht vor Freude in die Beine? Oder in den Kopf? Ein Heim, das wir Jahre hindurch gesucht haben. Ein Heim mit zweimal vier Wänden. Sonst nichts? Oder? ein Schrank etwa? Mag sein. Wir brauchen mehr. - Wir suchen Tische, Stühle, Bänke, Bücher, Zeitschriften, Spiele, alles, alles was Ihr habt. Wir zahlen hierfür '— - - Nichts. Darum gebt, gebt reichlich, es ist £uer Heim. Bedenkt, dass es das Heim eines jeden einzelnen unter uns sein soll, sein muss, sein wird. Gebt 1 ßeimionds. Hugo Hecht Mk. 5.- Fredy Goldschmidt Schreibtisch u. Schreibmasch Paul Katzenstein Mk. S.¬ Herbert Wolff Mk. 3.- Weitere Spenden nimmt Herbert Wolff entgegen. Wir gratulieren Turnbruder Jose Rosenblatt und Frau zur Vermählung. Otto Meyersohn und Frau zur Geburt Ihrer Tochjer

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